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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.
General-Anzeiger.
Amilichts Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur : G. S ch r e ck e r in Hanau.
Nr. 25. Mittwoch den 30. Januar
1901
Amtliches.
Stadtkreis Danau.
Der Königliche Gewerberath Sckeibel aus Fulda gibt am Donnerstag den 3L d. Mts., abends von 61/»—8 Uhr, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit zu Besprechungen.
Hanau den 29. Januar 1901.
Königliche Polizei-Direktion.
________I. A.: Valen t i n e r, Reg. Assessor.___________
Bekanntmachung^
Da der Schlußbestimmung des § 10 unseres Kassenstatuts, betr.
Die Anmeldung von Lohn-Veränderungen, nicht von allen Arbeitgebern die nöthige Beachtung geschenkt wird und es sich sehr häufig erst nach Krankmeldung eines Mitgliedes herausstellt, daß dasselbe in eine höhere Klasse gehört, als für welche es seither Beiträge gezahlt hat, richten wir hiermit an alle Arbeitgeber das dringende Ersuchen,
die vorgeschriebenen Lohn-Beränderungs- Zettel
für die Folge umsomehr rechtzeitig einzureichen, als im Unterlassungsfall und nach erfolgter Feststellung nicht nur die fehlenden Beiträge, sondern auch die etwaigen Mehrbeträge an Krankengeldern von dem Arbeitgeber zu ersetzen sind. Eine öftere Prüfung, ob sich die Mitglieder in der ihrem Lohn entsprechenden Klasse befinden, ist daher unerläßlich. Lohn-Veränderungszettel sind an der Kasse zu haben.
Gleichzeitig wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nach dem Kranken-Vers.-Gesetz und diesseitigem Statut
alle Personen bei diesseitiger Kaste anzumelden sind, welche in einem Gewerbe- oder Handelsbetrieb gegen Gehalt, Lohn oder Naturalbezüge thätig sind, und daß auch Dienstmädchen anmeldepflichtig werden, sobald sie geschäftliche Verwendung finden.
Ueber Nichtanmeldepflichtige und sog. berechtigte (freiwillige) Mitglieder gibt das Statut weitere Auskunft.
Schließlich wird noch daraus hingewiesen, daß die Unterlassung einer Anmeldung strafbar ist und daß säumige Arbeitgeber außer der zu erwartenden Strafe auch sämmtliche Aufwendungen zu ersetzen haben, die der Kasse etwa bei nicht rechtzeitiger Meldung erwachsen (§ 50 des Krankenversich.- Gesetzes).
Hanau, 30. Januar 1901.
Der Vorsitzende
der Hanauer Ortskranken-Kasse.
Müller. 1788
Feuilleton.
Aus Verdis jungen Jahren.
Ein großer Mann, der achtzig Jahre alt und darüber geworden ist, sieht noch bei Lebzeiten eine Fülle von Anekdoten und Legenden sich um sein Daseinsbild ranken, wie einen Kranz köstlicher Blüthen, die, weit davon entfernt, die Züge des Gemäldes mit ihrer Pracht zuzudecken, vielmehr geeignet sind, den Charakterkopf noch plastischer und lebensfroher herauszuheben. Denn solche kleine Geschichlchen, ob wahr oder ausgeschmückt und ganz erfunden, sind immer voll im Geiste dessen gehalten, den sie darstellen, und bringen den Menschen dem Menschen nahe.
So ist auch die Lebensgeschichte des ehrwürdigen Meisters der Töne, der nun das Auge für immer geschlossen hat, mit einem Reichthum von charaktervollen Episoden auSgestattet, die den Dahingeschiedenen weit glänzender und kraftvoller zeichnen, als der nüchterne, wenn auch gewissenhafte und liebevolle Biograph es vermöchte. Ein Lebensbild setzt sich da aus Wahrheit und Dichtung zusammen, von der Art, wie es Goethe mit der Beschreibung seiner eigenen Jugend geschaffen hat.
An eben diese Goethesche „Wahrheit und Dichtug" übrigens, in deren Beginn erzählt wird, wie nahe die Welt daran gewesen, des großen Dichters garnicht theilhaft zu werden, da er für todt auf die Welt kam, an eben diesen Umstand erinnert lebhaft auch ein Ereigniß aus der frühesten Kindheit Verdis, da der künftige Meister der Tonkunst um ein Haar dem Leben und der Menschheit verloren gegangen wäre. Es war im Anfänge des Jahres 1814, als die Heerschaaren der verbündeten Russen und Oesterreicher bei ihrem Einzug in Italien in das Dörfchen Roncola einbrachen, das etwa 17 Meilen von Parma gelegen ist. Die russische Soldateska hauste dort wie eine Rotte von sengenden, plündernden
Holzversteigernng.
Mittwoch den 6. Februar 1901, von vormittags 11 Uhr ab, im Kaiserhof (Lamboystraße) zu
Hanau aus den Distrikten Scheuer, Judenschlag, Lambövwald, Große Horst, Seeloch.
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Stämme und Abschnitte
Stangen
Nutzscheit
***
Brennholz
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Mittlerer
I.
IV.
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—
Holzart
Klasse
Lange
Durchmesser
bis
bis VII. Klasse
I.
II.
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Scheit
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II
III
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Festmeter
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III.
Klasse
Klasse
Klasse
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Hainbuchen .
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Eschen . .
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Birken . .
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Erlen . .
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17
19
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—
—
4
2
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Linden . .
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53
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Kiefern . .
1
26
85
42
3
15
21
63
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—
24
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50
20
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Fichten . .
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1837
Königliche Oberförsterei Hanau zu Forsthaus Neuhos.
Die Grböbung der Oetreidezölle.
Wer noch daran gezweifelt hat, daß die Regierung ernstlich gewillt ist, die Landwirthschaft wirksamer als bisher durch Zölle gegen den Wettbewerb des Auslandes zu schützen, dessen Zweifel werden geschwunden sein. Der preußische Ministerpräsident, Graf Bülow, hat im Abgeordnetenhause bündig erklärt, daß die Staatsregierung erstens auf einen erhöhten Zollschutz für die Landwirthschaft hinwirken und zweitens die Vorlegung des neuen Zolltarifs in jeder Weise beschleunigen werde. Nach dieser Erklärung wird wohl die Erörterung der Frage aufhören, ob Graf Bülow bei seinem ersten Auftreten im Abgeordnetenhause von einem gesteigerten oder einem gesicherten Schutze der Landwirthschaft gesprochen habe. Jetzt ist der Beweis geliefert, daß die Regierung einen gesteigerten Zollschutz befürworten wird. Die erdrückende Mehrheit von 238 gegen 43 Stimmen, mit welcher das preußische Abgeordnetenhaus für den sich mit der Erklärung des Ministerpräsidenten deckenden Antrag des Grafen Limburg-Stirum gestimmt hat, steht durchaus im Einklang mit dem Reichstage, wo ja die Entscheidung fallen wird. Auch hier hat sich schon in der vorigen Tagung eine beträchtliche Mehrheit für die Erhöhung der landwirtbschaftlichen Zölle in
und mordenden Hunnen. Die geängstigten Frauen des Dorfes flüchteten sich mit ihren Kindern in die Kirche, unter ihnen das Weib des Gastwirthes Verdi, ihr Bübchen, den kleinen, nur wenige Monate allen Giuseppe, an der Brust. Allein selbst die Heiligkeit des Gotteshauses konnte die Aermsten nicht schützen. Die wüsten Horden stießen die Kirchenthür ein und ermordeten alles, was ihnen in den Weg kam. Signora Verdi war eine der wenigen, die entkamen; sie rettete sich und ihr Kindchen, indem sie in den Glockenthurm kletterte und sich dort hinter Balken verbarg.
Der also der Wuth der Mordbrenner entronnene Kleine sollte übrigens noch ein zweites Mal, da er zu einem stattlichen Knaben emporgewachsen, in die Gefahr gerathen, die Welt, in der er so Großes zu schaffen bestimmt war, vor der Zeit zu verlassen. Es war das damals, als er in dem seiner Heimath nahegelegenen Busseto in die Schule ging, dabei aber noch seinen Funktionen als Organist in seinem Geburtsorte getreulich nachkam und alle Sonn- und Feiertage zu Fuß nach Roncola wanderte, um dort in der Kirche zu spielen. Bei einem dieser Kirchgänge — es war zu Weihnachten und Verdi sollte die Frühmesse spielen — bemerkte ■ er in der Finsterniß einen mit Wasser gefüllten Graben nicht und fiel in ihn hinein. Vor Kälte erstarrt, vermochte er, trotz aller Anstrengung, sich nicht herauszuarbeiten. Glücklicherweise hörte eine Bäuerin, die des Weges kam, das Gewimmer des Knaben und lief herbei, um ihn ans Land zu ziehen. Ohne die Hilfe dieser guten Frau wäre der große Verdi der Welt verloren gegangen.
Der kleine Giuseppe hatte schon in frühester Kindheit die leidenschaftliche Neigung zur Musik bethätigt. Kaum daß ihn seine Beine zu tragen gelernt hatten, sprang er hinter jedem wandernden Geigenspieler her, der durch das Dörfchen kam, jedem Leierkastenmann zog er auf den Fersen nach. Einem dieser wandernden Musikanten imponirte die Aufmerksamkeit und das glänzende Auge des kleinen Giuseppe dermaßen, daß er sich nicht enthalten konnte, zu dem
den demnächst abzuschließenden Handels-Verträgen ausgesprochen.
. Der Eindruck der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über die Zollfrage war der, daß die freihândlerische, der Landwirthschaft unfreundlich gegenüberstehende Minderheit, zu der sich wohl auch der Vertreter unseres Wahlkreises, Herr E. Junghenn, gesellt hat, nicht nur durch die Abstimmung, sondern auch in der Debatte eine schwere Niederlage erlitten hat. Der Abgeordnete Barth von der freisinnigen Vereinigung gab sich alle Mühe, einerseits die Arbeiter nach der Weise der Sozialdemokraten gegen die Politik des Schutzes der nationalen Arbeit auszuwühlen und andererseits Rußland zur Bekämpfung und Erhöhung der landwirthschaftlichen Zölle, gegebenen Falls auch zu einem Zollkriege mit Deutschland zu bewegen, wurde aber von den Rednern der konservativen Parteien, des Zentrums und der Nationalliberalen glänzend widerlegt. Ebenso ging es dem ihm zur Hilfe eilenden Abgeordneten Richter, der einige Leitartikel der „Freisinnigen Zeitung" herunterredete, sowie den andern freihändlerischen Abgeordneten, die hierzu das Wort nahmen.
Wie dürftig es mit den Gründen der Freihändler gegen die Erhöhung der landwirthschaftlichen Zölle bestellt ist, kann
Vater des Kindes zu gehen und diesem zu versichern, das Kerlchen sei für die Kunst geboren, ein Musiker stecke in ihm und er solle ihm doch ja die Musik studiren lassen.
Konnten nun schon Geige und Leierkasten den Knaben in solck Entzücken versetzen, so ist es nicht zu verwundern, daß er über den Klängen der Orgel in der Kirche alles um sich her vergaß. Eines Tages, während eines Festgottesdienstes, da der nunmehr siebenjährige Giuseppe als Chorknabe thätig war, geschah es, daß er sich dermaßen in die rauschenden Orgeltöne vertiefte, daß er den Ruf des Geistlichen nach Weih- waffer überhörte. Selbst der wiederholte Befehl vermochte ihn nicht aufzurütteln. Da übermannte den Priester der Zorn. Er packte den kleinen Träumer und versetzte ihm einen so heftigen Schlag, daß das Kind die Altartreppe hinunterstürzte und bewußtlos liegen blieb.
Dieser seiner Liebe zur Musik wurde endlich in etwas Nahrung gegeben, indem man ihm dem Torforganisten, demselben, dessen Spiel ihm so harte Züchtigung eingetragen hatte, in Unterricht gab. Somit war wenigstens der erste Schrit zu einer Ausbildung des begabten Kindes gethan. Aber es dauerte nicht lange, so hatte Giuseppe seinem Lehrer Alles abgelernt, was dieser ihm zu bieten vermochte, und ein höherer Unterricht wurde nothwendig. Den erhielt er, da er zehn Jahre alt geworden, bei dem Kaufmann Antonie Barezzi im nahen Busseto, einem langjährigem Freunde seines Vaters. Barezzi war ein passionirter und tüchtiger Mupk-Dilettam. In seinem Hause und unter seinem Vorsitz versammelte sich regelmäßig die „Philharmonische Gesellschaft" des L-tädtchens. Er hatte seine Freude an dem jungen Verdi und gestattete ihm die Benutzung seines Pianos, auf welchem auch seine älteste Tochter Margarethe fleißig übte, ein Mädchen, das sich durch Geist und Schönheit auszeichnete. Das beständige Zusammensein des jungen Giuseppe mit diesem Holden Kinde entflammte bald sein Herz zu einer tiefen Leidenschaft, die von Margarethe auf das Herzlichste erwidert wurde. Verde hielt, obwohl er völlig mittellos war, beim Vater um ihre Hand