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Hanauer Anzeiger

16. Novemebr

Mann und 19 Geschulte zählten, flöhen mit den Geschützen, nachdem sie 200 Mann verloren hatten. Die Russen, welche keine Verluste halten, fanden bei der Durchsuchung des Ortes ein Magazin mit Munitionsvorratb, sowie 200 modernen Gewehren und sprengten das Magazin in die Lust.

Tagesschau

Vom Kriegsschauplatz in Südafrika lanciren die Engländer zum so und so vielten Male das Gerücht, daß General Louis Botha kapituliren wolle. Nach einer Depesche derDaily Mail" aus Pretoria hat nämlich General Botha dem Marschall Roberts in Johannisburg seine Bedingungen für die Unterwerfung zugehen lassen. Die portu­giesische Regierung entzog dem Konsul Transvaals, Pott, in Lourenco Marques das Exequatur, indem sie erklärt, ernste Gründe für diese Maßregel zu haben. Portugal hat den Engländern in diesem Kriege schon so viel Schergendienste geleistet, daß von dieser Seite überhaupt nichts mehr über­raschen kann. General Boyes ist mit einem Konvoi aus Ladysmith in Standerton eingetroffen. Der Konvoi war den ganzen Weg über von den Buren belästigt. Der Verlust betrug drei Todte und sieben Verwundete. Gestern wurden 65 Frauen und Kinder nach Natal gesandt. Die Kolonne des Obersten Bewicke-Copley, welche südlich des Vaals operirt, hat fünf Burenfamilien, 3000 Stück Rinder und Schafe, 350 Pferde und fünf Wagenladungen Nahrungsmittel nach Standerton gesandt.

Politische und unpolitisch- Nachrichten

Berlin, 15. Noobr. Dem Reichstage ist die Uebersicht der Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäfts für das Jahr 1899 zugegangen. In den alphabetischen und Restantenliiten werden 1,696,760 Mann geführt und zwar 716,998 20jährige, 486,978 21jährige, 362,568 22jährige, 130,216 ältere. Davon sind 94,224 als unermittelt geführt, 91,800 ohne Entschuldigung ausgeblieben, 427,586 ander­wärts gestellungspflichtig geworden, 579,429 znrückgestellt, 1245 ausgeschlossen, 43,196 ausgemustert, 112,839 dem Land­sturm ersten Aufgebots, 82,733 der Ersatzreserve, 1076 der Marine-Elsatzreserve überwiesen, 226,957 ausgehoben, 5187 überzählig geblieben, 23,266 in das Heer, 1222 in die Marine freiwillig eingetreten. Von den 226,957 Ausge­hobenen wurden bestimmt 216,880 zum Dienst mit der Waffe, 4591 zum Dienst ohne Waffe, für die Marine 2354 aus der Landbevölkerung, 3132 aus der seemännischen und halb­seemännischen Bevölkerung. Vor Beginn des militärpflichtigen Alters sind 21,189 in das Heer, 1480 in die Marine frei­willig eingetreten. Wegen unerlaubter Auswanderung sind verurtheilt 33,652 aus der Land-, 189 aus der see- und Halbieemännischen Bevölkerung; noch in Untersuchung 14,150 und 158.

Berlin, 15. Novbr. Heute trat hier der erste deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag zu­sammen. 150 Delegirte sind erschienen. Ferner sind an­wesend Vertreter der preußischen, sächsischen und anderer Bundesregierungen, sowie der Städte Hamburg, Lübeck, Berlin und anderer. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: G werbe- kammerpräsident Schorer-Lübeck, die Obermeister Faster-Berlin, Nagler-München und Metzner-Neustadt (Oberschlesien.) In der heutigen Sitzung gelangte ein Antrag zur Annahme beir. die Organisation des deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertages, worin es heißt: Seine Aufgabe ist es, die ge­meinsamen Interessen des deutschen Handwerkerstandes zu wahren, die Bedürfnisse und Wünsche des Handwerkerstandes durch gemeinsame Berathung zum Ausdruck, sowie durch Ein­gaben zur Kenntniß der Organe des Reiches und der Bundes-' Negierungen zu bringen. Die Vertretung und Leitung liegt dem Vorort ob, der alle zwei Jahre gewählt wird. Der Vorort wird ersucht, gemeinsam mit einem Ausschuß die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift in Erwägung zu ziehen und auf dem nächsten Kammerlage Vorschläge zu unterbreiten.

Berlin, 15. Novbr. DerNeichsanzeiger" veröffent­licht folgende Ordensverleihungen: General - major z. D. Klockmann zu Rostock, zuletzt Kommandeur der 1'0. Kavallerie-Brigade, und Generalmajor z. D. v. senden zu Köm, bisher Kommandeur der 27. Infanterie-Brigade er­hielten den Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, der Bischof von Hildesheim, Sommerwerck, genannt Jacobi, er­hielt den Kronenorden 1. Klasse, Generalmajor z. D. von Warendorff, Kommandant des Truppenübungsplatzes Däberitz, den Stern zum Kronenorden 2. Klasse, Oberst z. D. von Weddig zu Eberbach in Baden, bisher Kommandeur des 55. Infanterie-Regiments, den Kronenorden 2. Klasse.

Gifhorn, 15. Novbr. Bei der Landtags-Ersatzwahl im Kreise Gifhorn-Isenhagen wurde nach amtlicher Feststellung Marenholtz (kons.) mit 119 Stimmen gegen Steller (natlb.) gewählt, welcher 50 Stimmen er hielt.

I London, 15. Novbr. Aus Suez wird gemeldet: Prä- stdent Krüger weigerte sich, den holländischen Konsul von Suez zu empfangen, weil dieser Beamte englischer Nationalität ist. Auch der Konsular-Agent in Port Said ist englischer Ab­stammung. Der KreuzerGelderland" ist um 1 Uhr 50 Min. gestern Nachmittag im Kanal eingetroffen und heute Morgen S Uhr in Port Said. In Port Said erwarteten zwei Säcke mit Briefen und Telegrammen den Präsidenten Krüger.

Paris, 15. Novbr. Der Kriegsminister hat eine Spe- ziälnoie versandt, worin mitgetheilt wird, daß Kinder, welche nicht in Staatsschulen erzogen worden sind, nicht mehr in Militärschulen ausgenommen werden können.

Atts Stadt- «erd LansArets Harmu Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe »Hau. Avz' gestattet.

* Für Gärtner und Landwirthe. Unsere hiesi­gen Oekonomen, Gärtner und Kunst- und Handelsgärtner machen wir auf die Bekanntmachung des Magistrats in unse­rem heutigen Blatte aufmerksam. Es ist dringend zu empfeh­len, daß Jeder, um sich vor Nachtheilen zu bewahren, von dem Verzeichniß Einsicht nimmt.

* Kinderheilanstalt Bad Orb. Dem gestern be­reits kurz erwähnten Jahresbericht der Kinderheilanstalt Bad Orb über die Thätigkeit im Sommer 1900 entnehmen wir noch Folgendes: Von Besuchen hoher Behörde hatte sich die Anstalt zu erfreuen am 17. Mai bei Gelegenheit der Ein­weihung des neu erbauten großen Kurhauses des Königl. Regierungspräsidenten Herr« Freiherrn Trott zu Cassel und des Herrn Landeshauptmanns Frhr. Riedesel zu Cassel. Im Juli besuchte die Anstalt der Königl. Regierungs- und Medizinalrath zu Cassel. Im Anfang September d. J. be­suchten die Anstalt der Königl. Korps-Generalarzt des 18. Armeekorps zu Frankfurt mit einem Geheimen Kricgs- rath, zwecks Besichtigung derselben für den Gebrauch als Reservelazareth im Falle einer Mobilmachung. Die

Herren fanden die Anstalt für sehr geeignet, um als Reservelazareth für 100 Mann zu dienen. Auch wurde die Anstalt auf Ersuchen Königl. Regierung zu Cassel für er­krankte und verwundete Chinakrieger zur Verfügung gestellt. Freiplätze in der Anstalt, d. h. vollständig freier Genuß einer vierwöchentlichen Soolbadekur, haben zu vergeben: die Kreise Gelnhausen an 25, Schlüchtern an 3, Landkreis Hanau an 15 und Landkr. Frankfurt an 13 Kinder, in Summa 56 Freiplätze. Der Magistrat Frankfurt-Main sandte auf Armenkosten 73 Kinder. Die Kinderheilanstalt selbst vergab, obwohl ihr Kapitalien aus Geschenken rc. außer drei Vermächtnissen von insgesammt 400 Mark nicht zu Gebote stehen, doch Freistellen an 57 Kinder. Diese Freistellen gewähren zu können ist der Anstalt nur möglich, daß sie neben der Anstalt für Kinder auch ein Pensionat für Erwachsene und höhere Preise zahlende Kinder unterhält, das wie oben angegeben, in diesem Jahre mit 101 Erwachsenen und 52 Kindern besucht war. Die Frei­plätze der A n st a l t wurden vergeben an 6 Kinder aus dem Kreise Schlüchtern und zwar an je ein Kind ans Schlüchtern, Steinau, Mottgers, Gundhelm, Hutten und Sierbfritz ; an 10 Kinder aus dem Landkreis Hanan, an je drei aus Langenselbold und Kesselstadt, an zwei aus Bergen, an je eins aus Hochstadt und Dörnigheim, ferner an zwei Kinder aus Bockenheim, an ein Kind aus Elberfeld. Den Löwenantheil nahm wie immer, der Kreis Gelnhausen in Anspruch mit 38 Freiplätzen, und zwar kamen von diesen Freistellen 14 auf die Stadt Gelnhausen, 5 auf die Stadt Wächtersbach, 1 auf die Stadt Orb, je drei auf die Gemeinden Kempfenbrunn, Spielberg und Eidengcsäß, je zwei auf Kassel und Birstein, je ein Kind auf Neuenschmidten, Witigenborn, Oberndorf, Niedergründau und Völzberg. Dazu kommen noch die dem Kreise Gelnhausen zur Verfügung stehenden 25 Freiplätze, von denen wieder 10 auf die Stadt Gelnhausen, fielen, je 2 aus Birstein, Niedergründau, Neuenschmidten, 3 auf Schlierbach, je eins auf Flörsbach, Kempfenbrunn, Lieblos, Orb, Pfaffenhausen, Eid ngesäß, so daß der Kreis Gelnhausen im Ganzen 63 Freiplätze benutzte. Der Kreis Schlüchtern sandte zwei Kinder aus Sterbfritz, eins aus Ulmbach, genoß also zu­sammen mit den 6 von der Anstalt gewährten 9 Freiplätze. Oer Landkreis Hanau vergab seine 15 Freiplätze an 5 Kinder aus Langenselbold, 3 aus der P ut ver- abrik, je 2 aus Fechenheim, Marköbel, Dörnig- ) e i m, 1 aus Niederrodenbach. Mit 10 von der Anstalt gewährten Freiplätzen kommen im Ganzen 25 auf den Landkreis Hanau. Der Landkreis Frankfurt- Main sandte 16 Kinder, 4 aus Niederrad, 3 aus Heddern­heim, je 2 aus Rödelheim und Hausen, je 1 aus Preunges­heim, Ginnheim, Eschersheim, Enkheim und Oberrad. Ueber die Körpergewichtszunahme, Lerpflegungstage und Bäder gibt der Jahresbericht die nachfolgende Zusammenstellung:

* Gesammtsterblichkeit. Nach den unterm 1g d. M. herausgegebenen Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes zu Berlin über die Gesammtsterblichkeit st den 271 deutschen Städten und Orten mit 15 000 und mH Einwohnern während des Monats September d. J. hat die selbe auf je 1000 Einwohner auf den Zeitraum eines Jahre« berechnet betragen: a) weniger als 15,0 in 27, b) zwischer 15,0 und 20,0 in 79, c) zwischen 20,1 und 25,0 in 82 d) zwischen 25,1 und 30,0 in 50, e) zwischen 30,1 und 35,0 in 23 und f) mehr als 35,0 in 16 Orten. Die ge­ringste Sterblichkeitsziffer hatte in dem gedachten Monat die Stadt Wilhelmshaven in der Provinz Hannover mit 9,9 und die höchste der Ort Rotthausen in der Rheinprovinz mit 52,6 zu verzeichnen. In den Städten und Orten der Provinz Hessen-Nassau mit 15000 und mehr Einwohnern sind folgende Sterblichkeitsziffern für den Berichtsmonat gleich­falls wie oben auf je 1000 Einwohner auf den Zeitraum eines Jahres berechnet ermittelt worden: In Marburg 13,1 (ohne Ortsfremde 8,3), Frankfurt a. M. 16,3 (ohne Ortsfremde 15,5), Hanau 16,8 (ohne Ortsfremde 15,2), Cassel 17,3, Wiesbaden 18,6, Fulda 26,1 (ohne Ortsfremde 21,6) und in Oberhausen 30,8. Die Säuglingssterblich­keit war im Monat September d. I in 80 Orten eine be­trächtliche, d. h. höher als ein Drittel der Lebcndgeborenen, 500 und mehr von je 1000 derselben starben in 17 Orten.

* Schwurgericht. Als letzter der diesmal vom Schwur­gericht abzuurtheilenden Fälle ist noch auf die Terminsrolle gekommen die Strafsache gegen die Gebrüder Müller, Schreiner von Bruchköbel, wegen Straßenraub. Termin am Samstag den 17. November.

* Weltpanorama. Die dieswöchentliche interessante Vorführung der Kaiserreise nach dem heiligen Lande ist nur noch bis morgen Abend zu sehen. Dann folgt die 2. Serie der Pariser Weltausstellung, die wiederum vollständig neue, sich von der 1. Serie unterscheidende Aufnahme bietet.

Pensionat: Anstalt:

Mai Juni Juli Aun. Sept. Summa

Aiiz hl der Verpfle- «unaètage Anzihl der Bitter Zunabme d Körper­gewichts b Krubern

Oh. e Zunahme des Gewichts b Kmdern

Abnahme d.Gewichts bei Kindern

Gewichlszunahme d. Kinder

Kilogramm Durchschnittliche Ge­wichtszunahme pro Kind

Kilogramm

1511

1187

4b

2959

2037

ICO

6

3

3176

2214

107

6

1

3120 293

2129 2022

11b 105

2 1

1

2129 1848

1458 11047

75 548

1 16

2 11

88 4 135,1

166,6 170,3 202.1

137,8 900,7 kg

1,7 1 24 1,46 1,46 1,9 1,78 1,56 kg

Die Heilresultate gruppiren sich wie folgt:

g

AnNalt

S

's

CD

<9

Summa

Geheilt ....

35

52

62

60

60

3.3

302

Erheblich Gebessert .

17

52

49

52

42

44

256

Gebessert- ....

5

2

3

4

1

15

Ungeheilt resp, vor been­deter Kur entlassen .

1

1

2

52 L09|114|116|107| 78 - 575

Atts dem Gerichtssaal.

Sitzung des Schwurgerichts vom 15. November.

Brandstiftung.

Auf der Anklagebank sitzt der 1856 zu Reinhards im Herzogtum Sachsen-Meiningen geborene Zimmermann Wolf­gang Göller. Seit 1873 ist Göller in Ellers wohnhaft und dort verheirathet. Er ist angeklagt, am Abend des 17. Januar d. J. zu Elters die Scheune des Oriserhebers Schäfer vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben. Der dritte und letzte Brandstifterfall, den das Schwurgericht abzu- urtheilen hat und der offenkundig einen Racheakt darstellt. Zu Ende des vergangenen und zu Anfang dieses Jahres hatte das kleine Dorf Elters in der Rhön unruhige Zeiten, so etwas wie eine Heine Revolution erlebt, was seine Ursache in folgenden Vorkommnissen hatte. Die Gemeinde Elters hatte ein neues Ortsstatut erlassen, kraft dessen jeder Orts- einsässtge der Gemeinde bei öffentlichen Wegebauten und ähn­lichen Arbeiten, soweit solche der Gemeinde oblagen, gleicher­weise zu Handdiensten verpflichtet war, d. h. es hatte Jeder nach Erforderniß unentgeltliche Hilfe zu leisten. Dieses Ortsstatut war von der Aufsichtsbehörde genehmigt und haupt­sächlich deshalb eingeführt worden, weil die Gemeindekasse durch kostspielige Neubauten, wie Schulhaus, Kirche, Pfarr­haus rc., stark in Anspruch genommen war. Schon bei der Ausarbeitung desselben machte sich bei den geringer bemittelten Einwohnern eine starke Opposition dagegen geltend, weil diese sich sagten, daß sie dann den gleichen Theil zu den öffent­lichen Aufwendungen zn leisten hätten, wie die reicheren Ortseingesessenen. Während das Statut öffentlich auslag, wurden mehrere Protestschriften dagegen verfaßt und dieselben an die Ortsbehörde sowohl wie an die Aufsichtsbehörde ab­gesandt. Dieselben blieben ohne Erfolg. Als aber das neue Ortsstatut zu Ende des vorigen Jahres auch praktisch durch­geführt werden sollte, brach eine erbitterte Erregung gegen die Gemeindehäupter bei den bäuerlichen Opponenten los. Es war nämlich von der Gemeinde eine Straße auszubauen und zu den Arbeiten wurde jeder Ortseinwohner zu Handdiensten herangezogen, wozu den Einzelnen bestimmte Tage angesetzt wurden. Während nun ein Theil der Ortseinwohner seine Handdienste ruhig leistete, verweigerten die Opponenten gegen I das neue Ortsstatut, d. h. also der geringer bemittelte Theil j der Bewohner, jede Arbeit. Die Folge hiervon war, daß jeder der Letzteren für jeden Tag der verweigerten Arbeits­leistung mit 2 Mk. zur Steuerung in die Orlskasse heran­gezogen wurde. Das setzte natürlich wieder böses Blut und auch die Zahlung dieser Steuer wurde hartnäckig verweigert. Daraufhin wurde gegen die renitenten Bewohner im Exe- kutionswege vorgegangen und bei Jedem eine entsprechet Pfändung vorgenommen. Die Erbitterung stieg immer mehl und es schwirrten im Dorfe allerlei abenteuerliche und unheimliche Gerüchte, denen man aber wenig Gewicht bei­legte. So hieß es u. A., daß, wenn der Exekutor komme, um die gepfändeten Sachen abzuholen, bei Jedem die Thur verschlossen sein werde und der Eigenthümer in geeig­neter Ausrüstung vor der Thür stände, um die Voll­streckung zu verhindern. Der Bauer ChrisostomuS Auch soll geäußert haben, wenn der Exekutor käme, werde er ihn erstechen. Die bedeutungsvolle Aeußerung brachte die kleine Tochter des Bürgermeisters aus der Schule mit heim, welche ihren Eltern erzählte, des Wolfgang Göller kleine Tochter habe gesagt, ihr Vater hätte erzählt, am Abend des Tages der Exekution solle es um halb 7 Uhr brennen, un zwar zuerst beim Bürgermeister, dann beim Ortserheve dann beim Schöffen und zuletzt bei dem Vollziehungsbeamte (dem Exekutor). Ferner wurde die Aeußerung laut, daß e zwungene Geld dürfe nicht über Nacht in der Kaffe bleib ' So war denn der gefürchtete Tag der Exekution,