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Hanan er Anzeiger
15 November
der alte Ludwigs-Kanal sie zeigt, eine Verbindung des Rheins bis zur Donau zur Durchführung zu bringen. Ob das sich später verwirklichen werde, unterliege nicht unserer Beurtheilung, aber zweifellos werde es den Bemühungen von Bayerischer Seite' gelingen, den Kanal bis nach Aschaffmburg durchzuführen. Denn hierüber sei man dort nunmehr allgemein einig, daß es ein hochwichtiges Staatsintcresse sei, dort einen Rheinhafen zu erlangen, einen Hafen, der besonders noch für Bayerns Staatsbahnsystem eminente Bedeutung haben werde. Entsprechende Vorlagen seien auch bereits dem Bayerischen Landtage ^gegangen, und wenn auch gegen den Donau Main- Kanal'noch erhebliche Opposition vorhanden gewesen sei, so sei dagegen wegen der Fortführung der Mainkanalisation bis Aschaffenburg kein Widerstand bemerkbar. Dies fei der auf- klärendcn sehr rührigen Agitation der Bayerischen Binnenschifffahrt-Vereine, an bereu Spitze Prinz Ludwig stehe, zu danken. Die Bayerische Regierung habe infolge dessen ihre 1 anfängliche Zögerung schon längere Zeit aufgegeben und sei offenbar bestrebt, diesen ersten Schritt, die Kanalisirung bis - Aschaffenburg, zu betreiben und zu beschleunigen. Es haben wiederholte Verhandlungen zwischen der Preußischen und Bayerischen Regierung stattgefunden und sei man hier von diesen Vorgängen in engeren Kreisen vollauf unterrichtet gewesen. Wenn man diesseits in den letzten Jahren mit Wünschen sucht an die Ocffentlichkeit getreten iei, so sei der Grund darin zu finden, daß man während des Ganges der Verhandlungen zwischen den Regierungen eine vorsichtige Zurückhaltung für angemessen angesehen habe. Die Verhandlungen beider Regierungen hätten nunmehr zur Klarstellung aller technischen Fragen, im Besonderen bezüglich der Lage und Einrichtung der Schleusen und Nadelwehre, geführt. Es habe sich aber auch darum gehandelt, festzustellen, ob Preußen bis zur Landcszrenze zu bauen oder ob Bayern von Hanau ab die Kosten der Kanalisirung zu übernehmen habe und auch über diesen Punk: habe Einigung stattgefunden und zwar in letzterem Sinne. Allem Anscheine nach sei der Staatsvertrag so weit vorbereitet, daß in aller Kürze dessen Unterzeichnung zu erwarten sei. Vorher sei es jedoch für die Preußische Regierung von ausschlaggebender Bedeutung, fest- zustellen, ob die Stadt Hanau ihrerseits auch unter den heutigen Verhältnissen das lebhafte Interesse an der Mainkanalisirung wie früher habe und daher bereit sei, die nothwendigen Einrichtungen zu schaffen, die es der Stadt möglich machen würden, den Wasserverkehr zu pflegen und die Vortheile dieser Verkehrsstraße an sich zu ziehen. Zu diesem Behufe sei seitens der Kgl. Slaatsregierung an die Stadtverwaltung die Aufforderung gelangt, thunlichst bald sich zu erklären, ob sie bereit sei, einen für den zu erwartenden Verkehr genügenden Sicherheilshafen mit den erforderlichen Anschlußgeleisen nach dem Bahnhof zu errichten. Man habe kn Folge dessen den Mundorf'schen Plan neuerdings geprüft, den sich auch die Regierung kürzlich habe einsenden lassen und der als tüchtige Arbeit anerkannt worden sei, sodaß er eine Grundlage bilde, auf der weiter gebaut werden könne. Jedoch sei man zu der Ueberzeugung gekommen, daß es nicht erforderlich sei, den Hafen in dem damals beabsichtigten Umfange auszuführen und zwar, weil in erster Linie heute Hanau sucht mehr als Endpunkt der Kanalisirung in Betracht komme. Der Staat werde behufs Herstellung der Kanalisirung zwischen Offenbach und Hanau ca. 31/« Millionen Mark aufzuwenden haben. Vor etwa 8 bis 10 Jahren sei von den hiesigen Körperschaften der Beschluß gefaßt worden, einen Betrag von 2^4 Millionen Mark für die Hafenanlagen vorzusehen. _ Damals sei eben mit dem Umstande gerechnet worden, daß sich der Stadt als Endpunkt einer derartig großen Wasserstraße infolge des damit verbundenen gesteigerten Handelsverkehrs große Handelsbeziehungen zuwenden würden. Und selbst bei etwaiger späterer Weiterführung der Kanalisirung hätte man darauf rechnen können, daß wenigstens ein Theil dieses gesteigerten Handelsverkehrs zurückzuhalten und an Hanau ju fesseln gewesen wäre. Damals sei weiter auch noch nicht die Rede davon gewesen, den Verkehr des kanalisirten Flusses mit Gebühren zu belasten, wie es heute der Fall sei, so daß alle Vortheile eines billigen Frachtverkehrs sich der Stadt bezw. ihren Gewerbetreibenden zugewendet hätten. Die Finanzen der Stad: seien schließlich seitdem sehr in Anspruch genommen worden durch Ausführung des Straßensiels und durch andere Einrichtungen, die im Interesse kommunaler Wohlfahrt haben geschehen müssen. Nachdem nun die Kanalisirung einen Theil ihrer früheren Wichtigkeit für Hanau leider eingebüßt habe, sei die Frage sehr nahe gerückt, ob nunmehr nicht nach Möglichkeit versucht werden solle, die an uns heranrretenden Anforderungen auf das Mindestmaß zu beschränken. Der Herr Oberbürgermeister und er, Redner, hätten bereits mit Organen der Staatsbehörde diesbezügliche Besprechung gehabt und als Resultat der Erörterungen könne bezeichnet werden, daß es unter den heutigen Verhältnissen sich nicht empfehle, den kostspieligen Mundorf'schen Plan in vollem Umfange zur Ausführung zu bringen. Es könne vielmehr eine wesentliche Einschränkung eintreten, und unter Vorbehalt ministerieller Zustimmung sei es zur Zeit auch die amtliche Auffassung, daß ein Hafen, der an seinen Quais sechs Schiffe placiren könnte, für den hier zunächst zu erwartenden Verkehr als genügend zu erachten sei. Zur Klarstellung sei zu erwähnen, daß ein Sicherheitshafen, wie er ins Äuge gefaßt sei, keineswegs etwa mit einem Winterhafen verwechselt werden dürfe, mit einer Einrichtung, die einer großen Mainflottille die Ueberwinterung möglich mache. Der Fall liege viel einfacher. ‘ Wenn die Kanalisirung durchgeführt wird, so würden bei Fechenheim sowohl wie unterhalb Dörnigheim je ein Nadelwehr zu errichten sein. Letzteres Wehr übe
eine Stauung des Mainwassers in der Weise aus, daß am hiesigen Pegel der normal niedrige Wasserstand um 1,70 Mir. = , , , , _
erhöht werde. Der Mainkanal solle nun u. A. zugänglich I versehen und die Sammelgrube an den städtischen Kanal an-
gemacht werden den Nheinschiffen, namentlich den großen Kohlenschiffeu, welche ohne umzuladen aus den westfälischen Kohlengebieten direkt bis nach Hanau ihre Fracht bringen ollen. Der Tiefgang dieser Schiffe betrage 2,20 Mir. in leladenem Zustande. Es müsse mithin ein Hafen angelegt werden, in welchem solche Schiffe, ohne auf den Grund zu stoßen, sichere Einstellung finden könnten, wenn eine Niederlegung der Nadelwehre aus irgend einem Grunde, Eisgang rc., sich als nothwendig herausstellen sollte. Für die unter wegs befindlichen oder hier anliegenden Schiffe sei dann ein Zufluchtsort nothwendig. Die Regierung sage sich nun, wenn 2‘/a Millionen staatlicherseits aufgewendet werden, um Hanau die Mainkanalisirung zugänglich zu machen, so müsse verlangt werden, daß die nothwendigen, die Sicherheit der Schiffe gewährleistenden Einrichtungen durch die Stadt ausgeführt "werden. Dem bereits mehrfach erwähnten Mun- dorf'schen Projekt sei eine Hafenlänge von 480—500 Mtr. und eine Breite von 75 Mtr. zu Grunde gelegt worden. Nach den vorläufigen Absprechungen mit den Wasserbau- Behörden handele 'eS sich heute noch um eine Anlage von 280 Mtr. Länge bei einer Breite von 60 Mtr. Die Tiefe sei mit 4,50 Mtr. vorzusehen Von Quaibauten am Mainufer . selbst sei zunächst abgesehen worden, die Ufer ollen vielmehr aufgeschüttet werden mit dem Grund, der sei der Ausbuchtung des Stcherheitshafens gewonnen wird. Ebenso sei mit der Ausgestaltung des Hafens sparsam zu verfahren, man braucht auch da keine kostspieligen Quaimauern, sondern es genügten geklafterte Böschungen. Als nothwendig sei jedoch angesehen worden, was auch in der Magiskratsvörlage ausgedrückt sei, das Terrain für Erweiterungen des HafenS bei der ursprünglich geplanten Ausdehnung alsbald" zu sichern, mit Rücksicht darauf, daß es sich um eine Angelegenheit handelt, die für die Zukunft Hanaus von weitgehendster Bedeutung sei, mit Rücksicht auf die nicht sehr lebhafte Entwicklung, welche Handel und Industrie in letzter Zeit bei uns genommen haben, müssen wir darauf bedacht sein, daß nicht nur alles aufze- boten werde, die bestehenden Betriebe konkurrenzfähig zu erhalten gegenüber den gleichartigen Betrieben in den benachbarten Mainstädten Offenbach und Frankfurt, sondern auch die Möglichkeit geschaffen werde, neu zu errichtcnden Betrieben die gleichen Vortheile dieser Städte zu bieten. Jeder Industrielle' werde insbesondere bei Massenerzeugung dort das Arbeitsfeld suchen, w» die billigsten und besten Verkehrâ- gelegenheiten zu haben- sind. Verkehrsmöglichkeiten unb, Ver- kehrserleickterungen schaffen den Verkehr. Im Interesse der Zukunft Hanau's liege es, einen solchen sich zu sichern. Es habe deshalb der Magistrat nicht gezögert, den Wünschen der Regierung Rechnung zu tragen und eine Vorlage mit folgendem Wortlaut an uns gerichtet:
Zunächst soll der Erwerb des für die Hafenanlage erforderlichen gesummten Geländes im Wege des freihändigen Ankaufs oder der Enteignung in Aussicht genommen werden; weiter soll
durch den Regicrungsbaumeister Landsberger in Frankfurt a. M. ein generelles Projekt und ein Kostenüberschlag über die nach dem zu erwartenden Verkehr nöthigen Hafenbauten ausgearbeitet werden; das Honorar berechnet sich nach den Hamburger
II.
des Genannten Normen.
III. Zur Vornahme Bohrungen rc.) füguttg gestellt.
der ersten Vorarbeiten, (Projektkosten, werden zuerst Mk. 10 000 zur Ver-
Erst nachdem ein Kostenüberschlag vorliegt, soll Beschluß über die Bewilligung der aufzuwendenden Mittel gefaßt werden. Was beq Herr Regierungsbaumeister Landsberg anbelangt, so arbeite er in Frankfurt a. M. bei der Wasserbau- inspcktisn. Er habe im Wesentlichen den Plan für die Fortführung der Mainkanalisirung für d-n Staat bearbeitet und bei einer Konferenz, die Herr Oberbürgermeister und er, Referent, in Frankfurt gehabt hätten, ihnen erläutert. Nach den vom Herrn Oberbürgermeister eingezogenen Informationen
sei derselbe eine hervorragend tüchtige Kraft, die dadurch geeignet sei, bei der wichtigen Frage uns mit Rath und Erfahrungen zur Seite zu stehen.
* GtaStiHemer. Die beiden morgen zur Wiederholung angesetzten Lustspiele „Zum Einsiedler", mit Direktor Oppmar in der humoristischen Hauptrolle, und „Spielt nicht mit dem Feuer" haben bei der Erstaufführung großen Heiterkeitserfslg gehabt.
* Kinserheilanftalt Bad Orb. Die^ gestrige Generalversammlung der Kinderheilanstalt Bad Orb faßte den wichtigen Beschluß, die Villa Herchenröder in Bad Orb für 75 000 Mk. anzukaufen und als Pensionat für Erwachsene zu benutzen. " Das Areal derselben beträgt 27 000 qm. Nach amtlicher Schätzung beziffert sich der Werth des Anstalts- vermögens auf 270 000 Mk., die Schulden betragen 150 000 M.
Dem soeben herausgegebenen „Jahresbericht der Kinderh e i lanft alt zu Bad Orb" über deren Thätigkeit im Sommer 1900 entnehmen wir Folgendes: Die Schwestern aus dem Frankfurter Diakonissenhausc trafen am 24. April zur Instandsetzung des Hauses ein, die dieses Jahr umsomehr Mühe und Arbeit erforderte, da im Laufe des Winters die Häuser der Anstalt nebst dem Gelände an die von der Stadt Orb neu angelegte Hochdruckquellwasserleitunz «»geschlossen wurden mit einem Kostenaufwand von über 4000 Mk. Es sind dafür über auch sämmtliche Räumlichkeiten der Anstalt, die beiden Kinderschlafsâle, der Eßsaal, das ärztliche Sprechzimmer, die Küche, die Fluren der drei Stockwerke der Hauptgebäude sowohl mit warmes wie kaltes Wasser gebenden Zapfhähnen versehen. Im Badehause sind zwei Badezellen mit Douchecinrichtung eingerichtet. Die Ab-
orte im Haupthause, 17 an Zahl, sind «lle mit Wasserspülung
geschlossen. Wie alljährlich, wurden auch in diesem Jahre wieder fünf Kurse in der Anstalt von je vier Wochen Dauer abgehalten.
* Bortrag. Der erste der fünf Abonnementsvorträgc wurde gestern Abend im Esang. Vereinshause von Herrn Missionar Fl ad über das angekündigte Thema Laud und Leute in China gehalten. Nach einer interessanten Darlegung der gegenwärtigen Lage gab der Vortragende zunächst eine eingehende Schilderung des Landes nach seiner ungeheueren Ausdehnung, geographischen Lage und Bsdenbeschaffen- heit, wies dann auf den Reichthum seiner Produkte aus der Pflanzenwelt und dem Mineralreich hin, wobei besonders die wichtigsten Kulturpflanzen Reis, Thee und Ananas in ihrer Bedeutung für China beschrieben wurden. Dann folgte eine lebhafte Schilderung der Thierwelt, der reißenden Thiere wie Tiger und Leoparden, der Hauschiere, der Vögel und Fische. Alles „was kreucht und fleugt" muß dem Chinesen als Nahrung dienen, er kennt den Unterschied zwischen reinen und unreinen Geschöpfen nicht, Hundefleisch hat auf dem Markte denselben Werth wie Schweinefleisch. Aus den klimatischen Verhältnissen des Landes wurde besonders die Regenzeit hervorgehoben, die eine wunderbare Entfaltung der Pflanzenwelt bewirkt, eine zweimalige Reisernte ermöglicht, aber auch die Entwicklung giftiger Schlangen, Moskitos u. dgl. verursacht und den Menschen mancherlei Krankheit bringt. — Nach dieser Beschreibung des Landes slgte die der Leute nach ihren charakteristischen Eigen- Hümlichkeiten, ihren Tugenden und Lastern, nach ihrer Be- 'chsftigung und ihren Ständen. Dabei wurde auch der weitverbreiteten falschen Meinung entgegengetreten, als sei China mit seinen 450 Mill. Menschen übervölkert. Das gelte wohl von den Millionenstädten am Meere und in den Flußthälern, das Innere aber sei weithin nur schwach bevölkert. Das Land könne bei einer besseren Verwaltung eine weit größere Einwohnerzahl ernähren, da es ja 24 mal größer èi als das Deutsche Reich, aber nur 8 mal so viel Einwohner habe. Mit einem Ausblick auf die Zukunft des Chinescnvolkes schloß der fesselnde und inhaltsreiche Vortrag. Reformation sei dringend nöthig, könne aber nicht auf konfuzianisch-heidnischer, sondern nur ans christlicher Grundlage ausgeführt werden. Darum müssen alle wahren Freunde Chinas dazu mithelfen, daß das Christenthum diesem Volke immer mehr gebracht werde. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer dem spannenden Vortrag, der länger als eine Stunde währte. Leider war die Heizung des Saales nicht ganz ausreichend. Hoffentlich wird bei den späteren Vorträgen für eise etwas höhere Temperatur Sorge getragen.
* Das Novemberwär nach Falb. In der zweiten Hälfte des Monats sind Schneefälle nicht fetten, während bei dem allgemein schönen Wetter die Temperatur ziemlich kühl sein wird. Auf die einzelnen Wochen vertheilt, ergibt sich etwa folgende Witterung: In der ersten Woche regnerisches Wetter mit hin und wieder auftretendem Schneefall. Der 17. November ist ein kritischer Tag erster Ordnung, doch dürfte er in Deutschland keine nachtheiligen Folgen mit sich bringen. Das Wetter bleibt in der zweiten und dritten Woche ziemlich kühl. Schneefälle treten ein. Der 21. No- venlber ist ein kritischer Tag dritter Ordnung, dessen Einfluß durch eine Sonnenfinsterniß verstärkt wird. In der letzten Woche soll das Wetter auffallend trocken sein, während die Schneefälle häufiger werden.
* Ma^krMeise. Im Monat Oktober 1900 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 16.05, Roggen Mk. 14.90, Gerste Mk. 16.83, Hafer Mk. 13.80, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 32.—, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 30.—, Linsen Mk. 43.—, Eßkartoffeln Mk. 3.92, Richtstroh Mk. 4.50, Krummstroh Mk. 2.42, Heu Mk. 6.69, für 1 kg Rindfleisch im Großhandel Mk. 1.15, im Kleinhandel von der Keule Mk. 1.44, vom Bauche Mk. 1.20, Schweinefleisch Mk. 1.55, Kalbfleisch Mk. 1.25, Hammelfleisch Mk. 1.16, Speck (geräuchert) Mk. 2, Eßbutter Mk. 2.47.
-‘- Rückingen, 13. Novbr. Ein hiesiges Mädchen fiel am 8. d. M. auf der Fahrt von hier nach Langenselbold zur Arbeitsstelle unterwegs von der Plattform eines Wagens der Hanauer Kleinbahn so unglücklich auf die Landstraße, daß die Verletzte bis heute nicht ihrer Beschäftigung nachgehen konnte. Wie man vernimmt, soll der Verschluß auf der Plattform nicht eingehakt gewesen und hierdurch der Unfall verursacht worden sein. — Der Saftwirtb und Metzger Wilhelm Dietz dahier schlachtete am Dienstag ein von ihm selbst gemästetes männliches Schwein, welches ausgeschlachtet das respektabele Gewicht von 572 Pfund hatte; lebend wog das Thier 680 Pfund. Gastwirth Dietz hatte dasselbe vor etwa 202 Jahren vom Besitzer J>er hiesigen Kunstmühle Herrn Baumann als ganz junges Thier gekauft. — Ein zweites ähnliches Exemplar hat er gegenwärtig noch zur Mast einliegen, welches er im Laufe des Winters ebenfalls zu schlachten gedenkt.
W Eichen, 13. Novbr. . Die der Firma Jaeger u. Rumpf zu Hanau gehörende Brückmann'sche Kunstmühle ging pachtweise an Herrn Schutt von Großkarben über. Herr Brückmannn hat die kleine Geismühle gepachtet.
Aus dem Gerichtssa«!.
Sitzung des Schöffengerichts vsm 14. November.
Ein Einwohner N. äußerte, als ihm eine Strafmandat überbracht wurde und er den Namen des Schutzmanns lav, der die Anzeige erstattet hatte, das sei ja derselbe, der den Meineid geleistet habe. Diese wahrheitswidrige Behauptung kostet den N. 30 Mk. Geldstrafe. — Der Dachdecker