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Hanauer Anzeiger
2. Januar.
den Chor: „Danket dem Herrn". Während nun die Fest gemeinde das L-ed: „Wie wird's sein rc." sang, zogen die Schüler der Mi:tel- uno Unterklasse >in das neue Schulhaus ei«. Von der Treppe herab verkündigte Herr Pfarrer Münch den Segensspruch und die Gemeinde sang das Schlußlied: „Nun danket alle Gott rc." Möge Gottes Segen auch fernerhin das Haus begleiten. Das Schulhaus, ein imposanter Bau, welcher als eine Zierde des Dorfes im südöstlichen Theile desselben erbaut ist, dient in seinem unteren Stockwerke der Schule und zwar der Mittel- und Unterklasse, während die obere Etage eine bequeme, sehr geräumige und praktische Wohnung au hu weisen hat. Die Kosten belaufen sich auf etwa 30 000 Mk.
Fechenheim, 3L Dezbr. Die für den Rathhau 8- Neubau aus dem Konkurrenzausschreiöen eingelaufenen besten 25 Entwürfe (im Ganzen waren 169 eingegangen) liegen nun gesammelt in Nr. 134 und 135 der Zeitschrift „Deutsche Konkurrenzen" (Herausgeber Professor Neumeister, Verlag von Seemann u. Co., Leipzig) vor. Die zur Verfügung stehende Bausumme betrug 120 000 Mark. Preisgekrönt wurden die Pläne von Jänicke und Emmingmann in Schöne- berg-Berlin und von Krämer und Herold (Oüsseldsif), welch letzterer auch zur Ausführung gelangen wird. Es ist ein ae fälliger Frührenaissancebau, der noch leise Spuren der Gothik an sich trägt und welcher unserem Dorfe zum Schmucke gereichen wird. Äeußerst interessant ist ein Durchblättern der übrigen Entwürfe, die sich meist zwislen Spätgolhik und Renaissance bewegen, aber auch andererseits sich das Malerische des modernen Baustils zu eigen gemacht haben und im Allgemeinen ein Bild von dem allmählichen Aufschwung geben, dem die Baukunst eben entgegengeht. Jedenfalls bleibt es ein guter Gedanke, das Ergebniß solcher Konkurrenzen in einer« Zeitschrift aufzuvewahren und es so weiteren Kreisen zuzuführen.
B Oberrodenbach, 1. Januar. Am verflossenen Sonntag den 30. Dezbr. hielt der hiesige Kriegerverein seine alljährlich übliche Weihnachtsfeier ab. Auger den Vereinsmitgliedern und deren Angehörigen waren auf besondere Einladung Mitglieder des Gesangvereins „Concordia" und des Turnoereins erschienen, so daß der Fickeir'sche Saal dicht mit Gästen gefüllt war. Nach einigen Begrüßungsworten des Vereinspräsidenten Herrn Bürgermeister Peter wurde die Feier würdig durch Absingen des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht" eingeleitet. Der reich behängte Christbaum erstrahlte inzwischen in herrlichem Lnbterschmuck. Nach diesem ernsten Theile begann die fröhliche Abendunterhaltung. Komische Duette und Couplets der Herren Albert und Marks von Großauheim, Klaviervorträge und Chorgesänge wechselten in bunter Reihenfo'ge miteinander ab. Die originellen Darbietungen der beiden Komiker, sowie auch die Zauberkunftstück- chen des Herrn Marks erregten beim Publikum große Heiterkeit und ließen es kaum aus dem Lachen herauskommen. In den Zwischenpausen wurden verschiedene recht praktische Gegenstände ausgeloost und endlich die Christbaumversteigerung vorgenommen. Um die Festtheilnehmer daran zn erinnern, daß es sich um die Veranstaltung eines Kriegervereins handle, wurde auch Sr. Majestät des Kaisers gedacht. Herr Karl Werner brachte nach einigen passenden Worten das beifällig aufgenommene Kaiserhoch aus, worauf die Nationalhymne folgte. Zum Schlüsse sprach Herr Bürgermeister Peter allen Theilnehmern, besonders aber den Herren von Großauheim, die so viel zur Versclönerung des Abends beitrugen, den wärmsten Dank aus. Jedenfalls war diese Feier die schönste, die der Kriegerverein bis jetzt abgehalten hat. Alle waren vollauf befriedigt.
Vereinstrachrichterr
für Mittwoch den 2 Januar.
Kuustverem: ? ' er Aula der Köwgl. Akademie: AussteLuuz Vos Gemälden rc
Hanauer Stabttheaur: , „Stb Barbaren*, Lustspiel in 4 Akten von
Henrich Stobitzcr; Anfang 7 Uhr.
Evang. Mänuec- und Jünglingsverein: Pesaunenblasen iEvang. Vc:-
Töchterchen (fyiL Wi u cf), dann eine alte Verwandle Fräulein von Ingelfingen (Frau Hantke), sowie von Schnettwitz (Herr Casterra) ein hilfsbereiter Freund des Bräutigams. Das belebende Element unter den Hochzeitsgästen bildet unfreiwillig der lebensgute harmlose Professor von Griebenow (Herr S - warz) und seine Frau Lucie (Frl. S e s u l k a) und Wanda Bilinsky (Frl. Leonardi), Letztere jedoch mit boshaften Absichten, eine flotte Kunstreiterin, die am Schlüsse des zweiten Atles moralische Anwandlungen bekommt und damit die „Handlung" des Stückes schon da beendet.
Hus Kunst und Leben.
Der Januar im Wslksmnnde. „Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen," heißt's im Volke; der erste Monat des Jahres, Ler Januar, welcher seinen Namen nach dem römischen Gotte Janus führen soll, bringt das wachsende Tageslicht, aber auch den Winter. Wie groß die Zunahme der Tageslänge sein soll, spricht das VerLlein aus:
Am Weihnachtstage wächst der Tag,
Soweit die Mücken gähnen mag;
Am neuen Jahrstag wächst her Tag,
Soweit der Hauöhahn schreien mag;
Am DreitLnigswg wächst der Tag,
Soweit das Hirschlein springen mag.
Ein starker, frostfester Januar ist des Landmanns Freude:
Jan ar muß vor Kälte knacken,
Wenn die Ernte gut soll sacken.
Jst's aber milde draußen, und gehen statt der Schneewirbel Regenströme vom Himmel nieder, so „kratzt die Katze dem
Winter die Augen aus." Dann heißl's mit Recht:
Im Januar viel Regen, wenig Schnee, Thut Bergen, Thälern und Bäumen weh.
Wächst Gras im Januar,
Jst's im Sommer in Gefahr.
Ist der Januar naß, B erbt leer daß Faß.
Der Landmann sieht in dem Januar den Monat, m welchem er ausruhen und über die Arbeiten des neuen Jahres nach
Gesellschaft .Treu beim Alten*: Zusammenkunft in der .Brauerei Orschlkr".
Verein „Geselligkeit": MonatSversammluna in ber .großen Krone*.
Turn- u. Fechikluo: Fechun und Turnen der Männerabtheilung. Arends'scher Stmograpyenverein ApoUobuud* (Gasthaus „z. Grafen Philipp Ludwig I: Vereinsabend
Thaler- ilub : Zus imme, kuM't in den 3 H isen".
Christlicher Arvetteroerem: Gesangstunoe im Vereinslokal »zum Elephanten'.
Hanauer Schützei'ver^in: Vereinsabend im „Restaurant Mohr * Äkufmäunischer Benin Hanau: VekcinSobend im Restaurant Kippert. Hundlmrker-Bezirksveletn: Zusammenkunft in der „Allemanta
Freiwillige Fee erwehr: 1. Komp im „goldnen Herz*; Stetger-KorpS in der „Brauerei Beck .
Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen.
mittags 12 Uhr Sehr trocken Behändig Schön Berâud erlich
Regen (Wind
Viel Regen Sturm
Telegraphischer Wetterbericht der beulten Secwartc.
Telegramm aus Hamburg vom 2. Januar.
(9 Uhr 10 Min.)
Ein Maximum über 775 mm liegt über Polen, ein Minimum unter 757 mm über Schottland. In Deutschland ist das Wetter ruhig, außer im Südwesten heiter, mit strenger Kälte.
Prognose für den 3. Januar: Im Nordwesten trübes, sonst heiteres Frostwetter wahrscheinlich.
1 Regenstation Hanan des König!. Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin.
Im Monat Dezember wurden 11 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden war am 5. Dezember (gemessen am 6. Dezember morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 13,5 mm, was gleichbedeutend ist mit 13,5 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Monats-Menge der Niederschläge im Dezember betrug 52,5 mm oder 52,5 Liter pro Quadratmeter.
Jahresbericht. Im Jahre 1900 wurden 135 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war im Monat Oktober, sie erreichte eine Höhe von 93 mm, was gleichbedeutend ist mit 93 Liter auf 1 Qadratmeter. Die kleinste Niederschlagsmenge war im Monat März sie erreichte eine Höhe 26,6 mm, was gleichbedeutend ist mit 26,6 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Jahres Menge der Nuderschläge betrug 637 mm oder 637 Liter pro Quadratmeter.
Ge witter sta tio n. Im Jahre 1900 wurden 23 Gewitter beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war am 28. Juli, sie erreichte eine Höhe von 15,5 mm, was gleichbedeutend ist mit 15,5 Liter auf 1 Quadratmeter.
Der Beobachter:
Jean Jobst.
denken kann. Bei diesem Ausschauen und Hoffen auf den kommenden Lenz ist er frohen Muthes, umso mehr, als auch der Natur die ersten Zeichen des Werdens sich bemerkbar machen. Am 20. Januar ist Fabianstag, da heißt es:
Fabian Sebastian
Läßt den Saft in die Bäume gahn.
Einer der Hauptwettertage ist der Vincenztag. (22. Januar). Von ihm sagt der Volksmund:
Vincenz Sonnenschein
Verheißt viel Korn und Wein.
Ihm schließt sich der 20. Januar (Pauli Bekehrung) würdig an:
Pauli Bekehr
Kommt der Wi ter wieder her
Wenn Pauli Bekehr viel Nebel fällt,
Ler Tod gern Ernle im Lavde hält.
An diesem Tage kommt der Bär aus seiner Höhle hervor, und wenn die Sonne scheint und er seinen Schatten erblickt, so kehrt er in die Höhle zurück und legt sich auf die andere Seile, d. h. der Winter wird noch lange dauern. An Pauli Bekehrungstaze wenden die jungen Mädchen an manchen Orten allerlei Liebes-Orakel an, um ihren Zukünftigen zu erspähen.
NeLtsè Das Volkslied. Wenn sich^ neuerdings in den Kreisen unserer Komponisten, Dirigenten, Sänger und Freunden des Gesanges ein Wandel zu Gunsten des Volksliedes resp. Volksgesanges vollzieht, so ist dieses sehr anzuerkennen. Jedoch ist es immer noch eine beträchtliche Zahl in unseren gebildeten Kreisen, in den Reihen Derer, denen die Erziehung unserer Jugend anvertraut ist, sowie in unseren Gesangvereinen, die sich für die einfachen, schmucklosen Poesien, trotz des bildenden Werthes, nicht begeistern lassen können. Es bedarf daher erneuter Anregung von Männern, denen die Pflege des Volksliedes am Herzen liegt uub die ein wirkliches Interests an der Erhaltung der Gemüihstiefe unseres deutschen Volkes haben. Von diesen Gesichtspunkten aus geleitet, gestatte ich mir, auf ein kleines Schriftchen hinzuweisen, betitelt „Rettet das Volkslied" von Hans Ejchelbach. (Verlag von Boll u. Pikkardt, Berlin, Preis 40 Psg.) Der Ver
Hus J^ab und fern.
* Castel, 31. Dez. Seit M ttaq herrscht hier starker Schneesturm, infolgedessen der Eisenbahnverkehr nach allen Richtungen in Mitteldeutschland erheblich gestört ist. Namentlich leiden darunter die Schnellzüge nach Hannover und Westfalen. Auch in Thüringen ist ungewöhnlich starker Schneefall, desgleichen im Sauerlande.
* Geltchauserr, 1. Jan. Die Volkszählung vom 1. v. M. ergab eine ortsanw sinke Bevölkerung von 4591 Personen und zwar 2190 männliche, 2398 weibliche und drei Militärpersonen. Am 1. Dezember 1895 waren 4496 Personen anwesend und zwar 2182 männliche, 2314 weibliche und 5 Mililürpersonen. Die Bevölkerungszahl hat somit um 95 zngenommcn
FC. Marburg, 1. Januar. Der Minister der öffentlichen Arbeiten ertheilte die Genehmigung zur Vornahme der generellen Arbeiten für die Eisenbahn Frankenberg- Winterberg.
R. Berirbach, 29. Dezbr. Am zweiten Weihnack, ts- feiertag wurde im Huthschen Saale dahier unter Leitung unseres Herrn Lehrers Jörg von hiesigen Schulkindern unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins „Harmonie" eine theatralische Weihnachtsvorstellung gegeben, die sich eines überaus zahlreichen Besuches erfreute. Durch die mustergültige Aufführung von drei kindlich frommen Weihnachtsspielen wurden die Anwesenden in die richtige Weihnachtsstimmung versetzt und bei einigen besonders ergreifenden Akten sah man Alt und Jung manche Thräne trocknen. Verschiedene gemischte Chöre, Mannerchöre des mitwirkenden Vereins, Musikvorträge für Klavier und zwei Geigen, Festprolog und ein allerliebster komischer Kinderscherz „der Mausifallenhändler" rc. vervollständigten das gut gewählte Programm. Das finanzielle Ergebniß war recht befriedigend; der Reinertrag ist zu kirchlichen Zwecken bestimmt. Am Neujahrstage und am Feste Hl. drei Könige (6. Januar) findet eine Wiederholung des Programms statt. Hoffentlich bethätigt das Publikum von Bernbach und Umgegend den uneigennützigen Veranstaltern den Dank dadurch, daß es ihnen wiederum ein volles Haus bescheert. Dem Leiter des Ganzen aber, Herrn Lehrer Jörg sei auch an dieser Stelle volle Anerkennung und wärmster Dank gezollt.
FC. Frankfurt a. M., 1. Januar. Die Neujahrsnacht, in der in früheren Jahren hier ein weitbekannter Unfug getrieben wurde, ist auffallend still und harmlos verlaufen. Während im vorigen Jahre noch 200 Personen in Haft genommen wurden, waren es diesmal nur gegen 20, die für den 1. Januar frei Kost und Logis hinter schwedischen Gardinen erhiel'en.
«k» Darmstadt, 1. Januar. Zur Herbeiführung günstigerer K r e d i t v e r h ä l t n i s s e hat die hiesige Handwerkskammer eine höchst beachtenswerche Eiurichlung getroffen. Sie hat nämlich an sämmtliche Gewerbevereine des Landes zur Verteilung unter ihre Mitglieder bedruckte Zettel versandt, welche von den Handwerkern allen von diese n auszugebenden Rechnungen beigelegt werden sollen. Zum besseren Verständniß möge der Wortlaut dieser Zeitel hier eine Stelle finden: „Zur Beachtung! Die Thatsache, daß der Handwerker oft über seine Verhältnisse und ungewöhnlich lange Kredit gewähren muß, bedeute! für ihn eine schwere Schädigung. Sie ist um so tiefer zu beklagen, als in den meisten Fällen ein Hinweis genügen dürfte, diesen Uebelstand abzusleUen, der Handwerker aber fürchten muß, Kunden zu verlieren, wenn er leibst mahnt! Als gesetzliche Vertreter des Handwerkerstandes halten wir es deshalb für unsere Pflicht, alle Kreise darauf zu verweisen, daß der Handwerker nur dann konkurrenzfähig und wirthschaftlich selbständig bleiben kann, wenn er Löhne und Einkäufe pünktlich zu bezahlen im Stande ist. In der sicheren Erwartung, daß Jide!mann gern bereit ist, sein Theil an ber Erhaltung eines kräftigen Handwerkerstandes beizu- tra^en, stellen wir dsehalb auf diesem Wege das dringende Ersuchen, die erhaltenen Rechnungen möglichst sofort Zu bezahlen! Pünktliche und gute
fasser, der in weiten Kreisen bekannte und auch auf den Blumenfestspielen in Köln preisgekrönte Dichter und Schriftsteller, erläßt in fraglichem Weikchen einen ernsten Mahnruf für unser einst so blühendes, jetzt immermehr vernachlässigtes Volkslied. Er beleuchtet zunächst die Gründe für den Verfall, von denen er in den Vordergrund stellt: Das Aufhören des Wanderns, die Hast und Ruhelosigkeit des heutigen Lebens, die falsche Arbeit vieler Gesangvereine, die Tingel-Tangel- Lieder u. dergl. Im Weiteren schlägt der Verfasser eine Reihe von leicht durckführbaren Maßregeln zur Hebung und Witder- belebung des Valksgesanges vor. Die kl, ine Schrift sei in den weitesten Kreisen hiermit warm empfohlen! W. Br.
DKs Bewrrßtfsin Hingerichteter. Am 10. November d. J. wurde in Tübingen im Hofe der Anatomie der Lustmörder Steinacher hingerichtet. Prof. Dr. Grützner, der bekannte Tübinger Physiologe, hatte Gelegenheit, unmittelbar nach der Hinrichtung die Leiche des Mörders zu untersuchen und muß nach den Ergebnissen seiner Untersuchungen die Frage, ob ein vom Rumpfe getrennter Kopf noch Bewußlsein haben kann, unbedingt verneinen. Die nach dem Köpfen sofort ein- „ tretende Blutleere des Gehirns hat völlige Bewnßilosigkeit zur Folge, die man auch nicht durch Einspritzung arteriellen Blutes beheben kann. Untersucht man frische Gehirne, so zeigt sich, daß deren Blutgefäße mit angesaugter Luft gefüllt sind, die eine wirksame Einspritzung fast unmöglich machen. Das Gehirn hört unter allen animalischen Organen am schnellsten aus zu funktioniren. Auf gewisse Reize hin kann der Kopf trotzdem reagiren; es entstehen Beißbewegungen bei Reizung des verlängerten Markes; die Pupillen erweitern sich, wenn der Hals- theil der sympathischen Nerven gereizt wird — aber bewußtes Leben, wie oft kritiklos behauptet wurde, ist das nicht. Ja, man kann durch elektrische Reizung des Rückenmarks an der frischen Leiche kombinirte Bewegungen auslösen, wie Erweiterung des Brustkorbs und Armbewegungen ; doch schon nach 30 Minuten bleiben solche Reizungen ohne Erfolg. Die Reizungen der aus dem Rückenmark austretenden Nervenstämme