Einzelbild herunterladen
 
  

Seite 4

Hanauer Anzeiger

25. Januar

Rechnungslegung.

Die Punkte 1020 der Tagesordnung betreffen die Fest­stellungen der Rechnungen der Gaswerkskaffe, Elektrizitätswerks­kasse, der Kleinkinderschule, Begräbnißkasse, Oberrealschule, Sladtkasse Abth. II A und II B, Schlachthofkasse, Asservaten und Vorschüsse, Armenkasse für das Rechnungsjahr 1899 zur Entlastung der Rechnungsführer. Die Referenten beantragen Dechargeertheilung mit dem Hinzufügen, daß Anstände nicht gefunden wurden. -Wird zugestimmt. Nach der obigen Fest­stellung ergab das Gaswerk für das erwähnte Rechnungsjahr einen Reinertrag von 145 194, 45 Mk.

Unsere Schulen.

Die vorg legten Haushaltspläne der slädt. Schulen für 1901 ergeben mit Ausnahme der Gewerbl. Fortbildungsschule durchweg eine Steigerung des Bedürfnißzuschusses gegen das Vorjahr, was seinen Grund hauptsächlich in der veränderten Besoldungsordnung hat. Bei verschiedenen Etatsansätzen, so bei der Höheren Mädchenschule, waren anfänglich für mancher­lei Bedürfnisse reichlichere Aufwendungen eingestellt, doch hat man nach Bekanntwerden der gegenwärtigen Finanzlage ver­schiedene Abstriche vornehmen müssen, ebenso bei den Mittel­und Volksschulen.

Die Etats der Schulen schließen ab mit einem Bedürfniß­zuschuß

b. d. Höh. Mädchenschule m. Mk. 29250 Knaben-Mittelschule 47000 , Mädch.-Mittelschule 37500 Knaben-Volksschule 60100 Mädch.-VoWschule 60250 , Ober-Realschule 62190

Klein-Kinderschule 3570

g. Vorj. mehr Mk. 3560

II n 3740

ft u M ff 1500

if tf M 1900

ff if if if 6450

if 3290

if if II if 610

Zus. Bik. 299860 Zus. Wir. 21050

Die Gewerbl. Fortbildungsschule erfordert einen Zuschuß von 12400 Mk., das sind 5682sMk. weniger gegen das Vorjahr.

* Kaisers Geburtstagsfeier. Wie bereits erwähnt, geht die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs von Seiten der Garnison in der seither üblichen Weise vor sich, nur füllt der große Zapfenstreich am Abend des 26. aus. Am 27. findet früh Wecken statt, dann Fest- gottesdienst, am Mittag Parade auf dem Paradeplatz, später Festmahl. Die Mannschaftsbewirthungen, welche bereits am 18. Januar stattfanden, fallen ebenfalls aus.

* Das Wirtschaftsjahr 1900» In der vorgestrigen Plenarsitzung der Hanauer Handelskammer wurden, wie schon kurz erwähnt, die Darlegungen der Handelskammer in ihrem Jahresberichte über die allgemeine Geschäftslage vorgelegt. Wir lassen nachstehend deren einleitenden Rückblick und die Darlegungen über die Geschäftslage im diesseitigen Bezirke folgen: Konnten wir in unserem vorjährigen Berichte auf eine andauernd außerordentlich günstige Entwickelung der deutschen Handels­und Gewerbethätigkeit während der verwichenen fünf Jahre Hinweisen, so ist das Jahr 1900 auf verschiedenen wirthschaft- lichen Gebieten, deren Gestaltung von hervorragender Be­deutung für die Allgemeinlage ist, nicht frei von Enttäuschungen und Rückschlägen gewesen, die sich zum größten Theile unter dem Einflüsse politischer Vorgänge vollzogen. Von auswärtigen Ursachen, die an der Herbeiführung einer konjunkturen Ab­schwächung im Berichtsjahre Antheil hatten, wirkten die Krisis auf dem nordamerikanischen Eisenmarkte, die nordamerika­nische Wahlbewegung, die fortdauernden Kämpfe der Nationali­täten und Parteien in Oesterreich Ungarn, die finanziellen und politischen Wirren in Spanien, die bedrückte wirth- schaftliche Lage in Italien. Im Jnlande machte sich vor allen Dingen der hohe Geldstand, die Höhe der Roh- materialienpreise und in Verbindung damit eine äußerste Kohlennoth bemerkbar, die Katastrophe der Spielhagenbanken zog ihre westen Kreise. In unserem Bezirke erstreckten sich die ungünstigsten Verhältnisse des Jahres' namentlich auf die Gold- und Silberwaaren-, die Maschinen-, die Tabaks- und theilweise die Cigarrenwickelformen-Jndustrie in Hanau, die Anilinfarben Fabrikation in Mainkur, den Nutzholzhandel in Hanau und Gelnhausen und die Textilindustrie in Fulda, wo­gegen nur die Cigarrenkistenindustlie in Hanau, die Steingut- waarenfabrikation in Schlierbach, die Faßfabrikation in Hanau und einige wenige Handelszweige so der Handel mit Brenn­holz und derjenige mit Kunstdünger einen etwas lebhafteren Geschäftsgang zu verzeichnen in der Lage waren. Dazu waren die Rohmaterialienpreise für fast alle Industrie­zweige äußerst hoch (für die Fabrikation von Anilinfarben, Etuis, Cigarren, Cigarrenktsten, Fässern, Maschinen, email- lirten Blechwaaren, Ziegeleiprodukten, Schuhstoffen, Baumwoll­geweben, Leinen- und Baumwollwebgarn, Leinenwaaren, Kunst- und Buchdruckereien, Gummiwaaren, farbigem Spaltleder), während die Verkaufspreise für die Fabrikate gedrückt blieben, was speziell berichtet wird von der Emis-, der Cigarren-, der Cedernkisten-, der Emaillewaaren-, der Schuhstoff-, der Damen- kleiderstoff-Jndustrie und der mechanischen Baumwollweberei. Zu der Erhöhung der Rohmaterialienpreise gesellte sich fast überall eine Steigerung der Arbeitslöhne (unter an­derem Goldwaaren -, Emaillewaaren -, Kaffeesurrogat -, Ziegelei -, Schuhstoff -, Leinenwaaren - Industrie). Einen Einfluß der chinesischen und südafrikanischen Wirren stellen hauptsächlich die Anilinfarben-, die Goldwaaren-, die Papier- und die Gummiwaaren-Jndustrie fest, einen Einfluß des hohen Zinsfußes ebenfalls die Goldwaaren-Jndustrie und dann der Hartholzhandel (weniger lebhafte Bauthätigkeit). Mangelnden oder verminderten Export beklagen die Goldketten-, die Etuis-, die Wickelformen- und die Schuhstoff-, Schuh- und Möbelplüsch- Jndustrie. Von vielen Seiten wird die Nothwendigkeit der Fortführung der bisher gen bewährten Handelspolitik dringend betont; in den Vertragsverhandlungen ist namentlich auch die Herabsetzung der Zölle des Auslandes auf die Fabrikate der Silberwaaren-Judustrie (Amerika) und der Schuhstoff-Jndustrie (Oesterreich-Ungarn, Rußland, Amerika), für andere Waaren (Goldwaaren zum Export nach Oesterreich-Ungarn) mindestens die Beibehaltung der bisherigen Zölle zu bewirken. Eine Grmäßigung der deutschen Zölle ist für Erlenholz, Wein zur

Cognacbereitung, Garn rc. zu erstreben. Was die Steuer­gesetzgebung des Reiches anbetrifft, so verlangt die Tabaks- industrie von etwaigen neuen Projekten verschont zu bleiben und die Wein- und Obstbrennerei nach einer Revision des Branntweinsteuergesetzes, durch welche die Produktion dieser Betriebe auf günstigere Bedingungen gestellt werde. Im All­gemeinen gibt sich in den uns vorliegenden Einzelberichten über den Geschäftsgang im verwichenen Jahre eine weit weniger zuversichtliche Stimmung kund, als es im Vorjahre zu unserer Genugthuung festgestellt werden konnte. Ob die nächste Zukunft nun Besserung erbringen werde, wird zweifel­haft gelassen. Vor allem ist zu erwünschen, daß die kriegerischen Verwicklungen in Südafrika und Asien bald zum Abschlusse gelangen möchten. Der wiederhergestellte Friede allein kann erneut einen Aufschwung der Handels- und Gewerbelhätigkeit herbeiführen, der gute Ruf und das hohe Ansehen der deutschen Arbeit, von neuem im verwichenen Jahre gelegentlich der Pariser Weltausstellung dokumentirt, brauchen keine weitere Stütze und Förderung, als im Allgemeinen den Weltfrieden und im Be­sonderen gute Beziehungen des Reiches zum Auslande, ge­fördert durch ein System langfristiger Handelsverträge."

)-( Die Mainschifffahrt vor 50 Jahren imb Verwandtes. Eine der aktuellsten Tagesfragen ist für unser Gemeinwesen gegenwärtig unstreitig die bevorstehende Kanalisitung des Maines. In nicht allzu ferner Zeit wird wohl dies lang erwogene Projekt endlich realistrt werden und unser Mainstrom sich zum Segen für unsere Stadt wieder mit Schiffen beleben. Es dürfte nun nicht uninteressant sein, einmal eine kleine Rückschau auf die M a i n s ch i f f f a h r t in früherer Zeit zu werfen. Vor uns liegt ein gerade vor 50 Jahren in Würzburg herausgegebener Bericht, der uns darüber einige Aufschlüsse gibt. Wir entnehmen demselben Folgendes:Die Dampfschifffahrt erfreut sich seit dem Jahre 1850 eines erhöhten regen Lebens. In den Jahren 1842 bis einschließlich 1849 wurden mit den Dampfschiffen der Aktiengesellschaft hier (Würzburg, d. R.) befördert: 672,832 Personen, 22 r Equipagen, 2977 Thiere, 280,299 Zentner Güter, 3,791,831 fl. an Geld. Total-Betriebseinnahmen 869,290 fl.; im Jahre 1850: 104,722 Personen, 71,396 Zentner Güter, 561,195 fl. an Geld; endlich im Jahre 1851 bis einschließlich 30. Juni: 55,072 Personen, 30,207 Zentner Güter und 259,132 fl. an Geld, sodaß kaum ein Zweifel besteht, es werde das laufende Jahr dem Vorjahre an Frequenz nicht nachstehen und beim Abschluß der Jahresrechnung das­selbe mit einer Einnahme von 139,648 fl. erreichen, während andererseits von der thätigen und umsichtigen Belricbsdirektion sorgfältigst Bedacht genommen wird, die Betriebskosten überall zu vermindern. Die Ausscheidung des Güterdienstes von dem Personendienst hat allenthalben Freunde gewonnen, weil dadurch möglich wurde, dem letzteren Dienst die neuen, schnell laufen­den und elegant ausgestatteten vier Passagierdampfboote, von welchen drei mit den ausgezeichneten oscillirenden doppelten Maschinen aus der Fabrik von Penn & Sohn in Greenwich versehen sind, in der Strecke zwischen Würzburg und Frank­furt zu widmen, die übrigen fünf Dampfboote aber dem Güter­transport und beziehungsweise für den Lokaldienst zwischen Kitzingen und Würzburg, sowie Hanau und Mainz zu be­stimmen. Vorurtheilsfiei die Lage der Gesellschaft erwogen, wird nicht entgehen, daß die Vollendung der in An­griff genommenen Eisenbahn von Würzburg nach Hanau die Dampfschifffahrt weder überflüssig macht, noch in ihrer Bedeutung herabdrückt. Um dieses einzusehen, bedarf es nur der Vergleichung der Transportpreise der Esten- bahn und der Dampfschifffahrt und der geringen Differenz der Fahrzeit zwischen Würzburg und Mainz, dem Endpunkte der Eisenbahn, dann der Rücksichtnahme auf die Frequenz der von der Eisenbahn nicht berührten, in ihrem Verkehrsleben auf die Dampfschifffahrtsoerbindung hingewiesenen Strecke zwischen Lohr und Aschaffenburg, woselbst die Eisenbahn einmündet. Bei solcher Sachlage sehen denn auch die Organe der Gesellschaft vertrauensvoll der allerhöchsten Entscheidung auf ihre den sicheren Fortbestand des Unternehmens bezweckenden Propositionen ent­gegen." Inwieweit die in den letzten Sätzen angestellten Cal- culationen des Berichterstatters zutreffend waren, hat die Er­fahrung im Laufe der Jahre gelehrt. Ein Bericht aus Frankfurt vom Juni 1851 besagt Nachstehendes:Es ist be­kannt, daß die Dampfboote, welche von Hanau nach Frankfurt fahren, der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn glückliche Konkurrenz machen, indem bereits im Monat Mai eine ziemliche Anzahl Personen auf letzterer weniger befördert wurden als sonst. Namentlich reflektirt man in Offenbach besonders auf die Be­nutzung der Dampfbootx, weil dadurch der Weg bis an die Mainkur und zurück nicht zu Fuß gemacht zu werden braucht und dies bei der kleinen Reise nach Hanau rc. schon in An­schlag zu bringen ist."

Auch ein Bericht über die Mainzölle liegt uns aus dem Jahre 1851 vor, in dem es nach einer lägeren Erörterung über die Rheinzölle heißt:Die königliche bayrische Negierung hat bereits 1818 alle in ihrem Gebiet gelegenen Mainzölle aufgehoben, nämlich zu Dettingen, Aschaffenburg, Klingenberg, Miltenberg, Stadtprozelten, Homburg, Rothenfels, Neustadt, Lohr, Langenprozelten, Gemünden, Zwing, Karlsburg und Würzburg. Dieselbe hat ferner mittelst eines ungeheuren Kosten- aufwavdes eine unmittelbare Schifffahrtsverbindung zwischen dem Main und der Donau vermittest des Main- und Donaukanales hergestellt ; allein die von diesen großen Opfern für die sämmtlichen Bewohner der Main-, Rhein-, und Donauufer zu erwartenden Vortheile werden verkümmert und auf ein Minimum reduzirt durch die von Baden, Hessen- Darmstadt, Frankfurt und Nassau unterhaltenen Zollstätten, auf welchen ein jährlicher Zoll von 120 000 fl. erlegt wird, und wo der Aufenthalt und die vorgeschriebenen Formalitäten der Schifffahrt große Belästigung verursachen; eine große Menge von Transporten und Handelsgeschäften wird durch die daraus erwachsende Vertheuerung der Fracht unmöglich gemacht." Geradezu von schwärmerischen Hoffnungen getragen ist der Bericht des kgl. bayerischen Ministerialrathes K l e i n s ch r o d vom Jahre 1834 über den Main- Donaukanal. Er schrieb in Beziehung auf die von diesem Kanal zu erwartenden Vortheile:Von ungeheurer

Wichtigkeit erscheinen die neuen Kombinationen des Großver­kehrs, welche für den ganzen ostwestlichen Handels weg mittelst dieser neuen Wasserstraße erreicht werden; sie stempeln den Kanalbau zu einem europäischen Unternehmen. Durch ihn wird eine ununterbrochene Wasserfahrt aus den niederländischen Häfen der Nordsee mitten durch das europäische Festland bis zum Ausflüsse der Donau ins schwarze Meer eröffnet; die in k. k. österreichischen Staaten in Ausführung begriffene Anlage einer Verbindung der Donau in Ungarn mit den Seehäfen des adriatischen Meeres, durch den Karolowitzer Kanal, wird ferner mit Hilfe des projektirten Rhein- und Donaukanals die Möglichkeit einer direkten Binnenschifffahrt wischen der Nord­see und dem adriatischen Meer gewähren, r welche, die frucht­barsten, reichsten und bevölkertsten Länder von Mitteleuropa in fast gerader Linie durchschneidend, eine über zwei Dritttheile der Meilenzahl des bisherigen Seeweges kürzere Wasserkom­munikation eröffnet und die Gefahren einer langen Küsten- sahrt auf einem einen großen Theil des Jahres hindurch stürmischen Meere beseitigt. Die Bedeutung einer so groß­artigen, bis jetzt noch durch keinen europäischen Kanal in diesem Umfange erreichten Verbindung wird jedoch überdies durch alle übrigen auf den Großverkehr influirenden Er­eignisse und Unternehmungen der neuesten Zeit so mächtig unterstützt, daß die nunmehrige Ausführung des in Frage stehenden Kanalprojektes, als eines dringenden, durch die Zeitverhältnisse gebotenen Bedürfnisses nicht verkannt werden kann. Wir rechnen dahin die glücklich beendigten Staatsoerträge der freien Rheinschifffahrt und des großen deutschen Zollvereins, letztere mit der eröffneten nahen Aussicht auf die Verwirklichung eines für alle betheiligten Lander gleich vorteilhaften Handelsvertrages der zollvereinten Dtaaten mit der kaiserl. österr. Monarchie; die gleichzeitig im Entstehen begriffene Eisenbahnverbindung zwischen Antwerpen und Köln, die bereits glücklich ausgeführte Dampfschifffahrt auf dem Rheine, sowie die bevorstehende Verwirklichung dieses wichtigen und unentbehrlichen Hilfsmittels der Stromschifffahrt auf der Donau; endlich die neueste Erweiterung des franzö­sischen Kanalsystems, wodurch der Rhein mittelst der Saone und der Rhone mit dem Mittelmeere und vermöge der Kanal­verbindung der Loire mit dem atlantischen Meere in Ver­bindung gebracht ist. Es mangelt daher nur noch der Donau­kanal, um die entferntesten Seestädte des europäischen Westens diesseits der Pyrenäen mit dem ganzen Osten in eine un­unterbrochene Wasserkommunikation zu setzen und hierdurch dem Wasseroerkehr einen Umschwung zu verleihen, dessen Folgen in ihrem vollen Umfange für die nächste Zukunft un­berechenbar erscheinen." Leicht bei einander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen!

* Neichsbank. In Markneukirchen wird am 1. Februar eine Reichsbanknebenstelle eröffnet, wodurch auch Wechsel auf Adorf (Vgtld.) bankfähig werden. Die Reichsbank kauft ferner nach dem 1. Februar fällige Wechsel auf Ober­redwitz und Dörflas in Bayern an, dieselben sind an die Reichsbanknebenstelle in Marktredwitz zu giriren.

* Zwangsiunung der Bäcker. In einer statt­gehabten Versammlung der Hanauer Bäckergenossenschaft wurde beschlossen, aus dem Freien Deutschen Bäckeroerband auszu- treten und sich dem BäckerverbandGermania" anzuschließen. Nach den Statuten des letztg nannten Verbandes können jedoch die einzelnen Korporationen desselben nur Frei- oder Zwangs­innungen sein. In einer gestern in derStadt Bremen" stattgehabten Vorstandssitzung der Hanauer Bäckergenossenschaft wurde über die Bildung einer Frei- oder Zwangsinnung be­rathen und waren zu dieser Besprechung auch die Vorstands­mitglieder des Unterverbands Mitteldeutschland des Bäcker­verbandesGermania" anwesend, unter welchen sich sowohl Mitglieder von Frei- wie auch von Zwangsinnungen aus Cassel, Mainz, Darmstadt und Marburg befanden. Dieselben erläuterten die Licht- und Schattenseiten von beiden Institutionen und kam der Vorstand der Hanauer Bäckergenossenschaft nach den diesbezüglichen Darlegungen zu dem Entschlusse, in Hanau eine Zwangsinnung der Bäcker ins Leben zu rufen.

8. Hanauer Kriegerverein. Am Samstag den 26. d. M., abends von 87s Uhr ab, feiert der hiesige Krieger­verein im Saalezum deutschen Haus" das hohe Geburtsfest Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs in der seither üb­lichen Weise. Nach dem jetzt festliegenden Programm ver­spricht die Feier diesmal einen doppelten Genuß, indem gleich­zeitig in Wort und Bild des 200jährigen Bestehens des Kö­nigreichs Preußen hervorragend gedacht wird und können wir schon jetzt verrathen, daß die hervorragendsten Kräfte Alles hierzu eingesetzt haben, um dem Abend die diesbezügliche dop­pelte Würde zu verleihen und den Mitgliedern einen wirklich großartigen Genuß zu bereiten.

* Turner-Maskenball. Gehen Sie auch auf den ' Turner-Maskenball? Es ist dies eine Frage, welche gegen­wärtig in Turner- und deren Freundeskreisen vielfach gestellt und meistens in bejahendem Sinne beantwortet wird. In zweiter Linie wird erörtert, was wohl dieses Jahr Alles für eine amüsante Unterhaltung geboten werden wird, und da können wir heute schon verrathen, daß ein im vergangenen Jahre unter vielen Hindernissen stattgehabtes lokales Ereigniß diesmal unter günstigeren Verhältnissen in verbesserter Auflage den Theilnehmern einige frohe Stunden bereiten wird. Auf alle Fälle wird sich am 2. Februar in den Sälen der Central­halle ein buntbewegtes, fröhliches turnerisch-karnevalistisches Leben entwickeln, so recht dazu angethan, allen Griesgram zu ver­scheuchen und alle Sorgen auf kurze Zeit vergessen zu lassen.

* Stadttheater. In der am Sonntag stattfindeuden Fest-Vorstellung von Minna von Barnhelm spielt Fräulein Anny Hannewald als zweite Rolle die Franziska. Die junge Dame, die sich als Eoa mit Erfolg vortheilhaft einführte, wird voraussichtlich auch iu der dankbaren Aufgabe der Fran­ziska reüssiren.

G Der Verein für Homöopathie und Natur heilkttnde hier hat sich zur Aufgabe gemacht, auch die Damen mit den Vorkehrungen zur Verhütung von Krankheiten, und wenn diese eingetreten, mit den Mitteln zur. Bekämpfung derselben bekannt zu machen. Zu diesem Zwecke finden monatlich Vorträge im Vereiuslokal statt, zu denen Mitglieder