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«ermtscht-s
Prozeß Sternberg. Berlin, 13. Dezbr. Die Morgen- blâtier melden: Gegen die Zeugen im Sternberg-Prozesse, Arndr und Früuleix Plath», welche in einem hiesigen Blatte die bekannten Mittheilungen machten, durch die sich Ober- siaaisanwall Jsenbiel beleidigt fühlte, ist gestern seitens der SiaatSanwaltschaft Klage erbeben worden. — Die Vertheidiger beantragen die Vertagung des Prozesses, weil der Staats- anwali im Prozesse Aussagen verwerthe, die in anderen, neben dem Sicrnberg-Pr.zesse herlaufenden Verfahren abgegeben werden, ohne den Vertheidigern Einsicht in die
betreffenden Akten zu gestatten.
Der Vorsitzende entgratet,
das hätte zur Folge, daß der Prozeß stärw-s-ns^ um so interessanter, weil die Tafel
koutme daß man noch nicht am Ende der Verhaftungen z--gt, wt- damals der alles M,lltar-,ch- reformtrende Napoleon angUanqi sei, sei ihm klar. StaatSanw.lt Braut spricht'die “ ^l- machte t* Gegensatz zu h°ute wo deutsche- gleiche Ansicht auS. Der Gerichtshof lehnt den V-rtaqungs^M,l.tar das Vorb.ld aller anderen geworden -st Auch sonst an-rag ab und setzt das Z-ugen°-rhör fort. Der Vorsitzende^ das re-chhalttze H-st des Lehrr-lch-n und Unt-rh-ltendm
- * - - ' - - in Fälle: der größte L-cheinwerser der Welt, die riesenhafte
erklärt am Schlüsse der Sitzung, daß er morgen die Lewcis- aufnabmc zu beendigen hoffe. Am Samstag und Montag soll eine Pause einweien und am Dienstag sollen die Plai doyers beginnen. — Justizraih Dr. Sello wird, einem Telegramm zufolge, möglicherweise noch sein Plaidoycr im Sternberg-Prozeß halten. Sein endgültiger Entschluß steht allerdings noch aus, da ihm sehr viel daran gelegen ist, vorber die gegen ihn erhobene Beschuldigung des Kommissars Thiel bureb seinen Eid zu enlkrii- tigen. Andererseits möchte er naturgemäß in diesem weitaus wichtigsten Augenblick des Pr»zeffes ohne genügende Gründe seinen Klienten nicht im Stiche lassen. — Polizeipräsident von Windhein ist nach demselben Blatt gestern vom Untersuchungsrichter Brandt in dem Verfahren gegen de« Kommissar Thiel vernommen worden. Wie verlautet, hat sich die Vernehmung auch auf die Untersuchung erstreckt, bie zur Ermittelung jener zweiten Quelle eingeleiiet ist, welche nach Thiels Bekundung schneller und besser als er es vermochte Herrn Luppa Einzelheiten aus der Untersuchung gegen Sternberg verschafft hatte.
Garexplsston. Durch eine in Saargemünd bei Legung einer Gasleitung erfolgte Gasexplosi»n wurde ein Haus vollständig zerstört, die Nebenhäuser stark beschädigt. Fünf Personen erlitten Verletzungen; zwei sind ihren Verletzungen erlegen.
Litterarisches.
Gerade rechtzeitig, um allen Freunden eines gesunden Humors als Fetzgeichenk auf den Weihnachtstisch gelegt zu werden, läßt Ernst Georgy soeben in der allbekannten humoristisch-satirischen Bibliothek „Die Berliner Range" einen eierten Band: Lotte Brachs Brausejahre (Rich. Bong, Kunstverlag, Berlin W. 57) Preis 1 Mk. erscheinen, welcher gleichsam die Fortsetzung des mit so vielem Beifall aufgenommenc« ersten Landes: Neue Bekenntnisse bildet. War d»rt „Lotte Lach" der übermüthige in Haus und Schule Allotria treibende Lacksiich, so sehen wir sie in vorliegendem Bande als „Fräulein Range" auf allerlei Schleichwegen, bei der Kartenlegerin, auf dem Wege zum heimlichen Rendez-vous. Wir erlebe« c», daß sie durch ihren Trotz und ihre Herbheit in die schwersten Herzensstürwe geräth. Daheim in ihrer „Kemenate", auf LÄen und Gesellschaften begegnen wir unserer Heldin als harmlose, kritische Mademoiselle Sans- ®éne, die, mag sie in „Wolle" oder in „Seide" erscheinen, stets das Herz ans dem rechten Flecke hat und mit ihren »ft drastischen Dergleichen nicht zurückhäli. Ueberall eine gern gesehene Freundin bildet sie den anregenden Mittelpunkt. Frisch sprudelt der Quell ihres Geplauders. Erwähnen möchten wir noch als Beweis der Beliebtheit der „Berliner Range", daß in wenigen Wochen über 65 000 Ländchen verkauft wurden, ein Erf»lg, wie ihn wenige litterarische Erscheinungen aufzuweisen haben. Gewiß die beste Empfehlung für unsere Leier, die „Berliner Range" unter der Weihnachti- gabe nicht fehle« lassen.
Eine leuchtende Hand ist das Neueste auf dem Gebiete des elektrischen Beleuchiungswesens. Sie besteht aus durchsichtigem Glas und in ihrem Innern ist eine elekwische Glühlampe angebracht, so daß die Hand aus sich heraus zu leuchten scheint. Heft IX. der allgemein verbreiteten illustrirten Zeitschrift „Für alle Welt" (Deutsches Derlags- Haus Bong & Co., Berlin W. 57. — Preis des Vierzehn- tagShefies 40 Pfg.) bespricht in Wort und Bild eingehend die interessante, als Reklamcartikcl ober selbständiger Be- leuchlungSgegenstand mit ganz besonderem Erfolge zu ver- roenbenbe Neuheit. Der Elektrotechnik gehören noch eine ganze Reihe bemerkenswerther Neukonstruktionen verschiedener Apparate an, die alle in demselben Hefte besprochen sind, so eine Querschnittlehre für elektrische Leitungsdrihte, Hochspannungssicherungen und Jsolirzangen, eine Vorrichtung für elektrische Gepäckbeförderung u. s. w. Sehr interessant ist auch die Vorführung einer Anstalt zur Herstellung von Telepraphenftangen für bit deutsche Postoerwaltung. Eine zweckmäßige Neuerung an einem so wichtigen Gegenstände wie die Schere ist ferner ebenfalls berichtet. DaS Gießen eines Niederdruckcylinders im Gewicht von 18000 Kilogramm auf der Kaiser!. Werft zu Wilhelm-Haven, mehrere prächtige Abbildungen aus dem Neuen Bayerischen National-Museum in München, eine solche»»m neuen Hauptzollamt i« Hamburg und zahlreiche Illustrationen aus den verschiedensten Gebieten, sowie auch über politische und andere bcmerkenSmerthe Zeit- ereigniffe vervollständigen den reichen Inhalt der Nummer. Dem Unterhaltungsbedürfnisse tragen drei fesselnde Romane — „Gebrandmarkt" von G. v. Schlippenbach, „Der Adjutant" von Paul O. Höcker und „Der Schlüssel zum Paradies" ,ox Robert Kraft —, sowie Ernst Humoreske: „Vereitelte
Hanauer Pfitzner.
Wünsche" Rechnung. Artikel naturwissenschaftlichen, historischen und sonstig wissenschaftlichen Inhalts sorgen für anregende Belehrung. Der Bilderschmuck deS Hefte- ist vorzüglich und eine ganz besondere Zierde bildet die farbige Kunstbeilage „Der erste Pcrsonenzug" noch einem zeitgenössischen hochinteressanten ÄquareS.
„Soldatentypen aus dem erste» Drittel des 19. Jahrhunderts" bringt in prächtiger farbiger Darstellung die neueste 67. Lieferung des Prachtwerkes „Das 19. Jahrhundert in Wort und Bild" von Hans Kraemer (Berlin, Deutsches Verlagshauâ Bong & Co. Preis 60 Pfg. pro Lieferung). Gewiß ein äußerst interessanter
Sechsfarben-Druckmaschine und andere gewaltige Leistungen der modernen Ingenieur- und Maschinenbaukunst werden uns in Wort und Bild von sachkundiger Weise vorgeführt. Auch diese Lieferung zeigt, daß Verleger, wie Verfasser aufs Eifrigste bemüht waren, das Neueste und Wissenswerthefte ihren Lesern »»rzuführcn.
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Roßbach. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Roßbach belegenen, im Grundbuche ion Roßbach zur Zeit der Eintragung des Persteigerungsvermerkes auf den Namen des Taglöhncrs Wilhelm K i l d a u zu Roßbach eingetragnen Grundstücke am 1. Februar 1901, vormittags 10 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Bieber — in der Köhler 'schen Wirthschaft zu Roßbach — versteigert werden.
Patent-Ertheilungin.
Nr. 117 073. Verfahren zur Darstellung substantiver Baumwollfarbstoffe. — Dr. CH. Rudolph in Offenbach a. M., Goethestraße 16, v»m 14. März 1900 ab. Kl. 22b.
Nr. 117 189. Verfahre« zur Darstellung eines blauen Baumwöllfarbstoffes aus «i «»- Diniironaphtalin. — Farbwerke vorm. Mei ster Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 21. Januar 1898 ab. Kl. 22b.
Nr. 117 095. Verfahren zur Darstellung von China- alkalsidkohlensäureestern ein- »der mehrwerthiger Phenole. — Vereinigte Chininfabrike« Zimmer & C o., G. m. b. H. in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen, v«m 28. Februar 1899 ab. Kl. 12p.
Nr. 117 269. Verfahren zur Darstellung von Wir- muthkiweißverbinduugcn. — K «l l e L C o. in Biebrich a. RH., vom 20. Mai 1899 ab. Kl. 12p.
Nr. 117 347. Apparat zum Entfetten und Trocknen von
Kadavern und Flcischadfällen.
C. Lasch in Cassel,
Dchikerstraße 14/16, vom 4. August 1899 ab. Kl. 16.
GebrauchS-Muster.
Nr. 143 866. Nach dem Blätterverbrauch »egzuwerfeude Ailsgabeoirrichtunz für Klosctpipier, mit in der Mitte zu- sammengeb»genem, an seinen Enden durch einen schmalen Streifen am Kasten gehaltenem Blätterbündel. Ernst Bechtel in Hanau a. M., vom 6. November 1900 ab. — B. 15 826. Kl. 341.
Nr. 143 568. Drahtflachfeder, bestehend aus zwei gleich gewickelien Flachspiralen, welche durch Einziehen eines schraubenförmig verlaufenden DrahteS durch ihre einander zugekchrten Augen und Flachprcsscn des Ganzen zusammengehalten sind. Wagener & Schilling in Oberkaufungen b. Cassel, vom 11. Oktober 1900 ab. — W. 10 424. Kl. 3a.
Rr. 143 594. Wäschetrockner auS Holz, mit hölzerner Unterlage für die Arme und Feststellung dieser Unterlage mittels Haken. Gebrüder Heller in Schmalkalden, vom 2. November 1900 ab. — H. 14 790. Kl. 8d.
Nr. 142 561. Eiserner, innen gegen Wärmestrahlung geschützter Verbi«dungskopf für Zement-Brennöfen u. dgl. Fellner L Ziegler in in Frankfurt a. M., vom 18. September 1900 ab. — F. 7013. Kl. 80c.
Nr. 141 262. Schlößchen für Portefeuillewaaren, dessen Verschluß mittels eines durch daS Schloßobertheil gehenden und mit einem Schieber verbundenen beweglichen Schließ- knopfes bethätigt wird. F. W. Goedecke in Offenbach a. M., Berl. Louisenstraße, vom 18. August 1900 ab. — ®. 7537. Kl. 33b.
Nr. 141 346. Alt Schnürstiefel mit Einlage einet elastischen Leistens gebildeter orthopädischer Apparat zur Verlängerung v»n kurzen Beinen. A. Muhn in Frankfurt a. M., Gr. Kornmarkt 3, vom 20. September 1900 ab. — M. 10 448. Kl. 30b.
«chrsssb-rlcht.
Hamburg, 13. Dezbr. Der Dampfer „Lelgia" von der Hamburg- Amerika-Linie ist vorgestern in Baltimore eingetroffen.
Vremeo», 12. Dezbr. Der Dampfer bei Norddeutschen Lloyd „Freiburg" ist vorgestern in Penang eingetroffen.
Dratzmachrichte« der genauer Anzeiger.
Berlin, 14. Dezbr. Die „Vossische Zeitung" meldet auS Rom: vülowS Erklärungen über die d e u t s ch - e n g - lischen Beziehungen machen hier lebhaften Eindruck. Die Tribuna findet sie höchst bezeichnend für die diplomatische Geschichte der letzten Jahre, weil sie be«
14. Dezember, ftätigen, daß die strenge und reine Jnteressen-Politik J^ die Oberhand gewonnen hat. Deutschland habe sich die Rassen - Freundschaft für die Buren, Frankreich w die Verstimmung gegen England nicht in ihrer teressen-Politik irre machen lassen. @3 sonnenklar geworden, i^aß Deutschland und England in intern Einvernehmen die beste Bürgschaft für dieDnrchführung i^rit iveltpolitischen Pläne sehe. Die Italic nennt bje Rede äußert praktisch und lehrreich. Nichts sei richtiger unb beherzigenswcrlher als der brutale Satz, daß Niemand beim Zusammenstoß zweier Völker zu fragen hat, auf welcher Seite das Recht sei. -
Berti»., 14. Dezbr. Nach einer Depesche. aus Desslili ist die Ehe des Prinzen und der Prinzessin Aribert von Anhalt gestern durch Entscheidung des Herzogs von Anhalt- Dessau auf Grund des Anhaltischen Hausgesetzeâ rechtskcâstig geschieden worden.
Berlin, 14. Dezbr. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Bremen telegraphirt wird, rettete das dortige Schiff „Louise" die Mannschaft des auf See verbrannten Schiffes „Allegianco", das mit 1500 Tons Ladung nach Australien unterwegs war, und landete die schiffbrüchigen 20 Personen in Kapstadt.
Belgrad, 14. Dezbr. Der König hat alle wegen der letzten Demonstrationen verurtheilten Studenten der hiesigen Hochschule begnadigt.
Sofia, 14. Dezbr. Die Regierung hat, nachdem sie nunmehr das Cigarcttenpapier-Monopol-Gesetz angenommen hat, die ausländischen Cigaretten - Fabrikanten verständigt, keine neuen «Sendungen nach Bulgarien abgeben zu lassen.
Brüssel, 14. Dezbr. Meldungen aus dem Congo- st a a t zufolge ist eine 450 Mann starke Kolonne congone- sischer Truppen am 12. Oftober unter dem Befehl des Distrikts-Kommandeurs Verduffen nach dem Mongalla-Gebiet abgegangen, um die Kannibalea-Stämme zu züchtigen.
Petersburg, 14. Dezbr. In der Antwort Bülows auf die Interpellation Sattlers vermißt der „Herold" die Auskunft über die allgemeine Politik deS Reichskanzlers, welcher gerade auf die wichtigste Frage nicht geantwortet habe. Mit der Darlegung über die Stellungnahme Deutschlands in der Transoaalfraze und den Richtempfang Krügers ist das Blatt nicht einverstanden. Das Leitmotiv in den beiden Fällen sei die Rücksichtnahme auf England. „Birshewija Wjedomostt" meinen, die Rede des Reichskanzlers werde das moralische Prestige Deutschlands nicht heben. Tie „Nowosti" führen auS, daß die Neutralität Deutschlands nicht verletzt worden wäre, wenn der Kaiser Krüger empfangen hätte. Dagegen habe Deutschland durch die Forderung, Krüger solle nicht nach Berlin kommen, seine Neutralität zu Gunsten Englands gebrochen. Man könne die Handlung-weise Deutschlands nicht durch Berufung auf die politischen Interessen Deutschlands rechtfertigen. „Ros- sijc" findet, die Rede Bülows sei eine von den Reden, die gehalten werden, um zu rechtfertigen, was unmöglich zu rechtfertigen sei.
Cigarren,
das Kistchen mit 25 Stück, dar Kistel:
Mk. 1.—, 1.25, 1.50, 2.—, 2.50, 3.— 3.50, 4.-, 4.30, 4.80, 7.90, 9.—.
Große Auswahl in Kistel zu 50 und 100 Stück.
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Ch. J. Lossow
Emätamgsslöninp der Kinder »7-»°.!^ gia M«vii Erfolge erzielt. Zu haben in Apoth. u. Dropri* Bauer * üe« Barlia 80. Ik ♦ *