19. Zinuar.
Hanauer Anzeiger
Seite 5
Hus aller «leit. I
In der Äonihcr Mordangelegenheit werden die son Berliner und Danziger Kriminalbeamten neu aufge- nommenen Haussuchungen mit größter Energie fortgesetzt, | bisher leider ohne Erfolg. An den für die Strafbehörden von i vornherein besonders interessanten Oertlichkeiten wird unter Leitung des wieder eingeirofs.nen Kriminalkommissars von Kracht gearbeitet. Es wird bei diesen Haussuchungen mit großer Sorgfalt zu Werke gegangen; namentlich eifrig wird auch heute nach Briefsachm geforscht, ein Berliner Schriftsachverständiger ist zur Unterstützung dies s Theils der Nachforschungen mit den Kriminalbeamten hier eingetroffen. Besonders eingehend wurden auch die Synagoge und der Fischersche Zigarrenladm besichtigt. Im Fischerschen Laden hat Winter noch unmittelbar vor seinem Verschwinden vorge- sprochen; der Laden übte auf die Könitzer Gymnasiasten von jeher große Anziehungskraft aus, bis der Direktor infolge des Falles Winter den Besuch ausdrücklich verbot. Haus um L>aus tauchen die Beamten auf, um ohne Rücksicht auf Person und Stillung des Inhabers in aller Stille ihre Arbeit zu Ihun. Das jetzt eingeschlagene Verfahren bietet den Vorzug, daß man unauffällig auch solche Häuslichkeiten besuchen kann, in denen vorzusprechen bisher die gesetzliche Möglichst fehlte. , Während in den Wohnungen an der Danziger Straße Massen- j Haussuchungen statifanden, untersuchte ein Kommando von <etwa 20 Gendarmen die zahlreichen Speicher in der Nähe bei Eecs. — Weiter wird telegraphier: Ein Anstal is Aufseher fand heute Mittag Winters Unterkleider und Strümpfe' auf dem alten jüdischen Kirchhofe.
Ein Urtheil von weittragender Bedeutung hat das Reichsgericht in einer Streikangelegenheit gefällt. In der Eisengießerei von G. Kulm in Zuffenhausen (Wmttem Hckg) weigerten sich zwanzig Former, Streikarbeit aus einer anderen Fabrik zu machen. Sie wurden sofort entlassen, und außerdem klagte die Firma auf Schadenersatz gegen die Ent- llassenen, wobei sie die Summe von 2043,76 Mk. als Ersatz beanspruchte und außerdrm beantragte, die Beklagten als Ge- sammtschuidner solidarisch haftbar zu erklären. Landgericht, Oberlandesgericht und Reichsgericht entschieden nach dem Anfrage. Die 20 Former sind verurtheilt, der Firma den Schaden zu ersetzen, obwohl sie nicht jede Arbeit, sondern nur die Streikarbeit verweigert hatten, und obwohl sie wegen der Weigerung sofort entlassen wurden. Und sie sind gleichzeitig verurtheilt, einer für den anderen zu haften; wenn einer ober mehrere ihren Antheil nicht bezahlen können, dann müssen l>ie anderen für sie mnbezahlen.
Der Mörder Stambulows entwischt. Nach aus Sofia eingenommen Depeschen ist es Haliu, dem Mörder Stambulows, gelungen, dort aus dem Gefängniß auszubrechen.
(Unwetter in Eghpten. Heftige Stürme mit Gewittern und Hagelschauern richteten in Egypten bedeutenden Schaden an. Durch Sturm auf dem Meere sind mehrere Schiffsunfälle eingetreten. Auch an der Küste von Kleinasien sollen Stürme Schaden verursacht haben.
Das verrätherische Blatt aus dem Schulheft. Durch einen meitreürLigeir Z -fall ist es, wie wir im „Wiener Tagblatt" lesen, gelungen, den Mörder des bei der Brünner Stadtgemeinde bedienstet gewesenen Waldhegers Franz Hamer- nit, der am 15. v. Mts. erschossen aufgesunden wurde, zu entdecken. Von der Leiche, die im Walde m t Tannenreisig bedeckt war, fehlten Gewehr, Stiefel, Kappe, Waidlasche und einige von den Effekten, so daß die Annahme, es handle sich hier um einen Raubmord, zur Gewißheit wurde. Der die Erhebungen führende Polizljkommissar wickelte den am Thatorte gefundenen Gewehrpsropfen aus Papier auf, um eventuell aus dem Zeiiungspapier auf den Wohnort des Mörders schlüßen zu können, wie dies einmal bei einem Raubmorde in Wien geschehen war. Der Gewehrpfiopfen war abir nicht, wie es bei rberflächlicher Betrachtung schien, aus Zeitungspapier, sondern es war ein Blatt aus einem Schulhefte. Das Blatt enthielt den Schluß einer Schulaufgabe, die Sätze wie: „Der Himmel ist blau," „Der Schnee ist w.iß," „Die Katze miaut," und andere ewige Wahrheiten. Das Blatt wurde in den Volksschulen sämmtlichen Lehrern vorgelegt und einer bezeichnete die Schrift als die seines Schülers Heinrich Paoliczik. In der Wohnung des Vateis dieses Schulknaben Franz Paoliczik, wurde nun eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Die Erhebungen ergaben, daß Franz Paoliczek in seiwm Hcimathsorte Brankow als Raubschütze berüchtigt sei und schon wiererholt auf Waldheqer sein Gewehr angelegt hatte. Paoliczek legte ein Geständnis ab und bezeichnete auch die Stelle im Walde, wo er die von dem Ermordeten geraubten Sachen vergraben hatte. Das Blatt aus dem Schulhefte, welches die Entdeckung des Raubmörders herbeigeführt hat, wird dem Polizeimuseum einverleibt werden.
Die ,Leidensgeschichte einer Liliputanerin. Die Wiener Polizeibehörde beschäftigt sich zur Zeit lebhafr mit dem Schicksal einer Liliputanerin, die soeben in Wien gestorben ist. Ob Krankheit oder Mißhandlungen die Ursache ihres Todes waren, weiß man nicht. Die Kleine, die Annita Halb- Huber hieß, war 14 Jahre alt und die Tochter des Schuhmachermeitters Engelbert Halbhuber in Kriegern in Böhmen. Ein gewisser Zaynard, der mit einer Liliputanertruppe durch den Ort zog, engagirte das im Wachsthum stark zurückgebliebene Kind für sein Ensemble und zwar mit auf fünf Jahre lautenden Kontrakt, demzufolge er das Mädchen vollständig zu verpflegen und den Eltern jährlich 60 bis 120 M. zu senden hatte. Der Vater, der selbst das „Engagement" gewünscht hatte, bedang sich aus, daß das Kind im Falle der Erkrankung nicht ins Spital kommen dürfe, sondern in häuslicher Pflege bleiben müsse. Vor kurzem erkrankte nun Annita Halbhuber auf der Wanderung in Pohrlitz, und als der Zustand des Kindes 'mmer ärger wurde, sandte Zaynard Annita zu seiner Schwägerin in Privaipflege. Hier fand ein Arzt Annita so schlecht, daß er sie ohne Säumen ins Spital bringen ließ. Dort ist Anniia bald nach ihrer Aufnahme gestorben. Als man die Leiche untersuchte, bemerkte man am Körper mehrere ftricmenaitige Blutunterlaufungen. Die Behörde wurde verständigt und berief Zaynard telegraphisch nach Wien. Zaynard, auf die Striemen
aufmerksam gemacht, gab an, daß diese von einer Züchtigung herrühren, die Annita vor acht Tagen wegen Unreinlichkeit erhalten habe. Um nun die Todesursache aufzuklären, wurde die gerichtliche Obduktion der Leiche angeordnet.
Förster nnd Wilderer. In der K inik zu Bonn liegt der Förster Boquo aus Relschenroth an den Verklingen darnieder, die er bei einem Zusammenstoß mit Wilderern am Sonntag Nachmittag im Walde zwischen Netschenroth und Ruppinterroth erhalten hat. Er traf eine Bande von 5 Wilddieben an, von denen 3 die Aufforderung, die Gewehre niederzulegen, mit Schüssen beantworteten. Der Förster erhielt 8 Rehposten in's Gesicht, in die Brust und in die Hände, doch sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Da er einen der Wilddiebe erkannt hat, wird deren Ermittelung nicht schwer fallen.
Schlägerei unter slawischen Arbeitern. In Koberbrunn kam es zwischen Arbeitern des Truppen-Uebungs- platzes zu einer furchtbaren Schlägerei, bei der Messer nnd Aexie die Hauptrolle spielten. Als das in Koberbrunn stationirte Wachtkommando zur Stelle erschien nnd mit Gewalt dem Kampfe ein Ende machte, waren drei galizische Arbeiter todt, mehrere Andere schwer verletzt. Die Rädelsführer sind verhaftet.
Durch einen Unfall auf der Jagd ist der Graf Kanitz-Melkhof zu Schwerin ums Leben gekommen. Während der Graf einen Zaun übersteigen wollte, wurde durch irgend einen mißlichen Umstand eine Entladung des Gewehres herbei- geführt. Die Kugel traf den Grafen Kanitz in die linke Herzkammer. Er stürzte sofort zusammen, und der am Wege weilende Kutscher, welcher alsbald hinzueilte, fand seinen Herrn bereits entseelt.
Eine höchst lustige Malerschnurre wird aus Paris berichtet: Ein Pariser Dandy von reinstem Wasser, Graf v. X., ließ vor kurzem ein Porträt von sich zeichnen. Er war mit seinem Künstler jedoch nicht zufrieden. „Es hat nicht die geringste Aehnlichkeit mit mir, und ich werde es nicht nehmen". Der Maler protestirte, aber Alles war nutzlos. Schließlich sagte er: „Nun wohl, Monsieur, wenn es Ihnen gar nicht ähnelt, kann ich natürlich auch nicht erwarten, dafür bezahlt zu werden". Nachdem der Graf ihn verlassen hatte, fügte der Maler dem Kopf auf dem Bilde prächtige Eselsohren hinzu und stellte es so vor dem neugierigen Publikum aus. Es war aber noch gar nicht lange zu sehen, da stürzte der Graf bereits in fürchterlichster Wuch in das Arelier des Malers. Alle feine Drohungen prallten jedoch wirkungslos j ab, und so bot er ihm schließlich einen weit höheren Preis als den ursprünglich abgemachten an. Der Maler aber, der sich für die Nichtachtung seiner Arbeit glänzend gerächt hatte, meinte: „Es war durchaus nicht merkwüreig, daß Sie das erste Bild nicht ähnlich fanden, aber ich wusste, Sie würden das Bild sofort erkennen, sobald ich diese Ohren hinzugefügt hat e".
Kleine Chronik. Berlin, 17. Januar. Ein zwölfjähriges Mädchen hatte mit ihren Mitschülerinnen Unterricht in einer Turnhalle, als plötzlich infolge eines Defektes aus der Leitung herausströmendes Gas sich an der offenen Flamme entzündete. Es züngelte eine große Stichflamme von der Decke herunter. A s das Mädchen die Flamme erbt ckie, erschrak es so heftig, daß ihm übel wurde und Lähmungserscheinungen am ganzen Körper auftraten. Am nächsten Tage vn fiel das Kind in einen Star» krampf und verstarb. — Hamburg, 18. Januar. Auf dem Dampfer „Pergamon", der am 15. b. Mts. aus Smyrna hier angekommen ist, wurden zwischen der Ctückgrnladung viele tobte Ratten gefunden; die Rattenleichen werden bakteriologisch untersucht. Die Entlöschung der Ladung wurde sistirt und das Schiff in eine Quarantäne gelegt, sowie Polizeiposten an Bord geschickt. Die Adrcssen aller Leute, die mit dem Schiff in Berührung kamen, wurden notirt. Das Resultat ber bakteriologischen Untersuchung ist erst in einigen Tagen zu erwarten. — Flensburg, 18. Januar. Als muthmaßiicher Thäter des Raub an fa lies auf die Sondersburger Per- sonenpost wurde der Schmied Hansen in Düppel verhaftet. — London, 18. Januar. Nach einer bei Lloyds aus Port Said eingegangenen Meldung ist der Dampfer „China" wieder flottgemacht und f^t seine Reise fort. Der Verkehr auf dem Kanal ist wieder hergestellt. — London, 18. Januar. Die holländische Bark „Jontje", von Trinidad nach Stettin bestimmt, wurde mit starken Beschädigungen am Gestenge und der Takelage, die sie bei einem Zusammenstöße erlitt, nach Dartmouth geschleppt. — London, 18. Januar. In Tientsin erfolgte, wie dem „Standard" aus Shanghai tele- graphirt wird, am Dienstag Abend in dem von den Russen besetzten Ost-Arsenal eine Explosion. — Hull, 18. Januar. Von der Mannschaft des Dampfers „Friary" sind noch zwei Mann gestorben. Tie Krankheit ist nach Ansicht ter Sachverständigen Lungenpest, welch-bösartiger als Beulenpest ist. — Konstantinop el, 18. Jan. Die bakteriologische Untersuchung des einzigen hier oorgefommenen pestverdächligru Falles ergab, daß es sich um wirkliche Pest handelt. Seitdem ist kein neuer Peslfall vorgekommen. Trotzdem werden weiter die strengsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Die bisher angeordnete zehntägige Quarantäne für Herkünfte aus Smyrna wurde auf 24 Stunden herabgesetzt. — K a i r o,^ 18. Januar. Heftige Stürme mit Gewittern und Hagelstürme richteten in Egypten bedeutenden Schaden an. Durch Seesturm sind mehrere Schlffsunfälle eingetreten. Auch an der Küste von Kleinasien sollen Stürme Schaden angerichtet haben.
Werloosungen.
Russische Prämienanleihe von 1864. 200 000 Rubel Serie 4378 Nr. 49. 75 000 Rubel Serie GO Nr. 14. 40 000 Rubel Serie 11757 Nr. 32. 25 000 Rubel Serie 5599 Nr. 33. Je 10 000 Rubel Serie 13579 Nr. 13, Serie 19551 Nr. 121, Serie 9626 Nr. 3. Je 8000 Rubel Serie 7 395 Nr. 4, Serie 5228 Nr. 35, Serie 7793 Nr. 21, Serie 17638 Nr. 1, Serie 17345 Nr. 34. Je 5000 Rubel Serie 15444 Nr. 45, Serie 12316 Nr. 1, Serie 13629 Nr. 43, Serie 15884 Nr. 40, Serie 18514 Nr.
321, Serie 2057 'Nr. 22, Serie 6905 Nr. 9, Serie 788 Nr. 21. (Obne Gew.)
Anleihe der Stadt Ostende von 1898. Z ehung vom 15. Jinuar. Hauptpreise: Ser. 9955 'Nr. 9 100,000 Fr. Ser. 8978 Nr. 6 1000 Fr. Ser. 4912 Nr. 11 500 Fr. Ser. 6326 Nr. 12, 16 je 250 Fr. Ser. 4782 Nr. 3, 10, 15, Ser. 4912 Nr. 1, 19, Ser. 6326 Nr. 10, 22, Ser. 8978 Nr. 1, 3, 4, 10, 16, 20, 21, 24 Ser. 9111 Nr. 3, 11, 20, Ser. 9955 Nr. 20, 25 je 125 Fr.
Litterarisches.
Zur Erinnerung. In diesen Tagen, da die zwei- hundrrijährige Wiederkehr der Erhebung Preußens zum Königreich gestiert wird, ist auch die Erinnerung an einen im Jahre 1861 ausgebrachten Trinkspruch Hoffmanns von Fallersleben wieder wachgerufen, in dem dieser prophezeihte, daß Kün'g Wilhelm, der damals in Königsberg gekrönt wurde, seinem Sohne die deutsche Kaiserkrone als Erbe hinterlassen würde. Die neueste (21.) Nummer der „W eiten W e l r", die in verschiedenen Illustrationen und Aufsätzen die geschichtliche Vergangenheit des preußischen Königreiches würdigt, bringt ein Facsimile der schriftlichen Fassung dieses berühmten ToasteS. Von den litterarischen Veiträgen heben wir den Artikel „Soziale Museen" von Prof. Dr. Emst Francke-Berlin, den durch anschauliche Bilder erläuterten Aufsatz „Landwirthschafiliches aus dem deutschen Schutzgebiet Südwestafrika" sowie eine kleine, intime Skizze von Georg Busse-Palma hervor. Wie immer enthält auch diese Nummer eine große Zahl interessanter Bilder, die auf die neuesten Tagesereignisse Bezug haben. Die einzelne Nummer der „Weiten Welt" (Union Deutsche Vcr- lagsgls nicbaft) ist in allen Buchhandlungen für den Preis von 25 Pfg. erhältlich.
Mttster-Negistcr.
(Eintragungen beim Königl. Amtsgericht zu Hanau, Abth. 5.)
Nr. 1068. Firma Heinr. u. Aug. Brüning in Hanau, ein verschlossener Briefumschlag mit 29 Mustern, für Flächenerzeugnisse, Nrn. 9956, 9957, 9958, 9959, 9961, 9965, 9966, 9967 10004, 10012, 10013, 10014, 10017, 10021, 10022, 10047, 10048, 10057, 10058, 10059, 10064, 10069, 10070, 10072, 10075, 10076, 10077, 10081 und 10082, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 18. Dezember 1900, nachmittags 4 Uhr 57 Minuten.
Nr. 1069. Firma Conrad Deines jr. in Hanau, ein verschlossener Briefumschlag mit 34 Mustern für Flächenerzeugnisse, Nrn. 2793, 2794, 2796 bis einschließlich 2803, 2806, 2879, 2881, 2886 b s einschließlich 2892, 2900, 2901, 2902, 2903, 2906, 2907, 2908, 2909, 2911 bis einschließlich 2916, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 18. Dezember 1900, vormittags 103/* Uhr.
Nr. 1070. Firma C. F. Weber in Hanau, ein verschlossener Briefumschlag mit 5 Modellen für pla'wche Erzeugnisse zu Silbeiwaoren, Nr. 12294a, 12732, 12732a, 12732b, 12732c, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 22. Dezember 1900, mittags 12 Uhr.
Schiftsbericht.
Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampfer „Columbia" ist am 15. Januar wohlbehalten in New-^orl eiliges troffen.
Der Hamburger Dampfer „Phoenicia" ist am 13. Januar wohlbehalten in Neir-Aork eingetroffen.
Hamburg, 16. Januar. Der Dampfir „Calabria" v'N der Hanchurg- Amerika-Linie ist vorgestern in Colon eingetroffen.
Drabtbericbte des „Ran. Hnz."
Berlin, 19. Januar. Gestern Nachmittag stieß im Thiergarten die Equipage des Kaisers mit einem Gesch äs ts- wagen jujammen. Die Equipage blieb unb«schädigt. Der Ka ser setz e die Fahrt fort. — Das „Berl. Tag bl." meldet aus Duisburg: In dem Orte Beck wurde ein Albeiter beim Böllei schießen durch eine V ü l l erexpl o s ion gelödtet.
Berlin. 19. Januar. Ueber den Inhalt der A n s p r a ch e, die der Kaiser gestern im Lichthofe des Zeughauses an die dort vetsammelten Offiziere hielt, wird der „Vossischen Zeitung" berichtet: Der Kaiser betonte, daß während der 200 Jahre seines Bestehens das Königreich Preußen oft gezwungen gewesen ist, zum Sckwerle zu greif n, um das zu werden, was es heute sei. Das preußische Offizier-Korps habe an diesem Ringen um Preußens G-öße und Vlacht einen hervorragenden Antheil gehabt. Jetzt aber, wo Deutschland; und Preußens Hauptaufgabe in der Erhaltung des Friedens liege, sei für das preußische Offizier Korps die Ar sbildung der Armee bte vor- uchmste Pflicht, die zugleich die b-ste Schule für das Volk zur Königstreue und Pflichterfüllung sei.
Berlin, 19. Jan. Gestern Abend halb 8 Uhr wohnte der Kaiser mit seinen Gästen derFestvorstellung von Joseph Lauffs „Adlerflug" im Opernhause bei. Der Kaiser führte die Großherzogin von Baden, Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich die Kaiserin.
Berlin, 19. Januar. Der Hauptverband der Krieg er- vereine beging seine Feier zur Erinnerung an die Erhebung Preußens zum Königreich in der Brauerei Friedrichshafen. — Von der technischen Hochschule in Charlottenburg wurde gestern Abend das 200jährige Jubiläum glrichzeitig mit der Feier von Kaisers Geburtstag in festlicher Weise begangen. — Der Verein der Ostpreußen feierte das Jubiläum im City-Hotel.
Bev litt, 19. Januar. Aus London wird den Morgenblättern gemeldet: Eine halbamiliche Miltheilung besagt: Die Königin Viktoria hatte im Laufe des festen Jahres manche Anstrengung zu bestehen, die das Nervensystem der greifen Frau vielleicht geschädigt haben. Ihre Aerzte haben es daher für rarhsam gehalten, bie hohe Patientin solle ruhig in ihren Zimmern bleiben und sich für die nächste Zeit von den Regierungsgeschäfien fern halten. Sollte keine Besserung eintreten, so dürfte die Reise des Herzogs von York nach Australien unterbleiben.