9. Januar.
Hanauer Anzeiger
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Untersuchungen über das Gedächtniß der Schntkinder hat der Oberlehrer Dr. Kemsies arigestellt und darüber Montag Abend einige Mittheilungen im Berliner „Verein für Kinderpsychologie" gegeben. Dr. KemsieS forschte, auf welchem Wege irgend ein Stoff, also z. B. eine Anzahl von Vokabeln, im Gedächtniß der Schüler am besten haften bleiben : ob akustisch (durch mündliche Lehrmethode) oder optisch (durch Ablesen von der Tafel) oder durch das am meisten gebräuchliche ksmbinirte Verfahren (die Verbindung der beiden ersten Arten). Eine Vergleichung dieser Methoden hat ergeben, daß das einseitig akustische dem einseitig optischen Verfahren durchweg überlegen war, etwa um zehn Prozent, und daß selbst das Lernen nach den verbundenen Methoden (Hin- sehen nach dem Geschriebenen und lautes Sprechen) der rein akustischen noch etwas nachsteht. (!) Diese Ergebnisse sprachen also ziemlich deutlich zu Gunsten der akustischen Methode. Es galt aber auch, festzustellen, ob dieses Verhältniß bestehen bleibt, wenn die Energie der Aufmerksamkeit der Schüler bei aBen drei Wegen die gleiche ist. Zu diesem Zwecke durfte bei dem akustischen Verfahren nur das Ohr thätig sein (die Schüler mußten die Augen schließen) und bei dem optischen Verfahren nur das Auge, das Zimmer wurde verdunkelt und jede Vokabel erschien auf einem Transparent. Die hierbei gemachten Beobachtungen waren sehr interessant. Nebenbei offenbarte sich bei dieser Gelegenheit, daß ein recht „schwacher Schüler" ein geradezu phänomenales Gedächtniß besaß. Im Allgemeinen zeigte sich auch hier, daß die Schüler dasjenige besser behielten, was ihnen auf akustischem Wege beigebracht wurde. In der Besprechung führte Dr. Bärwald u. a. auS, die Vortheile des akustischen Verfahrens seien z. B. beim Erlernen einer Sprache unverkennbar. Sehr merkwürdig sei es allerdings, daß die Ergebnisse des kombinirten Verfahrens nicht die bedeutendsten wären, da doch anscheinend etwas, waS durch Auge und Gehör wahrgenommen wird, sich am besten einprägen muffe
Folgendes „Lehrlirrgsgefttch" lesen wir in der „Thür. Montags-Ztg." : „Ich suche für meine Korbmacherei und Gärtnerei sofort oder später einen Lehrburschen mit besonders guter Schulbildung. Logis und Kost im Hause. Letztere sehr gut, auch reichlich. Beispielsweise erhält der Bursche bei Festlichkeiten, wenn er fleißig, willig und geschickt ist, vom Gänsebraten das Hauptstück (Kopf ohne Hals, aber mit Schnabel), wie ich in meiner Lehrzeit! Christian Spät. Deutscher Reichs-Korbmacher und Landwirth, Weimar, Brennerstraße 15."
Verlosungen.
Oesterreichische Rothe - Kreuz - Loose. Ziehung vom 2. Zanuar. Hauptprelse: Serie 5 491 Nr. 5 zu 70 000 Kronen. Serie 2316 Nr. 6 zu 2000 Kr. Serie 200 Nr. 24, Serie 27 6 Nr. 13, Serie 383 Nr. 37, Serie 624 Nr. 40, Serie 1122 Nr. 14, «®erie 1552 Nr. 24, Serie 1774 Nr. 34, Serie 2476 Nr. 48, Serie 2538 Nr. 17, Serie 3331 Nr. 36, Serie 4449 Nr. 17, Serie 4474 Nr. 32, Serie 9062 Nr. 6, Serie 9444 Nr. 42, Serie 10303 Nr. 12 je 200 Kr. Serie 1803 Nr. 9, Serie 2348 Nr. 18, Serie 3103 Nr. 36, Serie 4639 Nr. 34, Serie 4770 Nr. 30, Serie 5009 Nr. 31, Serie 5338 Nr. 40, Serie 5381 Nr. 43, Serie 6709 Nr. 36, Serie 7877 Nr. 15, Serie 8431 Nr. 43, Serie 9658 Nr. 45, Serie 11073 Nr. 21, Serie 11487 Nr. 15, Serie 11954 Nr. 11 je 100 Kr. In der Tilgungsziehung wurden die Serien 82 287 1290 2381 2973 3215 36 70 3921 3973 4400 4514 4612 5157 5529 6773 6838 6854 7109 7494 7571 7962 8655 9089 9151 9284 10371 10502 11502 11686 11862 gezogen, welche je die Nummern 1 bis 50 enthalten und mit dem Nominalbeträge von je 28 Kr. eingelöst werden.
Loose der Stadt Krakau. Ziehung vom 2. Januar. Hauptpreise: Nr. 7502 zu 50 000 Kr. Nr. 21991 zu 5000 Kr. Nr. 28995 37631 40569 44616 58700 je 1000 Kr. "
Loose der Stadt Laibach. Ziehung som 2. Januar. Hauptpreise: Nr. 71763 zu 50 000 Kr. Nr. 33330 zu 3000 Kr. Nr. 5775 21183 28962 41540 42657 je 1000 Kr. (Ohne Gew.)
Gebrauchs-Muster.
Nr. 142 714. Siphonfüllvorrichtung mit in einem feststehenden Kopfstück gelagertem und durch einen gegen den Siphonventilhebel drückenden Hebel zu öffnendem Füllventil. Friedrich Quehl in Frankfurt a. M., Zimmerweg 6, vom 18. Oktober 1900 ab. — Q. 230. Kl. 64c.
Schiffsbericht.
Hamburg, 7. Januar. Der Dampfer „Galicia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in St. Thomas und der Dampfer „Macedonia" vorgestern in Montevideo einge- troffen.
Breme«, 6. Januar. Der Dampfer des Norddeutscher Lloyd „Rhein" ist vorgestern in Baltimore eingetroffer.
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Dratbbericbte des „Dan. Hnz.“
Berlin, 9. Januar. Das Unwohlsein des Kaisers ist erfreulicher Weise ohne jede Bedeutung und dürfte sehr schnell behoben sein. Trotzdem steht es, dem „Berliner Tageblatt" zufolge, noch nicht fest, ob der Kaiser den Beisetzungsfeierlichkeiten in Weimar wird beiwohnen können. Eventuell wird der Kronprinz den Kaiser vertreten.
Berlin, 9. Januar. Die Interpellation des Grafen Klinkowström bezüglich der ostpreußischen Südbahn wird im Herrenhause vom Finanzminister Dr. Miquel beantwortet werden, und zwar, wie nach der Meldung eines parlamentarischen Berichterstatters verlautet, in ^ablehnendem Sinne, also gegen die Uebernahme seitens des Staates nach Ablauf der Konzession.
Berlin, 9. Januar. In Landtagskreisen verlautet gerüchtweise, daß Graf Bülow bei der Einbringung des Etats im Abgeordnetenhause heute auch noch das Wort ergreifen werde.
Berlin, 9. Januar. Der „Lokal - Anzeiger" meldet aus Kopenhagen: Hier verlautet, der Zar leide an einem L u n g e n ü b e l, das ja leider in der Zaren-Familie nicht unbekannt ist. In russischen Hofkreisen herrscht deswegen große Bessrgniß. Das Zarenpaar werde bald nach der Riviera reisen.
Berlin, 9. Januar. Gegen den Bankier Sternberg sind dem „Lokal-Anzeiger" zufolge anläßlich der Verhaftung der Wittwe Râwe jetzt zwei Fälle festgestellt worden, derentwegen er sich vor Gericht zu verantworten haben wird. Der eine umfaßt ein Vergehen gegen ein 14jâhriges, der andere ein solches gegen ein 15jähriges Mädchen. Des letzteren wegen ist seitens des Vaters ein Strafantrag wegen Verführung gestellt werden. Die Voruntersuchung in diesen beiden Sachen ist noch nicht beendet.
London, 9. Januar. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, stehen große Landstrecken in der Provinz La P ata unb Pahia Blanca in Flammen. Das Feuer erstreckt sich auf 40 Quadratmeilen.' Man weiß noch nicht, ob Personen dabei zu Schaden gekommen sind.
London, 9. Januar. „Daily Telegraph" meldet aus Rom : Die Rede, welche der Herzog von Norfolk beim Empfang der englischen Pilger durch den Papst gehalten hat, erregt in Regierungskreisen großes Aufsehen. Die italienische Regierung hat bereits zwei Blätter, welche die Rede veröffentlicht hatten, beschlagnahmen lassen. Man nimmt an, daß der Wortlaut der Rede sich mit den Beziehungen zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan befaßt.
London, 9. Januar. „Morning Leader" .meldet aus Marakesch: Der spanische Geschäftsträger hat seinen Posten verlassen, um gegen die Weigerung der marokkanischen Regierung zu protestiren, den spanischen Landesangehörigen die schuldigen Entschädigungssummen auszuzahlen.
Madrid, 9. Januar. Seit gestern wâthet bei einer Kälte von 9 Grad ein heftiger Schneesturm. Die Pariser Post ist infolge dessen ausgeblieben, da der Schnee die Verbindungen gestört hat.
Montpellier, 9. Januar. Der Schneesturm, welcher in der Stadt und Umgegend gewüthet hat, ist der heftigste seit dem Jahre 1870. Ein einen halben Meter hoher Schnee bedeckt die ganze Gegend. Mehrere Eisenbahnzüge sind im Schnee stecken geblieben.
New-Pork, 9. Januar. Der Brand im Spital von Rochester wurde durch einen überheizten Ofen hervorgerufen. Das Feuer griff sehr rasch um sich. 36 Kinder und drei Pflegerinnen sind als verkohlte Leichen aus den Trümmern hervorgezogen worden.
Schutz gegen. Asthma.
Ein hervorragender Arzt erbietet sich, allen an Asthma Leidenden in Hanau ein Schutzmittel gegen diese Krankheit angedeihen zu lassen.
Die Mehrzahl von Asthma Geplagten ist, nachdem sie Aerzte und zahllose Mittel ohne Erfolg versucht hat, zu dem Schluffe gekommen, daß es gegen diese höchst lästige Krankheit überhaupt keinen Schutz gibt. Diese Annahme ist falsch. Es hat vielmehr eine anerkannte Autorität, Herr Dr. Rudolph Schiffmann, der mehr Falle dieser Krankheit behandelt hat, als irgend ein anderer lebender Arzt, durch Herstellung und Anwendung eines Schutzmittels bereits seit vielen Jahren glänzende Erfolge erzielt. Dieses Mittel, „Dr. R. Schiffmann's Asthma- Pulver" besteht aus 34,9O°/o Salpeter, 51,lO°/o südamerikanischer Stechapfel, 14°/o riechender Kugelkolben. Das Pulver ist ein Präoentivmittel, welches die behaupteten vorzüglichen Eigenschaften aufweist. Hierfür soll sofort ein praktischer Beweis geliefert werden. Es wird nämlich hiermit bekannt gegeben, daß Dr. Schiffmann Willens ist, jeder an Asthma leidenden Person ein unentgeltliches Probe Packet seines Mittels zugänglich zu machen. Zu diesem Zwecke werden hiermit alle Leidenden dringend ersucht, ihre Namen und Adressen per Postkarte aufzugeben. Es wird ihnen alsdann sofort ein absolut kostenfreies Probe Packet zugesandt werden. Herr Dr. Schiffmann geht nämlich von der Ansicht aus, daß eine persönliche Probe mehr überzeugt und den Werth des Mittels beweist, als die Veröffentlichung vieler tausender Zeugnisse solcher Personen, welche durch den Gebrauch dieses Asthma- Schutzmittels vor den lästigen Anfällen jener Krankheit bewahrt worden sind. „Dr. Schiffmann's Asthma-Pulver" ist bereits seit Jahren in den meisten Apotheken Deutschlands verkauft worden, wenn auch viele Personen bisher nie davon gehört haben mögen. Um jetzt alle diese Personen hiervon zu benachrichtigen und in der Absicht, dieses Mittel allgemein zu machen, wird vorstehende Bekanntmachung erlassen. Es ist dies sicherlich ein liberales und ehrliches Anerbieten, und alle, welche mit dem oben erwähnten Leiden behaftet sind, sollten unverzüglich sab Chiffre: „Dr. R. Schiffmann" an die Annoncen Expedition G. L. Daube & Co., Berlin W., Leipzigerstraße 26, zur Weiterbeförderung schreiben und die
ihnen gebotene Gelegenheit, ein Probe-Packet kostenfrei zugesandt zu erhalten, nicht unbenutzt vorübergehen lassen. —
Da nur innerhalb der nächsten fünf Tage unentgeltliche Proben versandt werden können, ist es nothwendig, sofort zu schreiben. Ausdrücklich wird gebeten, nichts weiter als den vollständigen Vor- und Zunamen, den Bestimmungsort mit genauer Wohnungsangabe und den Postbezirk auf eine Postkarte recht deutlich zu schreiben und diese einzusenden. 313
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Süll der Kracke jede Hoffnung anfgeben?
Herrn Ernst Weidemann in Liebenburg (Harz).
Nachdem ich meine Kur von 60 Tagen beendet, freut es mich Ihnen das Resultat des russischen Knöterich mittheilen zu können; da ich 8^2 Monat Bronchial-Catarrh und Lungenspitzen-Affektionen hatte, nachher chronisches Lungenleiden, es quälte mich trockener Husten, Athemnoth quälte jneine Brust, Fieber trat unvermuthet auf, Urin war nie klar, alle Speisen waren mir zuwider. Anfangs September wurde ich heiser, hatte öfter Stechen im Halse und Ohren, jede Nacht kalten Schweiß am ganzen Körper. DeD mich behandelnde Arzt gab jede Hoffnung auf Genesung auf, bis zufällig mein Auge auf Ihre Offerte fiel, worin ich meinen letzten Rettungsanker erblickte. Schon nach fünftägigem Gebrauch Ihres Thees fühlte ich eine Erleichterung, Stimmung gehoben, Appetit besserte sich von Tag zu Tag, so daß nach 10 Tagen der Arzt erklärte, daß ich auf dem rechten Lungenflügel nur noch etwas Gerassel hätte. Nach Gebrauch der dritten Sendung wurde Husten weniger, Auswurf stark, Fieber und Schweiß ließen nach und verbrachte ruhige Nächte, so daß der Arzt bei seinem Besuche höchst erstaunt war über mein Aussehen. Nach weiterem Gebrauch Ihres goldenen Thees bin ich in der Lage, Ihnen mittheilen zu können, daß ich mich mit jedem Tage wohler und kräftiger fühle, so daß meine Verwandten und Bekannten ihre stete Verwunderung aussprechen, und werde ich diesen Winter, um etwaigen Rückfall zu vermeiden, Ihren köstlichen, unschätzbaren Thee, der mich vom Rande des Grabes riß, noch weiter nehmen und werde nicht verfehlen, jedem Leidenden Ihren so werthvollen Thee zu empfehlen und stelle Ihnen gern zur Veröffentlichung meines Dankes meinen Namen und Adresse zur Verfügung.
Louise Sch. in N., Büttgerlandstr. 191.
Das Original liegt zu Jedermanns Einsicht bei E. Weidemann, Liebenburg (Harz). 437 * *
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Packet 50 Pfg. und 1 Mk. Engelapotheke. * *
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T Rheinisches echsaihum Singen f. Maschinenbau u. Elektrotechnik. 116
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0 0 Q O l^ d Für alle Lebensalter
§ § 0 0 O Ö 1 y* gleich nahrhaft u.bekömmlieh» Kasseler Hafer-Kakao.
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Dan del, Gewerbe und Verkehr.
M Abfatzgelegenheit für Cement in Südafrika. Nach einem Berichte des amerikanischen Generalkonsuls in Kapstadt bietet Südafrika ein vorzügliches Absatzfeld für Cement. Alle öffentlichen Bauten, Niederlagen, Magazine, Pri- vatwohnhâuser sind in Ziegelsteinen gebaut und außen mit Cement verputzt. Cement findet auch Verwendung zur Festigung der Bürgersteige, zur Herstellung von Drainageröhren, von Dachziegeln, von Töpfen und von Schornsteinröbren. Im Jahre 1899 wurden nach der Kapkalonie 126 672 8,5 Pfund Cement eingeführt, und zwar 18 423 628 Pfund aus Belgien, 7 448 395 Pfund aus Deutschland, 605 aus anderen Ländern und der Rest aus Großbritanien. Die Einfuhr deutschen Cements hat 1899 bedeutend zugenommen, denn er läßt sich ebenso gut verwenden wie der englische Portland-Cement und ist 'ein Schilling für das Faß billiger. Der belgische Cement ist gut und kostet das Faß 1 Shilling 6 Pence weniger als ein Faß englischen Cementes. Bei der Einfuhr von Cement nach Südafrika ist der Wettbewerb einheimischer Fabrikation nicht zu fürchten, denn es fehlt im Lande an den Rohstoffen, welche" erforderlich sind, um eine Waare herzustellen, die sich mit der eingeführten vergleichen ließe.