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12 November ___________________________________

Die Hinrichtung dreier Beamten in Paotingfu, des Prov nzislschatzmeisters Nerz-gang, des Militärkomman­danten Wangahanga und des Kavellcriesberstcu Km, sowie die Ausstellung Ler Köpfe auf Pfählen machte, wie aus Peking gemeldet wird, auf die Eingeborenen des Bezirks von Pao- tingfu tiefen Eindruck.

Telegramme:

Berlin, 12. Nov. Nach einem Telegramm desBerl. Tagbl." aus Shanghai herrscht dort große Aufregung über folgenden Vorfall: Zwei deutsche Soldaten wurden in ein Theehaus durch eine englische Polizistenwache gelockt und dort überfallen. Einer erhielt einen Schutz in den Rücken, der Andere wurde geknebelt und durch Hiebe und Fußtritte miß­handelt und ins Zellengefäugniß gebracht. Der Hauptmann, welcher benachrichtigt wurde, befreite ihn. Uebrigens soll von beiden Seiten versucht worden sein, die Sache zu ersticken. Es wird behauptet, die Soldaten wären betrunken gewesen. Diese Behauptung hat sich jedoch als unwahr bewiesen. Das wahrscheinliche Motiv der That ist Rache.

R»m, 12. Nov. DieTribuna" meldet: Li-Hung- T s ch « n g and Prinz T s ch i n g erklärten in einer Unter­redung die vo« den Großmächten «orgeschlagenen Fricdens- bedingungen als unannehmbar für China. Die Hin­richtung des Prinzen Tuan und die Absetzung der Kaiserin- Mutter würden eine Erniedrigung für die kaiserliche Regierung bedeuten. Eine Reuter Meldung besagt: Li-Hung-Tschang erhielt eine Note des Kaisers von China, wonach der Kaiser cs ablehne, in die Bestrafung Tungsuhsiangs zu willigen. Der Kaiser wolle nur die Verbannung des Gouver­neurs von Sckausi, Auhsien, zugcstehcn. Die Note ist den Gesandten noch nicht formell mitgcthcilt.

Ueber das Uriheil im MeineidsproZetz Matzkoff und Genossin

wird gemeldet:

Konitz, 10. Novbr. Prozeß Maßloff und Genossen. Die Geschworenen bejahten die erste Schuldfragc in Betreff des Angeklagten Maßloff und beide Sckuldfragcn in Be­treff der Angeklagten Noß. Bezüglich Beider wird aber als strafmildernd zugegeben, daß, wenn sie die Wahrheit gesagt hätten, sie strafgerichtlichc Verfolgung zu befürchten gehabt hätten. Ter Staatsanwalt beantragte daraufhin gegen Maßloff 4, gegen Frau Roß 9 Jadre Zuchthaus und außerdem gegen Maßloß 5, gegen die Roß 10 Jahre Ehrverlust und ferner, daß gegen Frau Roß außerdem auf dauernde Eidesunfähigkeit erkannt werde.

Maßlof f^wurde zu 1 Jahr, Frau Roß zu 2'/* JahrenZu ch th aus verurteilt, letztere auch zu 3 Jahren Ehrverlust und zu dauernder Eidesunfähigkeit. Die Frauen Maßloff und Berg wurden frcigcsprochen.

Den Plaidoyers der Vertheidiger, welche, wie gemeldet, am Freitag Abend ihre« Anfang nahmen am Samstag fortgesetzt wurden, ist noch Folgendes zu entnehmen : Rechtsanwalt Dr. Vogel, der Vertheidiger des Angeklagten Maßloff, sagte u. A.: Ich behaupte nicht, die Angehörigen der Familie Lewy haben Ernst Winter geschlachtet, aber ich behaupte: Ernst Winter- ist im Lewyschen Keller abgeschlachtet worden. Die Herren Vertreter der Anklagebehörde vermissen hierfür das Motiv, da es einen Ritual srd nicht gebe. Ich muß cs aber aus­sprechen : Den Beweis, daß Juden keinen Ritualmord be­gehen, halte ich keineswegs für geführt. Ich bin entfernt zu behaupten, daß die jüdische Religion Ritualmorde zuläßt oder daß die Juden im Allgemeinen Chrificnkinder schlachten. An solches Märchen glaube ich nicht. Ich bin aber der Meinung, daß cs unter den Juden Fanatiker gibt, die der Meinung sind, sie bedürfen zu gewissen Zwecken Christenblut. Daß von Antisemiten ebenso wie von der entgegengesetzten Seite Mißgriffe begangen worden sind, gebe ich ohne Weiteres zu. Ich frage, welchen Grund hatte Lewy, den Verkehr mit Winter zu leugnen? Die Ausrede, daß, wenn er den Verkehr mit Winter zugegeben hätte, erst recht der Verdacht gegen die Ju­den, sie hätten Winter geschlachtet, rege geworden wäre, kann ich nicht gelten lassen. Dies spricht im Gegentheil nur für das Schuldbewußtsein Lewys. Rechtsanwalt Dr. Vogel be­antragte schließlich fit Maßloff die Freisprechung. Rechts­anwalt Dr. Hunrath als Vertheidiger der Angeklagten Frau Roß suchte den Nachweis zu führen, daß seine Klientin nach Weiberart sehr viel spreche, daß sie aber in der Hauptsache wohl die Wahrheit spreche. Jedenfalls sei die Sache sehr zweifelhaft, er beantrage daher das Nichtschuldiz. Rechts­anwalt Zielewski plaidirte für die Freisprechung der ange­klagten Frau Maßloff. Es ist kein Zweifel, so betonte er, daß vor und am Tage des Mordes viele fremdländisch aus- sehende Juden, die anscheinend zumeist dem geistlichen Stande angehörten, nach Konitz gekommen waren. Es ist ferner sehr belastend, daß nachgewiesen worden ist: daß der Fleischer Eisen- stedt in der Nacht vom 11. zum 12. März nicht im Kranken­hause war, was die Juden bestreiten. An dem Eide der Krankenschwestern und des Anstaltsarztes ist aber nicht zu rütteln. Wo war Eisenstedt in jener Nacht? Er muß es wissen, konnte aber «icht angeben, wo er gewesen ist. Be­lastend für die Juden sind ferner die Vorgänge im Mayerschen Laden, die Zeugen Hellwigs sind durchaus glaubwürdige ehrenwerthe Leute. Zum Schluß plaidirte Rechtsanwalt Heyer für die angeklagte Frau Berg. Er war ebenfalls be­müht, naâzuweisen, daß der Verdacht gegen die Juden in der Verhandlung nicht beseitigt worden sei. Die Untersuchung sei von Anfang an unzureichend gewesen. Oberstaatsanwall Dr. Lautz wandle sich dann in einer Replik gegen einzelne Ausführungen der Vertheidiger. Ich wiK nicht sagen, be­merkte er u. A., daß der Mörder nicht ein Jude sein kann. Es ist ebenso möglich, daß Juden, wie daß Christen die fc...

Hartkuer Anzeiger

Thäter sind. Wenn eine greifbare Spur vorhandln gewesen wäre, daß der Mord von Juden begangen worden wäre, dann können Sie sich darauf verlassen, daß die Behörde ohne Ansehen der Konfession und der Person vorgegange« wäre. Aber der Beweis, daß der Mord von fremden Juden oder gar von einem jüdischen Komplott aus geführt worden ist, ist nicht geführt. Das ist ein nebelhaftes Gebilde, das bei näherer Prüfung in Nichts zerfließt. Er ersuchte die Ge­schworenen nochmals, dem Anträge des Erste« Staaièanwalis entsprechend, die Schuldfragen zu bejahen. Hierauf ergriff noch einmal der Erste Staatsanwalt Eettcgast das Wort, welchem der Vertheidiger R.-A. Dr. Vogel entgegnete. Er ersuchte die Geschworenen, einen solchen Spruch zu fällen, daß es möglich sei, die Nachforschungen nach den Spuren des Verbrechens fortzusetzen. Auf Befragen erklären die An­geklagten, daß sie nichts mehr anzuführen hätten.

Der Präsident ertheilt alsdann den Geschworenen die vorgeschriebene Rechtsbelchrung. Am Schluffe derselben sagte er: Ich will nur noch bemerken, daß Sic bei der Prüfung der Sache eingedenk seien des alten Grundsatzes, der von jeher die preußischen Richter ausgezeichnet hat. Und auch Sie, meine Herren, sind Ricbier; Sie haben einen Eid geleistet. Der Grundsatz der preußischen Richter ist stets ge­wesen :Ein Urteil abzugeben, ohne Ansehen der Konfession, der politischen Partei oder P c r s o n/ Haben Sie bei Abgabe Ihres Urtheilspruches im Auge, daß Sie einen Eid geleistet und daß ie vor dem göttlichen Richtcrstuhlk über Ihre Handlungen Rechenschaft geben müsse«. So will ich nur nach den Wunsch anssprcchen, daß cs Ihnen mit Gottes Hilfe gelingen möge, das richtige Urtheil zu finden. Nun ersuche icb Sie, sich zur Berathung zurückzuziehen.

Nach a n d e r t h a l b st ü n d i g e r B e r a t h u n g treten die Geschworenen wieder ein. Der Präsident, Landgerichts- direktor S ch w e d g w i tz, fordert wiederholt das Publikum aus, sich jeder Kundgebung zu enthalten, da er sonst den Zu Hörerraum räumen lasse. Unter gespanntester Aufmerksamkeit des überfüllten Zuhörerraumcs verkündet der Obmann dcr Geschworenen, Oberlehrer Dr. M eyer (Konitz), das oben mitgcthcilte Verdikt.

Hierauf stellte der E r st e Staatsanwaltmit Rück sicht auf die hohe Bedeutung und Wichtigkeit der Sache, die die Angeklagten gekannt und mit Rücksicht, auf die große Frivolität, die vielleicht verschuldet, daß i ie Behörden irre­geführt und der Mörder üoch nicht endeckt sei," den gleich­falls oben mitgetheilten Strafantrag.

Bei der Stellung des Strafantrages bricht die Angeklagte Rotz in lautes Schluchzen aus und ruft:Gibt es denn keinen gerechten Gott mehr?" Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Vogel bemerkt, der Staatsanwalt habe die Tragweite des Geschworenenspruches verkannt. Es würde die niedrige Strafe von 4 Ur Monaten Gefängniß genügen und die lange Untersuchungshaft augerechnet werden müssen. Auch Rechts­anwalt Hunrath bittet um ein milderes Urtheil.

Nach längerer Berathung des Gerichtshofes verkündet der PräfidentLandgerichts-DirektorSchwedo- « i tz: Dem Spruche der Geschworenen entsprechend, hat der Gerichtshof den Angeklagten M a ß l o f f zu einem Jahre Zuchthaus, die Angeklagte R o ß zu 2 U, Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust und dauernder Eidesunfähigkeit ver- urlheilt und die Frauen Maßloff und Berg frcigc- sprochen.

In der Stadt Konitz herrschte am Samstag Abend in Folge des Urtheils große Erregung.

Ams Gtâ- ai^ Landkreis Hanan. Nachdruck unserer Jätartikel mn mit QuellManga-rHan. Bvz". gestattet

* Zu dem Königs-Jubiläum am 18. Januar 1901, dem zweihunderijährigen Gedenktage der Erhebung Preußens zum Königreich, bereitet sich in patriotischen Kreisen eine eigenartige Kundgebung vor, an welcher Jedermann theil­nehmen kann, dem es ein Bedürfniß ist, an diesem hohen Ehrentage unseres preußischen Vaterlandes seiner patriotischen Gesinnung Ausdruck zu geben. Ein Komitee, welchem der Herzog von Ratibor, die Fürsten von Pleß und von Putbus, Graf Henckel von Donnersmarck sowie Vertreter der höchsten Militär- und Beamtenkreise, der Industrie und des Handels angehören, hat die Herausgabe einer das Leben und 'Wirke« der preußischen Könige in zusammenhängender Darstellung schildernden, reich illustrirtcn Festschrift veranlaßt und fordert zu Zeichnungen auf dieselbe auf zu dem Zwecke der unent­geltlichen Verteilung in Armee und Marine, in den Kreisen der ehemaligen Soldaten, Arbeiter in Stadt und Land, patriotischen Vereine, Schulen rc. nach Bestimmung und Wunsch des Zeichnenden. Der sich ergebende Ueberschuß wird Sr. Majestät dem Kaiser für wohlthätige Zwecke (Unterstützung von Veteranen und deren Angehörigen) zur Verfügung ge­stellt werden. Wer sich für das patriotische Unternehmen intcressirt und, was sehr erwünscht ist, in nahestehenden Kreisen thätig für dasselbe verwenden will, erhält Auskunft von dem Schriftführer des Komitee's Herr Dr. R. Schröder, Berlin W., Göbenstraße 6, und sind Aufforderungen und Zeichnerlistcn kostenfrei von demselben zu beziehen.

* Gegen Zersplitterung. Der Minister des Innern hat die Oberprästdenten aufgeforbert, der Neigung zur Bildung von Sonderkriegervereinen entgegen zu wirken, um das Kriegervercinswcsen vor Zersplitterung durch Bildung vs« verhältnißmâßig zahlreichen Ncgimcnts- uad Waffcnvcreinen zu bewahren. Die Polizeibehörden sollen vor jedesmaliger Genehmigung der Statuten von Krieger- vereinen die gutachtliche Aeußerung des Laudes-Kriegerver- bandes über die Bedürfnißfrage einholen.

* Freiwillige Gaben für das Ostasiatische Expevitionäfarps und die Marine. Der Kaiser­liche Kon'missar und Miliiärinspcktcur der Krankenpflege Friedrich Graf zu Solms-Barulh macht Folgendes beke«nt: Seit Abgang bet letzten Truppen - Trensporldempfer am i. September sind Sexbungen mit den DampfernLoewen- burg",Mars Kolb",Rairnshire",Freiburg" undPrinzeß Irene" nach Ostasien verschifft werben. Der letztgenannte Rkichs-PostLampfer, ntl*er am 80. Oktober Bremerbaven vcr- Ioffen hat und am 1'5. Dezember in Shanghai cintrifft, bc. fördert insbesondere die für die ;nippen gesammelten bzw. aus ben nbcrwiesemn Avkausigcldcrn beschafften Weihnachts- gaben, danintcr größere Posten von Ncpfeln, Nüsscn und WcihnachtSgebäck, welche so bemessen sind, daß jeder An­gehörige der in Ost-Asien bestndlichen Truppen- und Dlarine- iheile in der in der Heimath üblichen Weise bedacht werden kann. Durch Vermittelung des Auswärtigen Amts und des Rcichs-Rlarineamts ist Sorge getragen, daß diese Sendungen, falls nicht nnvorheigesehen ungünstige Witlcniugsverhältniffe ihre Weiterführung zu den Häfen im Golf von Petschili unmöglich machkn sollten, rechtzeitig zur Weihnachtszeit bei den Truppen eintreffen. Für die weiteren Sammlungen hat daS Königliche KriegL-Ministerium die nachstehenden Gegenstände als besonders erwünscht bezeichnet: Wollene, blaue Halstücher, Hosenträger, Taschentücher, Handtücher, Bestecke (Messer, Gabel, Löffel), ferner für Lazerethzwcckc und als Zngabc zur Verpflegung Stürkungs- und Tknnßmittel z. B. Wein, Kognak, Frnchtmarmeladc, Fruchtsöfle, cingemachte Früchte Kompot , Zigarre« imb Zigarrciten, Tabak), sowie kleinere Gc- branchsgegenständt, wie Seife, Zigarrenspitzen, Tabakpfeifen, Zigarrcniaschcn, Taschenmesser. Jndcm ich bitte, diese Wünsche bei den ferneren Sammlungen in erster Linie zu bc- rückfichtigen, spreche ich allen gütigen Spendern für die Ein- liefeiimg von freiwilligen Gaben an Geld und Material, ins­besondere für die den Truppen bereitete Weihnachtsfreude, meinen wärmsten Dank aus.

* Für das -siasiatifche Expeditisnskmps. Jm Laufe des Monats Oktober sind bei der Hauplsawmel- slekte Bremen aus der Provinz Hessen Nassau für das Oft­asiatische Expeditionskorps und die Marine an freiwilligen Gaben eingegangen: Ans Hanan: H u b c r L C o m p. eine Kiste Leibbinden; aus Frankfurt a. M.: I. H. Steuer­nagel 40 Kisten (1000 Fl.) Bordeauxwein ; aus Biebrich: Ungenannt 2 Kisten (100 Fl.) Kognak; aus Rüdesheim: Brogsitter & Fink 10 Kisten Wein; aus Cassel: Verein vom Rothen Krenz eine Kiste Verbandzeug ; a»s Franken­berg i. H.: Vaterländischer Frauenverein 1 Ballot (6 Unter­jacken, 4 Unterhosen, 24 Paar Strümpfe); aus Wiesbaden: Vaterländischer Frauenverein 1 Kollo (150 Paar baumwollene Strümpfe, 24 Handtücher, 12 Betttücher, 3 baumwollene Decken, 3 baumw. Hemden, 2 baumw. Unterhosen, 2 gestrickte Untermützen, 10 Paar Morgenschuhe, 1 Paar wollene Hand­schuhe).

* Für die Inhaber offener Verkaufsstellen re ist eine im amtlichen Theile der heutigen Nummer veröffent­lichte Bekanntmachung der Königl. Polizeidirektion von großer Wichtigkeit. Wir verfehlen nicht, auf die­selbe an dieser Stelle aufmerksam zu mache«.

* Polizeikornmiffar a D. Rohlfs, der bis Ende 1888 die hiesige Polizcikominissarstcllc bekleidete unb durch seine langjährige amtliche Thätigkeit dahier den meisten Hanauern bekannt sein dürfte, ist am Samstag in Frankfurt a. M. verschieden.

M. Bürgerverein. Am letzten Samstag Abend ver­einigte im hiesigen Bürgcrvercin eine Festtafel mehr als 100 Mitglieder aus allen Kreisen der hiesigen Bürgerschaft, nm den neu hergerichteten Räumen ihre Weihe zu geben. Bei dieser Gelegenheit nahm der 1. Direktor Herr Hei«rikb Ott Veranlassung, in äußerst launiger Weise der Umwandlung der Aktiengesellschaft Bürgcrvercin, gemäß den Anforderungen des bürgerlichen Gesetzbuchs, in einenEingetragenen Verein" zu gebenden. Nachdem das Kind leinE. v.", wie Herr Ott sich ausdrückte, zur Welt gekommen, galt cs dasselbe würdig auszuslasfiren. Rncrkennenswerlher und bereitwilligster Weise verzichteten die seitherigen Aktionäre, soweit sie Mitglieder waren, freudigst auf weiteren Zinsgenuß für ihre Aktien. Es war aber damit nicht gesagt, daß einem weiteren Hin- gebcnden Gefühl des Entäußerns für jetzt ober die Zukunft Schranken gezogen werben sollten. Der Verein wurde aber in den Stand gesetzt, die inneren Räume einer gründlichen Renovation zu unterziehen. Nachdem die Arbeit beendet und auch die mehr aber weniger kunstverständige Kritik an dem neuen Werke verstummt, galt es bei festljch frohem Mahle die Weihe zu vollziehen. Die mit großem Beifall aufgenommene Rede des Herrn Direktors klang au« in einem Hoch auf den Bürgerocrein. Erfreulicherweise gestaltete sich auch der weitere Verlauf des Abends zu einem der gemüthlichsten und fchönsten, welche der Bârgervcvein seit lange gesehen hat. -Das an­wesende Mitglied Herr Direktor Opp mar hatte es über­nommen, aus der großen Fülle seines reichen Talentes Proben zum Besten zu geben. Seine humoristischen Deklamationen, welche fast allen deutschen Mundarten gerecht wurden, wurden von stürmischer Heiterkeit gegleitet, und der Dank, welcher ihm später von dem 2. DMktor, Herrn Koburger, ausge­sprochen wurde, war ein wohlverdienter. Herr Jünger ge­dachte der Liquidatoren der alten Aktiengesellschaft der Herrn Mulot und Lückhardt, während Herr A lmer oth in bekann­ter gelungener Weise den Lachmuskeln der Zuhörer zusetzte. Zuletzt, aber nicht zum wenigsten, sollen "die vorzüglichen Leistungen des Restaurateurs Herrn Gutmann, was Küche und Keller «»belangt, hervorgehoben werden, worüber nur eine Stimme des Lobes herrschte. - Hoffen und erwarten wir, daß der schöne Abend daz« beitragen möge, die Mitglieder