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Haimuer Anzeiger

1 5 Dezenter

die Führung, welche interimistisch der italienische Oberstleutnant Salsa innegkhabt batte Nachdem am 30. November die deutsche Flagge auf den Minggi ädern bei Tschongping (37 Kilometer nordwestlich von Peking) gehißt worden war, wurde der weitere Rückmarsch in breiter Front über Kangsang, Schohoischöng, Tanzschan und Niulanschau fortgesetzt. Am 4. Dezember trafen die Kolonnen in ausgezeichneter Ver­fassung wieder in Peking ein.

Im Zusammenhang mit dieser Expedition ging am 19. November unter Major v. Mühlenfels ein kleineres Detache­ment in Stärke von 2 Kompagnien, 2 Geschützen und einigen berittenen Mannschaften von Peking ab, welches mit der Kolonne Aorck auf deren Rückweg znsammcnireffcn sollte. Nach einem kleinen Gefecht gegen die Boxer bet Ankiaischwang (38 Kilometer westlich von Peking), wobei 8 Geschütze erobert würben, erreichte es am 22. November über Hengliugtscheng (58 Kilometer nordwestlich von Peking) die große Mauer und hißie dort die deuischc Flagge. Von da kehrte das De­tachement, ohne mit der Kalganer Kolonne in Verbindung getreten zu sein, nach Peking zurück und traf dort ohne Ver lüfte und ebenfalls in bester Verfassung am 25. November wieder ein.

In den übrigen Provinzen des chinesischen Reiches sind wesentliche Veränderungen im Laufe der letzten Woche nicht vorgekomincn. Die Vizekönige der Aanglse-Prooinzen scheinen es nach wie vor für vonheilhaft zu halten, mit den ver­bündeten Mächten in gutem Einvernehmen zu bleiben. Die Anwesenheit einer starken Flottenmacht bei Shanghai und im Pinglse mag sie in dieser Ansicht bestärkt haben.

Dolkswrrthschaftlichcr Theil

Berliner Marktbericht. Die in der abgelaufenen Berichtswoche veröffentlichte amtliche Ernte-Statistik Preußens überraschte durch die unerwartet hohen Schätzungen der Er träge. Dies gilt namentlich bezüglich des Roggens, dessen Zurückbleiben hinsichtlich der Quantität gegen die vorjährige große Ernie entgegen der bisherigen Annahme oerhätlniß- mâßig nur gering ist. Da ferner das Weiler mit kurzer Unterbrechung milde blieb und über den Stand der Winnr faaten günstige Berichte vorlagen, so war die Tendenz an dem hiesigen Setreibemarfte vorwiegend matt, zumal vom AuSlande kaum Anregung zu einer gegenteiligen Stimmung sich bemerkbar machte. Erst am letzten Tage her Woche (12. Dezember) trat eine Befestigung ein. Den Anstoß gaben die amerikanischen Markie auf Grund der unerwarteten Ver Minderung der konirollirren Weizenbestände Amerikas und bessere Eivorrnachfrage. Hier zogen aus der besseren Stimmung haupliâchtrch die Lieferungspreise der Brodflüchle für den laufenden Mouar Nutzen, da sich mehrfach Nachfrage für den Verbrauch geigte. Der Dezember-Preis des Roggens stellte sich gegen den Schlußoreis der »origen Woche um 1 Mk. höher. Für die späteren Termine konnten w.-der Weizen noch Roggen die im Laufe der Woche erlittenen Preiseinb^ßen wieder einholen. Die GesAasisrhäiigkeit ließ nach wie vor besondere Regsamkeit vermissen. Der Grund hierfür liegt in dem besonderen Umstanoe, daß der Konsum zum größten Theil ohne Inanspruchnahme des Mm kies seinen Bedarf zu decken Gelegenheit sucht und findet. Das Geschäst in Hafer war schwerfällig, die Preise unterlagen nur unbebeutenben Aenderungen ; der Dezember-Preis hob sich am Schlüsse der Woche. MaiS gab erheblich im Werihe nach infolge großer Ankünfte in Hamburg, die bei den benutzbar gebliebenen Wasserstraßen noch begrem dem Jnlande zugeiührr we den können. Die letzten Dezember Preise stellen sich wie folgt: Weizen 149,25 Mk., Roggen 137,75 Mk., Hafer 135,00 Mk., Mais 111,75 Mk.

Auf dem stavriichen Schlachtoiehmarkie wurden nachstehende Preise noiirt: Ochien 67 52 Mk, Bullen 6347 Mk., Färsen und Kühe 5540 Mk., Kälber 7632 Mk., Scvafe

6644 Mk., Schweine (100 Pfund leben» oder 50 gramm mit 20 v. H. Tara-Abzug) beste Qualiiäl 53 gering entwickelte 45 48 Mk., Lauen 4746 Mk.

Kilo- Mk.,

Vermischtes

Gegen einen nach 22 Jahren gefaßten Naub- mörver wurde do gestern vor dem Schwurgericht in Danzig verhandelt. Anfang Oktober d-eses Jahres wurde in Nord weudcutichland ein oagabonbirenber, etwa 44fähiger Mann aufgegriffen, in welchem man sofort mit ziemlicher Gewißheit

ben seit 22 Jahren wegen Raubmordes ve,folgten Albeiier! 1^°" bewanderten Bekannten zu befolgen, buchstäblich ver giftet wurden, und nun ist schon wieder ein blühendes junges geich i-be- find das somit zur Kenntniß der vliterlânvijchen Menschenleben der ZInwissenheit zum Opfer gefallen. Ein (Geschichte und zur Pflege der Vaterlandsliebe viel beitragen wich, in Droguist in dem Städtchen Clayton le-Moors ist unter der

und Heer die w-ttene Verbreitung finden. -g. Anschuldigung, de» Tod seines 17 jährigen Sohnes durch un:

Preußen unter der Königskrone. Der Jugendrständige Behandlung einer Wunde veranlaßt zu haben, in unb dem Volle gewidmet von »Friedrich Tromnau. In Untersuchungshaft genommen worden.

2 Ausgaben. Kl. Ausg., / * -

schnitten, geh. 35 P'g. Gr. Ausg., 80 Seiten der Leistengegend. Ein aus einer Kindcrkanonc geschossener Titelbild und 45 Abbildungen im T>xt auf V.lm- kleiner Stein drang ihm in das weiche Fleisch. ~

papter, geb. 1.25 M. Brerlau, Ferd. Hirt. wusch die Wunde sorgfältig aus und vernähte sie mit einem

In dirser Jubelsestjchrift gibt der Verfasser den Lesern trotz ge­drängter Kürze einen anschaulichen Uebcrblick über das Wirken der Hohmzoll-rntürsltn während des AX) jährigen Bestehens des preußigen «mugreichts. Indem er in seiner Darstellung besonders das ragloie innere W Uten der Herrscher sch ldert, ihre Fürsorge für Landbau und cxewerbe, für Kunst und Wissenschaft, für Handel nnd Verkeh ämiltd uno ihre Verdienste um die («ejesgebung und Rechtspflege, um ver- wa.tung und ^idnunq des 2teuerwesetts, um tue Hebung der Volks­bildung keim zeichnet, 'ührt er uns so recht vor Augen, was eigentlich 613 preußische Voll der Arbeit seiner Könige pi danken hat. Der reiche V -oertchmuck, zum Theil nach schwer zugänglichett Werken beschosst, ze'gl durchweg ioigrämge Auswahl und künstlerische ilbiS'übruug Diese werlbvolle (trtchemung am dem Gebiete der preußischen ««cjchich e eignet rch bet Villtgkeit halber vorzüglich zur Massetiverthetlnng und als sicsl- gabe tüc die patriotischen feiern am 16. Januar 1V01 in Schulen, Vec-tneu uno der Armee. _z

Iulius Nagel aus Proust erkannte. Dem von ihm ftiuer- vit begangenen Verbrechen liegt der folgende Thatbestand zu Stunde: Am Sonntag den 20. Januar 1878 wurde vor- mittags in einem Hohlweg zwischen Pranst und Gischkau die ca. 50 Jahre alte Wittwe Raich, eine arme Botenfrau, die Sonntags und Feiertags die Güter mit Weißbrot versorgte, durch mehrere Messerstiche und Zertrümmerung des Schädels ermordet und ihrer geringen Baarschaft von 1 Thaler 18 Silbergroschen, sowie mehrerer Brote, die sie austrug, beraubt. Nach der Ermordung war die Leiche in geradezu bestialischer Weise zngrrichlct worden. Eine spitze Eispicke war der Leiche in den Leib getrieben ; außerdem waren die Kleider mit Pe­troleum begossen «ud in Brand gesteckt, s» daß die Leiche zum Theil verkohlt war. Gleich nach der That lenkte sich der Verdacht, den Mord begangen zu haben, auf den Arbeiter J 4iuS Nagel, dessen Mutter in Straschin wohnte, und ben Arbeiter Karl August Klein, dessen Angehörige in Proust wohnten. Trotz aller Maßnahmen gelang cs nicht, den flüchtig gewordene» Nagel zu erwischen. So blieb dieses ab­scheuliche Verbrechen an dem Hauptthâter vorläufig ungesühnt, während sein Complice, der Arbeiter Klein, am 14. Januar 1879 vom Danziger Schwurgericht zu 15 Jahren Zuchthaus »erurtheilt wurde, und zwar vornehmlich auf Grund seines Geständnisses über die Hilfe, welche er dem Nagel bei dem Verbrechen geleistet hatte. Klein ist inzwischen gestorben, wie es heißt, durch Selbstmord. In den verflossenen beiden Jahr­zehnten wurden nun schon öfters Persönlichkeiten vorläufig fcsigcuommen, in denen man den Gesuchten zu erkennen glaubte, was sich dann aber stets als irrthümlich erwies. Man glaubte schließlich, daß Nagel längst nicht mehr unter den Lebenden weiite, trotzdem aber wurden die Ermittelungen und Naaforschungen nicht eingestellt, so daß auch eine gesetz­liche Verjährung, auf welche der Verbrecher schließlich gerechnet hatte, nicht eingetreten war. Nagel hat sich nun, wie in­zwischen festgestellt ist, unter falschem Namen 17 Jahre in Halberstadt aufgehalten, während er die übrigen 5 Jahre in anderen Orten Deunchlands verbrachte. Jetzt endlich wurde er zu Anfang Oktober auf einer Tour in die Wesergegend im Dorfe Vorbruch bei Blumental von dem Orisgendarmen beim Betteln angetrosten und festgenommen. Zunächst erfolgte die Einlieferung Nagels in das Gerichtsgefängniß zu Blumen­thal, am 12. Oktober traf der Verbrecher in Begleitung zweier Transporteure tu Danzig ein und wurde noch an demselben Tage dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Er gab damals ohne weiteres zu, der Gesuchte zu sein und räumte auch im

wesentlichen das graunge Perbrechen ein. Raubmordes zum Tode verurtheilt.

Das Malheur eines Dicken

Er wurde wegen

Eine ergötzliche

Szene allerdings war sie nur für die Zuschauer amüsant spielte sich dieser Tage in der Rue de Princessc in Paris ab. Monsieur R., ein egenlo reicher wie gewichtiger Wein- Händler, der volle Berechtigung hätte, sich in den Klub der 100 Kilomänner aufnehmen zu lassen, wollte sich eines Fiakers bedienen. Er winkt eine vor überfahrende Droschke heran und diese hält dicht am Trottoir, das in der erwähnten Straße außerordentlich schmal ist, vor dem Laden eines Buchdruckers. Der korpulente Herr öffnet den Schlag, setzte einen Fuß auf den Tritt und macht den Versuch, in den infolge des seitwärts etwas abschüssigen Fahrdammes schräg stehenden Wagen hincin- zukleitern. Dabei klammert er sich krampfhaft mii der einen Hans an den Kutschersitz, mit der anderen an den Rand des halboffenen Vehikels. Das enorme Gewicht des Fahrgastes aber reißt das leichte Gefährt um, und während der hintere Theil des W igcns sich an die Mauer des Hauses stützt, fällt der starke Herr in das Schaufenster des Buchdruckers und zertrümmert es. Der Kutscher bewahrt nur mit großer An- rrengung seine Balanc und bemüht sich den ebenfalls in Ge­fahr gebrachten Gaul zu halten, gilt furchtbarer Lärm ent­steht. Der Druckerei Inhaber verlangt Schadenersatz, der Rosselenker schimpft aus Leibeskräften und der U. Heber des U cheils will unter allen Umständen gefahren werden. Die Polizei mischt sich hinein und auf dem Kommissariat wird die Tache zur Zufriedenheit der beiden Geschädigten beigelegt. Der Dicke mußte tief in sein Portemonnaie greifen uns sah sich dann genöthigt, einen anderen Fiaker zu suchen.

Das Opfer eines Kurpfuschers. In keinem an­deren zivilisieren Lande blüht die Kurpfuscherei wohl in einem solchen Maße, wie jenseits des Kanals. Erst kürzlich hörte man, daß zwei Kinder, deren Eltern leichtsinnig genug waren, die Rathschläge eines vorgeblich in der medizinischen Wissen-

. _ . . ~ , , , , --------- Der junge John

48 Seiten mit 30 Holz- Whittaker erlitt beim Spielen eine empfindliche Verletzung in

Der Vater

Stich, ohne aber daran zu denken, den Fremdkörper zu extra- Hiren. Vier Tage später trat Blutvergiftung ein und trotz der von einem tüchtigen Chirurgen sofort vorgenommenen Operation starb der Unglückliche unter schrecklichen Qualen.

(Hne Hübsche Geschichte ist dem Prinzen Rupprecht von Bayern pofjirt, der sich als Jagdgast des Freiherrn Gonfrieo von Notenhan in der Heubacher Gemarkung befand. Prinz Rupprecht schoß ausgezeichnet: eine Anzahl Hasen, das einzige Neh der Strecke, ein N bhuhn, einen Nußhäher und einen Grünspecht. Dies Alles sah ein Treiber von Rent weinsvoi f, der sog.Waffelichmied", mit an und platzte plötz­lich Hera iS:Ihra Majestät, Si sinn a rechter Räuber, Si schießen ölles zamm. Si hätt'n nei af China g'hört!" Prinz

Rupprecht lachte tüchtig und sagte, auf ben Scherz entgeht im unverfälschten fränkischen Dialekt:Ja, sic Ham net brauch' könn' !" worüber noch mehr gelacht wurde, alt gJ die Rede des Treibers.

Auszüge aus d cm A »i t Sb latt der Königlich,» Regierung zu Cassel.

Eichen. Im Wege der Zwangsvollstreckung sog ^ in der Gemarkung Eichen belegene, im Grundbuche von @i^en zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Händlers Wilhelm Heinrich Ncichold (Christophs Sohn), Anna Elisabeth, geb. zu Eichen eingetragene Grundstück am 21. Februar löoi vormittags 10 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht Windkcken versteigert werden.

P a t e n t - E r t h e i l u n g en.

Nr. 117 073. Verfahren zur Darstellung substantiver Laumwollfarbstoffe. Dr. CH. Rudolph in Offenbach a. M., Goethestraße 16, vom 14. März 1900 ab. fl. 22b. dir. 117 189. Verfahren zur Darstellung einet blauex Baumwollfarbstoffes aus «i «i - Dinitronaphtalin. §arb< werke vorm. Meister Luciut & Brüning in Höchst a. M., vom 21. Januar 1898 ab. Kl. 22b.

m. b. H. in Frankfurt a. M.-Sachsenhauscn, vom 28. Februar 1899 ab. Kl. 12p.

Nr. 117 269. Verfahren zur Darstellung von Wis- mutheiweißoerbinduugeu. KalleLCo. in Biebrich «. AH., vom 20. Mai 1899 ab. Kl. 12p.

Gebrauch» ^-Muster.

Nr. 143 778. Riemenwechselgciriebe für Motorwagen, deren konische Riemschcibcu veränderlichen Wellenabstand haben. Ludwig Becker in Offenbach a. M., vom 8. Ok­tober 1900 ab. B. 15 655. Kl. 63c.

Lchiffsbericht.

Hamburg, 13. Dezbr. Der Dampfergroatia* ven ser Hamburg-Amerika-Lime ist gestern in St. Thomas mb »er DampferGranaria" vorgestern in New Orleans einge­troffen.

Bremen, 13. Dezbr. Der Dämpfer des Norddeutschen 'lcydItönig Albert* ist vorgestern in Hongkong einge- troffer.

Schiffs-Nachrichten. (Milgeiheitl von Paul Klein, Azent d?rRed Slar Linie", Anlwerxeu.)

Der PostdampferSouthwark derNed Star Sinie* in Antwerpen ist ant 12. Dezember wohlbehalten in Ncw-Aork angenommen.

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