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stern inmitten der Wolken" erschien, so weist er die Bahn für die Geschichte seines Hauses. Schon in der Be­stallungsurkunde von 1411 heißt es, daß Friedrich I.mit Arbeit und Mühe und Macht die Mark, die durch Kriege schwer verfallen und ins Verderben gekommen, wieder aufrichte" und ein Jahrhundert später bekannte ein Hans von Küstrin in dem Wahlspruch:Wohlthäter sein für alle, das ist Fürstenart" den Grundsatz, dessen Bethätigung der Hohenzollern Sieg und Größe ansmacht.

In unsern Tagen hat Kaiser Wilhelm R. mit schwung­voller Begeisterung und männlicher Thatkraft das Banner der volksfreundlichen Socialreform ergriffen, welches von seinem Großvater entfaltet, den Händen seines Vaters durch den Tod zu früh entrissen wurde. Seine Kund­gebungen in Wort und That lassen keinen Zweifel darüber obwalten, daß er sich ganz in den Dienst des socialen Zeitalters gestellt hat.Den Frieden zu schirmen, die Wohlfahrt des Landes zu fördern, den Armen und Be­drängten ein Helfer, dem Rechte ein treuer Wächter zu sein." Dahin zielt die Arbeiterschutz-Gesetzgebung des Reiches, welche den Arbeitern ihren Sonntag schützt, ihnen freundliche Behandlung, Beschaffung gesunder Ar­beitsräume und Wohnungen sichern will, dahin zielt die Reichsversicherungs-Gesetzgebung, welche den, sei es durch Unfall sei es durch Krankheit, verdienstlos ge­wordenen Arbeiter vor der Not bewahren und ihm eine willkommene Hilfe schaffen will.

Wer denkt nicht beim Ueberschauen der socialen Ge­schichte der Hohenzollern an das Wort, das Anton Wohl­fahrt in FreitagsSoll und Haben" den Hohenzollern widmet:Als kühne Männer und gute Wirtschafter, die sie waren, haben sie ihren Boden verwaltet, sie haben einen Staat gebildet aus verkommenen oder zertrümmerten Stämmen, sie haben mit einem großen Sinn ihr Haus als Mittelpunkt für viele Millionen gesetzt und haben aus dem Brei unzähliger nichtiger Souveränetäten eine lebendige Macht geschaffen." So haben die Hohenzollern durch die Jahrhunderte hindurch jedem Stande, der sich in Not be­fand, die helfende Hand gereicht, dem Adel, wie dem Bauernstand, dem Bürgertum wie den Arbeitern, so werden sie auch durch die socialen Kämpfe der Gegenwart den Weg führen zum Schutz des Mittelstandes und zur socialen Hebung der arbeitenden Klassen. Die Hohenzollern ragten mit Haupteslänge über ihr Volk empor, sie verstanden den Geist und die Wege der Zeit. In der Förderung der Kultur der Menschheit sahen sie auch die Förderung der sittlichen und wirtschaftlichen Interessen ihres Volkes ein­geschlossen. So wurden sie führende Geister und Bahn­brecher.

Preußens Schwert.

Und schlagt Ihr an den Heerschild, dann weicht zu blutfier That Von Weib und Kind der Vater; er zieht in Euren Streit Nicht opferfroh, nicht eitel 's ist feine Schuldigkeit

Wie Eure. Ob hinten im Rücken sein kleiner Acker versande, Die Liebsten darben und sterben, er gehört zuerst dem Lande

Wie Ihr. ----

Könige von Preußen waren bis auf wenige Aus- nahmen ihrem Berufe nach Soldaten. Als Prinzen vom io. Lebensjahre ab soldatisch erzogen, galt ihr Sinnen und Trachten in erster Linie der Vervollkommnung der Armee. Seit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht regierten sie über ein Volk in Waffen, welchem sie durch ein den Fortschritten der Zeit angepaßtes Heerwesen die Bürgschaft der Unüberwindlichkeit zu verleihen suchten, die ihm moralisch schon gehörte. Oder war es nicht die größte Stärke dieses Volksheeres, daß in ihm der Ackerknecht ebenso wie der Reiche und Vornehme wenigstens an einer Stelle gleich waren: gleich in dem Gefühl der Kleinheit gegenüber einer Gesamtheit, der jeder ebenso viel galt wie

sein Nebenmann und doch so groß in dem Bewußtsein, daß er im Anschluß an das Allgemeine die Grenzen seiner Persönlichkeit weit, weit hinaus dehnen konnte? Die all­gemeine Wehrpflicht hat den unsagbaren Gedanken des Vaterlandes in den Seelen des deutschen Volkes befestigt und seine Söhne gelehrt, freudig, wenn es sein muß, für seinen Ruhm den Schlachtentod zu sterben. Jeder Hohen- zoller, auch wenn er kein Soldatenkönig war, hat auf d.en Thron ein volles Verständnis für die Eigenart und Be­deutung des Heerwesens mitgebracht und wußte die Armee als feste und zuverlässige Stütze des Thrones zu schätzen. Dazu kam Gottes Fügung, daß, so oft schwere Kriege das Land bedrohten, die Feldherrntugenden der Fürsten das Volk zum Siege zu führen wußten, wenn auch die Niederlagen, durch die es ging, noch so niederschmetternd und entmutigend schienen.Die Armee hat Preußens Größe geschaffen," sagte König Wilhelm I. als Prinz- Regent,sie hat Preußens Wachstum erkämpft. Es wäre ein schwer sich bestrafender Fehler, wollte man mit einer wohlfeilen Heeresverfassung prangen, die deshalb im Mo­ment der Entscheidung den Erwartungen nicht entspricht." Er wurde nicht nur der Schöpfer der Reorganisation, sondern zugleich der Bildner und Erzieher seines Heeres und hat die Ausrüstung und den Geist des preußischen Heeres auf das deutsche Heer übertragen. Indem er mit nie ermüdender landesväterlicher Fürsorge das preußische Heer auf die Höhe seines ernsten Berufes erhob, legte er den sicheren Grund zu den unter seiner Führung errungenen Siegen der deutschen Waffen. Kaiser Wilhelm II. vollendete sein Werk, indem er neben der Ausbildung des Landheeres die Schaffung einer Deutschlands würdigen See­macht sich zur Aufgabe stellte. Wenn unser deutsches Volk endlich zu der Erkenntnis gekommen ist, daß nur im Besitz einer starken Flotte Deutschland seinen europäischen, seinen Weltberuf erfüllen kann, so verdanken wir das in erster Linie der unermüdlichen verständnisvollen, ziel­bewußten Arbeit unsres Kaisers. Auf dies Ergebnis seiner Regierung sollte unser Volk mit freudiger Dankbarkeit blicken.

Gott war mit uns! )hm sei die Ehrei

â Worte Kaiser Wilhelms I.

us dem Friedenswerk der preußischen Könige, auf ihrer Führung der Waffen, auf ihrem Emporklimmen vom kleinen Brandenburg zur Weltmacht hat in den ver­flossenen zwei Jahrhunderten sichtbar Gottes Segen ge­ruht. Möge jetzt und in Zukunst unserem Volke das volle Verständnis erschlossen und gewahrt bleiben für die weise und unermüdliche Friedensarbeit seiner Könige! Des Vaterlandes erster Diener zu sein, war ihr Ehrgeiz. Sie haben den Staat aus den Stürmen der alles verwirrenden und zerstörenden Zeit wiederholt gerettet und mit ihrem Staatsprinzip nicht nur Preußen, sondern auch dem Deutschen Reiche einen festen Haltpunkt künftiger Ent­wicklung gegeben.

Ein solcher Staat ist würdig, daß seine Bürger für die Rettung desselben Gut und Blut einsetzen; oder sollen sie es etwa für die falsch verstandene Idee von Freiheit und Gleichheit thun, die einer Darstellung in der Wirklich­keit nicht fähig ist, weil sie in dem Gang der Welt­geschichte keinen eigentlichen Grund und Boden hat? Nein, wir dürfen uns durch nichts irre machen lassen! Preußen hat in dem großen Kampf der zwei Jahrhunderte, in welchen seine Fürsten die Königswürde bekleiden, für nichts Geringeres gekämpft, als für die Einheit und Größe Deutschlands und hat entscheidend für die Zukunft gesiegt. Pflicht, Dankbarkeit und Geschichte vereinigen _ jeden Preußen durch ein heiliges Band mit dem Hause Hohen­zollern und am Jubiläumsfeste des Königshauses schart sich ein treues Volk um den Königsthron, um nächst dem Dank für Gottes Güte aufs neue für gute und böse Tage sich in dem Wahlspruch zu verbinden:

Mit Gott für König und Vaterland! Mit Gott für Kaiser und Reich!

Verantwort tcher Redakteur E. Hülle, Verlag und Druck des Christlichen Zettschrtftenvereins, Berlin SW.