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Hanauer Anzeiger.
81. Dezember.
von hier ein Unglück zu, indem er während des Ganges einer mit Moiorkrofl betriebenen Schnellpresse in der Zeitungèform einen „®piei" Niederdrücken wollte, wobei er von den Auf- tragwaizcn erfaßt und durch Quetschung schwere Verletzungen am rechten Arm erlitt, keiner sofortigen Ucberführunz in daS LindkrankenhauS felgte die Operation.
Darmstadt, 20. Dezdr. Die durenfreundliche Stimmung weiter Polkskreife in Deutschland hat sich jetzt in Hessen zu einem parlamentarischen Dar gehen verdichtet. Eine größere Anzahl Abgeordneter der Zweiten Kammer hat dieser einen dringlichen Antrag unterbreitet, wonach die Kammer beschließen soll, die hessische Regierung zu ersuchen, sie möge ihre LnndesraihSmitglicder inftrniren, unverzüglich den falzenden Antrag beim Bundesrath einzubringen: „Cie hessischen Mitglieder des Bundesratbs beantragen auf Grund der Art. 7 und der Reichsverfassung den sofortigen Zusammentritt des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und ersuchen diese« Ausschuß, alsbald einen schleunigen Antrag auf Einsetzung eines internationalen Schiedsgerichts zur Entscheidung der schwebenden Streitfragen zwischen England unb den Burenstaaim zu veranlassen."
Mainz, 20. Dezbr. Dar Loos Nummer 23451 der Hessischen Landeslotrerie, welches aus der Hauplkollekie der Firma JuliuS Anger hier gestern Morgen kurz nach Beginn der Ziehung mit einem Treffer von 200 000 Mk. gezogen wurde, ist in Zehmel-Loose gespielt worden, so daß 10 Personen an dem Gewinn parnzipiren. Die Gewinner sind größimtheils Personen, welche bisher nicht sonderlich mit Glücksgütern gesegnet waren und denm man daher den Gewinn 'chon gönnen mag. Auf den einzelnen Gewinner kommen 17 000 Mk. und hat die Firma Anger, um den Seuten noch eine besondere Freude zu machen, den von der Fortuna Begünstigten bereits gestern ihren Gewinnantheil ausbezablt.
Schiffsbericht.
Hamburg, 21. Dezbr. Der Dampfer „groatia* dp: der Hamburg- Amerika-Linie ist vorgestern in Solon eingetroffen.
Bremen, 20. Dezbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „König Liberi" ist gestern in Penang eingetroffe-.
Drshmachritzten des HsMuer An- igcc.
Berlin, 21. Dezbr. Der Ehrenpräsident der Akademie der Künste, Profeffor Karl Becker, der am Dienstag sein 80. Lebensjahr vollendete, ist gestern an Lungenlähmung gestorben.
Berlin, 21. Dezbr. Wie dem „Lokal-Anzeiger" aus Königswusterhauien gemeldet wird, ist als Mörderin der Schiffsirau Grasnick nach seinem eigenen Geständnis der Schlachtergeielle Hermann Reimann in Eichwalde verhaftet worden. Derselbe wurde in das Gerichtsgefängniß zu Königswusterhauien gebracht.
Berlin, 21. Dezbr. Tie Einberufung des preußischen Landtages soll einer Bläiiermeldung zufolge bereits am 6. Januar erfolgen.
Berlin, 21. Dezbr. Die Untersuchung gegen den Kriminal-Kommissar Thiel wegen Bestechlichkeit im Amte ist heute abgeschlossen worden.
Baden-Baven, 21. Dezbr. llèeichskanzler Graf Bülow traf gestern Nachmittag 1’/* Uhr hier ein. Mit ihm kamen der badische Minister deS Auswärtigen von Brauer und der preußische Gesandte von Eisenbecher, die den Reichskanzler von Karlsruhe aus begleiteten. Graf Bülow wurde sofort vom Großherzog empfangen und zur Frühstückstafel zugezogen.
Genua, 21. Dezbr. Wegen behördlicher Auflösung der Arbeilerkainmer erklärten die Hafenarbeiter denGeueral- streik.
Belgrad, 21. Dezbr. Dyonisius, der Metropolit von Priczsend, ist gestorben.
Eettinje, 21. Dezbr. Der Fürst von Montenegro hat offiziell den Titel Königliche Hoheit angenommen.
Brüssel, 21. Dezbr. Der Oberhofmeister der deutschen Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, welcher sich augenblicklich auf einer Durchreise hier aufhält, wohnte gestern bem Empfang im königlichen Palast und dem darauf folgenden parlamentarischen Diner bei.
Paris, 21. Dezbr. „Jutransigeant" theilt mit, daß die Wittwe Henrys den gegen Josef Reinach angestrengten Prozeß vor dem Cioilgericht anhängig machen wird.
Paris, 21. Dezbr. Die heutigen Morgenblätter melden, daß in der heutigen Kammersitzung die Angelegenheit der Verhaftung Guignels Gegenstand einer Interpellation sein wird.
Paris, 21. Dezbr. Major Cuignet ist auf Befehl des Kriegsministers gestern Abend verhaftet und in das Festungsgefängniß des Mont Valerien gebracht worden. Cuignet war für 4 Uhr zum Kriegsminister bestellt worden. Er begab sich zuerst zum Gouverneur von Paris und von dort zum Kriegsminister. Dieser forderte von ihm Au klärung über die Dokumente, welche der Abgeordnete Lasjcs in der letzten Kammersitzung erwähnt hatte. Cuignet verweigerte I jede Auskunft hierüber und erklärte, er spreche nur in Gegen- I wart eines Offiziers, der zum Militär-Gerichtshof gehöre. Der Kriegsminister Andro befahl ihm hierauf sich zurückzu- ziehen und sich zu seiner Disposition zu halten. Später erschien dann ein Offizier in seiner Wohnung, der seine Verhaftung vornahm.
Washington, 21. Dezbr. Der Senat nahm mit 55 gegen 18 Stimmen den Vertrag Hay Pauncefote mit dem bekannten Zusayantrag an. Dieser Vertrag annulirt das frühere Clayton-Lulwer-Abkommen.
Vom Burenkrieg.
London, 21. Dezbr. Die Invasion in der Kap- Kolonie dehnt sich aus. Die Buren haben Colesberz besetzt. Hier herrscht große Unruhe wegen des zirkulirenden alarmirenden Gerüchtes, die Regierung habe sehr ungünstige Nachrichten erhalten, die Lage in der Kap-Kolonie sei sehr drohend. —
London, 21. Dezbr. Aus Pretoria wird gemeldet, daß die Buren im Süden der Stadt eine große Thätigkeit an den Tag legen. Der Kommandant Oppermann ist am 10. Dezember 7 Meilen südlich von Elandsfontein signalisirt worden. Er scheint die Absicht zu haben, die Eisenbahn- Verbindung abschneiden zu wollen. Sämmtliche englischen Posten sind verstärkt worden.
Loudon, 21. Dezbr. Rach einer Kapstadter Meldung ist eine gemischte Truppe von 1000 Mann nach Norden abgegangen, um sich den Buren, welche die Grenze passirt haben, entgegenzu st eilen. Die Unruhe tn der
Kap-Kolonie nimmt täglich zu. Gerüchtweise verlautet, General Broadwood werde in den nächsten Tagen nach England abreifen.
London, 21. Dezbr. Die Morgenblätter berichten daß r8orb Roberts zum Ritter des Hosenband-Ordenz ernannt werden soll. Außerdem soll er, da er bisher nur den Baron-Titel führte, zum Grafen erhoben werden mit der Vergünstigung, daß seine Tochter diesen Titel erbt.
Berlin, 21. Dezbr. Nach einem Telegramm oes „Berliner Tageblatt" aus Zürich hat sich daselbst ein Komitee aus hochangesehenen Männern gebildet zur Einleitung einer schweizerischen Sammlung für die Wittwen und Waisen der gefallenen Buren. Der sympathische Aufruf findet in der Presse nur getheilte Aufnahme.
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