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Amtliches Organ für Staöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 294
Montag dm 17. Dczcmbci
1900
Amtliches.
^anö&rcie ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Ortsschâtzer Landwirth Franz Renl in Windecken ist gestorben; an seine Stelle ist der Orlsschätzerstellvcrtrcter Landwirth Philipp P. Renl I. daselbst getreten. Für den Letzteren und den Orlsschätzerstellvertreler Prä'enzvcrwalter Hochstadt in Windecken, welcher sein Amt niedergelegt hat, sind Landwirth und Bäcker Johs. Diegel und Landwirth und Glaser Johann Heinrich Heil als Ortsschätzer- stellvcrtrcter für Windecken bestellt und verpflichtet worden. Hanau den 7. Dezember 1900.
Der Königliche Landrath
V 12215 v. Schenck.
^taötUrcw ^anaxt.
Belauntmachungen des Obrrbürgermeisteramtes.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den 20. Dezember 1900, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
1. Errichtung eines neuen Schulgebäudes für die Knaben- und Mädchen-Mittelschule am Grünen Weg.
2. Grundsteuer ordnung.
Z. Begräbnißordnung.
4. Beschaffung eines neuen Leichenwagens.
5. Ermäßigung des Pachtgeldes für das infolge Benutzung eines Theiles zur Einbauung des Sieles verringerte Pachtland EE 39 und 40 von 300 M. auf 270 M. jährlich.
6. Uebereinkommen mit dem Herrn Minister für Handel und Gewerbe wegen eines festen Zuschusses aus Staats- mitteln für die gewerbliche Fortbildungsschule.
7. Reorganisation der kaufmännischen Fortbildungsschule.
8. Bewilligung eines Zuschusses von 130 M. für Entfernung der Treppe vor dem Zorn'schcn Hause in der Krüineistraße.
9. Verwendung der 31863,12 Mk. für R.-J. 1899 betragenden Mchrüberschüsfe des Gaswerks zur außerordentlichen Dotirung des Eiweiterungsfonds.
10. Wahl eines Schiedsmanns.
41. Versetzung eines Bureaugchilfen bei Gaswerks in den Ruhestand.
12. Besetzung einer Assistentenstelle beim Gaswerk.
Hanau den 15. Dezember 1900.
Der Stadtvcrorduclcn-Vorsteher.
Canthal. 20475
Handelsregister.
1. Heute ist eingetragen:
a. Bei der Fama Karl P. Fites in Hanau: Der Gesellschafter Karl Otto Fues ist am 2. Juli 1899 verstorben. An dessen Stelle ist seine Kitiwe £uife geb. Spah in Hanau am 2. Juli 1899 als Gesellschafterin in die offene Handelsgesellschaft eingetreten. Zur Vertretung der Gesellschaft ist sie nicht ermächtigt.
E Bei der Firma A. Voltz-Bier in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Die Gesellschaft besteht seit dem 1. Juni 1896. ,_________________ totf^
c. Bei der Firma Hengsberger & Grobe in Hanau Die Liquidation ist beendet.
2. Gelöscht sind folgende Firmen:
a. G. D. Baumgärtner in Hanau.
b. I. Ph. Winkler in Hanau.
c. P. F. C. Kröger & Sohn in Hanau.
3. Die Firma A. Dörr & Co. in Hanau soll von AmtS- wcgen gelöscht und bei der Firma Hamburger & Weinrank in Hanau soll die Beendigung der Liqui- batien von Amtswegen eingetragen werden. Die Firmcn- inhaber oder deren Rechtsnachfolger haben einen W.der- spruch hiergegen bis zum 3. April 1901 geltend zu machen.
Hanau den 14. Dezember 1900.
Königliches Amtsgericht 5. 20431
Bekanntmachung.
In der Zwangsversteigerung der dem Maler Rudolf Hinvemith aus Niederrodenbach (jetzt in Mühlheim a. M.) gehörigen, in der Gemarkung Niederrodenbach gelegenen Grundstücke ist der Versteigerungstermin vom 15. Januar 1901 aufgehoben und anderer Termin auf den 15. Februar 1901, vormittags 9'/» Uhr, anberaumt worden.
Hanau den 12. Dezember 1900.
Königliches Amtsgericht 2. 20439
Hanauer Ortskrankenkaffe. Bekanntmachung.
An alle Zahlungspflichtige ergeht hiermit die Aufforderung, sie noch zu zahlenden Beitrag» pro 1900 möglichst nächsten Montag den 17. bis Mittwoch den 19. Dezember, spätestens jedoch am Montag den 24. Dezember zu entrichten, da am 27. laufenden Monats für alle Rückstände das Mahnverfahren beginnt.
In der Zeit vom 31. Dezember 1900 bis zum 8. Januar 1901 einschlietzlich können wegen Uebcrschreibuttg der Bücher Zahlungen nicht entgegengenommen werden; Ausnahmen hier von werden wie üblich bei denjenigen Büchern gestattet, deren Inhaber gleichzeitig abgemeloet werden.
Für das Rechnungsjahr 1901 werden die Bücher vom 9. Januar ab wieder entgegengenommen.
Die neuen Marken sind vom 9. Januar ab erhältlich.
Die alten Marken werden von diesem Tage ab bei unserer Hauptkasse cingelöst.
Hanau, 15. Dezember 1900.
Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.
Ph. Müller, Vorsitzender. 2029>
’ SS M Md vr ilorrne Gegesüsade er.
Gefunden: 1 helleS Kopflucb. 1 kleines, znucs Kinderrädchen. 1 frisch gebügeltes Hemd. 1 Stück hellgraue Häkelarbeit und 1 Klingel wcißcS Garn mit e elfenbeinernen Stricknadeln.
Verloren: 1 Einschreibebrief von der Firme Nicolay u. Dunker, Inhalt Armband und Brosche. 1 vernickele Kapsel ebn einem Patent-Federwagen.
Hanan den 17. Dezember 1900.
El» deutsches ReMrstückltin.
Der Kriegsberichterstatter bei „B. L.-A/ lzihlt über den glänzenden, vielbewunderten Handstreich bei Huplmanns von Blotinitz bei Tai-i-wang folgendes Nähere: Nit der Erlaubniß, üiaulliiere zu requirircu, zogen wir an frühen Morgen iillier ""„"'âillillkt
aus, und nicht nur mit 20 Maulthieren und Pferden, sondern auch mit zwei bespannten Geschützen, acht Fuhren Munition, eine Menze moderner Gewehre 2c. kehrten wir am Spätnachmittage wieder in unser Ruhetagsquartier heim.
Kurz vor Tai-i-wang hatten wi: bereits ein interessantes Abenteuer gehabt. Ehe die kleine berittene Abtheilung von 50 Mann an Tai-i-wang heranritt, mußten unsere Pferde eine kleine Erholung haben. Wir selbst benutzten den kurzen Halt, um in einem von einer Erdmauer eingefriedigten Gehöft aus unseren Satteltaschen zu frühstücken; natürlich geschah das alles unter Beobachtung der nöthigen Siterheus- maßregeln. Tas Frühstück wurde aber sehr bald durch den Ruf des über die Mauer auslegenden Pollens unterbrochen: „Drei große Chincienkarren in Sicht. Sie kommen direkt auf das Gehöft zu!" Im Moment saß alles im Sattel, dann gings ins gestreckter Karriere auf die Karren zu. Der Letzte derselben machte Kehrt und versuchte zu entkommen, ward aber sehr bald cingeholt; die anderen beiden Karrenführer waren vor Schreck wie gelähmt und hielten sofort. Noch viel erschreckter zeigten sich die Insassen, ober richciger die 3r Winnen, denn wir sahen «ns zu unserm nicht geringen Erstaunen nicht weniger als acht Chinesinnen der besseren Stände gegenüber, welche eine Menge Gepäck mit sich fübrten und von zwei männlichen Chinesen gelcicet wurden. Letztere erklärten unserm Dolmetscher, Herrn b. Tettenborn, sie seien ganz friedliche Leute, kämen aus einem kleinem Gcbirgsncst xnb wollten in ihre» Heimathsort zurück; aber eine wenigstens oberflächliche^Burchsuchung der Karren nach etwaigen Waffe« schien .doch geboten, und so wurden denn die zum Theil rcchi^übschen jungen Damen ersucht, für einige Minutew-oAl ihren Wagen hcrabzuklcttcrn.
Nun begann ein fürchierliches Weinen und Wehklagen der Insassinnen, weil, was wir allerdings erst später heraus- bekamen, die Prozedur des Nbstcigcns nicht vorzunehmen ging, ohne daß bi? Damen ihre — kleinen verkrüppelten Füßchen unsern »roranen Blicken preisgaben. Als sie dann glücklich und ohne jed n Schaden diesen furchtbaren Moment überstanden und, da keine Waffen gefunden, aufgeforbert wurden, ihre Reise fonzulltzen, vermochten sie solche G.oß- mutb gar nicht zu fassen, und besonders die männlichen Begleiter ergingen sich in allen möglichen Dankbe- zeugungeu.
Wir aber setzten in bester Laune unsern flotten Ritt fort und langten eine halbe Stunde später vor Tai-i-wang an. D«rch die von uni am Morgen eingefangenen chinesischen Soldaten wußten mir, daß die dortige Besatzung — ein Bataillon Infanterie unter dem Kommando des Majors Au yi tun, sowie 300 Mann Kavallerie und 2 Geschütze — gegen Mittag abzurücken beabsichtigten, und jetzt bemerkten wir, daß die Chinesen bereits mit ihrem Abzug begannen und cs dabei sehr eilig zu haben schienen. Da hieß es denn schnell handeln. Zwei stärkere Patrouillen von uns ritten rechts xnb links um das Dorf herum. Das Gros hielt noch ein wenig vor demselben; unsere Spitze aber mit dem Dolmetscher Herrn o. Tettenborn jagte direkt in die Hauptstraße hinein, die vollgepfropft mit chinesischen Soldaten und am Hauptplatzc durch Gepäckkarren und zwei eben zum Abfahren fertige Geschütze versperrt war.
Einigen auf die Spitze feuernden Soldaten schrie Herr v. T. chinesisch zu: „Gewehr bei Fuß, ober Ihr seid 'alle verloren!" und st- — nahmen Gewehr bei Fuß. Wenige Sekunden später stieß er auf den erschreckt aus seinem Aamen herausstürzendkn Major Liu yi-kun, der total den Kopf verloren hatte und, alS er in diesem Augenblicke den Oberleutnant Rempe mit einer stärkeren Reiterabtheilung heran jagen sah, seinen Leuten selbst jeder weitere Schießen verbot. Alle Chinesen parirten dem Befehle aber doch nicht. Zwei Mann feuerten gleich darauf aus einem der Dorfgchöffe auf einen unserer Artilleristen auf kaum drei Schritt und wurden beide
wenn er denselben pro Monat Januar bestellt
Bezugspreis: AH, monatlich.
Mu ausgenommen wird vom 1. Januar al' ein reich ansgcstatteter Handclstheil.