1. Dezember
Hanauer Anzeiger
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hält nicht nur die Reihenfolge der Rezitationen und Lieder, * Mülleimer. Die Herüber des gestern gemeldeten über welche wir ja schon berichtet haben, sondern auch den Unfugs sind ermittelt worden. Die Mülleimer konnten ihren Text der von Herrn Bauer vsrgciragenen Gesänge und - Eigenthümern wieder zugestellt weihen. Für die Veiüber doe bringt am Schluß einen kurzen biographischen Abt iß, welcher! Unfugs (junge Leute, von denen man Derartiges nicht er sich auf den im Programm vorgesehenen Populärwissenschaft- s warten sollte) wird die Sache jedenfalls einen recht bitteren lieben Vortrag des Herrn Dr. Bergmann bezieht und in Nachgeschmack erhalten.
rotiern die wichtigsten Taten aus dem Lebensgange des Dichters übersichtlich zusammengestellt sind.
* Ausstekung. Dem Vorstand des Kunstvercins ist
es gelungen, eine Anzahl von Oclgeinälden dahier zur Ausstellung z« bringen, welche sich auf das Leben Napoleon I. beziehen. Diese Oclgemälde sind nach eingehendsten Studien der örtlichen Umgebung hergestellt und dürften das lebhafteste
Interesse erregen. Außer dieser Sonderausstellimg haben De ur in g dahier einen „V o l ks l i ed er - H e rr e n- Fräul. Minna Bartels und Fräul. Anna Rust Studien, Abend". Es ist dafür Sorge getragen, d.-ß außer Kunst- in Aquarell und Pastell in großer Anzahl dem Verein zur;âören, Duetten, Klavier- und «»[«ertragen vornehmlich Ausstellung überwiesen und wird mit dem Bemerken darauf Volkslieder zum Vortrag kommen. La der Verein bc- aufmerkiam gemacht, daß die Ausstellung nur 14 Tage dauern5 reits wiederholt Proben seines Könnens gegeben und unter kann. ■ seinem früheren Dirigenten, Herrn Lehrer G. Wagner zu
* Schaufenster Dekoration. Zum Zeichen der ! Hanan, eine vorzügliche Schulung erhalten, so steht den Be- ..... suchern des Konzerts ein genußreicher Abend in Aussicht,
Heranrückenden Weihnachtszeit beginnen sich allmählich die Schaufenster der offenen Verkaufsgeschäfte in das übliche festliche Gewand der besten Geschäftszeit des Jahres zu werfen. Allen voran stehen natürlich die großen Konfektionsgeschäfte. Im Schaufenster der Firma M. L. B e r l i z - Heimer & Söhne z. B. sehen wir die bekannte Szene aus „Hänsel und Grethel" versinnbildlicht.
* Auch ein Jubiläum. Der Landwirth Konr. L o t t i g in Niederissigheim löste sich gestern den 50. Jahres- jagdschein. Zu Jägerkreisen ist Herr L. weithin bekannt.
* Familienabend. Wir verfehlen nicht auf den morgen Abend in dem Saale der Brauerei Wcismanlel stalt- findenden Familienabeud mit Tanz des Zither-Verein Hanau aufmerksam zu machen. Wie vor acht Tagen erwähnt, findet ein sehr gut gewähltes Programm seine Erledigung.
* Wettspiel. Interessenten wird es von Interesse sein zu erfahren daß morgen den 2. ds. Mrs. nachmittags 3 Uhr auf dem Exerzierplätze ein Fußbüllweltspiel zwischen der Mannschaft des „Hanauer Fußball- und Criceiklub" und der II. Mannschaft der „Hanauer Fußballgcsellschaft 1899" stattfindet.
* Der Dezember. Der Dezember wurde vom Kaiser Karl dem Großen der heilige Monat genannt und heißt im deutschen Kalender der Christ-Monat. In diesem Monat beginnt nach unserer Zeitrechnung der Anfang des Winters mit dem 21. Dezember, dem kürzesten Tage des Jahres. Die Wärme bat allgemach erheblich abgenommen und nimmt weiter ab. Die Tageslänge schwindet zu Anfang dieses Monats auf ca. 8 Stunden und 40 Minuten — sinkt am kürzesten Tage (21. Dezember) auf etwa 8 Stunden 22 Minuten und steigt zu Ende des Monats auf etwa 8 Stunden 26 Minuten. Das Pflanzenlcdcn in der Natur erscheint dem
äußern Ansehen nach völlig erstorben, wenngleich bei außerordentlich mildem Wetter nicht selten einige Frühlingsblumen t t n.
im Dezember zum zweiten Male Blüthen treiben; die schlafen-i Anhöhe beobachtet. Dre größte Niederschlagsmenge m 24 den Kräfte der Natur kommen nie gang zur Ruhe und der Kunden war am 16. Nooember (gemessen am 17. eftober augenscheinliche Stillstand in Wachsthum und Entwicklung,-«^ 7 Uh^ 8,o mm, was
’ - - - - ' gleichbedeutend ist mit 8,3 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Monats-Menge der Niederschläge im November betrug
43,2 mm oder 43,2 Liter pro Quadratmeter.
Der Beobachter:
Jean Zobst.
die scheinbare Ruhe in der Natur ist nur dem Schlummer vergleichbar, der alle Naiurkräfic sammelt und stärkt, damit sie zu neuem Leben erstarkt und gekräftigt zur Frühjahrszett wieder erwachen. Für die Thiere in Flur und Hain tritt in diesem Monat zuweilen, besonders bei tiefem Schnee und starkem Frost, eine Zeit bitterer Nolb ein, zu deren Linderung menschliches Erbarmen thätig einzugreifen sich verpflichtet fühlen muß. Von den cintzeimilchcn Vögeln macht der Kreuzschnabel eine merkwürdige Ausnahme von der allgemeinen Lebensweise insofern, als er in diesem Monat nistet und brütet. Auch einige Fischartcn (Salmen) laichen im Dezember. Fällt im
LtkÄüM
D-regramw aus Ha«w«rq vom 1 Dezember.
(9 Uhr 45 Min.t
Norden" viel Schnee, so ziehen verschiedene Entenarten, Wild-i Ein Maximum von über 765 mm lagert über Mittel gänse und andere Wasservögel der mildern Luft und dem | skandinavicn, eine Depression unter 750 mm über Südost offenen Wasser südlich gelegener Gegenden zu. Für die curop«. In Deutschland ist das Wetter trübe und z-cmlich
Fischer bietet der Dezember häufig Gelegenheit zu ausgedehnter Eisfischerei und Veranlassung, dem Raubzeug des Wassers, den Fischottern, nachzusteUcn. So lange Frost den Boden nicht schließt, sollten Landmann und Gärtner im Rühren von Pflug und Spaten thätig sein, denn sorgfältig und tief genug ausgeführte Winterfurche ist einer halben Düngung gleich zu achten und dem Erfolge der nächstjährigen Frühjahrs-Bestellung jederzeit förderlich und ersprießlich. Bei mildem, weichem Wetter können Baumpflanzungen ohne Bedenken noch vor- genommen — mindestens aber Baumgrubcn für Frühjahrs- Pflanzung ausgeworfen werden.
* Bauernregeln für Dezember. Donner im Winterguartal bringt uns Kälte ohne Zahl. — Frost im Dezember, der bald wieder aufbricht, deutet auf einen mäßigen Winter; hält der Frost an, so ist ein kalter Winter zu erwarten. — Die zwölf Rächte von Christnacht bis heilige drei Könige sollen die Witterung der kommenden zwölf Monate anbeuten. — Ist es um Weihnachten feucht und naß, gibt's leere Speicher und leeres Faß. — Wenn in der ersten Advents- woche strenges, kaltes Wetter herrscht, so soll es volle 18 Wochen anhaltcn. — Ruf Barbara (4. Dezember) die Sonne aufweicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht. — St. Luzen (13. Dezember) macht den Tag stutzen. — St. Veit hat den längsten Tag, Luzia die längste Nacht vermag; St. Gregor und das Kreuz macht den Tag so lang gleich als die Nacht. — Grüne Weihnachten, weiße Ostern, weiße Weihnachten, grüne Ostern. — Dezember kalt wie Schnee, gibt Korn auf jeder Höh! — Ist der Winter warm, wird der Bauer arm. — Gelindes Wetter um Weihnachten ist ein Vorbote, daß die Kälte lange hinaus währen werbe, das ist, wenn es nicht vorwintert, so wintert es nach. — Weht der Wind am Stephanstag (26. Dezember), zeigt's, daß der Wein nicht wohlgerath.
Nachgeschmack erhalten.
* Das HshuenSksmmhaus ist jetzt nur Senn tags geöffnet.
O Bergen, 1. Dezbr. Der unter der Leitung des Herrn Lehrers Lamb zu Frankfurt-Seckbach stehende hiesige Männergeiangoerein „Humoria" veranstaltet Sonntag den 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Saale des Gritwirths H.
um so mehr, da der derzeitige Dirigent, Herr Lamb, gerade für Vokalmusik und Sologesang im Konservatorium zu Frank furt 6 M. eine gründliche Ausbildung genossen und sich
feiner Aufgabe, den Verein auf der Höhe der Zeit halten, in jeder Hinsicht gewachsen gezeigt hat.
fü- Samèiag bau 1. Dezember.
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KirKenchor der JohmmtslirLe: Abends präciè 8 Uhr: Ha:,pt»rc^ in ser Kliche
Shana Männer- and ZünglingSvercm: Unterhalte? t èvan Ze - eins bau»)
Christlicher Arbeiterver-m: MsnatSvrrsvmmlun-: und Allt liet nehme tw Beremslokete «mm «Elephanten".
Turnsea-eir.de : Kürturnen und Borturnersmude.
Verein „Einigkeit": Veremsadevd t« der .er-hev Kron-'.
Äefine „Eirlrvchl" (Bereiuslokal «zum Vrauftüdll'l: B r 'nvaben'
Sthletenklub ,Ä>rr«aâ B-reinsadend (R-stauration 2p. . "! Pvrsdeplvp)
Fußballklub Viktoria": Vereinsabend in der Brauerei W ismvvtel „Hanauer FußbaLßesellschakt 1899 : VercinSadend im 8 .stban- zmu Grafla Philipp ßuuvtß'"
Hvuarer Fu8v«ll- uvd Crickelkiub: Gemüihliches Zus-mmepseln in .Alemsmsir".
für Savutar den 2 Dezember
Fuhdallklub .Viktoria : u-tchmi-lass ü Upr: Uebmlgèspiet auf de ttx-tzieplatz
Hanauer Fubbak- «id Lricketllid: Naci mittags 3 U :: lieb um: spiel auf dem Eperriervlag
Hanauer Fichdall-v seSichstt 1899: Nechunttags 3 Uhr: Aebunzsipi > ur best Ererz'errlqtz
Erster Hanauer Fußrallklud 1893: Nachmittags 3 Uhr: Uebumifpi.: ans best Eperz erpla».
RegMstation Hana«
des Königl. Preußischen Meteorologischen Instituts
zu Berlin.
Im Monat November wurden 12 Tage mit mehr als 0,2 mm
mild.
Prognose für den 2. Dezbr.: Meist etwas kühleres Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.
Aus Provinz und Nachbargebietttt
Orb, 29. Noobr. Herr Dr. Schönhuth, früher Bürgermeister hierselbst, der sich s. Zt. auch für den Binger- meisterpostcn in Heiligenstadt gemeldet hatte und zur engeren Wahl gestellt wurde, ist am 27. d. M. in Groitkau (Schlesiens einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden.
Schlüchtern, 27. Novbr. In voriger Nacht verunglückte der Müllerbursche H. Belz von Nirickshausen, bedienstet bei dem Müller und Bürgermeister Drüichler in Motten, indem er von der zur Mühle führenden Brücke ab rutschte und in den Bach fiel, woselbst er des Morgens als Leiche aufgefunden wurde. Wäre die Brücke mit einem ; Geländer versehen gewesen, so wäre dieser Unfall nicht vor- gekommen.
Lichrrsbe (Kr. Rotenburg), 29. Novbr. In dem Gehöft des Gutsbesitzers Theodor Wiegmann hier brach in voriger Nacht Feuer anS, welches die Wirtdschafisgcbäudc und auch die angrenzenden Gebäude der Gastwirthin Wittwe Riemenschneider einäscherte. Fast sämmtliche Vorrâthe, Mobilien rc. sind verbrannt, u. a. auch 15 Schafe und ein Rind. Ueber die Entstehungsnrjache ist nichts bekannt ge- worden.
Hd. Worms, 30. Nov. Der Großherzog von Reffen traf zur Brückenweihe heute Vormittag 11 Uhr 30 Min. am rechtsrheinischen Brückenkopf ein. Zur Begrüßung waren anwesend: Minister » Thielen, Eiscnvahn-Direkior Breitenbach aus Mainz, Herr v. Nagern, Oberbürgermeister Gaßner- Mainz, Minister Rohde-Darmstadt, RcichstagSabgeordueter Freiherr Heyl und Oberbürgermeister Köhler-Worms. Die
Die heutige Nummer nmfatzt Erstes, Zweites, Drittes Blatt (Stift —20), eine Beilage (Seite 21 tu 22), sowie Nntcrhaltungs- «n» amtliche Beilage.
Festrede hielt Tirekor Breitenbach und betonte in derselben, bap nicht nur Monns, nicht nur das rechisrein she und das linksrheinische Hessen, sondern auch Süddeutschland und West- deulicl land sonne der internationale Verkehr Vortheil von dieser Brücke hätten, über die bereits am nächsten Montag ein internationaler Zug (Harburg-Berlin-Lyon-Marscille) ge= (eitet werden würde. Nach der Eröffnungsfeier fuhr der Zug nach Station Win ms. Die Festtheilnehmcr begaben sich nach dem Kasino, woselbst Frühstück stattfand. Namens der Stadt Worms begrüßte Oberbürgermeister Köhler die Gäste und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog. Der Groß- Herzog dankte und brachte ein Hoch auf den Kaiser auS. Um 3 Uhr begab sich der Großherzc-g nach Darmstadt zurück.
D aMMM ms genaue? Anz i n.
Berl n, 1. Dezbr. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Paris: Der Sekretär Van Hoeven trifft Sonntag Morgen in Berlin ein, um im dortigen Palau-Hoicl Alles für die Ankunft Krügers vorzubereiten und die Daren der wichtigsten Unterredungen fesizuftellen. 50 französische Dclegirte begleiten Krüger bis zur Grenze. Kardinal Richard ordnete an, daß heute im Augenblick der Abreise Krügers die sog. Savoyarde, die größte Glocke der Sacrè Coeur-Kirche, gelängt werbe, zum Zeichen des Beginnens von Gebeten in allen Pariser Kirchen für das Seelenheil der in Transvaal gefallenen Buren und Freiwilligen sowie für die Genesung der Verwundeten. Präsident Loubet ließ sich von einem der Vertreter Frankreichs bei der Haager Conterenz Amklärung darüber g ben, welche Debatten in der Commission der Annahme des 8 3 vorang ngen, der vom Verlangen einer neutralen Macht nach Einberufung eines STiessgerichts handelt. — In Köln trifft Präsident Krüger, wie der „Vessischen Zeitung" von bort gemeldet wird, heme Abend um 1L Uhr ein und steigt im Dom-Hotel ab. Die Weiterreise erfolgt morgen 3 Uhr 13 Min. Nach den bisherigen Bestimmungen wird Krüger als Pttvaimann behandelt. — Nach einem Telegramm des „Lokal-Anzeigers" aus Brüssel melden dortige Blätter: Don Berlin reift Krüger wabrsch-m ich nach Wieir und dann nach Petersburg. Der D a n k b c s u ch bei der Königin Wilhelmina werde wegen der diplomatischen Unterhandlungen nicht vor dem 15. ds. rfolgen. — Am 5. Dezember findet in Wien, wie der „Vossischcn Zeitung" depeschirt wird, im größten Saale der Stadt eine Huldigungsfeier für die Buren statt, wobei man über ein Ehrengeschenk für Krüger schlüssig werden will. Der demokratische Verein in Triest sandte an Krüger einen telegraphischen Gruß.
Frankfurt a. M.. 1. Dezbr. Professor Fhchyo Moinmsen ist gestern im Alter von fast 82 Jahren gestorben.
Barcelona, 1. Dezbr. Die Einwohner von Csita- (enien haben gestern dem Präsidenten Krüger eine Sympathie- Adreffe zngesandi.
Paris, 1. Dezbr. Die Kutscher der Compagnie Sénéral 3000 Mann an der Zahl, haben in dieser Nacht den General-Au-stand beschlossen.
Brü^cl, 1. Dezbr. Wie bestimmt versichert wird, hat die Regierung den Vorstehern derjenigen Stationen, welche Krüger heute passiren wird Befehl gegeben, keine Kundgebungen zuz'ilaffkn.
Amsterdam, 1. Dezbr. Es hat sich hier ein Komitee gebildet welches Unterschriften sammelt, um die Königin Wil- beiminc zu ersuchen, einen Kongreß einzuberufcn, welcher Mittel und Wege ausfindig machen soll, um den südafrikanischen Krieg zu Ende zu rühren.
Haag. 1. Dezbr. Während der gestrigen Budgci-Bc- rathung beglückwünschte der radikale Abgeordnete Kcrdijke unter dem Beifall des ganzen Hauses den Minister des Auswärtigen wegen der Absendung des Kriegsschiffes
„Gelderland".
London, 1. Dezbr. Das Regiment der Londoner Freiwilligen, welches bei seiner Rückkehr aus Transvaal Anlaß zu den bekannten Skandalen gegeben hatte, ist gestern aufgelöst worden.
London, 1. Dez. „Morning Leader" stellt zwei Thatsachen fest als Folgen des eieges der Buren bei Dewetsdorp, zuerst, daß Lord Roberts nach Durban abgereist sei. Das sei ein eigenthümlicher Weg, um nach Kapstadt zu gelangen und ein Beweis dafür, daß der direkte Weg nach Kapstadt unterbrochen sei, zweitens, daß Milner in seiner Ansprache den Ausländern keine Hoffnung gegeben ha-, daß sie nach Transvaal zurückkehic-t können. Das Blau schließt daraus, daß das Ende des Krieges noch weit entfernt sei.
London, 1. Dezbr. Die heutigen Morgenblätter berichten, daß eine Delegation der loyal Gesinnten aus der Kap-Kolonie gestern vom Kolvuialminister Chamberlain empfangen worden ist. Die Mitglieder dieser Delegation haben zur Regelung der Lage in Südafrika vorgeschlagen, Sir Alfred Milner als Oberkommandeur des südafrikanischen Gebietes beizubebalte», den Belagerungszustat.d auszuheben und beide Republiken in eine Kolonie der Krone unter der direkten Regierung des Kolouialaintes umzugestalten. Die Sprachenfrage soll ähnlich wie in der Kap-Kolonie zur Regelung gelangen. Die beiden Republiken würden alle Kriegskosten zu bezahlen haben. In Kapstadt würde ein Appellations- gericht seinen Sitz für ganz Südafrika haben. Die Morgen- blätter fügen hinzu, Chamberlain habe diese Delegation reunblid) empfangen.
Kapstadt, 1. Dezbr. Sämmtliche Militärposten in der Kap-Kolonie sind verstärkt worden.