_______________—_____________________Seite 3
19. Januar.
solche Intervention von englischer Seite hat in keiner Weise stattgefunden. Es ist nichts geschehen, als daß in Lissabon einige Feste in gehobener Stimmung gefeiert und dabei vielleicht auf portugiesischer Seite recht herzliche und freundschaftliche Beziehungen mit einem nicht ganz richtigen Namen bezeichnet wurden."
Hus Stadt und Cand.
I Hanau, 19. Januar.
* Auszeichnungen. Aus Anlaß der Feier des zwei- hundertjährigen Gedenktages der Erhebung Preußens zum Königreich wurde
der erbliche Adel verliehen:
dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität in Marburg, Geheimen Medizinalrath Dr. Behring daselbst; dem Banquier Karl Metzler zu Frankfurt a. M.; dem Banquier Albert Metzler ebendaselbst, der Charakter als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädikat „Excellenz":
dem Vize Marschall der Althessischen Ritterschaft, Rittergutsbesitzer Dr. juiis Hans von der Malsburg, auf Escheberg, Kreis Wolfhagen,
das Recht, bei geeigneten Gelegenheiten die goldene Amtskette zu tragen: dem Oberbürgermeister Franz Adickes in Frankfurt a. M. Aus Anlaß des Krönungs- und Ordensfestes wurden den nachbenannten Personen im Regierungsbezirk Cassel sowie Offizieren rc. des 18. Armeekorps Orden rc. verliehen, und zwar haben erhalten:
den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife:
D'heil, Oberst und Kommandeur des 4. Großherzoglich Hess. Infanterie - Regiments (Prinz Carl) Nr. 118. — Knackfuß, Pi ofksfor, Geschichtsmaler und Lehrer an der Kunst- Akademie zu Cassel. — Wunsch, Oberst und Kommandeur des 5. Großh. Hess. Infanterie Regiments Nr. 168. Den Rothen Adler-Orden vierter Klasse: Bayer, Ober Zahlmeister beim 1. Hessischen Infanterie- Regiment Nr. 81. — Beintker, Postdireklor zu Cassel. — Blecken v. Schmeling, Hauptmann im 2. Großh. Hessischen Feld-Artillerie Regiment Nr. 61. — v. Blumenstein, Hauptmann im 3. Großherzoglich Hessischen Infanterie - Regiment (Leib Regiment) Nr. 117. — v. Borries, Hauptmann beim Stäbe des Nassauischen Feld Artillerie-Regiments Nr. 27. — Dr. Braun, Gymnasial-Direktor zu Hanau. — Breithaupt, Fabrikant für Präzision - Mechanik zu Cassel. — von Chaulin, Hauptmann im 4. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118. — Christensen, Amtsgerichtsrath zu Flensburg. — Daltrop, Kaufmann zu Cassel. — von Dechend, Hauptmann in der 11. Gendarmerie - (Brigad e. — Fenner, Amtsgerichtsrath zu Cassel. — Fenner, Forstmeister zu Wolfgang, Kreis Hanau. — Ganslandt, Staatsanwaltschaftsrath zu Marburg. — von Gilsa, Hauptmann im Infanterie-Regiment Nr. 166 zu Hanau. — von Goerne, Hauptmann im 1. Großherzoglich Hessischen Infanterie- (Leib-Garde-) Regiment Nr. 115. — Gutsche, Regierungsrath und Mitglied der General-Kommission zu Cassel. — von Herff, Hauptmann im 2. Großherzoglich Hessischen F«fld-Artillerie-Regiment Nr. 61. — Heuer, Hauptmann im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. — John, Regierungs- und Forstrath zu Cassel. Jordan, Hauptmann â la suite des 1. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 87 und Lehrer bei der Kriegsschule m Cassel. — Jost, Rentmeister zu Melsungen. — Kairies, Regierungsrath und Mitglied der Eisenbahn-Direktion zu Cassel. — von Karger, Hauptmann im 2. Nassauischen Infanterie Regiment Nr. 88. — von Kriegsheim, Hauptmann im 1. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 81. — Mackensen von Astfeld, Rittmeister im 2. Großherzoglich Hessischen Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Regiment) Nr. 24. — Maercker, Eisenbahn-Direktor und Vorstand der Eisenbahn-Werkstätten- Jnspektion zu Cassel. — Mahraun, Regierungsrath und Mit
ja gleich zu stande kommen, da Eva den Fritz liebt, dann hätte aber Herr Lindau keinen Stoff zu den vier Akten gehabt. Deshalb muß ein böser Intrigant, der Baron Fabro, in die Herzensneigung der Beiden einige Tropfe» Gift träufeln und so bringt erst der Schluß die dauernde Verbindung der Liebeslenle. Gespielt wurde das Stück unter der Regie des Herrn Schwarz recht flott. DaS Hauptinteresse des Publikums nahm natürlich die junge Bewerberin um das frei werdende Fach der Naive in Anspruch, um daS sich eine Schülerin von Frl. Jessa Klinkhammer »on Frankfurt bewarb. Die junge Dame Frl. Anny H a n n e w a l d bringt für ihre Laufbahn ganz hervorstechende Eigenschaften mit, eine reizende Bühnenerscheinung, ein wohlklingendes Organ, Wärme und Empfindung im Ausdruck und eine bemerkenswerthe Reinheit der Sprache, sie dürfte ihrer Lehrerin alle Ehre machen. Ihre Eva war ein herziges, frisches Geschöpf, in deren reinem KindeSgemüth Ernst und Humor, Weinen und Lachen der jeweiligen Empfindung nach, wechselnd zum Ausdruck kainen. Nach dieser entschiedenen Talentprobe dürfte der Eintritt der jungen Dame in unser Ensemble nur mit Freude zu begrüßen sein. In seiner bekannten gewinnenden Darstellungsweise verkörperte Herr Schwarz den flotten Journalisten Fritz Marlow. Herr Metz mit seiner vornehmen Gestaltungskraft schuf in dem Geh. Ministerialrath v. Harden den Herrn und weltgewandten Kavalier, ebenso repräsentirte Frl. Brando w seine Frau Josephine in eleganter Darstellung. Eine recht flotte Wiedergabe fand die Hermine Drosselt, die zungenfertige Schwester des Rathes, durch Frau Rieger. Auch die weiteren Rollen waren gut besetzt, so »der intrigante Baron Fabro durch Herrn Lindenlaub, der Dr. Klaus durch Herrn Bartak, dessen Frau Gertrud durch Frl. Gypen. Ebenso fanden in Episodenrollen noch Gelegenheit, sich hervorzuthun, die Herren Gehrmann, Schmith und Monato.
Humoristisches.
Kindliches Mitzverständnitz. Paulchen: „Onkel, Du kannst m r wohl dieses Buch einbinden." — Onkel: „Nein, mein Junge, ich bin doch kein Buchbinder." — Paulchen: „Papa sagt doch, Du wärst unter die Buchmacher gegangen."
Beim Examen. Professor: „Herr Kandidat, Sie sind auffallend zerstreut, ich gluube, Sie bilden sich ein, schon Professor zu sein."
Hanauer Anzeiger
glied der General-Kommission zu Cassel. — Mense, Eisenbahn- Werkstälten-Vorsteher zu Cassel. — Dr. Meyer, Hans, ordentlicher Professor an der Universität zu Marburg. — Müller, Fabrikbesitzer zu Fulda. — Platz, Kriegsgerichtsrath beim Gouvernement in Mainz. — Freiherr von Poellnitz, Hauptmann im 1. Hessischen Jufanterie-Regirnent dir. 81. — Richter, Hauptmann im Hessischen Jäger-Bataillon Nr. 11. — von Rode, Hauptmann im 3. Großherzoglich Hessischen Infanterie- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117/— Dr. Schmidt, Ernst, Professor, Geheimer Regierungsrath und Mitglied des Reichs- Gesundheitsraths, zu Marburg. — vr. Schmidt, Amtsgerichls- raih zu Cassel. — Dr. jur. Schmidt-Schwarzenberg, Regierungsrath zu Cassel. — Dr. Siedamgrotzky, Regierungs- und Medizinalrath zu Cassel. — Sonntag, Hauptmann im 2. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 88. — Sparig, Postdirektor zu Hanau. — Dr. Spieker, Ober-Stabsarzt erster Klasse und Regiments-Arzt des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. — Wilhelm Wichard I., Königlicher Theaterkassen-Rendant zu Cassel. — Wolff, Baurath und Landes-Bauinspektor zu Fulda.
DenKöniglichenKronen-Qrdenzweiter Klasse
Chaleè de Beaulieu, Oberst und Kommandeur der 25. Feld- Artillerie-Brigade (Großherzoglich Hessische). — Freiherr von Dörnberg, Kammerherr und Fideikommißbesitzer zu Cassel. — Endert, Bischof von Fulda, zu Fulda. — Lohr, reformirter General- Superintendent zu Cassel.
Den Königlichen Kron en - Orden d rit ter Klasse:
von Glasenapp, Oberstleutnant beim Stabe des 4. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments (Prinz Carl) Nr. 118. — Keyl, Ober-Kriegsgerichtsrath beim General-Kommando des XVIII. Armee-Korps. — Dr. Kius, Professor und Gymnasial-Oberlehrer zu Cassel. — Dr. phil. Könnecke, Geheimer Arckiorath und Archiv- Direktor zu Marburg. — Dr. Rochs, General- Arzt und Divistons- Arzt der Großherzoglich Hessischen (25.) Division. — Zulauf, Hofrath und Bureau-Vorsteher bei dem Königlichen Theater zu Cassel.
Den Königlichen Kronenorden vierter Klasse:
Bartholome, Schloß-Kastellan zu Cassel. — Kästner, Kammermufikus bei dem Königlichen Theater zu Cassel. — Lutz, Oberzahlmeister beim Füsilier-Regiment von Gersdorff (Hessisches) Nr. 80. — Mayer, Garderobe-Inspektor bei dem Königlichen Theater zu Cassel. — Reinknecht, Revierförster zu Holzhausen, Kreis Hofgeismar. — Schäfer, Obersekretär zu Cassel. — Schneider, Kammermusikus bei dem Königlichen Theater zu Cassel.
Den Königlichen Haus-Orden von Hohenzollern: Den Adler der Inhaber:
Schnell, evangelischer Lehrer an der Stadtschule zu Ziegenhain, Bezirk Cassel.
Das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens:
Franke, Steuer - Aufseher zu Cassel. — Rimbach, Bürgermeister zu Blankenbach, Kreis Rotenburg a. F. — Stichel, Musikdirektor im 1. Großherzoglich Hessischen Feld-Artillerie- Regiment Nr. 25 (Großherzogl. Lrtillerie-Korps.)
Das Allgemeine Ehrenzeichen:
Bätzing, Königlicher Brunnenwärter zn Wilhelmëhöhe bei Cassel. — Bernard, Botenmeister bei dem Landgericht zu Marburg. — Bott, Feldwebel und Zahlmeister - Aspirant im ersten Hessischen Infanterie - Regimeni Nr. 81. — Drechsler, Steuer-Aufseher zu H a n a u. — Eisenbach, Bürgermeister zu Rotenkirchen, Kreis Hünfeld. — Erb, Briefträger zu Fulda. — Freudenstein, Parkaufseher in der Karlsaue bei Cassel. — Gerlach, Bürgermeister zu Dittershausen, Landkreis Cassel. — Gonder, auch Gonther, Bahnwärter zu Langenstein, Posten 50 Treysa-Marburg. — Gonter, Sergeant im Jnf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großherz. Hess. Nr. 116). — Günther, Sergeant und Hoboist im 1. Nass. Jnf.-Reg. Nr. 87. — Heinlin, berittener Gendarm zu Fulda. — Höret, Vize-Feldwebel im 1. Großh. Hess. Inf.-(Leib-Garde )Reg. Nr. 115. — Kilian, Eisenbahn-Maschinenwärter zu Eschwege.
— Koch L, Fußgendarm zu Groß-Neundorf, Kreis Rinteln. — Koch, Steuer-Aufseher zu Niederhone, Kreis Eschwege. — Lorenz, Feldwebel im 1. Großherzoglich Hessischen Jnfanterie- (Leib-Garde-)Regiment Nr. 115. — Marx, Postschaffner zu Cassel. — Nolte, Gendarmerie-Ober-Wachtmeister zu Melsungen. Rasner, Feldwebel im 4. Großherzoglich Hessischen Infanterie- Regiment (Prinz Carl) Nr. 118. — Schleining, Wachtmeister und Zahlmeister * Aspirant im Husaren - Regiment König Humbert von Italien (1. Hessisches) Nr. 13. — Schneider, Steuer-Aufseher zu Marburg. — Sieburger, Bürgermeister zu Ottensen, Kreis Rinteln. — Spies, Feldwebel und Zahl- meister-Aspirant im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. — Straßburger, Feldwebel und Zahlmeister - Aspirant im 4. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118. — Sziede, Wachtmeister im 2. Großherzoglich Hessischen Feld- Artillerie-Regiment Nr. 61.
den SternzumRothen Adler-Ordenzweiter Klasse mit Eichenlaub und der Königlichen
Krone:
Allerhöchstihrem General-Adjutanten, Generalleutnant von Deines, Kommandeur der 21. Division.
* Beförderungen re. Oberlt. o. Schauroth im Jnf.-Rgt. Nr. 166 wurde als Adjutant zur 33. Jnf.-Brigade kommandirt. — Zum Oberlt. befördert?t. Weidenhammer im Jnft.-Rgt. Nr. 166, zum Leutnant befördert Fähnrich v. Steuber im Thüring. Ulanen-Rgt Nr. 6, zum Fähnrich befördert Unteroffizier Georgi im Jnf.-Regt. Nr. 166.
* Versetzt. Gerichtsdiener Warf $ all von Windecken nach Bieber (Kreis Gelnhausen) zum 1. April.
* Die Landwirthschaftskammer für den Reg.- Bez. Cassel wird ihre Vollversammlung am 22. und 23. Februar abhalten.
* Eine Gedenkfeier der Erhebung Preußens zum Königreich veranstaltet heute Abend der christliche Arbeiter verein im Saale des Gasthauses „zum Elephanten". Mit dieser Feier ist ein Familienabend verbunden.
* Neue Erfindung auf dem Gebiete der Gasbeleuchtung. er t geilern Abend erstrahlt der untere Vorplatz des Ratyhauses in einem Meere von Licht, indem derselbe durch eine neuerfunbene Gaslampe, die Lucaslampe, beleuchtet wird. Diese neue Gasglühlicht - Jntensivlampe bildet einen Beleuchtungsapparat, der im Stande ist, mit der elektrischen Bogenlampe wirksam in Konkurrenz zu treten. Diese Lampe konsumirt in der Stunde 530 Liter Gas zu 9,07 Pf. und erzeugt damit eine Helligkeit von 500 Hefnerlichten.
* Parolemusik im Schlotzgarten. Die Infanterie- kapelle spielt morgen Mittag im Schloßgarten nachstehende Piecen: 1. „Hanauer Gemeindebeamten-Marsch" von Becker; 2. „Fest Ouvertüre" von Leutner; 3. „Carmen-Sylva", Walzer von Jvanovice; 4. Lied „Es war einmal", a. d. Reiche des Jndria von Linke; 5. Fantasie a. d. Oper „Traviata" von Verdi.
^ Das Maineis hat sich gestern Vormittag längs des ganzen Stromes gestellt. Das unmittelbar vorausgegangene Stauwasser verursachte eine Steigung des Flusses um über ein Meter. Eine mächtige Eisbrücke lagert jetzt auf dem hoch angewachsenen Strome. Der Main war zuletzt vom 14. Dezember 1899 bis zum ersten Weihnachtsfeiertage gleichen Jahres fest zugefroren. Am längsten hielt die Eisbrücke im Jahre 1845, nämlich vom 9. Februar bis zum 19. März, also 4’/» Wochen.
Ein langer Winter in Aussicht! Das Stuttgarter „Neue Tageblatt" veröffentlicht folgende interessante Zuschrift: Erstmals im Kriegswinter 1870/71 verlautete von astronomischer Seite in Tagesblättern, daß ein etwa lOjähriger Cyklus eines Maximums und Minimums von Sonnenflecken und im Zusammenhang damit ein solcher von wärmsten und kältesten Jahrgängen stattfindet. Bezüglich der kältesten Winter hat sich das seither zweimal bestätigt. Der nächste strenge Deceniumswinter war allerdings nicht der von 1880—81, sondern der von 1879—80 (in dem bekanntlich der Bodensee übeifror), aber der nächste fiel wieder mit der Jahrzehntwende, 1890—91, zusammen. Das Meteorologische Jahrbuch unserer württembergischen Centralstation sagt hierüber: „Mit einer Temperaturerniedrigung von 15—20 Grad vollzog sich am 24.-25. November ein ungewöhnlich schroffer Uebergang in den Winter. Die Kälte war so anhaltend, daß der Dezember 1890 mit einem Wärmeausfall von 4,5 «) der fünslkälteste Dezember seit 1826 ist." Ueber die zweite, dem Jahre 1891 angehörende Hälfte des Winters heißt es, daß erst am 20. Januar die Kälte erheblich nachließ, denn hätte diese Witterung fortgedauert, so würde der Winter 1890—91 zu den strengsten des ganzen Jahrhunderts gehören." Uebrigens wurde es im Februar, besonders am 9. bis 15., noch streng kalt (am 14. in Heilbronn — 15,6 °). Auch März uud April hatten einen sehr beträchtlichen Wärme- ausfall. Allem nach stehen wir wieder an dem Anfang eines solchen Deceniumswinters, der, wenn auch spät begonnen, doch uns noch lange und schwer zu schaffen machen dürfte. Diese Annahme wird auch noch dadurch unterstützt, daß der Umschlag zu Frostwetter mit einem Sonnenwechsel (Sonnennähe) zusammenfiel, dessen Einfluß nicht so rasch vorbeigeht wie der eines Mondwechsels, und daß das jetzige Frostwetter bereits zweimal (am 3. und 5.) den Umschlazversuchen eines Mondwechsels erfolgreich widerstand. Sollte diese Wetieransage nicht zutreffen, so werden wir es weniger bereuen, uns für längere Fortdauer deS Winterfrostes eingerichtet zu haben, als wenn das Umgekehrte eintritt.
Turnerisches. Morgen Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, findet in Obertshausen im Gasthaus „Zur schönen Aussicht" tine Versammlung der Vereinsturnwarte und des Gau- Turn-Ausschusses des Gaues Offenbach-Hanau statt. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Bericht über das verflossene Jahr; 2. Aufstellung des turnerischen Programms für dieses Jahr: 3. Wahl des Ortes für die nächstjährige Zusammenkunft; 4. etwaige Anträge für den Gauturntag. Die Vereinsturnwarte werden gebeten, die Riegenbücher mitzubringen.
* Stadttheater. In Moser-Schönthan's außerordentlich beliebtem Lustspiel „Krieg im Frieden", das am Sonntag neu einstudirt gegeben wird, sind neben Herrn Schwarz (Reiflingen) und Fräul. Muck (Ilka) in größeren Rollen noch die Damen Sesulka, Rieger, Hantke, Marschall und die Herren Gehrmann, Monato, Becker und Bartak beschäftigt. Das lustige Stück dürfte in dieser Besetzung ohne Zweifel wiederum den besten Erfolg haben. — Auch die Sonntag-Nachmittags-Borstellung zu kleinen Preisen „Maria Stuart" mit den Damen Sesulka und Brandow in den Hauptrollen läßt eine starke Zugkraft voraussetzen.
* Bellachini, auch hier von seinen letzten Soirèen 1895 bestens bekannt, veranstaltet am Sonntag den 20. und Montag den 21. Januar, abends 8 Uhr, im Saalbau des „Deutschen Hauses" 2 brillante Vorstellungen mit neuem Programm. Der Frankfurter „General Anzeiger" schreibt über eine Soirèe im Saale des Hoch'schen Konservatoriums: „Der Künstler führte unter Assistenz seiner Frau mit großem Geschick bei elegantem Vortrag eine Reihe neuer Kabinett- stückchen aus dem Gebiete der Salonmagie vor und wußte das Publikum zwei Stunden lang auf's Beste zu unterhalten. Daß bei solchen Produktionen nicht Alles neu sein kann, ist einleuchtend. Wahrhaft verblüffend wurde das antispiritistische Zahlenschreiben nach Rabè-Danmark ausgeführt; die betreffende Zahl erschien mit Kreide auf einer Tafel, die der Künstler nicht in die Hand bekam, die vielmehr einer Dame im Publikum zur Aufbewahrung übergeben war. Das Verschwinden und Et scheinen einer Dame vermittelst des Daoenport'schen Wunderkoffers wurde auf ganz neue Art vorgeführt: die Bühne ist hell erleuchtet, der Koffer wird von Herren aus dem Publikum untersucht, verschlossen und verschnürt und dennoch verläßt ihn die Dame auf mysteriöse Weise." Zum Schluß der Vorstellung folgt die größte Attraktion der Neuheit, welche in Berlin beim Polizeipräsidium rc. so großes Aufsehen erregte, siehe „Weite Wett", Heft 6 1900, „D i e Befreiung aus den Zuchthausfesseln." Diese Polizeifesseln sind ohne jegliche Präparationen, sie werden