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^ElâLSv« f>itM.jJmHMmMryiwm«MMMiMMiMi BBMKKKMi"**"*MaBMMMauaaaNHa)a arbeiten der Hohenzollern. Die Geschichte des Hohenzollern- schen Fürstenhauses durchgehend, zeigte er die allmähliche glor­reiche Entwickelung des preußischen Staates und betonte dabei besonders den bedeutungsvollen Schritt des letzten Kurfürsten, des nachmaligen ersten Königs von Preußen, der in der Folge­zeit dem gestimmten deutschen Vaterlande zu einem nie geahn­ten Segen ausschlagen sollte. Nachdem Redner besonders die ereignißreiche Zeit vom 18. Januar 1701 bis dahin 1871 eingehend geschildert hatte, leitete er geschickt über auf den gegenwärtigen Träger der preußischen Königs- und deutschen Kaiserkrone und spendete diesem ein Hoch, in das die Ver­sammlung dankbar und begeistert einstimmte. Würdig schloß sich die Nationalhymne an. Die Abwickelung des aus 24 Nummern bestehenden Programms ging flott von statten und brachte uns hübsche Streichquartette sowie muntere Weisen für Klavier- und Geigenmusik. Zwei gut gesungene Männer­quartette, bei denen man das harmonische Zusammenspiel der vier Stimmen bewundern mußte, mehrere patriotische Chor­lieder fürs gesammte Publikum, Sologesänge für Tenor, Baß und Bariton sowie humoristisch-satyrische Spende des Herrn Lehrer HainDer siegreiche Franzose" füllten die Zwischen­pausen angenehm aus. Herr Lehrer Görge- Großkrotzenburg trug im zweiten Theil des Programms das GedichtDer erste Hohenzoller" unter lautloser Stille äußerst wirksam vor. So verlief der Konzertabend sehr begeistert und begeisternd in thatsächlich würdiger Weise. Erwähnen wollen wir schließlich, daß der fast vollzählig anwesende GesangvereinHarmonie" unter Leitung seiues Dirigenten Herrn Lehrer Fickert einige zur Feier passende Mannerchöre mustergiltig zu Gehör brachte. Aus der Feststimmung konnte man errathen, daß alle Theil­nehmer von dem schönen Verlauf der Veranstaltung vollauf befriedigt waren.

Aus dem Gerichtssaul. Sitzung der Strafkammer II vom 23. Januar.

Wässerige Butter.

Bei einer Händlerin O. wurde auf dem hiesigen Markt­platz von der von ihr feilgehaltenen Butter durch die polizriliche Nahrungsmitielkontrolle eine Probe entnommen, welche bei der chemischen Untersuchung einen Wassergehalt von über 21°/0 ergab. Die Händlerin gab als den Lieferanten den Bauer und Metzger K. von Hüttengesäß an und dieser wurde vom Schöffengericht zu Langenselbold wegen fahrlässigen Vergehens gegen das Nahrungsmittetgcsetz tu 5 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Der Angeklagte hat Berufung eingelegt, weil er gar nicht ein­mal glaube, daß die betr. Butter von ihm herrühre, wenn dies aber auch der Fall sein sollte, er doch hierfür nichts könne, denn die Butter bereite seine Frau und er kümmere sich um dieses Geschäft nicht; auch habe seine Frau in der landesüblichen Weise bei der Bereitung verfahren. Der vernommene Sach­verständige, Herr Chemiker Dr. Nau, stellt fest, daß der Wassergehalt d^r Butter den vom kaiserlichen Gesundheitsamt für höchst zulässig erklärten Satz von 20 °/0 noch um L°/o überschritt, daß also entweder in betrügerischer Absicht oder fahrlässiger Weise das Produkt nicht richtig ausgebuttert war. Das Gericht erkannte an, daß bei der Bereitung der Butter fahrlässig gehandelt wurde, doch könne der Mann hierfür nicht verantwortlich gemacht werden. Es wurde deshalb auf Frei­sprechung erkannt.

Gatte und Schwiegermutter.

Wegen roher Mißhandlung seiner Ehefrau waren der Bauer Gregor R. zu Findlos und dessen Mutter, die Wittwe Monika R., welche ihrem Sohne bei der Mißhandlung ihrer Schwiegertochter eifrig assistirte und ihn sogar noch aufhetzte, vom Schöffengericht zu je 3 Monaten Gefängniß verunheilt worden. Der Bauer hatte seine junge Frau aufs Bett ge­worfen, so daß ihr kleines Kind unter sie zu liegen kam und ihr mit der Faust ins Gesicht und auf den Kopf geschlagen. Die Mutter des Mannes hetzte ihn noch auf und half ihm beim Traufschlagen. Als die Frau mit ihrem Kinde stützten wollte, mißhandelte der Mann sie nochmals. Der Bauer und seine Mutter haben Berufung eingelegt und so soll das Ehe­drama nochmals verhandelt werden. Die mißhandelte Frau ist als Zeugin geladen. Alle drei vergießen reichlich Thränen und betonen, daß sie seit dem Tage, wo das schöffengerichtliche Urtheil gefällt wurde, in Friede und Eintracht leben. Die Ehefrau verweigerte ihr Zeugniß und will ihren Strafantrag zurückziehen, weil sie arm seien und sie durch die lange Ein­sperrung ihres Mannes am meisten gestraft werde. Die Zurück­ziehung des Strafantrags ist zwar nicht zulässig, weil es sich um eine gemeinschaftliche Körperverletzung handelt, doch berück­sichtigt das Gericht die stattgefundene Versöhnung und ermäßigt die Strafe auf je 6 Wochen.

Wilderer.

Der wegen Wilddieberei mehrmals vorbestrafte Bauer M. von Neuengronau wurde am 1. Juli v. Js. von dem Sohne des Pächters der dortigen Jagd betroffen, wie er pürschend sich auf dem Jagdgebiet umhertrieb. Am nächsten Abend traf ihn der Pächter, Dr. K. von Sterbfritz, selbst. Beim Ansichtig­werden des Pachters wollte der Wilderer hinter einem Gehölz Deckung suchen, der ohne Deckung dastehende Jagdpächter ließ dies aber nicht zu, sondern zwang vorsichtigerweise die gefähr­liche Person, durch Drohen mit Schießen, stehen zu bleiben. Er hatte das Gewehr unter dem Rock verborgen. Das Schöffen­gericht zu Schwarzenfels hatte den M. zu 3 Wochen Gefäng­niß verurtheilt, wogegen der Angeklagte sowohl wie der Amts­anwalt Berufung einlegte. Der Angeklagte will freigesprochen sein, denn er habe nur seinenRegenschirm" bei sich gehabt. Der Berufung des Amtsanwalts wird stattgegeben und die Strafe auf 3 Monate Gefängniß erhöht.

Verschiedenes.

Der Spezereihändler B. von Mansbach war vom Schöffen­gericht zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt worden, weil er ohne Genehmigung die Schankkonzession ausgeübt haben sollte. Er hatte in seiner Wohnung Flaschenbier an fremde Personen zum sofortigen Genuß verabfolgt und dafür Bezahlung genommen. In der Berufungsverhandlung wird jedoch festgestellt, daß an­läßlich eines doUselbst stattgehabten Festes Bekannte den Spezerei-

__________ Hanauer Anzeiger________________ bändler besucht hatten, die er regalirte mit Essen und Trinken.

Zu diesen Bekannten hatten sich dann infolge eingetretenen Regens noch mehr Leute hinzugesellt und diese gaben, weil sie Fremde waren, für die Bewirthung aus freien Stücken eine Vergütung, welche jedoch so gering war, daß die genossenen Getränke noch nicht damit bezahlt waren. Der Händler wird freigesprochen. Der Glasermeister Z. von Gelnhausen wurde vom dortigen Schöffengericht zu 10 M. Geldstrafe verurtheilt, weil er bei Gelegenheit eines Festes einen Schlosser verbläut hatte. Die Berufung wird verworfen. Der Holzarbeiter M. von Gichenbach war mit 3 M. bestraft worden, weil er einen guten Freund mit Todtstechen bedroht hatte. Seine Be­rufung wird ebenfalls verworfen.

Uereinsuachrichten

für Donnerstag den 24. Januar.

ShmfiDereta ' I her Aula der Königl. Akademie: Ausstellung vor Gemälden :c.

Nachmittags 5 Uhr: Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten- Versammluug.

Marianische Jungfraneu-Eongregatlon: Abends '/- Uhr: Theatralische Abendunterhallung in dir .Centralholle".

Abends 8'/» Uhr im Saale Franksurterstraße 6, Hinterhaus: Oeffent- licher religiöser Vortrag

Evang Männer- und Jünglingsverein: Btbelstunde (Evang. Vereins­haus).

ArendS'scher Stenographenverem (gegründet 1897): Vereinsabend in der Restaurationzur großen Krone".

Katholischer Mannerverein: Vcrrmsabena in derRestauration Mohr' (Krämerstraße)

Hanauer Fußball- und Cricketklub: Vereinsabend in der Restauration Alemannia".

Turn- u. Fechtklub: Fechten

St. Joseph Bauverein: Vereinsabend und Kaffenaustage im Gasthaus zur goldenen Gerste."

RadfahrervereinVorwärts': Zusanrruenkunft im Gasthauszur Sonne'.

Erste Hanauer Poulegesellschaft - Preisspiel in derStadt Bremen"

Erster Hanauer Fußball-Klub 1893: Klubabend im Veremslokal (Brauerei Kaiser, Altstadti.

Radfahrerverein Hanau 1885: Mubabend in derCentralhalle^.

Freiwillige Feuerwehr: 2. Komp im .Krabnen , 3. Komp, im Karpien", 6. Komp. in der Brauerei Beck.

Freiwillige Feuerwehx: 2. Komp, bei Beck., 3 Komp,in ter guten Quelle

Spessari-Touristeuverein: Vereinsabend im Gasthauszum Elephan­ten".

Telegraphischer Wetterbericht der deutsideli Scewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 24. Januar.

(9 Uhr 40 Min.)

Ein Maximum über 775 mm lagert über Schlesien und Nordösterreich, ein Minimum unter 757 mm nordwestlich von Schottland. In Deutschland ist das Wetter ruhig, meist neblig, etwas kälter.

Prognose für den 25. Januar: Im Norden mildes, trübes, im Süden kühleres, theilweise heiteres Wetter wahrscheinlich.

Huo stab und fern.

) Orb, 23. Januar. Bei der gestern vorgenommenen Ergänzungswahl zum Magistrat standen die Herren Steinheim und Herchenröder zur Neuwahl. Von 16 abge­gebenen Stimmen erhielt Herr Herchenröder sämmtliche wieder und ist auf die Dauer von 6 Jahren wiedergewählt. An Sielle des Herrn Steinheim wurde Herr Rentier Auer­bach gewählt, welcher 11 Stimmen erhielt.

sch. Fulda, 23. Januar. Der landwirthschaftliche Kreis- verein Fulda beabsichtigt, ein Getreidelagerhaus (Silo) zu er­richten. Ueber die Platzfrage ist man zwar noch nicht einig, aber das neue Kornhaus dürfte unzweifelhaft in die Nähe von Fulda kommen. Zweck der Anlage ist: Vereinigung der Verkaufsgenossenschaften zur Gewinnung von Einfluß auf die Getreidepreisbildung; die thunlichste Befreiung der mittleren und kleineren Landwirthe aus den Fesseln des Zwischenhandels; genossenschaftliche Organisation des Getreideabsatzes, wobei für den Landmann bedentend mehr herausspringt, als beim Einzel­verkauf; den Bauern räumlich zu entlasten, ihm die Behand­lung des Getreides abzunehmen, wodurch er Zeit und das Risiko erspart, die Frucht durch Verderben, Feuer, Wasser rc. zu verlieren; durch Vereinigung der Frucht zu großen Massen im Lagerhaus, durch Mischung der Einzellieferungen eine gleich­mäßige Waare herzustellen und einen günstigen Einfluß auf den Sortenbau auszuüben, um den Werth des Produkts zu haben.

Bab-Nauheim, 23.Jan. Wie aus zuverlässiger Quelle ver­lautet, wirdGroßh. Staatsregierung wiederum eine Quellen­bohrung vornehmen lassen und zwar in der unmittelbaren Nähe der drei Sprudel an der ehemaligen Quelle V, frühere Gasquelle, jetzt Schweizer Milch-Kuranstalt.

Schotten, 23. Januar. In der letzten Nr. des hiesigen Kreisblattes steht folgende Annonce:Ein Schuhmachergeselle, welcher in Poesie und Prosa erfahren ist, zu

24. ZALnar

baldigen Eintritt gesucht. Offerten werden postlagernd Schotte« unter ChiffreHans Sachs" erbeten." Nicht übel!

8 Hainstadt a. Main, 23. Januar. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute Vormittag unter eigenthümlichen Umständen im Holzmann'schen Etablissement. Die Arbeiter pflegen nämlich am Vormittage ihren Frühstückskaffee in Blech­kannen mit zur Arbeit zu bringen und über einer Feueranlage zu erwärmen. Als nun heute der verheirathete Arbeiter Jakob Sommer aus Seligenstadt zur Abholung seiner Kaffeekanne sich der Feuerungsanlage näherte, flog plötzlich der DeckA einer ins Kochen gekommenen Kanne in die Luft. Der kochende Inhalt ergoß sich dem Nähergekommenen in das Angesicht und verur­sachte schauerliche Verbrühungen. Die Sehkraft der beiden Augen ist stark gefährdet. Der Verunglückte wurde alsbald nach dem Kreiskrankenhause in Seligenstadt verbracht.

)( Seligenstadt, 23. Januar. Rastloses Streben, die Zierde der Jugend und des gereifteren Mannes, verhalf einem hiesigen jungen Mann zur ehrenvollen Doktorwürde. Der Sohn des pensionirten Kreistechnikers Jakob Tamm dahier be­stand nämlich nach zurückgelegten Gymnasialstudien das Post­sekretärexamen. Zu Freiburg im Breisgau, woselbst der junge Postbeamte dienstliche Verwendung fand, besuchte er 15 Monate lang als Hospitant die Universität, unbeschadet seiner Amts­pflichten. Dieser Tage erwarb sich der strebsame Postsekretär auf derselben Universität den Doktortitel in Mathematik, Physik und Chemie. Demnächst unterzieht er sich dem Examen für das höhere Postfach.

Hus aller Weit.

Im Dienste getödtet. Bei einem vorgestern Abend im Eisenbahn-Direktionsgebäude zu Danzig staltgehabten Brande sind zwei Feuerwehrleute durch einen einstürzenden Schornstein erschlagen worden.

Brand in einer Bibliotkek. In der Bibliothek der Akademie der Wissenschaf ea in Petersburg vernichtete ein Brand sieben große Bücherschränke, deren Inhalt aus einer Anzahl Editionen ausländischer Akademien bestand. Die Entstehungs­ursache des Brandes ist noch unbekannt.

Von den Hochzeitsvordereitttngen im Haag. Die holländischen Zeitungen sind in diesen Tagen voll von den Berichten über die bevorstehende Hochzeit der Königin, die natürlich das Tagesgespräch bildet. Die Hauptpunkte des allgemeinen Plans der Dekorationen sind jetzt festgestellt. Weiße Lilien, Tulpen und Orangenblüthen sind für den Blumenschmuck gewählt. Der Gemeinderath wird der Königin ein prächtiges Tafelservice aus 220 Stücken von antikem blauen Porzellan schenken, die Damen der holländischen Aristo­kratie einen goldenen Spiegel und ein schönes Diamantarm­band. Am 6. Februar werden lebende Bilder gestellt, mit denen Jonkheer de Steurs eifrigst beschäftigt ist. Während des Aufenthalts des Königlichen Paares in Amsterdam werden die Geschenke der Hauptstadt und der andern holländischen Städte überreicht werden. Das Geschenk des Haags wird da­gegen vor der Hochzeit übergeben. Die Gäste und Deputa­tionen werden in den ersten Hotels untergebracht. Zur Unter­stützung der Journalisten wird ein Preßbureau, nicht weit vom Telegraphenamt, eingerichtet.

Eine Liebesheirath im Hause Rockefeller. Aus New-Jork wird berichtet: In einem auffallenden Gegensatz zu der verschwenderischen Pracht, die eben bei der Hochzeit Alfred Vanderbilts entfaltet wurde, stand die einfache Feier der Hoch­zeit im Hause Rockefeller, durch die die reichste Erbin der Welt die Gattin eines jungen Rechtsanwalts ohne irgendwie in Be­tracht koinmendes Vermögen wurde. Miß Alta Rockefeller, die Tochter des bekannten Petroleumkönigs, des reichsten Mannes in Amerika, wenn nicht in der ganzen Welt, reichte Mr. Par- melee Prentice die Hand. Das Vermögen des Bräutigams wird auf 40 000 Mark geschätzt, die Braut bekommt von ihrem Vater ein Erbe von 200 Millionen Mark, mehr als selbst Alfred Vanderbilt im Vermögen hat, so daß, wie ein ameri­kanisches Blatt scherzhaft bemerkte,der Bräutigam seine 40000 Mark für Zigarettengeld gebrauchen kann." Das ist natürlich für die New-Yorker Milliardärkreise eine ganz ungewohnte Sensation. Das Publikum kam bei der Hochzeit auch durch­aus nicht auf seine Rechnung und es war sehr enttäuscht, denn welches Interesse kann es an Millionärshochzeiten noch haben, wenn sie die früheren nicht an Gepränge übertreffen? Aber Rockefeller ist trotz seines ungeheuren Reichthums ein Mann von ruhigem, demokratischen Geschmack, der eine tiefe Abneigung gegen prunkende Zurschaustellung seines Reichthums hegt. Er verabscheut die Oeffentlichkeit, fürchtet sie fast, aber er ist so mächtig, daß sogar die gelbe Presse seinen Wunsch nach Ab- geschiedenheit achtet. Der einzige Luxus, der bei dieser Hoch­zeit in seinem Hause zu Tage trat, war die verschwenderische Fülle der amerikanischen Rosen, die Rockefeller besonders liebt. Die Hochzeitsgesellschaft versammelte sich im Bibliothekszimmer des Hauses und ging in das Festzimmer, wo unter einem Baldachin von Rosen die Trauung vollzogan wurde. Die Braut trug ein elfenbeinfarbenes Atlaskleid mit hoher Taille und Point-Lacebesatz und einen Strauß aus Lilien und weißen Orchideen. Die Brautjungfern hatten hübsche rosa Seiden­kleider mit weiß Chiffon gewählt. Statt der Hüte trugen sie Aigretten von rosa Rosen. Der Trauung hatten nur Ver­wandte und gute Freunde beigewohnt, und zu dem im Salon stattfindenden Empfang waren nur wenige Karten ausgegeben. Von den 150 Gästen gehörten nur wenige zursmarten" Gesellschaft, aber fast Alle zu jener geheimen Koterie von Millionären, deren Ehrgeiz darin besteht, die Vereinigten Staaten in industrielle Königreiche zu theilen, die sie absolut beherrschen. Nach dem Empfang wurde das Frühstück im Eß­zimmer servirt. Von den kostbaren Geschenken wurde keine Liste ausgegeben, aber sie sollen bei Weitem die von den Vanderbilts erhaltenen Gaben übertreffen. Ein besonders auf­fallendes Geschenk ist das Haus, das der Vater der Braut für 460 000 Mk. gekauft har und das an das seinige anstößt. Ein Millionär, dessen Namen die Goldschmiede nicht nennen, hat einen großen goldenen Springbrunnen für Bankettzwecke, der eine schöne, goldene, ornamentirte Schale von 6 Fuß Durchmesser hat, zum Geschenk gemacht. Das junge Paar