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G«^«tt Hab jwriegt in bes Vuchdruckeret bei verrur. ev. W»ti««haurs» in Ha»au.

Geileral-Anzeiger.

Astlichks Organ fit Stadt- and Zandkrei» Kasan.

Echhâl tLglich mit AWnchma der Som»- imb ^as®^ Mit deLUeWW« K?U»-e.

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Nr. 20.

Donnerstag den 24. Januar

1901

«mtliâres

Stadtkreis Dan au.

Bekanntmachungeu des Obeibürgermeisteramtes.

Aus der Leonhard Mager^sien Stiftung soll den Statuten gemäß an einen Dienstboten, der wenigstens 10 Jahre bei einer und derselben Familie in der Stadt Hanau gedient und sich durch Treue, Fleiß und sittliches Betragen ausgezeich­net hat, eine Prämie verabfolgt werden, welche für dieses Jahr 40 Mark betragen wird.

Bewerber um dieselbe haben ihre Diensizeugnisse nebst Ge­sindebuch bis zum 2. Februar d. Js. auf dem Rath­hause abzugeben.

Hanau den 21. Januar 1901.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Bode. 1495

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 gelbe Peitsche.

Verlo ren: 1 brauner Kinderkragen. 1 Kistchen Käse.

Entlaufen: 1 brauner, schottischer Schäferhund mit weißer Brust und weißen Füßen, w. Geschl.

Abhanden gekommen: 2 weiße Gänse.

Hanau den 24. Januar 1901.

Der 'Cbronwecbrel in Gngland.

Eidesleistung des Königs Eduard VII.

London, 23. Januar. Der König und die Herzöge von Connaught und York, Prinz Ludwig von Battenberg, der Herzog von Argyll sowie Balfour trafen hier mittags ein. Alle trugen Civilkleider. Der König begab sich in geschlossenem Wagen, ohne Eskorte, nach Marlbouroughhouse und grüßte die in den Straßen angesammelie Menschenmenge, die schweigend das Haupt entblößte. Von hier fuhr der König, begleitet Don einer kleinen Abtheilung Leibgarde, nach dem St. James- Palast. Eine große Anzahl Pairs, die Minister, Richter und Mitglieder des Unterhaufes, die dem Geheimen Rathe ange­hören, waren versammelt. Alle trugen Hofkleider oder Uni­formen. Der Lordmayor und die Schöffen kamen in ihren 20 Galawagen von der City. Der König theilte den Ver­sammelten den Entschluß mit, den Titel Eduard VII. anzu­nehmen, und leistete den Eid, daß er die Gesetze aufrecht er­halten und der Verfassung gemäß regieren werde.

Loudon, 23. Januar. Zum Empfange des Geheimen Rathes im St. James-Palaste hatten der König und seine Umgebung Militär-Uniform angelegt. Der König verlas die

Kleines Feuilleton.

Kunst und Leben.

X Stadttheater in Hanau. Ueber die beiden letzten Theater­abende läßt sich kurz berichten. Moser's unverwüstliches LustspielKrieg im Frieden" hat durch seine fröhliche Handlung mit seinen lustigen Situa­tionen und den launigen Figuren schon recht oft die Zuschauer in die heiterste Stimmung versetzt. Auch der sonntäglichen Aufführung ist der fröhliche Erfolg geblieben, trotzdem einigen Rollen eine nur mäßige Wieder­gabe zu Theil wurde. In der glücklichsten Weise hat der Autor hier in das nüchterne alltägliche Leben einer kleinen Stadt die lustigen Fanfaren unseres Militärs hineinklingen lassen und so eine Reihe lebensvoller Szenen und bunlbewegter Bilder geschaffen, deren immer frischer Reiz ihnen stets die Anziehungskraft bewahren wird. Die Mittwochsvorstellung bot ein recht gemischtes Programm von humoristischen u. dramatischen Erzeug­nissen. H. v. Kleist's einaktiges LustspielDer zerbrochene Krug", das vor kurzem erstmals in einer Volksvorstellung zur Aufführung kam, hatte auch gestern unter der sorgsamen Regie des Herrn Metz einen lebhaften Erfolg, der vor allem der ausgezeichneten Gestaltung des verschmitzten Dorfrichters Adam durch Herrn Sch mith zu danken ist. Bei der er­wähnten ersten Aufführung haben wir der guten Einzelleistungen der Dar­steller schon in anerkennender Weise gedacht. Dem kräftigen Humor des Kleist'jchcn Stückes voraus ging ein kleines, recht amüsantes Lustspiel von Emil PohlDie Schulreiterin", dessen gefälliger leichter Dialog und dessen herzhafte heitere Pointe der Handlung bei passender Darstellung stets den gewünschten Erfolg haben wird. Für die gute Wirkung des kleinen Stückes traten ein Frl. Brando w und die Herren Schwarz, de Giorgi und Monato. In die Niederungen der dramatischen Kunst führte die letzte Gabe des Abends, der einaktige SchwankDer Präsident" von Kläger. Hier wird mit Gewaltmaßregeln vorgegangen, um das Publikum zum Lachen zu reizen. Ein eifersüchtiger Landrath, dessen geängstigte Frau, ein von Edelniuth triefender Sekretär und ein sächsischer Schmierendirektor bilden den Personenbestand des Stückes, für dessen drastische Wiedergabe sich Frl. Brandow, Herr Schwarz, Herr Gehrmann und Herr de Giorgi bemühten.

P.A. Karneval in Mainz. Die bisherigen Veranstaltungen des Mainzer Karneval-Vereins verschiedene karnevalistische Konzerte, sowie ein großer Maskenball haben gezeigt, daß in Mainz noch immer der alte karnevalistische Geist herrscht. Kommenden Freitag den 25. d. Mts., abends 7 Uhr 11 Min., findet in der Stadchalle die erste diesjährige große Herrensitzung statt, die sicherlich gegen diejenigen früherer Jahre in keiner Weise an Großartigkeit zurückstehen wird. Die bewährtesten Redner und

Ansprache nicht, sondern sprach sie frei mit großem Nachdruck. Die Ansprache wird wahrscheinlich später in amtlicher Form veröffentlicht werden. In dem Augenblick, als der König zu sprechen begann, gaben die im St. James-Parke aufgestellten Geschütze, zum Zeichen der erfolgten Uebernahme der Regierung, Salven ab. Der König, die Herzöge von Connaught und Pork bleiben bis morgen in London.

London, 23. Januar. Bei der Ankunft zur Sitzung des Geheimen Raths betrat der König zunächst nicht den Saal, worin sich die Mitglieder versammelt hatten. Der Herzog von Devonshire machte in seiner Eigenschaft als Präsident des Geheimen Rathes den Anwesenden die Mittheilung vom Ab­leben der Königin und von der Thronbesteigung des Prinzen von Wales. Sodann begab sich eine aus mehreren Herzögen und anderen hervorragenden Persönlichkeiten bestehende Abord­nung zum Könige, der nach einiger Zeit den Saal betrat und an die Anwesenden eine kurze Ansprache richtete. Nachdem der Lordkanzler darauf dem Könige den Eid abgenommen hatte, leisteten alle Mitglieder des Geheimen Rathes den Treueid und defilirten vor dem Könige, dem sie die Hand küßten. Hiermit war die Ceremonie beendet. Morgen Vormittag um 10 Uhr findet im St. James-Palast die feierliche Proklamirung Eduard VII. als König von Großbritannien und Irland und Kaiser von Indien statt.

Treueid des Parlaments.

London, 23. Januar. Das Parlament trat heute Nach­mittag zusammen. Alle Mitglieder waren in Trauerkleidung erschienen. Im Unterhause machte der Sprecher die Mittheilung vom Tode der Königin und setzte hinzu:Es liegt uns nun­mehr die Pflicht ob, dem Nachfolger, König Eduard VII., den Treueid zu leisten. Hierauf leisteten zuerst der Sprecher, dann die übrigen Mitglieder des Hauses der Reihe nach den Eid. Im Oberhause ward der Lordkanzler der erste, der den Treu­eid schwur. Ihm folgten die Erzbischöfe von York und Can­terbury, sodann die Herzöge von Dork und Con­naught, Carl Roberts und die übrigen Lords. Uebermorgen wird der Antrag berathen, dem König das Beileid der beiden Häuser des Parlaments beim Hinsckeidcn seiner Mutter und Glückwünsche zu seiner Thronbesteigung auszusprechen.

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Berlin, 23. Januar. DerReichsanzeiger" schreibt: Anläßlich des Todes der Königin Englands, durch den viele fürstliche Familien in tiefe Trauer versetzt worden sind, beklagt unser Herrscherhaus den Verlust der erlauchten Großmutter des Kailers, der Mutter der Kaiserin Friedrich. Die deutsche Nation schließt sich der Trauer des britischen Reiches um die von ihrem Volke wahrhaft geliebte Königin an, deren Viame in der Geschichte ihrer Staaten immer fortleben wird.

Liederdichter auf dem Gebiete der Nar-rheit haben ihre Mitwirkung zugc- sagt. Sonntag den 27. Januar, abends 8 Uhr, folgt ein großes karne- valistifches Konzert â la Sousa (der bekannte amerikanische Komponist und Dirigent), während der nächste Maskenball, dem die Idee eines Puppen­balls zu Grunde gelegt ist, am Samstag den 2. Februar stattfindet.

St. Frankfurter Kunstnotizen. Die Direktion des Orpheums hat auf den 1. Februar die australische Nachtigall Mrs. Ada Eolley engagirt, welche mit geradezu phänomenalen Stimmmitteln ausgcstattet ist. Die Künstlerin erreicht mit Leichtigkeit das dreigestrichene a, steigt aber bis zum viermal gestrichenen .e hinaus, so daß sie unsere hervorragendsten Eoloratursängerinnen überflügelt.

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Mascagnis neue OperLe Maschere", Text­buch von Luigi Jllica, wurde dieser Tage gleichzeitig in sieben verschiedenen italienischen Städten zum ersten Male gegeben. Die Personen der Handlung sind die Maschere, d. h. die Typen des alten italienischen Volkstheaters. Die Musik, die aus 40 Nummern besteht, soll ein Mittelding zwischen Cimarosa und Mozart sein, weder Arien, Duette, Quartette, Finales enihalten und dabei die Melodie wieder zu Ehren kommen lassen. Auch das Orchester soll sehr einfach gehalten werden. Also vollständige Reaktion! In Rom, wo die Oper im Theatro Costanzi gegeben wurde, dirigirte Mascagni selbst. Nach dem Erfolg derCavalleria rusticana zeigten sich die späteren OpernFreund Fritz",Die Rantzau",Ratcliff",Silvano", Zanetio" undIris" durchweg nicht lebensfähig. AuchLe Maschere" ist überall abgelehnt worden.

Eine Oper von Paderewski. Aus Lausanne wird geschrieben: Der Klaviervirtuose Paderewski, der sich hier in der Nähe von Lausanne eine Villa gekauft hat, um seine Studien in Ruhe und Muße betreiben zu können, sieht nun endlich der Beendigung seines Erstlingswerkes entgegen. Es ist dies eine dreiaktige Oper, auf deren Ausarbeitung Paderewski die größte Sorgfalt verwandt hat. Sein nach Millionen zählendes Vermögen hat es ihm möglich gemacht, sich eine eigene Kapelle der besten Musiker zeitweise zu engagiren, um so die Wirkung seiner Kopositionen sogleich prüfen zu können. Der Komponist wird in diesen Tagen persönlich nach Dresden

Berlin, 23. Januar. DasArmee-Verordnungsblatt" veröffentlicht folgenden Armeebefehl des Kaisers aus Osborne: Das am 22. d. Mts. erfolgte Hinscheiden meiner geliebten, hochverehrten, unvergeßlichen Großmutter, der Königin Viktoria von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, hat mich und mein Haus in tiefste Trauer ver­setzt. Ich weiß, daß meine Armee an dem schmerzlichen Ver­luste, den ich erlitten habe, innigen Antheil nimmt. Ich be­stimme daher hierdurch: Sämmtliche Offiziere der Armee legen auf 14 Tage Trauer an. Bei dem 1. Garde-Dragoner- Regiment, Königin von Großbritannien und Irland, wâhrt diese Trauer 3 Wochen. Während der ersten drei Tage der Trauer flaggen sämmtliche militärische Dienstgebäude halbmast. Es darf außer bei Feuer-Alarm und Generalmarsch kein Spiel gerührt werden.

Berlin, 23. Januar. DieN. A. Ztg." widmet der Königin Viktoria einen Nachruf, in dem sie sagt: Neben der staatsklugen Ausübung der verfassungsmäßigen Rechte besaß die Königin dank ihrer gleichsam schon geschichtlich gewordenen Persönlichkeit, ihrer politischen Begabung, reichen Lebens­erfahrung und ihren vielfachen verwandtschaftlichen Beziehungen zu fast allen regierenden Häusern eine Stellung, wie vor ihr keine Königin Englands. Unsere Gedanken wenden sich theil- nahmsvoll der königlichen Familie und dem Volke Englands zu. Der deutsche Kaiser brachte seiner erlauchten Großmutter eine herzliche Zuneigung entgegen. Auch jetzt reiste der Kaiser auf die Nachricht der schweren Erkrankung sofort nach Osborne, zugleich als Vertreter der Kaiserin Friedrich. Wenn in den politischen Beziehungen Deutschlands und Englands nach vor­übergegangenen Trübungen immer wieder das Maß gegen­seitiger Rücksicht und des Vertrauens hergestellt wird, das zwei Kulturvölker mit vielfach verflochtenen werthvollen Be­ziehungen schwer entbehren, wird es der Königin unvergessen bleiben, daß ihr Einfluß die auf die Erhaltung des Friedens und der Freundschaft gerichteten Anstrengungen öfters er­leichterte, niemals durchkreuzte. Im Gedächtniß ihrer Völker ist der Königin ein Ehrenplatz gesichert unter Englands be­deutendsten Herrschern.

Deutscher Reichstag. fSitzung vom 23. Januar.)

Wohnungsfrage.

Bei Beginn der Sitzung erhebt sich der Reichskanzler und erklärt: Nach 63jähriger Regierung ist die Königin von England im 82. Lebensjahre zur ewigen Ruhe eingegangen. Während ihrer langen Regierungszeit ist die Königin Viktoria immer bestrebt gewesen, ein friedliches und freundschaftliches Verhältniß zwischen Deutschland und England zu pflegen.

und Berlin fahren, um den dortigen Autoritäten sein Werk zur Einsicht und Kritik vorzulegen und gleichzeitig wegen Ver­öffentlichung und Aufführung Rücksprache zn nehmen.

Auf dem Gebiete des Akkumulatorenbaues stehen bedeutende Umwälzungen bevor. Es werden von ver­schiedenen Seiten Versuche gemacht, die auf eine vollständige Aenderung der heute im Gebrauche befindlichen elektrischen Sammler Hinzielen. Die Versuche werden von einem Profeffor der Technischen Hochschule Charlottenburg und von einem Assistenten eines Berliner Professors getrennt besorgt. Es handelt sich, wie wir dem FachblatteEnergie" entnehmen, um einen elektrischen Gasakkumulator. Der Zweck der Ver­suche, welche bereits zu abschließenden Resultaten geführt haben sollen, ist die Verminderung des Gewichtes der Samm­lerbatterien.

Gtdcuktage und denkwürdige Tage.

24. Januar.

1858 Abschluß eines Münzvertrages zwischen den Staaten des Zollvereins einerseits und dem österreichischen Kaiserstaate und Liechtenstein anderseits, wodurch ein gemeinsamer Münz­fuß (der 30 Thalerfuß), nicht aber ein gleichartiges Münz­system herbeigeführt wurde. 1851 t Komponist Gasparo Spontini in Majolati (Ancona). 1799 Die Festung Ehren­breitstein wird an die Franzosen übergeben. 1798 * Karl v. Holtei. 1742 Kurfürst Karl Albert von Bayern wird zum Kaiser gewählt. 1732 * Beaumarchais in Paris. 1712 * Friedrich II., der Große. 1634 Kaiser Ferdi­nand II. verfügt die Absetzung Wallensteins.

Albumblâtter.

Kein Volk, das etwas zu bedeuten hatte, war kosmopoli­tisch ; Du kannst so wenig kosmopolitisch sein, als im Welt­raum wohnen. Adolf Pichler.