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Hanauer Anzeiger
7 2. Januar
des Clayton-Bulwer-Vertrages) und an Deutschland (ungebührliche Noth wegen des bekannten Falles Stern, Zoll- chikanen, Admiral Dewey). Das Vorgehen auf den Philippinen steht noch in frischester Crinnerunng; die Behandlung der Filipinos hat soeben einer der hervorragendsten und anständigsten Amerikaner, der frühere Präsident Cleveland als ebenso verwerflich bezeichnet wie das Vorgehen Englands gegen die Buren.
Man muß gestehen, daß die ersten Proben, die die Amerikaner als Mitglieder des Konzerts der Mächte gegeben haben, wenig ermuthigend sind. Es ist für die Harmonie der Mächte natürlich sowieso schon eine Gefahr, wenn einer von ihnen sich durch eine intrigante und anmaßende Haltung auszeichnet. Die Gefahr wächst aber ins Riesengroße, wenn dies gerade eine Macht ist, bei der eine Stabilität der auswärtigen Politik ausgeschlossen ist, weil der Präsident abhängt von seinen Wahlmachern und diese wieder von ihren reichen Geldgebern.
politische Rundschau.
Bekämpfung der Granulöse. Eine Allerhöchste Kadinetsordre, betr. die kaiserliche Zuwendung von 10 000 M. zur Bekämpfung der Granulöse, hat folgenden Wortlaut: „Am heutigen 200 jährigen Gedenktage der Krönung Meines Ahnen weiland Sr. Majestät Königs Friedrich I. will Ich zur Bekämpfung der Granulöse in Meiner getreuen Provinz Ostpreußen eine Summe von 10000 M. stiften und dieselbe dem dortigen Provinzialverbande der vaterländischen Frauenvereine in Anerkennung seiner verdienstvollen Wirksamkeit auf diesem Gebiete zur Vermehrung des weiblichen Pflegepersonals für die Granulosebehaudlung überweisen. Meine Schatull- verwaltung ist angewiesen, diesen Betrag an den Vorstand des Provinzialverbandes zu zahlen. Berlin, d. 18. Januar 1901. gez. Wilhelm."
Die Weiter-ildunft der praktischen Aerzte. Auf Veranlassung des Ministerial - Dtrekiors Dr. Althoff ist eine Verbindung der beiden neuartigen Bestrebungen, welche in Berlin der Weiterbildung der praktischen Aerzte gelten, herbeigeführt worden. Es handelt sich hierbei um die Vorträge, welche im vorigen Jahre in der Charitee veranstaltet wurden und demnächst wiederum stattfinden sollen, sowie um die demoftraliven Fortbildungskurse, welche von einer für diesen Zweck geschaffenen Vereinigung geplant wurden. Wie die Vorträge unentgeltlich für die Theilnehmer waren, so sollen es auch letztere Kurse sein. Es ist nun ein Komitee gebildet worden, welchem folgende Herren angeboren: Aerztlicher Direktor der Charitee, Generalarzt Dr. Schaper, Geheimer Medizinalrath Professor Dr. Kirchner, als Vertreter der Medizinalabtheilung des Ministeriums, und die Mitglieder des Vorstandes der erwähnten Vereinigung Geheimrath Professor von Bergmann, Geheimralh Professor B. Fränkel, Professor Renvers, Dr. Robert Kutner. Das Komitee hat die Aufgabe, die Vorträge und Fortbildungskurse sowie etwaige weitere Maßnahmen für die Weiterbildung der praktischen Aerzte in Berlin und Umgegend einheitlich zu organisiern und zu leiten.
Zur Dotation der Provinzen. Im Abgeordnetenhause ist die Meinung ausgesp, ochen worden, daß die Vorlage betreffend die Dotationen der Provinzen seitens der Staars- regierung nur zögernd und nicht mit derjenigen Energie gefördert werde, welche der Dringlichkeit des Gegenstandes entspricht. Diese Annahme ist nicht zutreffend. Die Vorarbeiten für den bedeutungsvollen Entwurf werden vielmehr seitens des in dieser Sache die Feder führenden Ministeriums des Innern mit größtmöglichster Beschleunigung und eingehender Sorgfalt betrieben. Um aber ein dem Zwecke des geplanten Gesetzes in vollem Umfange gerecht werdendes Werk zustande zu bringen, ist es unerläßlich, daß das Maß der vorhandenen Belastung festgestellt wird. Dabei darf aber nicht übersehen werden, daß hier die Belastung der einzelnen Landestheile nicht nur mit Prosinzialsteuern, sondern auch mit Kreis- und Kommunalabgabeu in Frage kommt, um ein zutreffendes Bild der Gesammtbelastung zu erhalten. Das betreffende für die Gesetzgebung erforderliche Material bedarf in dieser Richtung noch einigt Ergänzung. Gleichwohl darf der bestimmten Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß der in Rede stehende Entwurf noch in der laufenden Session dem Landtag vorgelegt werden wird. d
bei Seile schiebt. Er zieht dadurch hohen Groll auf sich und will nun gar das Modell zum Guß zerstören. Es wird ihm Gnade ».Verzeihung in Aussicht gestellt,wenn er innerhalb einer Stunde die Statue vollendet. Dies gelingt u. „Teresa" wird die Seine.
Kurioser Anschauungsunterricht. Seit etwa zwei Jahrzehnten dürfen im Kaukasus die Lehrer in den Schulen des Ministeriums der Volksaufklärung den Unterricht nicht in der Landessprache ertheilen, trotzdem die einheimischen Schüler kein Wort russisch verstehen und demzufolge auch den Unterricht nicht begreifen. Die Bedeutung der kaukasischen Ministerial- schulen ist 's ar um auch eine ganz geringe. In den „Birshewija Wjedomostr" bezeichnet ein Einsender die Verhältnisse mit fol- denden Worten: „Nachdem die Schüler 3 bis 4 Jahre in den Ministerialschulen gelernt haben, verstehen sie doch noch nicht in ihrer Muttersprache zu schreiben und zu lesen, und im Russischen verstehen sie keine Kuh von einem Pferde zu unterscheiden. Um den Schülern ihren Unterricht verständlich zu machen, greifen die Lehrer mitunter zu kuriosen Mitteln. So veranschaulichte ein Lehrer den Schülern die russische Phrase „Das Huhn legt ein Ei" dadurch, daß er ein Ei holte und das Eierlegen demonstrirte; weil kein Huhn zur Hand war, stellte der L hrer selbst das Huhn dar. Drei bis vier Jahre nach dem Austritt aus der Schule haben die Schüler auch noch das Wenige, das sie in der Schule gelernt, vergessen. Sie sind ungebildete, unaufgeklärte Leute. Fähigere Lehrer wollen unter solchen Umständen nicht ihren Beruf ansüben, st- gehen von ihren Aemtern fort und an ihrer Stelle werden unfähige Personen genommen, denen es nur auf das Lehrergehalt ankommt."
Tod eines Forstmannes. Ein schwerer Verlust hat die Forstverwaltung betroffen. Der Landforstmeister Dr. jur. Danckelmann, der langjährige bewährte Leiter der Forstakademie zu Eberswalde, ist nach kurzem Krankenlager am 19. Januar- verschieden. Seine hervorragende Begabung, seine Arbeitskraft, sein unermüdlicher Arbeitseifer, sein lebhaftes Interesse für alle die Forstwissenschaft und Forstwirthschaft auch nur entfernt berührenden Fragen, verbunden mit glänzender Beredsamkeit, haben ihm, einen wohlverdienten Ruf und Anerkennung weit über den . Kreis seiner Fachgenossen hinaus in Preuße» und ganz Deutschland erworben. Als Vorsitzender des Forstwirthschaftsraths und eifriger Theilnehmer an den Versammlungen deutscher Forstwirthe sowie als Mitglied des Landes-Oekonomie-Kollegiums ist er einer der bekanntesten und beliebtesten Vertreter des Forstsachs gewesen.
Die Vereinigten Staaten suchen immer offenkundiger ihre Vorherrschaft auf Südamerika auszudehnen. Dem „Reuter- schen Bureau" wird aus Cura^ao gemeldet : Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela haben sich nicht gebessert. Der amerikanische Gesandte Loomis ist entschlossen, seine Landsleute zu schützen, und hat eine scharfabgefaßte Note abgesandt, welche so gut wie ein Ultimatum an die venezolanische Regierung sein soll. Amerikanische Kriegsschiffe werden zur Unterstützung des Vorgehens des Gesandten erwartet. — Das amerikanische Staatsdepartement stellt jedoch in Abrede, daß der amerikanische Gesandte in Venezuela ermächtigt worden sei, ein Ultimatum zu überreichen; er sei bis jetzt nur angewiesen worden, gegen Verletzung amerikanischer Rechte Einspruch zu erheben.
Deutscher Reichstag. (Sitzung vom 21. Januar.)
Etat des Innern.
Am Bundesrathstische Staatssekretär Posadowsky. Das Haus ist schwach besucht. In der fortgesetzten Berathung des Etats des Inneren Titel Staatssekretär spricht
Abg. Prinz Schönaich-Carolath (wild) die Hoffnung auf vermehrte Einführung weiblicher Fabrikinspektoren aus, sowie Erweiterung der Zulassung von Frauen zu den Gymnasial- und Universitäts-Studien. Es handle sich in letzterer Beziehung keineswegs um Emanzipation, aber begabten Frauen müsse der Weg offen stehen, ihren Lebenserwerb in einem wissenschaftlichen Berufe zu suchen. Die Frage der Zulassung sollte nicht von den Dozenten abhängen. Erfreulich sei als Beispiel, daß an den badischen Universitäten die Jmma- trikulirung von Frauen zugelaffen sei. Rußland wirke auf diesem Gebiete vielfach vorbildlich. Es sei nicht richtig, daß sich die Frauen gerade zum Medizinstudium drängten.
Abg. Hitze (Ztr.) betont gegenüber den früheren Ausführungen Hochs, daß das Zentrum in den Fragen der Sozial- reform hinter keiner Partei zurückgeblieben fei. Der Abgeordnete bemerkt bezüglich des Fuldaer Hirtenbriefes über die katholischen Arbeitervereinigungen, den sozialdemokratische Redner angriffen, das Zentrum sei für denselben nicht verantwortlich. Der Hirtenbrief wende sich garnicht gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter, sondern gegen die sozialdemokratischen und sogenannten neutralen Gewerkvereine. Es sei Pflicht der Bischöfe, die katholischen Arbeiter vor denselben zu warnen. Die neutralen Gewerkvereine seien nur Exerzierplätze für die Sozialdemokratie. Den Hirtenbrief auch gegen die Arbeitgeber zu richten, lag kein Grund vor. Der Zentralverband der Industriellen, der rücksichtslos seine Interessen verfechte, hüte sich doch, politische und religiöse Fragen in seine Agitation hineinzu ziehen.
Abg. Franken (nat.-lib.) vertritt die Ansprüche der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren u. A. auf die Unfallversicherung, sobald sie bei Feuersgefahr zu Schaden gekommen sind.
Abg. Pichler (Ztr.) bespricht die Fabrikation der Phosphorzündhölzer und betont, daß infolge sorgfältiger Durchführung der Schutzmaßregeln die Rekrose-Erkrankungen abgenommen halten. Er bemerkt, ein gänzliches Verbot der Fabrikation der Zündhölzer mit weißem Phosphor sei unnöthig. In Sachsen-Meiningen, wo noch viel Nekrose-Erkrankungen vorkämen, seien die gesetzlichen Bestimmungen noch nicht zur Durchführung gelangt.
Geheimrath Zille r-Sachsen-Meiningen bestreitet Letzteres energisch. Die Regierung in Sachsen-Meiningen habe sich ernstlich bemüht, dahin zu wirken, daß die Fabrikation lediglich gemäß den reichsgesetzlichen Bestimmungen erfolge, sie habe sich nur sehr schwer entschlossen, beim Bundesrath einen Antrag auf das Verbot der Fabrikation von Zündhölzern mit weißem Phosphor zu stellen, aber die Gefahren seiner Fabrikation seien doch zu groß.
Abg. Schwar z-München (». Fr.) empfiehlt Abänderung der Bäckereiverordnung durch Einführung der Minimalruhezeit an Stelle der Maximalarbeitszeit. Die Statistik beweise die Gesundheit des Bäckereigewerbes.
Abg. P e u s (Soz.) führt aus: Die Sozialdemokratie wird sich jeder Verschlechterung der Bäckereiverordnung widersetzen; das Verbot der Zündholzfabrikation mit weißem Phosphor sei von den Sozialdemokraten durch ein Initiativantrag beantragt. Redner polemisirt dann gegen Hitzes Ausführungen über die gewerkschaftliche Bewegung. Die Groß-Industriellen seien selbstverständlich über politische und religiöse Gegensätze weit hinaus. Wenn es sich um einen Profit handle, seien Christ und Jude eins. Peus bringt dann einen in der gestrigen „Vor«ärts"-Nummer veröffentlichten Brief Buecks an den bayerischen Kommerzienrath Haßler zur Sprache. Mit zynischer Offenheit werde auch anerkannt, daß der Zentralverband den Minister v. Berlepsch gestürzt habe und nun mit Minister Brefeld, der Herrn Bueck befreundet sei, zufrieden sein könne. Dem Ganzen setze die Bemerkung die Krone auf, daß die Klagen der Arbeiter über ihre traurige Lage Unfug wären. Die Sozialdemokratie werde diesen Ausspruch festnageln. Graf Posadowsky habe im Reichstag erklärt, der re« tardirende Moment in der Sozialreform sei in der Eigenschaft des Reiches als Bundesstaat zu suchen. Nun werde in dem Bueckbrief ausgesprochen, die Zentrale unseres Reiches sei der
Ansicht, in der Sozialreform müsse ein langsameres Tempo eingeschlagen werden. Man wisse ja, daß sich in den Anschauungen des Kaisers seit 1890 ein Wandel vollzogen hat. Das sei ja nicht die erste Aenderung; die Arbeiterschaft werde : daraus ihre Schlüsse ziehen. Redner verlangt sodann Besserung der Verhältnisse der Ziegelarbeiter.
Abg. Fischbeck (frs. Volksp.) führt aus, Kardorff habe am Donnerstag sich und die Reichspartei sehr gut charakieri- sirt, als er im Rahmen einer Debatte, wo alle Parteien über die Hebung der Lage der Arbeiterklasse sprachen, nichts zu sagen wußte, als in Wehklagen auszubrechen, daß die Getreidezölle nicht bald genug erhöht würden. Redner kommt dann auf die Berufsgenossenschaften zu sprechen. Der preußische Handelsminister setzte sich über viele Bestimmungen hinweg und dekretirte aus eigener Machtvollkommenheit von oben herab. Der Staatssekretär des Innern möge, wie er im vorigen Jahre versprochen, veranlassen, daß nicht die Aerzte in ihren Attesten auch den Prozentsatz der Erwerbsfähigkeit der Verletzten angeben. Letztere Frage könne nur durch in der Praxis stehende Sachverständige beantwortet werden.
Abg. Sachse (Soz.) rügt die Zunahme der Sonntagsarbeit im Bergwerksgewerbe. Die Fabrikinspektoren selbst seien Schuld an dem mangelnden Vertrauen der Arbeiter, da die Arbeiter vielfach bei den Arbeitgebern denunzirt würden, wenn sie Beschwerden unterbreiten.
Abg. Bassermann (ntl.) erklärt: Heute ist im Laufe der Debatte von einer Verquickung des Zolltarifgesetzes mit der Kanalvorlage die Rede gewesen. Was die Kanalvorlage anlangt, so ist der Standpunkt meiner Freunde im preußischen Landtag hinreichend bekannt. Dieselben treten mit verschwinden Ausnahmen für den Kanal ein. Hier im Reichstage berührt uns diese Vorlage nicht. (Hört! hört!) Ich möchte aber meinerseits sagen, daß wir uns gegen eine Verq rickung der Kanalvorlage mit dem Zolltarifgesetz erklären müssen.
Hierauf wird die Fortsetzung der Debatte auf morgen vertagt. Schluß 5"/< Uhr.
Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus.
7. Sitzung vom 21. Januar.
Der Präsident erbittet und erhält den Anstrag, dem Kaiser zu dessen Geburtstage die Glückwünsche des Hauses auszusprechen.
■ Nach Erledigung einiger Rechnungssachen tritt das Haus in die zweite Berathung des Etats ein. — Mehrere kleinere Etats werden debattelos bewilligt. — Beim Etat des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten beklagt sich der
Abg. Krawinkel (nl.), daß die Hamburg-Amerika Linie auf der Pariser Weltausstellung ihre Ankündigungen zum überwiegend größeren Theile in englischer Sprache ausgab und auf Befragen der dort beauftragte junge Seemann erklärte, daß er nur wenige Exemplare in deutscher unb französischer Sprache besessen und vertheilt habe.
Abg. Dr. Rewoldt (ft) schließt sich dieser Beschwerde an und weist auf die Thatsache hin, daß Fahrtausweise deutscher Schiffslinien meist in englischer Sprache abgesagt seien.
Beim Etat der Oberrechnungskammer bringt der
Abg. Frhr. v. Eynatten (Z.) den Fall zur Sprache, wo einem Berliner Richter die Kosten für die Ladung eines Zeugen auferlegt wurden, weil dieser von Eisenach nach Berlin geladen war. Das sei ein unzulâssi ;es Verfahren. Die Oberrechnungskammer dürfe sich nicht als höhere Instanz des Gerichts betrachten.
Reg. -Kommiss. Geh. Rath Rössel: Das juristische Verhalten des Richters steht für die Oberrechnungskammer nicht in Frage, sie hat nur den Verstoß gegen eine bestehende Verordnung gerügt, wonach die Kosten so berechnet werden sollen, daß sie in einem wesentlichen Mißverhältniß zu dem Objekte des Rechtsstreites nicht stehen.
Abg. Kirsch (Z.) hält dies Verfahren für unzulässig. Tie Oberrechnungskammer etablire sich mit diesem Verfahren zu einer höheren Instanz für die Justiz. Ob ein Zeuge vor dem Gericht, bei dein die Sache schwebt, oder kommissarisch an seinem Wohnorte vernommen werden solle, hänge lediglich von dem Ermessen des Richters ab.
Abg. Gamb (fk.) tritt diesen Ausführungen bei.
Beim Etat der Forstverwaltung regt der
Abg. v. K ö l i ch e n (k.) die Versicherung der Staatsforsten gegen Waldbrand an.
Negierungskommissar-Oberlandforstmeister Donner erwidert, daß die Regierung eine solche Versicherung nicht beabsichtige, sondern zunächst weitere Vorbeugungsmaßregeln gegen Waldbrand zu treffen gedenke.
Abg. v. Heimburg (k.) wünscht Abgabe billigen Holzes au die minderbemittelten Klassen der Bevölkerung.
Abg. Frhr. v. Wangenheim (k.) tritt für Besserstellung der staatlichen Forstbeamten ein, denen man höhere Schuß- und Fanggelder gewähren sollte. Für die Abhaltung der Holzauktionen eigneten sich die Monate Januar und Februar, die jetzt dafür gewählt werden, nicht gut. Den Landwirthen würde Oktober oder November lieber sein.
Reg.-Kommissar Geh. Finanzralh Lehnert bittet dringend, nicht von Neuem die Bewegung für Gehaltserhöhung in die Beamtenschaft zu tragen. Die Gehaltsaufbesserung sei abgeschlossen, und namentlich könnten sich die Forstbeamten jetzt über zu geringe Besoldung gegenüber anderen Beamtenklassen nicht beklagen.
Abg. Dr. Hirsch (fr. Vp.) bittet, eine genauere Statistik über Beschäftigung, Löhne, Unfälle der in den staatlichen Forsten beschäftigten Arbeiter dem Hause mitzutheilen, da diese Mittheilungen von großer Bedeutung für die in Privatbetrieben beschäftigten Arbeiter sein würden.
Reg.-Kommissar Donner: Es soll diesen Wünschen, soweit es möglich ist, entsprochen werden.
Beim Etat der Lotterie-Verwaltung bringt
Abg. Dr. Arndt (frk.) die Forderung nach einem Reichslotterie-Gesetz vor, um den ja auch von der Regierung anerkannten Uebelstünden, namentlich der Ueberschwemmung mit Loosen verbotener Lotterien vorzubeugen. Hoffentlich erhalte auch das Projekt einer Lotterie zur Erweiterung des Schloß-