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Der ZerrLralverband deutscher Industrieller wirb am 5. und 6. Februar in Berlin eine Ausschußsitzung und eine Delegirtenversammlung obhalten. Auf der Tages­ordnung der Ausschußsitzung stehen außer geschäftlichen Ange­legenheiten Bekanntmachungen des Bundesraths vom 29. April 1892 und 1. Februar 1895, betreffend die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen in Walz- und Hammer­werken, sowie Vorberatbung der Tagesordnung fürchte De- legirten Versammlung. Für diese sind vorgesehen: Geschäftliche Angelegknbeiten; die Stellung des Zentralverbandes zu den Getreidezöllen; die Kanalvorlage; die Handhabung der Zoll­gesetzgebung des Auslandes und die in den Handelsverträgen niederzulegenden allgemeinen Vereinbarungen; die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs in Bezug auf das Arbeilsoer- hältniß; der im Reichstag eingebrachte Antrag v. Heyl und Genossen, betreffend die Reichsaufsicht über die Syndikate; die Abänderung des preußischen Stempelsteuergesetzrs vom 31. Juli 1895.

An der deutsch-ostafrikanischen Küste hatte der Sultan von Sansibar einen nicht unbeträchtlichen Besitz an Grundstücken bei Dar-es-Salaam und Pagani, den er durch den Wali von Dar-es-Salaam, Soliman bin Nasr, verwalten ließ. Dieser Zustand führte im Laufe der Zeit zu mancherlei Mißhelligkeiten, besonders als mit der Gesetzgebung über die Behandlung der Sklaven die Anforderungen des Sultans nicht mehr in Einklang zu bringen waren. Noch vor wenigen Jahren stellte z. B. ein Sultan das Verlangen an oie deutsche Regierung, sie möchte ihre Beamten anweisen, die von seinen Schambas entlaufenen Sklaven mit einfangen zu helfen. Nach langwierigen Verhandlungen ist es nun Herrn Dr. M. Schoeller gelungen, diesen ganzen Besitz zu erwerben, um eine rationelle Kultur dort anzubahnen.

Die Umbewaffnung der italienischen Artillerie. Nach langen, mancherlei Reibungen unterworfen gewesenen Ver­suchen ist nunmehr das Modell einer neuen 7 Centimeter- Schnellfeuerkanone, welche das gegenwärtig im Gebrauch be­findliche Feldgeschütz ersetzen soll, festgesetzt. Die Massenan­fertigung hat begonnen, und in 1^2 Jahren sollen sämmtliche leichten, etwa ein Drittel der gesammten Artillerie ausinachenden Batterien mit dem neuen Material versehen sein. Das neue 7 Centimeter-Geschütz ist erheblich leichter als das bisherige, behält aber trotzdem die Bespannung mit sechs Pferden; seine ballistische Leistung soll anch abgesehen von der Feuerge­schwindigkeit weit größer sein als die der jetzigen 9 Centi- meter'-Kanone, die durch ihre Adaptirung zum Schnellfeuer­geschütz nicht gewonnen hat. Ob die letztere nach dem Aus­scheiden des bisherigen leichten Geschützes ebenfalls durch die neue 7 Centimeter-Kanone oder durch ein noch wirksameres Geschütz ersetzt werden soll, ist noch nicht entschieden. Dagegen wird mit Eifer an der Feststellung eines neuen Modells für das nicht mehr entsprechende Gebirgsgeschütz gearbeitet. Auch an dem Entwurf einer Feldhaubitze wird gearbeitet, ohne daß jedoch vorerst ein bestimmter Entschluß wegen ihrer Einführung gefaßt ist.

Amerikanische Drohungen gegen Venezuela. DemNew York Herald" wird aus Washington gemeldet: Die Vereinigten Staaten werden, wenn nöthig, die unrecht­mäßige Vertreibung derNew-York and Bermuoez Company" von ihren Asphaltkonzessionen in Venezuela mit Gewalt ver­hindern. Das Nordatlantische Geschwader wird in Bereitschaft gehalten, nach Venezuela zu gehen. Hier verlautet, der Komman­dant des KriegsschiffesSkorpion", welches sich nach Venezuela begibt, habe Befehl erhalten, wenn möglich, Blutvergießen zu Vermeiden: indessen werde sich, wenn die Regierungstrnppen oder die Aufständischen versuchen, die Asphaltkonzessionäre ihrer Rechte zu berauben, derSkorpion" diesen Versuchen mit Gewalt widersetzen.

Die Lage ist China.

Korvettenkapitän Larrs, welcher am Freitag in Wesel eintraf, wurde auf dem Bahn­höfe von den Spitzen der Zivil- und Militär-Behörden em-

Streu konsumirende Publikum verschwindend gering ist. Wo im Bestandschlusse der Boden durch Laub und Humus seine Kraft und Frische bewahrt hat, da vermag dieser Sandstein jene herrlichen Waldungen zu tragen, die den Naturfreund geradezu in Staunen versetzen und seit lange den Ruhm des Spessarts als Wald begründet haben. Dieser Wald ist es, der den Dichter veranlaßt, den Spessart als den Preis der Wälder hinzustellen und zu dem Ausspruch zu bewegen,mit deinen Buchen, deinen Eichen, läßt sich kein anderer Wald ver­gleichen." Andererseits aber ist derselbe Boden bei Bloßlegung und öfterer Streuentnahmen bald soweit heruntergebracht, daß die Buche zum Krüppelholz wird und nur noch die anspruchs­losesten Nadelhölzer von nicht einmal freudigem Gedeihen nachgezogen werden können. Leider tritt uns dies Bild oft genug entgegen, namentlich im Revier Jakobsthal-Heinrichsthal, wo sich die Folgen früherer Mißwirthschaft in ihrer ganzen Größe zeigen. Auch hier sind es in erster Linie die fliegenden Glashütten gewesen, die genau wie im Vogelsberg die ver­derblichen Spuren zurückgelassen, und den Waldboden zur völligen Degeneration und Erschöpfung gebracht haben. Nur so ist es zu erklären, daß in den leicht zugängigen Theilen des Spessarts auch keine einzige alte Eiche mehr zu finden ist, während mehrere Stunden davon, schon von Rothenbuch ab, besonders nach Lichtenau, Rohrbrunn, Weibersbrunn und Krausebach zu noch viele 400- bis selbst 500jâhrige alte tzichenstâmme zu sehen sind, jenes Vermächtniß früherer Jahr­hunderte, Stämme, wie es in Bezug auf Holzgüte und schlanken Wuchs in Deutschland keine mehr gibt. Diese herrlichen Be­stände sind nur wegen ihrer völligen Weltabgeschiedenheit auf unsere Tage gekommen, unserer Zeit aufgespart worden. Die Stamme sind durchweg zu bedeutender Höhe, wie Säulen, die den Himmel tragen, schnurgerade hinaufgeschossen und solche, die zwanzig Meter astrein sind, gehören keineswegs zu den Seltenheiten. Erst oberhalb des umgebenden 120150 , seltner bis 200jährigen Buchenhochwaldes, entfalten diese Bergriesen ihre relativ kleinen Zackenkronen. Viele derselben sind in dm

Hanauer Anzeiger

^WHJI tHMI , MM| in»L>ll u IWUW IWB WUlinilII I > Jt W i^ ^M»«rm>«i»..'M, , EU»,.«MM ^I -_ff pfangen und von dem Oberbürgermeister Dr. Fluthgraf, der von dem Stadtverordnetenkollegium umgeben war, begrüßt. In seiner Ansprache feierte der Oberbürgermeister den KorZetteu- kapitän Lans als den Helden von Taku, wie die Kriegsge­schichte ihn dereinst benennen werde. Beim Einzuge in die Stadt wurden Lans zahlreiche Ovationen dargebracht. Die Stadtverordneten-Versammlung hat außerdem dem Korvetten­kapitän Lans, der ein Sohn Wesels ist, einen Ehren-Prunk- becher gestiftet. Wie verlautet, beabsichtigt Kapitän Lans, vor­läufig einen längeren Aufenthalt in Wiesbaden zu nehmen. Zunächst ist Kapitän Lans für eine weitere Dienstverwendung in den Admiralstab der Marine berufen. Ueber die Heilung des Kapitäns Lans werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Korvettenkapitän Lans hatte am linken Unterschenkel einen Knochenbruch erhalten und wurde nach oberflächlichem Verband in das deutsche Krankenhaus nach Yokohama zur weiteren Be­handlung überführt. Hier erhielt Lans einen festen Gipsverband, der sich anscheinend bewährte. Als der Kranke den ersten Gehversuch machen wollte, mußte er hiervon Abstand nehmen, weil er fürchter­liche Schmerzen litt. Es lag also noch ein zweiter Knochen- bruch vor. Um ihn genau zu ermitteln, wurde ein bedeutender Chirurg ans Tokio nach Yokohama berufen. Nachdem dieser mit Hilfe von Röntgenstrahlen die Lage des zweiten Knochen­bruchs festgest-llt hatte, wurde Lans unter Betäubung operirt. Man machte zuerst einen, dann einen zweiten Einschnitt in den Unterschenkel und befestigte mit Silberdraht die Knochen- stücke, reinigte die Wunde, verband sie und legte einen Geh- Gipsverband an. Nach dem Erwachen aus der Betäubung war das Allgemeinbefinden anfangs nicht sehr befriedigend. Der Kranke war hochgradig nervös und bedurfte großer Schonung. Die Heilung machte aber erfreuliche Fortschritte, so daß Lans nach verhältnißmäßig kurzer Zeit die ersten Gehversuche machen und im September zum ersten Male ausgehen konnte. Außer dem U. terschenkUbruch hatte Lans am ganzen Körper zahl­reiche kleinere Verwundungen. Sie waren durch kleine Holz­splitter entstanden, welche durch Granatfeuer vom Deck av- splitterten. Anfang Dezember war Lans so weit wiederhergestellt, daß er mit dem DampferKönig Albert" die Heimreise an- treten konnte. In diesen Tagen wird Korvettenkapitän Lans, der noch an zwei Stöcken geht, wieder in der Heimath ein- treffen.

Telegramme.

Varls. 18. Januar. Im heutigen Ministerrath theilte DDcassee mit, daß die chinesischen Bevollmächtigten am 17. d. M. den Vertretern der Mächte die Ausfertigung eines kaiserlichen Dekrets überreicht hätten, das die Annahme der Bedingungen der Kollektiv Note enthalte und das kaiserliche Siegel trage. Ferner hätten die chinesischen Bevollmächtigten die Note, die jeder Gesandte ihnen zur Unterzeichnung über­geben hatte, mit ihrer Unterschrift versehen wieder zurückge- geben. Lanessan gab bekannt, daß im Anschluß an eine N iterredung, die er mit General Frey hatte, alle Fragen, die sich auf die erfolgten Sendungen von China nach Frankreich bezögen, im Sinne der von der Regierung bereits erlassenen Vor schlißen geordnet seien.

Dom Kurenkrieg

^asrlko Uttö ^ciii Endö! Dieser Seufzer mag sich an jedem Morgen den Gott werden läßt, manches Briten Brust entringen, wenn er sich abermals hat überzeugen müssen, daß seine Zeitung von englischen Siegen noch immer nichts Vi melden weiß. Diese Stimmung kommt wohl je nach dem Temperament des Einzelnen verschieden zum Ausdruck. Be­zeichnend ist die Erscheinung, daß der ohne Zweifel auf weben Kreisen jenseits des Kanals lastende seelische Druck in bitterer S.lbsti onie Auslösung zu suchen beginnt. Eine Piobe davon bietet dieWestminster Gazette", die folgende Auslassung enthält:

Wir haben uns die Mühe genommen, einige Aeuße- rungen zusammenzustellen, die von Mitgliedern des jetzigen, rekonüruirten Kabinets wählend der Parlammtswahlen in

letzten Jahrzehnten genutzt woibcn und lange wirb es wohl nicht mehr dauern, bis man völbg mit ihnen aufgeräumt hat. Wir bedauern das Verschwinden dieser Heroen aus tiefster Seele, denn solche.Waldungen werden, wenn einmal abgetrieben, nie wieder in gleicher Schönheit entstehen können, aus Gründen, die w r nicht näher erörtern wollen. Das urwüchsige Wald- büd in seiner vollen majestä ischen Erscheinung wird ver­schwunden sein, und dem modernen, langweiligen Kultur- foift Platz machen müssen. Die praktischen Interessen des Menschen verbitten leider in unserer raschlebigen Zeit der Natur, nach den gewohnten Schönheitsgesetzen sich selbst zu reg neriren, der Mensch muß überall gewaltsam eingreifen, was natürlich nur auf Kosten der Schönheit geschehen kann. Aspen, Birken, Saalweiden kommen im Spessartinneren nur ganz untergeordnet vor, Eschen und Ahorn sind selten. Ulmen fehlen überhaupt ganz, offenbar ist ihnen der Boden zu schlecht und zu trocken. Erlen finden sich längs der Bachläufe, und Hainbuchen spielen eine ganz untergeordnete Rolle. Daß aber flüher auch Hainbuchen große Bestände gebildet haben müssen, dafür bürgen uns die NamenHainbuchenthal" sowie ein Distrikt, den das Volk bei Mespelbrunn denHainbuch" nennt. Unterholz fi ibet sich im Hochwessart nur selten und die Wald- gruudslo a i|t eine geradezu überraschend arme. So reich wie der hohe Vogelsberg an botanischen Seltenheiten ist, so arm ist es der hohe Spessart, und wir wüßten auch nicht eine ein­zige Pflanze, die als charakteristisch für diese Gebiete gelten konnte.

Der preußische Theil des Spessart besaß früher auch fast nur Buchenbestände mit Eichen gemischt und einzelne alte, noch erhaltene Buchen zeigen, daß es schöne Waldungen waren. Heute herrscht in diesem Gebiete fast äusschließlich die Föhre vor, jtdoch scheint man gerade hier über die unterste Stufe des Rückglugs hinaus zu sein, und viele Nadelholzbrstände zeigen s - ou wieder die prächtigsten Waldbllder. Auch einzelne Buchen- be'tände zeigen, daß sie forstmännisch richtig angelegt sind und gut gepflegt werden. Im Allgemeinen ist der Boden aber

. __19. Januar

öffentlichen Versammlungen über den Krieg gemacht worden sind. Herr Balfour sagte in Manchester:Der Krieg neigt sich glücklicherweise seinem Ende zu"; Herr Chambetlain in Birmingham:Unter der kundigen Führung des Lord Roberts sind alle Schwierigkeiten überwunden worden"; Sir M. Hicks-Beach in Bristol:Der Krieg in Südafrika ist, soweit organisirter Widerstand in Betracht kommt, einem erfolgreichen Abschluß zugeführt worden." Lord George Hamilton in Ealing:Der organisirte Krieg ist, praktisch genommen, vorüber" ; Herr Ritchie in Croydon:Es ist Sache der Wähler, zu bestimmen, ob die Regelung (der südafrikanischen Angelegenheiten) in die Hände Jener gelegt werden soll, die diesen K-ieg erfolgreich zu Ende geführt haben"; Herr Walter Long in Bristol:Es ist alle Aus­sicht vorhanden, daß der .Krieg seinem schleunigen Ende entgegen geht"; und endlich machte Herr Hanbury in Preston die kühne, jetzt nicht am wenigsten erheiternde Aeußerung:Die Angreifer sind aus unseren Gebieten ver­trieben worden und haben überdies ihre eigenen verloren". Alle diese Aeußerungen haben die Mitglieder desMiniste­riums Chamberlain genannt Salisbury" vor etwa vier Monaten gethan !"

Wenig Trost dürfte unter solchen Umständen eine Kund­gebung des Premierministers des Australischen Staatenbundes, Barton, bieten, in der er sich über die zukünftige Politik des Bundes verbreitete. Herr Barton hat laut einer telegraphischen Mel­dung in West-Maitland (Neusüdwales) eine Rede gehalten, in der er sagte, die Handelspolitik des Bundes werde auf Protektion, nicht auf Prohibition gerichtet sein. Was die Frage eines Vorzugstarifs für britische Waaren angehe, so würde er sich freuen, wo es möglich sei, Rezi­prozität eintreten zu lassen, doch bedürfe die Frage sehr ernster Erwägung, ehe ein endgültiges Vorgehen erfolgen könne. Da in England bekanntlich nur wenige Einfuhrgüter Zölle zu entrichten haben und sonach eine Herabsetzung der Zölle auf die wichtigsten australischen Ausfuhrerzeugnisse, nicht möglich ist, so bedeutetReziprozität" im vorliegenden Falle augen­scheinlich, daß England die Einfuhr aus anderen Ländern zu Gunsten Australiens mit Zöllen belasten müßte. Australien will sich seine Anhänglichkeit an das Mutterland sonach ziem­lich theuer bezahlen lassen.

Realen Vortheil dürfte England hiernach aus der von Lord Salisbury und Herrn Chamberlain gepriesenen engeren Ge­staltung der Beziehungen zu den Kolonien kaum sobald ziehen. Dem britischen Bedürfniß, ans der moralischen Vereinsammung im Hinblick auf den Burenkrieg herauszukommen, sollten die vor einigen Wochen in Szene gesetzten Kundgebungen über das angebliche Bündniß zwischen England und Portugal Be­friedigung schaffen. Es wurde seiner Zeit schon festgesteUt, daß hinsichtlich der bekanntn älteren Verträge von einerAllianz" nicht wohl die Rede sein kann. Nun wird gegenüber anders­lautenden Behauptungen in einer Berliner Zuschrift an den Pester Lloyd" erklärt, daß zwischen den genannten beiden Staaten weder in der jüngsten Zeit noch in den letzten Jahren Abmachungen getroffen sind, die mit einer Allianz et­was gemein haben. Zum Schluß heißt es:

Am Naheliegendsten wäre ja gewesen, zu glauben, daß die portugiesische Regierung, wenn nicht eine politische Aktion, so dvch eine finanzielle im Glanze eines englischen Bünd­nisses hätte in Szene setzen wollen. Dem ist aber nicht so. Nirgends wissen die finanziellen Kreise etwas davon, daß etwa neue Schritte außer den längst bekannten zur Er­leichterung der portugiesischen finanziellen Bedürfnisse unter­nommen worden wären, oder daß sich solchen Schritten neue Aussichten eröffnet hätten. Das Letztere gilt natürlich von England nicht weniger als von anderen in Betracht kom­menden Ländern. Es kann bei dieser Gegenheit feftgestellt werden, daß die auch in die deutsche Presse übergegangene Behauptung, der jetzt beinahe als bekannt anzuiprechende Geheim vertrag zwischen Deutschland und England über Südafrika sei durch eine finanzielle Inter­vention von englischer Seite zu Ungunsten des Deutschen Reiches gestaltet worden, jeder Begründung entbehrt. Ein

*^«^^ III trocken^ und selbst die verhältnißmäßig noch schönen Buchen des Sinnthals zeigen, daß sie auf einem trockenen Boden stocken. Am unteren Sinnthal kommt jetzt werthlos gewordener Schäl wald vor, sogar Hackwald der traurigsten Art, indem man zwischen alten Birken auf Wildfeldern Hafer und Kartoffeln baut. Nach drei Jahren läßt man das Land durch die Birken, welche immer bleiben, wieder besamen. Sofern man es nicht mit Gemeindewald zu thun hat, handelt es sich jedoch um hoffnungsfreudige Zukunftswälder, die später, wenn der Boden erst eine Verbesserung durch geeignete Maßregeln erfahren hat, auch für Laudhölzer wieder geeignet erscheinen.

Stadttbeater in Danau.

Hanau, 19. Januar.

Mit der gestrigen Freitagsvorstellung hat die Theaterleitung den Der?» such der Wiederaufnahme älterer Stücke von Paul Lindau in den Spiel­plan unserer Bühne fortgesetzt. Dem zur Darstellung gekommenen vier­aktigen LustspielEin Erfolg" fehlt aber vor Allem die für eine erfolg­reiche Neubelebung so nothwendige Grundbedingung einer starken interessant gestalteten Handlung. Der leicht geschürzte Licbeskonflikt, der die vier Akte des Stückes nur lose verbindet, kann als ausreichende Handlung nicht ernstlich in Betracht kommen. Auch die Menschen, die Lindau in seinem Lustspiel versammelt, sind keine lebensfähigen Gestalten von Fleisch und Blut, sondern mühsam konstruirte Geschöpfe und wohl nur dazu geschaffen, die Litteraturweisheil des früher so gefeierten und geistvollen Feuilletonisten von den Brettern herab zu verkünden und seinem treffenden Witz, seinem beißenden Spott und seiner scharfen Kritik passenden Ausdruck zu geben. Ja, wenn diese dialogischen Künste den Erfolg allein ausmachten, dann wäre Lindau ein Meister, aber auch all diese glänzende Ausschmückung der Handlung vermag über deren stoffliche Mängel nicht hinwegzuhelfen und selbst der äußerst wirksame dritte Akt, der uns in den Zwischenakt bei der Erstaufführung eines Stückes in den Vorraum eines Theaters ver­setzt und die Seelenstimmung eines Autors bei der Ausführung seines Erstlingswerkes recht anschaulich schildert und verschiedene feindliche Machenschaften gegen den Erfolg seines Stückes kennzeichnet, verhelfen zu keinem dauernden Interesse mehr. Als rother Faden zieht sich durch die vier Akte des Stückes das Liebeswerben des gewandten und liebenswürdigen Journalisten Fritz Marlow um die schöne und liebreizende Tochter der Hermine Drossen mit dem hübschen Namen Eva. Die Verlobung könnte