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2 \ Januar. ___________________ ple.tzes nicht die behördliche Genehmigung. Redner bedauert die Kürzung der mittleren Gewinne infolge der Erhöhung des Lotteriestempels.

Regierungskommissar Geheimer Nath Lehnert bedauert, daß es nicht gelungen ist, den Schutz der Reichsgesetzgebung gegen die Loose-Ueberschwemmung zu erlangen. Die Ver­ringerung der mittleren Loose war unvermeidlich, nachdem der hohe Lotteriestempel zum Theil von der Verwaltung übernommen worden war.

Abg. v. Heyd ebreck (k.) bittet, die Zahl der den Kollek­teuren, welche ehemals Offiziere waren, überlassenen Loose von 400 auf 600 Loose für die Person zu erhöhen.

Reg.-stommiss. Geh. Rath DomboiS: Bei allem Wohl­wollen für die ehemaligen Offiziere könne die Lotterie-Ver­waltung die Erfüllung dieses Wunsches nicht in Aussicht stellen.' Eine Kollekte bringe heute dem Inhaber neben seiner Offizierspension jährlich 23000 Mk. ein.

Äbge Pleß (Z.) erklärt sich, jedoch nicht im Namen der Fraktion, gegen die Lotterie, weil er sie für unsittlich hält. Bei der günstigen Finanzlage könne und müsse man auf solche Einnahmequellen verzichten.

Abg. Graf Limburg (k.) hofft ebenfalls, daß die Ge­nehmigung zu einer Schloßplatz Erweiterungs-Lotterie nicht ertheilt werden wird. Es berühre die Erinnerung an die Schloßfreiheil Lotterie beim Anblick des Kaiser Wilhelm-Denk­mals nicht angenehm.

Abg. Kirsch (Z.) ist ebenfalls gegen eine Schloßplatz- Lotterie.

Beim Etat der Seehandlung spricht

Abg. v. 'Eynern (nl.) gegen den Verkauf deutscher Reicksanleihe in Amerika.

Abg. Dr. Arndt hält diese Maßregel für nothwendig; sie sei eine Folge der Jnsuffizenz der Reichsbank, die sich im Verlaufe der Goldwährungspolitik herausgestellt habe.

Abg. Dr. Friedberg (nl.) wünscht Auskunft, ob unter den 4050 Millionen, welche sich augenblicklich im Porte­feuille der Seehandlung befinden, auch Kredite sind, die zwar bewilligt, aber noch nicht im Umlauf gesetzt sind. Für den geplanten Neubau des Dienstgebäudes der Seehandlung wünscht Redner eine Berücksichtigung der Wünsche des Publikums und größere Bequemlichkeiten bei der Abfertigung desselben. Zu dem Verkaufe von Reichsanleihe in Amerika findet Redner nichts Bedenkliches.

Bei dem Etat der Münzverwaltung wünscht

Abg. Dr. Arndt, daß die Denkmünzen, die anläßlich des Krönungsjubiläums geprägt sind, in größerer Zahl her­gestellt werden möchten, um dem vorhandenen Bedürfniß in der Bevölkerung zu genügen.

Regierungskommissar Leh nerk: Der Finanzminister hat für den Fall des Bedarfs eine Nachprägung angeordnet; es soll eine genügend große Zahl geprägt werden, damit einzelne dieser Münzen ohne Aufgeld erworben werden können.

Der Etat der Münzverwaltung wird genehmigt.

Morgen (Dienstag) 11 Uhr: Forst- und Domänen-Ver- waltung.

Schluß 41/* Uhr.

Hus Stadt und Cand.

Hanan, 22. Januar.

* Der Sprechverkehr ist auf Neu-Isenburg ausgedehnt worden. Die Gesprächsgebühr beträgt 20 Pfg.

* Turnerisches. Die Veranstaltungen des Mittel­rheinischen Turnkreises sind für das Jahr 1901 wie folgt fest­gelegt worden: 3. März: Feldbergfestturntag; 17. März: Erste Kreisvorturnerschule in Frankfurt (Turnhalle der Turn­gesellschaft Sachsenhausen); 31. März: Sitzung des geschäfts­führenden Kreisausschusses in Offenbach (gemeinschaftlich mit dem Festausschuß für das diesjährige Kreisturnfest); 21. April: Kreisvorfechterübung; 28. April: Kreisturntag zu Rüdesheim; Anfang Juni (voraussichtlich): Feldbergfest; 14. Juli (voraussichtlich): 25. (Jubiläums) Kreistmnfest in Offen­bach; 29. September: Zweite Kreisvorturnerschule in Worms (Turnhalle der Turngemeinde Worms); 13. Oktober: Vor- turnerturnen der größeren Kreisvereine in Darmstadt (neue Turnhalle der Turngemeinde Darmstadt).

* Stadttheater. Der nächste Mittwoch verbürgt durch die Wahl seiner hübschen, lustigen Stücke:Die Schul- reiterin"Der zerbroch ene Krug"Der Präsident", einen sehr heiteren Abend. Eine hoch­interessante Vorstellung steht für Freitag bevor: Herr Hermann Metz, das außerordentlich beliebte Mitglied, hat zu seinem Benefiz Hauptmann's MärchendramaDie versunkene Glocke" gewählt; dasselbe gelangt nur an diesem Abend zur Aufführung. Der Sonntag bringt als Festvorsteklung zum Geburtsfeste Sr. Majestät des Kasters Lessing's Muster- LustspielMinna von Barnhelm" mit Direktor I ari tz als Riccaut de la Marlinière un^ Frâul. Brandow in der Titelrolle.

* Rezitation. Die für gestern Abend angesetzteRezi­tation Helmar" in derCentralhakle" mußte wegen nicht ge­nügender Beiheiligung ausfallen.

* Original-Welt-Panorama (Ecke der Hirsch- und Salzstraße). Einen Rundgang durch San Francisco, die große amerikanische Hafenstadt, unter besonderer Berücksichtigung der hervorragendsten Schöpfungen architektonischen Talentes vermitteln uns diese Woche die 50 Einzelszenen des Pano­ramas. Neben belebten, mannigfach wechselnden Straßen­bildern und charakteristischen Skizzen aus dem frischpulsirenden Großstadtleben interessirten uns hauptsächlich die Vorgänge im Hafen und an den Ausladestellen der modernen Fracht- und Transport-Dampfer, sowie das eigenartige, mit unseren Verkehrsprinzipien so auffallend kontrastirende Leben und Trei­ben in dem Chinesen-Viertel. Bezeichnend für die wichtige Rolle, welche gerade in Amerika die tonangebenden Zeitungen im öffentlichen Leben spielen, dürfte das ungewöhnlich lebhafte Drängen, Schieben und Hasten des neuigkeitshungrigen Publi­kums vor den prächtigen, palastartigen Zeitungsgebäuden sein. Als einige der hübschesten Ansichten verdienen diejenigen aus

HanEr^Anzeiger

dem Golden-Gate-Park bezeichnet zu werden. Hier vereinigen sich Kunstprodukte menschlicher Schaffenskraft mit herrlichen Gebilden der Natur zu einem angenehm wirkenden Gesammt- bilde, das durch die hellen sommerlichen Toiletten der wogenden Menschenmenge noch an Reiz gewinnt. Wenn wir nun die Außen- und Innenansicht der an plastischen Bildwerken reichen Kunst-Gallerte und das im Museum naturgetreu aufgestellte Riesen-Mammuth mit seinen mehrere Meter langen Stoßzähnen neben anderen wissenschaftlich interessanten Dingen noch erwäh­nen, so glauben wir die Vielseitigkeit der dieswöchentlichen Serie genugsam angedeutet zu haben.

* Kunstindustrie - Verein. Am Montag den 28. Januar spricht Herr Prof. Dr. Eduard Hey ck aus München im Kunstindnstrie-Verein überLudwig XIV. und sein H o f". Der Redner ist uns aus sein vergangenen Jahre durch seinen VortragDer Inhalt des 19. Jahrhunderts in öffentlicher und geistiger Beziehung" noch in guter Erinnerung. In der gebildeten Welt hat der Name Heyck's einen guten Klang, ist er doch der Herausgeber vieler geschichtlicher Werke, wir nennen nur dieMonographien zur Weltgeschichte". Aber nicht nur als einen Gelehrten, der durch große Reisen seinen Gesichtskreis erweitert hat erst im Herbst ist Heyck aus Brasilien zurückgekehrt, nachdem er vor einiger Zeit Palästina bereist hat sondern auch als einen hervorragenden Redner kennen wir Prof. Heyck, sodaß wir die Gewißheit eines geistig anregenden Abends haben.

)( Stiftungsfest. Am letzten Sonntag Abend feierte im Saale der Brauerei Weismantel der Verein der Weichen­steller und Bahnwärter sein 3. Stiftungsfest, das sich zahl­reicher Betheiligung erfreute. Das Komitee hatte für ein reich ausgestattetes Programm Sorge getragen und die Mitwirkenden führten es ausgezeichnet durch. So gaben sich denn die Männer desgeflügelten Rades" und ihre Angehörigen gerne der Freude des Augenblicks hin, deren ihnen des Dienstes ewig gleich gestellte Uhr ja so wenige übrig läßt. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden, Herrn Ha in buch, wurde mit der Erledigung des Programms begonnen und dieses brachte Jedem etwas. Besonders verdient um das Gelingen des Abends machten sich die Herren Lenz, Friedrich nnd Petzold und die in dem heiteren Theaterstück mitwirkenden Personen. Nach beendetem Programm trat der Tanz in seine Rechte und dem wurde gehuldigt, bis der frühe Morgen be­reits sehr nahe gerückt war und die Theilnehmer heimscheuchte.

< Der hiesige Merkes'sche Stenographen- Verein beginnt, wie aus dem Anzeigentheil ersichtlich, am Freitag den 25. Januar im Gasthaus zur Sonne wieder einen neuen Anfângerkursus in der Merkes'schen Stenographie. Wie bekannt, hat sich der Verein erst vor einem Jahre gegründet und in dieser kurzen Zeit schon sehr schöne El folge zu ver­zeichnen gehabt. Wenn er jetzt wieder zu einem Kursus ein- laoet, so geschieht dies in der Voraussicht, daß sich auch zu diesem, wie seither eine große Anzahl Herren zur Erlernung der schönen Kunst einfinden wird. Herr Gustav Suckstorff gibt gern jede gewünschte Auskunft über das System, und werden auch von demselben, sowie vor Beginn des Unterrichts Anmeldungen entgegen genommen.

() Vom Main. Unser Korrespondent in Hainstadt schreibt uns vom gestrigen Tage: Nachdem das Maineis am Freitag Vormittag um 10 Uhr sich längs des ganzen Stromes gestellt hatte, schob der Strom um 4 Uhr nachmittags unter gewaltigem Brausen die unbequeme Last wieder zu Thal, um sie nach zwei Stunden abermals festzulegen. Das gestern ein­getretene Thauwetter brachte in Verbindung mit dem mächtigen Drucke des Stauwassers die imposante Naturbrücke nach 9 Uhr abends wiederum zum Bersten und der Fluß setzte sich seiner ganzen Breite nach in Bewegung. Gewehrsalven verkündeten der Bewohnerschaft die erfolgte Katastrophe, die viele Neugierige an das Ufer lockte. Während der Nacht aber geriethen die sich über einander schiebenden Eismassen wieder ins Stocken, bis sie zum Stillstand gebracht waren. Stündlich erwartet man jetzt den Eintritt einer neuen Katastrophe. An den beiden Flußusern sind riesige Eismengen aufgethürmt. Oberhalb Mainflingen ist der Main vollständig eisfrei. Die ganze Brückenherrlichkeit war von kaum 3tägiger Dauer. Das Eis vergeht im Strom und der Strom im Meer: so schwindet jede Herrlichkeit der schnöden Welt im unermeßlichen Meer der Vergangenheit und Vergessenheit.

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(5) Dörnigheim, 21. Januar. Wie wohl in manchen anderen Orten, so fand auch hier erst gestern, am Sonntag, die Feier des 200jährigen preußischen Königsjubiläums statt. Nachdem gestern Sorgen eine entsprechende gottesdienstliche Feier stattgefunden hatte, hatte für gestern Abend der land- wirthschaftliche Verein zu einem Essen mit nachfolgendem ge­selligen Zusammensein eingeladen. Diese Feier, an der sich etwa 50 60 Bürger betheiligten, fand imFrankfurter Hof" statt und ist, wie wir gleich zu Anfang bemerken wollen, aufs Schönste verlaufen. Die Feier wurde eingeleitet, indem Herr Lehrer Geb mit Kindern der obersten Schulklasse uns eine Entwickelung der preußisch deutschen Geschichte darbot in Form von Deklamationen, Reden und patriotischen Gesängen; die Vorführung gipfelte in einem Hoch auf unseren geliebten Kaiser durch Herrn Lehrer Geb. Noch manche Reden wurden im Laufe des Abends gehalten, erwähnen wollen wir nur die Worte unseres Herrn Pfarrers auf das deutsche Volk und die Rede des Herrn Vorsitzenden des landwirthschaftlichen Vereins, des Herrn Dammköhler, in der er mit Recht darauf hinwies, daß, wie in früheren Zeiten, so auch heute noch die land- wirthschaftliche Bevölkerung den Kern des preußischen Volkes bildet. So verflossen die Stunden gar rasch in fröhlicher Stimmung und es war schon längst Montag geworden, als die Feier zu Ende ging. Wir wollen aber nicht vergessen, daß die gute Bewirthung, insbesondere das vorzügliche Nikolay- Bräu wesentlich zu einer fröhlichen Stimmung beitrug. Wie wir hören, beabsichtigt der GesangvereinGermania" am nächsten Sonntag zur Feier von Kaisers Geburtstag ein Konzert zu veranstalten, dem wir einen ebenso schönen Verlauf wünschen, wie der Feier des gestrigen Abends, die wir der Veranstaltung des landwirthschaftlichen Vereins danken.

~® Fechenheim, 20. Januar?" Von den zuEhrendes 200jährigen Bestehens des Königreichs Preußen dahier vean- [Mieten Fcstfeiern berichten wir zunächst über die von alten Turnverein in den Räumen seiner Turnhalle abgeha , die sich eines ganz außerordentlichen Zuspruchs aus allen Kreisen unserer Bürgerschaft zu erfreuen hätte. Ra^ e Ansprache des Vorsitzenden des Vereins, Herrn Wilh. Lenz, in welcher er die Erschienenen willkommen hieß, hielt Herr Zehrer Pauli die Festrede. In begeisternden Worten gab er einen Ueberblick über die glorreiche Geschichte Preußens und feiner Hohenzollernfürsten und würdigte besonders die Erhebung des früheren Kurfürstenthums zum Königreich und die Bedeutung dieser That für die spätere Entwicklung Preußens uno Deutschlands. Demselben folgte dann ein Festpiel, vorge- tragen von Schüler» und Schülerinnen, welches mit einer Schmückung der Büste unseres Kaisers und einem begeisterten Hoch auf Se. Majestät endete, woran der gemeinschaftliche Gesang der Nationalhymne sich anschloß. Das sehr reichliche Programm brachte sodann turnerische Aufführungen in Gruppn- bildern, Marmorgruppen u. s. w., wobei sich unsere Turner wieder sehr auszeichneten, ferner gesangliche Vorträge der Gesangsriege im Einzelnen und im Chor. Ganz besonders aber möchten wir lobend und anerkennend der gütigen Mit­wirkung der Konzertsängerin Fräulein Emmy Pauli gedenken, deren kräftige und wohltönende Stimme, schöne Aussprache und sichere Vortragsweise reichlichen und wohlverdienten Beifall erntete. Eine weitere Gedenkfeier veranstaltete sodann der evangel. Männerverein in seinem Vereinshauss, bei welcher Herr Pfarrer Fritsch die Rede hielt, in welcher auch er der hohen Verdienste der hohenzollernschen Fürsten auf Preußens Königsthron gedachte und mit einem Hoch auf unseren Kaiser und König Wilhelm II. schloß. Endlich möchten wir die in den beiden hiesigen Schulen veranstalteten Jubelfeiern nicht unerwähnt lassen, die diesmal ganz besonderer Art waren. Tie evangelische Schule hielt ihre Feier in der Turnhalle ab, an welcher sich auch der Königliche Schulvorstand, der Ge- meindevorstand und die Eltern betheiligten. Herr Lehrer Pauli hielt die Festrede, während welcher Deklamationen seitens der Schüler erfolgten und die mit einem begeisterten Hoch auf unseren König schloß. Darauf folgte die Vorführung eines Festspieles durch schwarzgekleidete Knaben und weißgekleidete Mädchen, welches in zündenden Worten die Thaten der Hohenzollern verherrlichte. Die katholische Schule beging ihre Feier imSaalbau zur Schanze" nach dem zuvor in der Kirche abgehaltenen Festgottesdienste, bei welchem auch von dem Kirchenchor lateinische und deutsche Lieder gesungen wurden. Auch die in dem sinnig dekorirten Festsaale veranstaltete Feier war seitens der Gemeindebehörde und den Eltern gut besucht. Im Mittelpunkte derselben stand die Aufführung des Fest­spieles:Alleweg gut Zollern. Zum 18. Januar 1901", dargestellt von 17 Knaben, in welchem die gewaltige Ent­wicklung der preußischen Monarchie aus der Zeit der Kur­fürsten bis zur jetzigen glanz- und machtvollen Stellung im deutschen Vaterlande, wie überhaupt in der Reihe der Kultur­staaten besungen wurde. Hieran anschließend hielt Herr Pfarrer v. Jagemann die Festrede, die mit einem Hoch auf unseren geliebten Landesherr» schloß und an die sich der ge­meinschaftliche Gesang der Nationalhymne anreihte.

-^ Bergen, 21. Januar. An Stelle des nach Alte»- haßlau versetzten Pfarrers extr. Schlott ist der Pfarrer extr. K i^nz ler aus Fulda zum Gehülfen des Herrn Metropolitan v. toteres von Königlichem Konsistorium zu Kassel bestellt worden.

2 Enkhelm, 21. Januar. Der unter der Leitung des Herr» Musiklehrers Schröder-Frankfurt a. M. stehende hiesige MannergesangvereinSängervereinigung- Enkheim" veranstaltete kürzlich im Saale des Gasthauses zur Sonne" dahier eine musikalisch-humoristische Abendunter­haltung, die in allen ihren Theilen einen befriedigenden Ver­lauf nahm. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Maurerparlier F. Krebs eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsrede u»d wies darauf hin, daß die Darbietungen des Abends beim Publikum mit Rücksicht auf die kurze Zeit des Bestehens der Sängervereinigung" einer mäßigen, vorurtheilsfreien Kritik begegnen möchten. Der als Eingangsnummer zum Vortrag gebrachteBegrüßungschsr" zeigte zur Genüge, daß der neue Verein unter seinem rührigen Dirigenten alle Kräfte an­spannt, um diejenige Höhe zu erreichen, die man heute von einem gatgeschulten Mannergesangverein erwartet. Von den humoristischen Nummern des sehr reichhaltigen Programms sei besondersDie Reise nach China", Hnmsr-Ensemble von Reutter, erwähnt. Möge dieSangervereinigung", nachdem sie ihreSturm- und Drangperiode" siegreich beendet, sich wacker durchkämpfen zur Sieges- und Ruhmespalme !

O Oberdorfelden, 21. Januar. Die 200jährige Jubelfeier des preußischen Königthums wurde vom hiesigen Kriegerserein im Gasthauszur Krone" begangen. Die Mit­glieder waren vollzählig erschienen. Kamerad Herr Lehrer Klebe zeigte in seiner Ansprache die unvergleichlichen Verdienste des hohenzollernschen Königshauses um Politik und Kultur, wie aSe Fürsten, wenn auch nicht in der hervorragenden Weise wie Friedrich der Große und Kaiser Wilhelm der Große, es verstanden, durch Klugheit und weises, energisches Handeln Preußen im Laufe der vergangenen 200 Jahre auf die gegen­wärtige Höhe zu bringen; auch versäumte der Sprecher nicht, auf den geringen Anfang des brandenburgischen Staates hin­zuweisen und darznthun, wie Geringes, wenn es recht gepflegt wird, die Wiege des Großen werden kann und wie Preußen in seinen Fürsten die treuesten Pfleger gefunden habe. Daß wir uns immer mehr inLiebe und Treue" eng um den Thron zu schaaren hätten, wurde am Schlüsse mahnend hervor- gehsben. Die Rede schloß mit einem Hoch auf den König und Kaiser, worauf dasPreußenlied" angestimmt wurde. In kameradschaftlicher Weise erklangen noch mehrere Vater- landslieder und erst zur Mitternachtsstunde trennte man sich in dem Bewußtsein, ein seltenes Fest gefeiert zu haben.

H» Oberdorfelden, 21. Januar. Der hiesige Land- wirth Karl Lehr schlachtete einen Eber im Gewicht von 550 Pfund.