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Vereinsnachrichten

für Donnerstag den 3. Januar.

Kunsiverein - S« few Aula der Kkön gl. Akademie: Au8st:llunz vm Gemälden rc

Orstorlenverein: Probe in der Oberrealschule; Damcu 7V», Herren 8 Ubr.

Saalbautunt deutschen Hm8": Abends 8'/« U)r: @io&(5 Militär- konzert der Ulonenk p lle

Abends 8'/, Uhr im Sade szrankfurtcrstraße 6, Hinterhaus: Oeffent- licber religiöser V >rtrag.

Evüng Männer- und Jüngtingsverein: Bibelstunde (Eoang. Vereins- haus).

Arendslcher Stenographenverein (gegründet 1897): Vereinsabend in der Restauration »zur großen Krone".

Katholischer Mân» erverein: Vereinsabeno in derRestauration Mobr (Rtämexfirofte)

Techniker-Verein: Vereinsavend in der Restauration Mohr.

Hanauer H^ßdall- und Crickelklub: Vereinsabeno in der Restauration .A! mri'nia".

Turn- u. Fechtklub: Fechten.

St. Joseph Bauverein: Vereinsabend und Kastenaustage im Gasthans zur goldenen Gerste."

RadfahrervereinVorwärts ^: Zusammenkunft im Gasthauszm Sonne

Erste Hanauer Ponlegesellschast- Preisspiel in der .Stadt Bremen" Erster Hanauer Fußball-Klub 1893: Klubabend im Vereinslokel (Brauerei Kaiser, Anstrdtt.

Radfnbrerverein Hanau 188b: Klubaberd in bTCentralhalle^.

Feuerwehr Vorstandèsihung in der Brauerei !8id.

Spessarl-Ti uristeuvereln: VereinSabend im Gasthauszum Ele- phautea".

Zus J^ab und fern.

FI. Cronberg, 2. Januar. Der bekannte Maler, Pro­fessor Burger, ist schwer erkrankt. Burger steht im 77. Lebenssahre.

Mannheim, 2. Januar. Amtlich wird über den Eisenbahnunfall bei Germersheim gemeldet: Der Nm. 3.12 in Germeisheiin fällige Schnellzug 172, Mün­chen-Metz, entgleiste gestern Nachmittag bei der Einfahrt auf der Kreuztlng der Weiche Nr. 1 aus bisher noch unbekannten Ursachen vollständig. Reisende kamen nicht zu Schodcn. Der Heizer des Zuges erlitt leichte Verletzungen, da er durch die vom Tender herabsturzenden Kohlen oei schüttet wurde. Der Materialschaden ist nicht unbedeutend. Die Strecke Straßburg Germersheim und Bruchsaal-Germersheim wurden vollständig gesperrt. Der Verkehr wird auch heute noch durch Umsteigen auf der Unfallstelle aufrecht erhalten Die Berlin-Basler Schnellzüge, die sogenannten Mameuffel-Züge, wurden über Neustadt, Winnenden und Wüith geleitet. (DerPfalz. Kur." berichtet: Der München - Landau - Saaibiücker Schnellzug i|t gestern Mittag 3 Uhr 30 Minuten ungefähr 300 Meter vom Bahnhof auf offener Strecke entgleist. D e Wirkung ist ganz entsetzlich. Die Maschine und dec Tcniecwagen st ib voll­ständig zertrümmert und inkinanoergedrückt, der Pack vagen ebenso. Von den vier Personenwagen ist kein einziger mehr ganz. Wie ein Wander ist es $n erachten, daß kein Passagier verletzt ist. Der Heizer kam unter den Tender und es be­durfte einer Siunde, um den schwer verletzten Mann anë seiner Lage zu befreien; er wurde ins Lazarech gebracht. Der Materialschaden ist ganz enorm. Sämmtliche GUeise sind un­brauchbar. Die Strecke ist auf einige Tage nicht palsirbar. Um halb sechs Uhr bereit kam von Ludwigshafen ein Extra zug mit Arbeitern und Bahnbeamten an. Die Staatsbehörde war gleichfalls sofort zur Stelle. Anscheinend ist ein Rad- oder Schienenbruch die Ursacte.

Heiligenstadt, 1. Januar. Ein als Junge verkleidetes Mädchen wurde gestern halb erfroren auf der Landstraße in der Nähe der Stadt angetroffen. Das etwa 13 Jahre alte Mädchen hatte sich die Haare adgeschnitten, Kuabenkleioung angelegt und war dann aus seinem Heimathsdorse entwichen. Die jugendliche Abenteuerin bereut die Dummheit bitter.

Hessische Todtenschau.

An hervorragenden hessischen Persönlichkeiten sind aus dem Jahre 1890 als gestorben noch nachzutragen: Am 16. Dezember. Senatspräsident Wilhelm Rommel zu Berlin, 67 Jahre alt. Am 18. Dezember. Bergwerksdirektor a. D. Pfankuch zu Cassel, 80 I. alt. Am 29. Dezember. Geh. Medizinalrath Dr. Friedrich Bode zu Nauheim, 88 I. alt. Im Jahre 1900: Am 2. Januar. Dr. med. I. Strauß zu Fulda. Generalarzt, a. D. Dr. Kuckro zu Cassel, 87 I. alt. Am 5. Januar. Oberstleutnant z. D. Ed. Otto zu Cassel, 68 I. alt. Am 10. Januar. Fabrik- direktor Dr. phil. Hans Hassenpflug zu Marburg, 48 J. alt. Am 12. Januar. Oberleutnant v. Trümbach zu Berlin. Am 13. Januar. Forstmeister Freiherr v. Berlepsch zu Montreux. Oberförster Jungermann zu Wahlers­hausen. Am 17. Januar. Taubstummen - Anstalts - Direktor Keßler zu Homberg, 68 I. alt. Am 22. Januar. Dr.med. A. H. Klein zu Cincinati. Am 23. Januar. Dr. med. Ed. Bernhardt zu Rheydt. Am 30. Jan. Superintendent Wilh. Heck zu Schlüchtern. Am 7. Februar. Königlicher Garten-Inspektor Eduard Michel zu Cassel, 67 J. alt. Ain 11. Februar. Major a. D. Ferdinand Gerland zu Cassel, 70 I. alt. Am 16. Februar. Tomdechant Dr. Braun zu Fulda, 64 I. alt. Am 24. Februar. Ober-Konsistorialrath Rode zu Cassel, 68 I. alt. Am 25. Februar. Oberschul- rath a. D. Weismann zu Coburg, 86 I. alt. Am 27. Februar. Kommerzienrath Ulrich zu Pfungstadt, 64 J. alt. Am 18. März. Schreiblehrer Jäger zu Cassel, 80 J. alt. Am 25. März. Oberleutnant und Geschichtsschreiber Freiherr Max v. Ditfurth zu Hannover. Am 29. März. Graf Karl v. Isenburg und Büdingen zu Meerholz, 81 J. alt. Am 31. März. Metropolitan Schuchard zu Waldau, 69 J. alt. Am 3. April. Pfarrer Schweinsberg zu Crumbach, 60 J. alt. Am 10. April. Musikdirektor H. Henkel zu Frankfurt a. M., 78 I. alt. Ain 12. April. Öber-Regierungsrath Scheffer zu Marburg, 80 J. alt. Am 13. April. Oberbürgermeister der Stadt Cassel Emil Weise zu Dresden, 67 J. alt. Am 16. April. Oberlandesgerichts­rath Geh. Justizrath Herz zu Cobleuz, 72 J. alt. Am 23. April. Kurfürstl. Hess. Major a. D. Ferdinand v. Eschmege zu Reichensachscu, "78 I. alt. Am 27. April. Direktor

_________________Hanauer Anzeiger

Friedrich August Röhrle zu Cassel, 72 I. alt. Am 10. Mai. Justizrath Scheuch zu Ahl bei Salmünster, 79 J. alt. Am 12. Mai. Oberpostdirektor Otto Frank zu Cassel, 60 J. alt. Am 16. Mai. Dr. med. Grau zu Cassel, 87 I. alt. Landrath v. Marcard zu Gersfeld, 42 J. alt. Am 21. Mai. Großkaufmrnn H. Breiding zu Cassel, 58 I. alt. Am 28. Mai. Ober-Rcgierungsrath v. Bremer zu Cassel, 62 I. alt. Am 5. Juni. Staatsanwalt Justiz­rath Grawert zu Marburg, 67 I. alt. Am 11. Juni. Schriftsteller Dr. Otto Braun zu München, 75 I. alt. Am 12. Juni. Bankdirektor August Brandau zu Köln, 49 J. alt. Am 16. Juni. Geh. Justizrath Jul. Rieß zu Cassel, 55 J. alt. Am 25. Juni. Ober-Reg.-Rath Dr. Wehren­pfennig zu Berlin, 71 I. alt. Am 29. Juni. Apotheker Fischer zu Homberg, 73 J. alt. Am 16. Juli. Regierungs­und Baurath Rüppel zu Cassel, 54 J. alt. Ain 20. Juli. Eisenbahn-Bauinspektor E. Jsermeyer zu Cassel, 45 J. alt. Am 26. Juli. Hauptmann a. D. Siebert zu Cassel, 69 I. alt. Am 12. August. Schriftsteller Lauß zu Cassel, 42 J. alt. Am 13. August. Wirkt. Geheim. Kriegsrath Klemm zu Cassel, 68 I. alt. Am 17. August. Haupt­mann im Hess. Art.-Regt. Nr. 11 Maximilian Franck zu Darmstadt, 36 J. alt. Am 2. September. Oberlehrer Dr. Weingärtner zu Marburg, 60 I. alt. Am 8. September. Oberförster Louis Müller zu Cassel. Am 21. September. Nechnungsrath Finfcher zu Cassel, 61 I. alt. Am 24. September. Bankier Schirmer zu Cassel, 70 J. alt. Am 29. September. Geh. Justizrath Moritz Klingel Höffer zu Cassel, 64 J. alt. Am 15. Oktober. Forstmeister und Reg.- Rath a. D. Müller zu Cassel, 87 J. alt. Am 23. Oktbr. Kauzleirath Rall zu Cassel, 67 I. alt. Am 3. November. Oberingenieur Moritz auf der Reise plötzlich in der Eisen­bahn, 52 J. alt. Am 4. November. Pfarrer a. D. Fwd. Daniel Fenner, 88 J. alt. Am 7. November. Apotheker Braun zu Melsungen, 64 J. alt. Am 11. November. -Leuatspräsident Hans Hadlich zu Cassel, 57 J. alt. Am 13. November. Regiments-Thierarzt Röhling zu Cassel, 78 J. alt. Am 17. .November. Baurath Friedrich Land­grebe zu Arnsberg, 6 L I. alt. Am 22. Novbr. Pfarrer Karl Hübner zu Marburg, 52 J. alt. und Kunstmalerin Agnes von Colomb zu Cassel, 42 I. alt. Am 28. Nov. Kreiswundarzt Dr. Heldmann zu Rotenberg, 49 J. alt. Am 3. Dezember. Stadtrichter a. D. Budach zu Cassel, 63 I. alt. Am 5. Dezember. Bibliothekar Dr. Winkler, zu Hanau, 38 I. alt. Am 6. Dezember. Justizrath Hilgenberg zu Wolfhagen. Am 18. Dezber. Dr. med. Ludwig Israel zu Cassel, 37 I. alt. Am 19. Dezember. Renitenter Pfarrer Zülch zu Melsungen, 89 J. alt

Hus aller Melt. ,

Kleine Chronik. Berlin, 2. Jan. In der Neujahrs- nachl wurden insgesammt 230 Personen polizeilich festgenommen, davon 156 wegen groben Unfugs. Cssen, 1. Jan. Excellenz Krupp hat der Arbeiterstifrung der Firma Friedrich Krupp wiederum ein Kapital von 500 000 Mark überwiesen. Stuttgart, 2. Januar. I i Kirch Kim ist Kommerzienrath Kaim, Chef der bekannten Pianofabrik, gestorben. Lon - von, 1. Januar. Ein seltenes P mnomen, wenn auch durch­aus nicht das erste seiner Art, ereignete sich dieser Tage in Norwich. Während der letzten Staune war daselb t ein Kutscher durch einen umfallenden Stamm gewatet worden. Dieser Mann hatte eine erwachsene Tochter, die in Folge eines schweren Influenza-Anfalles seit Jahren stumm war. Als sie nun von dem Tode ihres Vaters benachrichngt wurde, fand ft- plötzlich ihre Sprache wieder und konnte sofort wieder ganz geläufig sprechen. London, 2. Januar. Nach einer bei Lloyds eingegangenen Meldung ist der englische Dampfer Joydeun", von Hamburg nah Wilmington unterwegs, bei Neufundland gescheitert. Seine Lage ist bedenklich. Die Mann­schaft ist gerettet. Loudon, 2. Januar. Der englische DampferTanagra", von Savannah nach Bremen bestimmt, traf in Falmouth mit brennender Ladung ein, welche aus Baumwolle besteht. Coventry (Warwick), 2. Januar. Die llebersch vemmungen, welche in ganz Westengland Ver- Heeruttgen angerichtet haben, riefen auch hier große Ver­wüstungen hervor. Der Schaden wird auf etwa 50000 Pfund berechnet. Auch aus den mittelenglischen Grafschaften wird von allen Seiten über ausgedehnte Fiulhverheerungen berichtet. In der Nähe von Wellingion-Salop platzte das Wasserreservoir. Die Wass rmassen setzten die Stadt Oakengates unter Wasser. Die Eisenwerke mußten den Betrieb einstellen. Die Stadtbe­wohner wurden durch die Fenster der Häuser fortgeschafft. Das Thal des Neusiußes steht auf 30 Meilen unter Wasser. Die Gutshöfe» und Dörfer auf beiden Seiten des Flusses sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Midland- Eisenbahn steht auf der Strecke von Nottingham bis Lincoln ebenfalls unter Wasser.

Die Verhaftung des Kommerzienraths Eduard Schmidt ist Samstag Nachmittag in seiner Wohnung in der Brüderstraße 5 durch den Kriminalkommissar Müller er­folgt. Kommerzienrath und Generalkonsul Eduard Schmidt ist der alleinige Inhaber des Bankhauses Anhalt u. Wagener Nachf. Berlin, das seinen Sitz seit vielen Jahrzehnten in der Brüderstraße 5 hat. Schmidt war in den letzten Jahren sehr leidend und mußte sich mehrfach schweren Operationen unter­ziehen. Infolge dieser Krankheiten war er in der letzten Zeit geistig nicht mehr ganz frisch, und nur auf diese Wcüe konnte es geschehen, daß der Inhaber des altrenommirten Bank­hauses in die Machenscha'ten der Preußischen Hypotheken- Aktienbank verwickAt worden ist und dem ihm bei weitem überlegenen Kommerzienrath Sanden Dienste fragwürdiger Art geleistet hat. Von Seiten feiner Angehörigen sind sofort Schritte eingeleitet worden, um eine Haftentlassung des Generalkonsuls Schmidt gegen Kautionsstellung zu erwirken. Ob sie indessen von Erfolg sein werden, ist zur Zeit noch nicht übersehbar. Die letzte Vermögensbilanz der Firma An­halt u. Wagner Nachf., Berlin, ist am 19. Dezember 1900 festgelegt worden. Danach soll sich ein Ueberschuß von 292 963,13 M. ergeben. Die Effeklenbestände der Bank

3. Januar.

werden auf 457 026,40 M. berechnet, die Kasseubesiânde auf 97 206,16 M. An Sorten waren nach ter Bilanz vorhan­den 8478,10, an Coupons 24 877,22 und an Wechsel­beständen 194 4 57,30 M. Die Mobilien der Bank belaufen sich auf 29 426,93 M., die Immobilien werben abzüglich der Hypoihekenrente auf 29 518,79 M. geschätzt. Hierbei kom­men die unbebauten Parzellen in Betracht, die das Bankhaus in R xdorf besitzt und die auf 51518,79 M. veranschlagt werden. Der Hypolhekenbestand beträgt nach der Aufstellung 605 400 M. und das Debitorenkonto auf der akiiven Seite ist auf 6 336 743,90 M. angegeben. Soweit die aktiven Posten. Demgegenüber steht auf der passiven Seite zunächst ein Trattenkonio mit 2 729 207,60 M., ferner ein Tratten- Separat- und Aoal-Conlo nit 940 270 M. An Creditoren sind in der Bilanz 887 091,48 M. verzeichnet. Hiervon entfallen u. a. auf 160 Gläubiger über 500 M. allein 845 259,44 M., und auf Gläubiger in Höhe von je 300 bis 500 M. 16 603,74 M. Dazu kommen noch Creditoren gegen Unterpfand, die mit 2 667 896,40 M. gebucht sind; das Delcredere-Konto ist mit 7000,85 und das Reserve- Konto mit 168 700,05 M. in Rechnung gestellt.

Die Nevistot» im Sternberg-Prozetz soll u. A. damit begründet werden, daß beider Verkündigung des Straf­maßes ein Formfehler unterlaufen sei. Der neue Fall, dessen Sternberg anläßlich der Verhaftung der Frau Rüwe bezichtigt wird, ist bereits eingehend untersucht worden. Ob es zur Anklage dieserhalb kommen wird, läßt sich vorläufig nicht übersehen. Der gegen Sternberg aus dieser Veran­lassung erlass ne Haftbefehl ist bisher nicht zurückgenommen worden.

Neber ein LiebesDrama meldet man aus Breslau: In einem hiesigen Gasthaus erichoß der Kaufmannssohn Max Kämpfer aus Hirschberg seine Geliebte Emma Schöneich und dann sich selbst. Auf einem hinterlassenen Zettel stand:Da wir im Leben nicht vereint sein konnten, wollen wir es wenig­stens im Tode sein."

Einen Lrazzischerr Abschlutz fand die Hochzeitsreise eines jungen Paares, das sich während der lebten großen Ueberschwemmungen, die Italien heimsuchten, in seinem Hei- malhsdorf trauen ließ und bann die Flitterwochen in Rom zu verbringen gedachte. Ein 28jâhriger Gutsbesitzer aus Fiano Romano namens Di Rouualoo hatte ein schönes Mäochen von 18 Jahren geheirathet und befand sich mit seiner Gattin auf dem Wege nach der ewigen Stadt. In der Nähe von Monte Rotonda war die Landstraße in einen reißenden Strom verwandelt worden. Man mußte aber hinüber, wenn man die nächste Eisenbahn erreichen wollte. Mehrere Arbeiter, die sich gern ein paar Lire verdient hätten, boten den rathlos am Ufer stehenden Neuvermählien ihre Dienste an, sie auf einem schlecht hergerichteten Floß überzusetzen. Erfreut gingen die Eheleute auf den Vorschlag ein. Inmitten des breiten Wassers wurde das leichte Floß von der heftigen Strömung erfaßt und mit­gerissen. Die junge Frau sank vor Angst ohnmächtig um. In der Absicht, sie festzuhatten, beugte sich ber erschreckte Gatte zu weit nach der anderen Seite bin Hier und brachte dadurch das Fahrzeug zum Umschlagen. Alle fünf Perso en st irzieu in die Fluthen und ertranken vor den Augen vieler am Ufer sich ansammelnden Menschen, die unfähig waren, den Unglück­lichen Hilfe zu leisten.

Nichtswürdiges Attentat. Aus 12 von Lâbelhickcn herrührenden Wunden blutend und völlig bewußtlos wurde in Hagen am 1. Weihnachtsfeiertage, morgens gegen 6 Uhr, dcr Arbeiter Blasberg an einem Bahnübergang auf den Schienen g funden. Kurz darauf brauste ein Zug heran, der den Un­glücklichen zweifellos zermalmt hätte. Offenbar ist Blasberg, nachdem er so übel zugerichtet worden war, von den brutalen Thätern auf die Schienen gelegt worden, damit er überfahren werde. Wer die Thäter sind, ist noch nicht bekannt, weil der Verletzte zur Zeit noch nicht vernehmungsfähig ist. Ob er überhaupt am Leben bleibt, ist noch sehr fraglich.

Der erste schwarze Pauker vom Leib-Garde- Httsaren-Ncgiment hat seine Ausbildung vollendet und am Weihnachtsseste die sog. Schwalbennester erhalt n, auf die er nicht wenig stolz ist. Der Schwarze, der den Namen Aron führt, ist im Oktober auf direkten B-fehl des Kaisers dem Regiment zur Ausbildung überwiesen worden. Schwierigkeiten macht dem sehr musikalisch veranlagten Neger nur das Be­steigen und Reiten des Paukenpferdes, eines sehr großen Schimmels, der vom Kaiser dem Regiment geschenkt wurde. Am zweiten Weihnachtsfeiertage hat der schwarze Pauker zum ersten Mal Dienst gethan.

Eine schlaas Batterngemeiade besitzt ein Dorf in der Umgegend von Dresden. Von ihr wrrd^ folgendes Stücklein erzählt. War da in der Gemeinde ein Schulkassen­führer, von dem man munkelte, daß in seiner Kasse nicht Alles in Ordnung sein sollte. Man sprach sogar von einem Deficit von 600 Mark. Unter anderen Verhältniffen würde einfach eine Kassenreviston vorgenommen, der ungetreue Beamte abgesetzt und der gerechten Bestrafung überliefert worden siin. Allein so dumm war man nicht. Was hatte man davon, wenn der betreffende Beamte ein paar Monaie hinter Schloß und Riegel zubringen mußte und das Geld verloren wäre. Vor Allem kam es auf das Geld an. Man hielt also eine Sitzung ab und beschloß eine Kossenrevision vorzunehmen gab aber unter der Hand dem Kassirer zu verstehen, er solle sehen, daß seine Kasse in Schuß sei, in etwa 14 Tagen,

Bestellungen

auf den Hanauer A zeiget" pro Janttar werden noch täglich entgegen genommen.

In Anbetracht der sehr hoch gestlegenen Auflage unseres Blattes bitten wir, die Inserate möglichst frühzeitig aufgebeu zu wollen.