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General-Anzeiger.

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Nr. 21.

Freitag den 25. Jamar

1901

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 3.

Amtliches.

Candkreis Banau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In dem zu Frankfurt a. M. gehörigen Stadttheil Seck­bach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau den 24. Januar 1901.

Der Königliche Landrath, v. Schenck.

Von dem hiesigen Magistrat ist der Antrag auf Fest­stellung der Entschädigung für das zur fluchtlinienplanmäßigcn Freilegung nothwendige, im Enteignungswege zn erwerbende Grundstück: Kbl. E. E. Parz. 404/55 154 qm, Eigen­thum des Rentners Johann Peter Heinrich Seitz dahier, gestellt worden.

Von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel zum Kommissar für das Entschädigungsverfahren ernannt, habe ich gemäß 88 24 ff. des Enteignungsgesetzes vom 11. Juli 1874 zur Verhandlung mit den Parteien über die zu gewährende Entschädigung Termin auf Mittwoch d. 30. Janrrar1901, vormittags 11 Uhr, auf Zimmer Nr. 9, des König­lichen Landrathsamts, Paradeplatz Nr. 1 hiersetbst anberaumt.

Zu diesem Termin werde ich die Betheiligten, soweit sie mir bekannt sind, besonders schriftlich einladen.

Die mir unbekannten Personen aber, welche an der Ent­eignung der obengedachten Grundfläche ein Interesse zu haben glauben, lade ich gemäß § 25 des vorgenannten Enteignungs­gesetzes hierdurch zur Wahrung ihrer Rechte unter der Ver­warnung vor, daß bei ihrem Ausbleiben auch ohne ihr Zuthun die Entschädigung festgestellt und wegen deren Auszahlung oder Hinterlegung verfügt werden wird.

Etwa erscheinende Vertreter müssen mit Vollmachten ver­sehen sein.

Hanau am 19. Januar 1901.

Valentiner, Regierungs-Assessor.

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in An­sehung des in der Gemarkung Hanau belegenen, im Grund­buche von Hanau, Band 34 Artikel 2160, zur Zeit der Ein­tragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen

1. der ersten Ehefrau des Jakob Heinrich Diebel, Katharine Margarethe Elisabeth, geb. Schling- loff zu Hanau zur einen ideellen Hälfte,

2. der Wittwe des Jakob Heinrich Diebel, Anna Margarethe, geb. Nein, später verheiratet an den Philipp Dorg dahier, jetzt verwittwet, dahier zur anderen ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücks

G 119 Predigerstraße Haus Nr. 8

a. Wohnhaus mit Hofraum 34 qm besteht, soll dieses Grundstück

am 29. März 1901, vormittags d1^ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Das Haus ist mit einem jährlichen Nutzungswerth von 240 M. zur Gebäudesteuer veranlagt.

Der Versteigerungsvermerk ist am 2. Januar 1901 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs­termine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an­zumelden und, wenn der Antragsteller widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Vertheilung des Ver­steigerungserlöses den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Gleichen Nachtheil trifft den Inhaber einer Hypothek, die vor dem 1. Juli 1874 entstanden und nicht in eine Hypo­thek des preußischen Rechtes umgewandelt ist, sofern diese nicht bis zum vorgenannten Zeitpunkte angemeldet wird.

Diejenigen, welche V- Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Ertheilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen­standes tritt.

Hanau den 16. Januar 1901.

Königliches Amtsgericht, Abth. 2. 1532 Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 Dammregenschirm mit gradem weißen Griff. 1 grüner Arbeitssack und 1 schwarzer Trikothandschuh (linker) in einem hiesigen Papiergeschäft liegen geblieben.

Abhanden gekommen am 19. d. Mts., morgens: 1 Mülleimer.

Hanau den 25. Januar 1901.

Lagerplatz-Verpachtung.

Das links des Baumer'schen Weges belegene Hospital- Grundstück Karte S. Nr. 598/88 37 Ar 94 qm groß, soll

Samstag den 26. Januar d. Js., vormittags 11 Uhr, im Kämmereilokal, Nathhaus 1. Treppe, Zimmer Nr. 10, auf unbestimmte Zeit gegen jederzeitige 6monatliche Kündigung nach dem Meistgebot verpachtet werden. 1300

Hanau, den 21. Januar 1901.

Althanauer H o s p i t a l ka s s e.

politische Rundschau.

Zwei Erlasse des Kultusministers. Der Kultus­minister hat an die königlichen Regierungen einen Erlaß ge­richtet, in welchem es als erwünscht bezeichnet wird, daß in den von den königlichen Regierungen einzureichenden Listen der für den Fall einer Mobilmachung als unabkömmlich zu be­zeichnenden, nicht einzelstehenden Volksschullehrer außer dem durch dieselbe Liste. reklamirten militärpflichtigen Lehrer der be­treffenden Schule jedesmal auch diejenigen Lehrer bezeichnet werden, die als unausgebildete Landsturmpflichtige bereits als unabkömmlich anerkannt worden sind. Hierzu sind auch die­jenigen anzugeben, für welche der Antrag auf Unabkömmlichkeits­erklärung gleichzeitig durch eine neue Liste gestellt wird, damit im Kultusministerium der zeitige Bestand an solchen Lehrkräften zweifellos erkannt werden kann, die im Mobilmachungsfalle für den Unterricht in Betracht kommen. Außer dem bekannten Erlaß über die Einschränkung ärztlicher Versuche an Kranken hat der Kultusminister auch eine Verfügung erlassen, Vorsorge dafür zu treffen, daß an amtlichen Stellen eine regelmäßige Durchsicht der medizinischen Litteratur stattfindet, damit recht­zeitig auf ungehörige- Versuche an Menschen und Thieren auf­merksam gemacht und eingegriffen werden kann.

Gegen die Verbreitung der Pest. Die Pestgefahr ist uns jetzt wieder bedeutend näher gerückt, nachdem in Hull ein Dampfer mit pestkranker Besatzung, von der Mittwoch noch ein Mann an Lungenpest starb und in Hamburg ein Schiff mit Rattenpest an Bord- eingetroffen sind. Die Gesundheits­behörden in unseren Seestädten sind hinreichend gegliedert, um einer Einschleppung der Pest wirksam zu begegnen; anders jedoch, wenn pestverdächtige Menschen auf Verkehrswegen des Innern an Pest erkranken. Um den darin liegenden Gefahren nach Möglichkeit vorzubeugen, hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten Dr. v. Thielen zunächst der königlichen

Feuilleton.

Kunst und Leben.

Allerlei Mittheilungen. Für das Gustav- Freytag-Denkmal in Wiesbaden sind seitens größerer deutscher Städte neuerdings namhafte Betrüge gezeichnet worden, so von Magdeburg 300 Mk. von Dortmund und Hannover je 200 Mk. Wie aus Nom berichtet wird, hat Gabriele , d 'Annunzio ein Garibaldi-Lied geschrieben, das im Stil des Roland-Liedes gehalten ist. Es besteht aus mehr als tausend Versen und schildert die Laufbahn des Volkshelden.

Eduard VII.

Albert Eduard, Prinz von Wales, hat den Thron seiner Väter bestiegen und dürfte als Eduard VII. die englische Krone tragen. Er ist der siebente seines Namens, falls man, dem Brauche der Geschichte folgend, Eduard den Bekenner, den Sohn Ethelreds des Unberathenen, den letzten angel­sächsischen König (f 1066), nicht mitzählt. Eduard I., der fünfte König aus dem Hause Anjou-Plantagenet, regierte 12721307; sein Sohn Eduard II., der erste englische Kronprinz, der den Namen eines Prinzen von Wales führte, wurde 1327 ermordet; unter dessen Sohn Eduard III. (132777), dem Stifter des Hosenbandordens, schied sich das englische Parlament in Oberhaus und Unterhaus; unter Eduard IV. aus dem Hause Dork, dem Söhne des Herzogs Richard von Dork, (146183) wüthete der Krieg zwischen der Rothen Rose (Lancaster) und der Weißen Rose (Dork); sein Sohn Eduard V. wurde ermordert (1483); Eduard VI. aus dem Hause Tudor, dem Sohne Heinrichs VIII. und der Johanna Seymour, war nur ein kurzes Dasein beschieden: er starb im Alter von 16 Jahren an der Schwindsucht (1553). Der neue englische König, Eduard VIL, entstammt väterlicherseits dem Hause Ko- burg, mütterlicherseits dem Hause Hannover (Welf). Der Zusammenhang dieses Hauses mit dem vorher regierenden Hause Stuart ist aus folgender Stammtafel zu ersehen:

A. Haus Stuart (16031714).

1. Jakob I. (1603-25).

I

Elisabeth, Gemahl Friedrichs^. Pfalz, des sog. Winter-

** T * '3. ««tl II (1660-85) Sophie,

Gemahlin des Kur­

fürsten E r n st A u g u st von Hannover laus dem Hause W e I f).

Georg L,

Kurfürst vonHannover, König von England.

2. Karl I. (1625-49)

I (164960 England Republik)

Maria, 4. Jakob II. (1685-88)

Gemahl. WiIhelmsil. von Oranien. g

I

5. Wilhelm III. (1689-1702), Gemahl der Maria, Tochter Jakobs 1L

Maria 6. Anna (170214).

B. Haus Hannover (17141901).

1. Georg I. (1714-27).

2. Georg II. (1727-60).

Ludwig (t 1751).

3. Georg III. (1760-1820).

4. Georg IV. (1820-30). ö. Wilhelm IV. (4830-37). Eduard, Herzog von Kent (f 1837).

6. Viktoria (1837-1901), Gemahlin des Prinzen Albert von Koburg.

Albert Eduard, Prinz von Wales, seit 1901 Künig Eduard VII.

G. Haus Koburg (seit 1901).

Edvard vii. (seit 1901).

JakobEduard (doh der Thron­folge, ausgeschlossen).

Ernst August, Herzog von Cumberland, König ^von Hannover (183751).

Georg V. (185166).

Ern st Au gu st, Herzog von Eumberland.

0. A