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Hanauer Anzeiger

17. November

Vertrauens-Erklärung, die der Politik des Gesammt-Mini- steriums galt, glücklich gerettet. Trotzdem bleibt die Lage des Ministeriums Waldeck-Rousseau außerordentlich schwierig. Es gibt Leute, welche meinen, daß demnächst auch die Frage, ob Republik oder Monarchie, ihre Entscheidung finden müsse, und das ist, wenn auch nicht wahrscheinlich, so doch nicht unmöglich. Jedenfalls wird es interessant sein, die Entwickelung der innern Politik Frankreichs zu verfolgen.

Das benachbarte Spanien bietet dem Politiker ebenfalls Stoff genug. Zwar ist der Putsch im Norden des Landes rasch unterdrückt worden. Nichtsdestoweniger bleibt die Ver­fassung bis auf Weiteres aufgehoben, damit die Behörden die Aufständischen, von denen sich Don Carlos losgesagt hat, um so nachdrücklicher verfolgen können. Es ist Spanien im Interesse des Herrscherhauses und des Volkes zu wünschen, daß bald wieder Ruhe eintritt, denn ein Bürgerkrieg würde das ohne­hin schwer geschädigte Laud an den Rand des Abgrundes bringen.

In schwerer Sorge befindet sich Rußland. Der Träger der Krone ist an Unterleibs-Typhus erkrankt. Mit seinen Unterthanen ist das deutsche Volk in dem Wunsche einig, daß der Zar, mit dem unser Kaiser eine innige Freundschaft unter­hält, bald wieder genese.

Der Krieg in China.

Neber das Gefecht bei Nan-hnng-me»» erhält derB. L.-A." folgenden Spezialbericht:

Peking, 26. September.

Im flotten Marschtempo zog die Kolonne dahin. Ein tüchtiges Stück voraus unter dem Kommando eines Offiziers die Meldereiter, die trotz ihrer geringen Kopfzahl den kaval- leristischeu Aufklärungsdienst mit versehen müssen, da dem Expeditionskorps des Generals von Hoepffner keine Kavallerie zugetheilt ist. Hinter ihnen mit dem nöthigen Abstand die Spitze, der Vortrupp, das Gros der Infanterie; zwischen dieser, d. h. den beiden Secbataillonen, eindoublirt die Bat­terie jo.; nicht zu vergessen die Pionier- und die Sanitäts- Abtheilung.

Gerade sehr lebhaft ging's in der Marschkolonne nicht zu. Das Interesse der Leute, die am Morgen in der sichern Aus­sicht auf ein frisch-fröhliches Gefecht von Peking ausgezogen, war geschwunden, als das erste Boxernest Tei-Aung, nach einem tüchtigen Marsch von 25 Kilometern, gänzlich verlassen angetroffen wurde.

Die Japaner, ein Offizier und 50 Mann, die uns auf Schleichwegen von Huang-Tsun dahingeführt, waren nicht minder als wir über den wenig erfolgreichen Beginn unserer Strafexpedilion enttäuscht.

In Tei Aung blieb uns nichts weiter übrig, als die Ge­höfte und Häuser, in denen Waffen gefunden waren, in Brand zu stecken; dann wurde eine längere Mittagspause gemacht und darauf der Weitermarsch auf Nan-hung men angetreten, während die Japaner wieder in ihren Kantone- mentsort zurückkehrtcn.

Schon am Vormittag hatte ein tüchtiger Sandsturm geblasen. Jetzt setzte er von neuem ein und warf uns wohl eine Stunde lang ungeheuere Sandwolken direkt entgegen, was auch nicht gerade zur Hebung der Stimmung beitrug.

Das Schlimmste aber von Allem war die fast positive Gewissheit, daß die in der Gegend vertheilten Boxerbanden sehr frühzeitig von unserem Anmarsch Wind bekommen haben mußten, und somit kaum noch Aussicht vorhanden war, sie in Nan-hung-men zu überraschen. Dem letzteren Orte, einem der verrufensten Boxernestern, galt aber hauptsächlich unsere Expedition. Dort hatten zwei Tage zuvor größere Boxer­haufen eine deutsche Ofsizierspatrou:lle angegriffen und die- :WMHBMMMaMWMmHMBMM««MatMiMMaHann>im Ein reges Leben kehrt nun in diese Räume ein, die drei Jahre öde und leer gewesen sind. Aus allen Theilen der Provinz treffen die Bewerber, gewöhnlich von ihren hangen­den und bangenden Angehörigen und Freunden begleitet, in der Provinzialhauptstadt ein, stellen sich der in einem Hofe des Grundstücks residirenden Prüfungskommission vor und legitimiren sich bei ihr. Jetzt wimmeln die Prüfungshallen von Mandarinen, Schreibern, Wächtern, Soldaten, und tausend Vorbereitungen sind zu treffen. Endlich ist der große Tag gekommen, an dem das Examen beginnt. Welch ein Anblick, wenn am Morgen all' die Tausende von Bewerbern mit ihrer theilnehmenden Begleitung, mit Kleidungsstücken, Decken, Kochgeschirren, Theetöpfen ü. s. w. schwer beloben, am Thore erscheinen 1 Sie nehmen Abschied von den Ihrigen, treten einzeln durch die Pforte ein, werden streng auf etwaige verbotene Hilfsmittel untersucht und erhalten ihre Zelle ange­wiesen. Schließt sich deren Thür hinter ihnen, so sind'sie auf neun Tage von der Welt abgeschieden.

Denn nur einmal während des neun Tage währenden Examens wirb der Prüfling zu seiner Erholung hinausge­llassen. Die ganze übrige Zeit hockt er in seiner engen, fensterlosen Zelle, in der es bei heißem Wetter fast unerträg­lich ist, in der der Rauch des Feuers und der Dampf des kochenden Essens, die keinen Abzug finden, sich ansammeln. So ist das Examen auch physisch eine schwere Pein. Und da so mancher durchgefallene Kandidat sein Glück zum zweiten oder gar dritten Male versucht und daher selbst Greise nicht selten in diese schrecklichen Zellen einziehen, so sind Todes­fälle durch Erschöpfung nicht ungewöhnlich. Dann wird ein Loch in die Umfassungsmauer gebrochen und die Leiche hinausgeschafft; den Verwandten des Opfers bleibt es an- heimgesteUt, für seine Bestattung zu sorgen.

Drei Serien von Arbeiten müssen die Examinanden liefern; zwischen je zweien liegt eine Nacht der Erholung.

selbe mit Kleingewehrfeuer aus modernen, weittragenden Ge-, wehren verfolgt, während gleichzeitig in den angrenzenden Feldern ein paar Mann chinesischer Kavallerie aufgetaucht waren. Mithin befanden sich unter den Boxern von Nan- hung-men auch desertirtc chinesische Soldaten, denn die Boxer selbst verfügen weder über Kavallerie, noch über andere als uralte Stich-, Hieb- und Schußwaffen.

Nan-hung-men liegt 25 Kilometer südlich von Peking und lehnt sich an die Außenseite der hohen Umfassungs­mauer an, die den ehemaligen kaiserlichen Wildpark ein­schließt. Unter dem Letzteren ist übrigens durchaus kein Park" zu verstehen, sondern eine riesige Haide mit zahl­reichen Gehöften, ehemaligen Truppenlagern, Waldparzellen,

aber eilends auf Nimmerwiedersehen davon, als ihnen sofort Maisfeldern, vielen Sumpfstellen rc., kurzum, mit vortrefflichen, zwei Pferde todt geschossen wurden. Gedeckt durch die Mais- Schlupfwinkeln für allerlei lichtscheues Gesindel. , selber, hatten sich dann größere Boxcrhaufcn in weite« Bogen

' herumgezogen und versuchten nun einen direkten Flanken-

Es ging schon stark auf 5 Uhr nachmittags. Unser Weg führte durch hohe Maisfelder und zahlreiche anscheinend recht wohlhabende Dörfer, deren Bewohner bei unserem Nahen doch arg überrascht schienen, ihre Feldarbeiten i« Stich ließen und gleich Schemen in den dichten Maisfeldcrn ver­schwanden.

Eben hatten wir wieder ein Dorf passirt. In unserer linken Flanke tauchte auf ungefähr 2000 Meter Entfernung die hohe Mauer des Wildparks, vor uns in einer Ent­fernung von 3000 Metern hinter hohen Maisfeldern das

die Attake sofort an. Nur einen Moment ließ er noch Dorf Peyie-Tschang auf, das unmittelbare Nachbardorf von Schnellfeuer geben, dann ging sein Zug unter donnerndem Nan-hung-men, unserem Marschziele. Rechter Hand mehr nach, Hurrah den Boxern mit dem Bajonett zu Leibe. Bei dem vorn ragten vereinzelte hohe Baumgruppen aus dem durchweg! Zusammenstoß entriß Leutnant Poland persönlich dem feind­dicht mit Mais bestandenen Gelände empor, welches unser

Weg schräg durchquerte. Nach der Mauer hin war bereits eine stärkere Seitenpatrouille unterwegs, da das Gelände sehr schwer zu übersehen war. In Wirklichkeit glaubte aber kein Mensch mehr an einen Zusammenstoß. Fünf Uhr mochte es sein, als plötzlich rechts seitwärts von unserer Tete einige Schüsse fielen. Zufällig befanden sich drei Offiziere ganz vorn. Einen Moment später waren deren Mauserpistolen enlsichert, und vorwärts ging's, den noch unsichtbaren, feind­lichen Schützen entgegen.

Da stiegen wieder rechts seitwärts auf kaum 200 Schritt Entfernung zwei, drei, vier, fünf Rauchwölkchen über dem dichten Maisfelde empor und in demselben Moment ward's auch in einer der hohen, weiter zurückliegenden Baumgruppen lebendig. Leutnant Fritschi und Leutnant von Hagen, die Vordersten, versuchen noch näher an die Schützen heranzu­kommen; der dritte Offizier folgt ihnen langsam, die Pistole schußfertig in der Hand, aber in hohen Maisfeldern ist kein leichtes Reiten, und immer intensiver pfeifen die feindlichen Geschosse den drei Reitern um die Ohren! Jetzt blitzt es auch in der Front am Dorfe Pehie-Tschang auf und gleich­zeitig fallen von links, von der Wildparkmauer, die ersten feindlichen Schüsse.

Dadurch wurde die Situation schon etwas klarer. Wir befanden uns jedenfalls einem garnicht so übel operirenden Feinde gegenüber, der seine Position recht geschickt gewählt hatte. Erst langsam, dann in schärferer Gangart reiten die drei Herren zurück, um zu melden. Ihnen kommen bereits der Vortrupp nebst einer Kompagnie des I. Bataillons (v. Madai) in aufgelöster Schützenlinie entgegen. Viel schneller, als wir's hier erzählen können, ist das schönste Feuergefecht im Gange und darauf ist auch, schnell wie der Wind, aus der gejammten Kolonne die grämliche Stimmung verflogen !

An verschiedenen Stellen werden jetzt hoch über den Maisfeldern wehende Boxerfahnen sichtbar, so am Dorfe, dann vor einer der früher bezeichneten Baumgruppefl, und schließlich seitwärts der Mauer; ein sicheres Zeichen, daß wir es mit größeren Boxerhaufen und auch mit einem wohl überlegten Angriff zu thun haben.

In der ersten Serie haben sie drei Arbeiten und ein Gedicht über die ihnen zugetheilten Themata zu verfassen, wobei keine Arbeit mehr als 400 und weniger als 300 Schriftlichen enthalten darf. Die zweite Serie besteht auè fünf Arbeiten über kaffische Gegenstände; in der dritten stellt der kaiserliche Prüfungskommissar selbst die Themata zu weiteren fünf Ar­beiten. In dieser letzten Serie sollen sich zuweilen auch Fragen über Staslswisscnschaflen, Geographie, Mathemathik und dergleichen befinden. Von der Natur der anderen ge­forderten Arbeiten gibt uns folgendes Examenthema Kunde: Ein Mann studirt von seiner Jugend an acht Grundsätze, und wenn er zur Mannheit gelangt, wünscht er sie einzu- üben". Ein anderes, für die Heuchelei und Scheinhöflichkeit der Chinesen übrigens sehr bezeichnende- Thema lautet: Fähigkeiten besitzen und doch bei denen nachfragen, denen es daran fehlt; viel wissen und doch ohne Besitz scheinen; voll sein und doch für leer gelten wollen."

Die kritischen neun Tage sind vorübar; die Prüflinge, soweit sie nicht auf der Wahlstatt der Gelehrsamkeit geblieben sind, entrinnen ihrer Haft. Jetzt beginnen die schlimmen Tage für die Examinatoren, die mit Grauen deS Berges von lOOOÖen von Arbieten denken mögen, durch den sie sich hin­durcharbeiten müssen. Diese Riesenarbeit ist folgendermaßen organisirt. Nachdem die Namen der Verfasser auf den Schriftstücken überklebt und die Arbeiten mit Nummern ver­sehen winden, werden sie alle mit rother Tinte abgeschrieben. Dann nimmt eine Beamtenklasse die erste Prüfung vor; die besten Leistungen, etwa 10 Prozent, also noch immer 23000 Arbeiten, gehen dann an den kaiserlichen Kom­missar. Dieser darf aber im Ganzen nur die bestimmte Anzahl von Bewerbern als auszeichnungsfähig bezeich­nen, die auf die betreffende Provinz entfallen. Das sind z. B. für Kwangtung 7080. So klein ist die Zahl der Glücklichen, die von 812000 Anwärtern daè

In den scharfen Knall der Gewehre mischt sich bald der Donner unserer Geschütze. Die Batterie nimmt vor Alle« die Waldparzelle rechter Hand unter Feuer; präzise schlagen die Granaten ein, trepiren die Shrapnels, aber so sehr die Boxer im Allgemeinen auch das Geschützfeuer scheuen, diesmal halten sie Stand. Währenddem hat sich allmählich in unserer Front das ganze I. Bataillon entwickelt, und während hier das feindliche Feuer mehr und «ehr zum Schweizen kommt und schließlich ganz aufhört, lebt es plötzlich in unserer rechten Flanke desto lebhafter wieder auf. Dort stand das II. Scebataillon (v. Kronhel«). Ihm zeigten sich zuerst ein paar chinesische Kavalleristen auf Schimmeln. Sie sieben

angriff, ein gewiß ganz schneidiges, aber wahnsinniges Be- ginnen. Ein Haufen mußte dabei auf circa 500 Meter eine breite Schneise passiven. Auch nicht ein Einziger von ihnen kam lebend hinüber; sie fielen sämmtlich im Schnellfeuer. Der zweite Haufen hielt sich mehr seitwärts unb entging hierdurch dem verderblichen Schnellfeuer, stieß aber, nachdem er eingeschwenkt, auf die 4. Kompagnie des II. Bataillons, speziell auf den Zug des Leutnants Poland. Dieser nahm

Itdjen Fahnenträger die roth-weiße Boxerfahne.

In einem Telegramm erwähnte ich bereits, wie eine anderer rothe Fahne, anscheinend von einem tollkühnen Boxer, hinter einem niederen Erdenaufwurf permanent hin- und hergeschwenkt wurde. Um unser Feuer, das sich natürlich sofort auf ihn konzentrirte, schien sich der Fahnenschwenker absolut nicht zu kümmern. Plötzlich stürzten Träger und Fahne und blieben verschwunden. Als wir später herankamen, fanden wir an der Stelle aber nicht etwa die Leiche eines wilden Fanatikers, sondern die eines armen, kaum zehnjährigen Knaben, angethan mit nagelneuer Boxergewandung, a« turbanartigen Kopftuch und auf der Brust daS ZeigenFo", das heilige Buddhazeichen, goldene Schuhe an den Füßen und einen kleinen winzigen Kinder­säbel um die schmächtige« Hüften geschnallt. So lag er da todt, von mehreren Kügeln durchbohrt, die magere kleine Kinderhand noch krampfhaft um den Schaft der Fahne geschlossen, deren Schwenken ihm den Tod gebracht.

Was es eigentlich mit ihm für eine Bewandtnis hatte? Wer weiß es! Diejenigen, die Auskunft darüber hätte» geben können, waren gleich ihm kalt und starr, denn lebende Feinde nach einem Gefecht zibts bekanntlich in diesem Feldzug nicht. Wen die Kugel oder das Bajonett nicht gleich hin­rafft, dem wird der Gnadenstoß gegeben. Das klingt hart, aber es ist Nothwendigkeit einem so barbarischen Feinde gegen­über. Wehe dem, der von uns den Chinesen in die Hände fällt! . . . Wahrscheinlich hatten die abergläubischen Boxer sich in dem armen Knaben eine Art Fetisch, einen Genius zurechtgestutzt, von dem sie Glück unb Sieg er­warteten ! . . .

Kaum eine Stunde hatte das Gefecht gewährt, da fing es auf Seiten der Boxer vollkdmmen zu erlahmen an Der an der Mauer stehende Haufen war längst verschwunden; die Dorflisitzre wurde noch kurz vor Eintritt in die Dunkel­heit durch die Artillerie reingefegt, und die in der rechten Flanke aufgetauchten Boxer waren bereits vernichtet.Das Ganze avanziren, Richtung auf das Dorf zu!" hieß der Befehl, den die Adjtuanten des Generals Höpfner, Ober­leutnant von Thauvenay dem 1., Oberleutnant von Bosse dem 2. Bataillon überbrachten.

ersehnte Ziel erreichen. Ihre Arbeiten unterwirft dann schließlich noch ein kaiserlicher Zensor einer Super-reviston.

25 Tage hat der Prüfungsausschuß für seine Arbeit Zeit. Zur gegebenen Frist besteigt dann um Mitternacht ein Ausrufer den höchsten Turm der Stadt und theilt die Namen der Glücklichen der harrenden Menge mit. Mit Blinesschnelle verbreiten sich diese Namen durch die ganze Stadt, am nächsten Morgen zirkuliren gedruckte Listen der Promovirten, Eilboten tragen sie in alle Theile der Provinz. Große Freude bringen sie den Familien der Ausgezeichneten, Diese schlagen mächtige Plakate mit der Nachricht an, über­mitteln sie ihren Freunden und veranstalten große Feste. Der ganze Ort nimmt an ihrer Freude theil. In der Hauptstadt selbst werden die Namen an die Wände der Prüfungshalle geklebt, Gcschützsalven begleiten diesen Vorgang und der Präsident der Kommission verneigt sich dreimal tief vor diesen geehrten Namen. Auch gibt die Stadt den Glücklichen ein Bankett, bei dem Mandarinen sie be­dienen.

Und nun hat der neugebackene Kiüschen Anspruch auf alle Aemter des Reiches. Anspruch nicht Recht. Vielleicht erlangt er gleich, vielleicht in Jahren, vielleicht nie eine Staatsstellung. Alle Ehren schützen nicht vor Hunger. Um sein Leben zu fristen, wird er Privatlehrer, Wahrsager oder etwas dergleichen. Jedes Kiüschen-Examen vermehrt so die Zahl des litterarischen Proletariats, des Fluches China's, um mehr als 1000 Personen. Nun wer das Ver­mögen hat, um nach Peking selbst zu reisen, dort vor dem Kaiser selbst das letzte Examen zu bestehen und zum Tjen-tst zu promoviren, darf seiner Zukunft ziemlich sicher sein. So ist eine Organisation, deren ursprüngliche Weisheit man selbst noch in ihrer heutigen Mißbildung in Spnren erkennen kann, zu einem verhängnißvollen Hemmniß der Entwickelung des chinesischen Reiches geworden.