10 November_____________ den W agcns. Wir zählten später neun Verunglückte, die eine Stunde vorher noch mit uns im Speisewagen soupirt hatten. Nach Verlauf einer traurigen Stunde konnten wir nach Frankfurt weiterfahren. Herr Kupferberg fuhr von dort mit dem v-Zug nach Mainz und per Wagen von da nach Wiesbaden. Wir klebrigen übernachteten in Frankfurt und fuhren gestern Früh weiter.
Weiteres zum Eisenbahnunglück.
FC. Frankfurt a. M„ 9. Novbr. Nach Vorgefundenen Knochenresten sind, soweit sich daraus fest [teilen läßt, 6—8 Personen verbrannt. 3 Goldrin-e wurden unter den Trümmern vorgefunden. Von den Besitzern ist keine Spur mehr vorhanden. Zwei Ringe gehörten einem jüngeren Ehepaar, wie aus den Gravirungen zu ersehen war. Auch wird vermuthet, daß ein Offizier ums Leben gekommen ist, da ein Sporn gefunden wurde. 3 Personen wurden leicht verletzt. Wieviel Personen eigentlich umè Leben gekommen sind, läßt sich noch nicht genau feststellen. Nach authentischem Bericht ist aus dem letzten V-Wazen, in den der Personcuzug hinein- f«hr, keine Pers»« gerettet worden. Tie Passagiere des vor- letzle« Wagens deS V-Zuzeè retteten sich rechtzeitig durch Sprung ins Freie. Furchtbare Scenen müssen sich auf der Unglücksstätte abgespielt haben. Ein süßlicher Duft von »er- branntem Fleisch lagerte über derselben. Ein Häufchen Asche hier, ein solches dort, einige Knochenreste waren die Uebcr- bleibsel gesunder und blühender Menschen. Die Namen der Verbrannten sind nickt bekannt, dis auf die Frau eines Inspektors Wolf aus Mainz, der die Identität an einem der aufgefundenen Ringe feststellte. Verletzt sind Schaffner Harsch- Berlin, Schaffner Kock-Frankfurt, Frau Kommerzienrath Lohse- Berlin, ein Herr Bernardowitsch-Moskau u«d Weinhändlcr Marx-Frankfurt, letzterer schwer.
Hd. Frankfurt a. M„ 9. Novbr. Zu dem Eisen- bahn-Unglück bei Offenbach wird uns noch Folgendes mitgc- theilt: Unter den auf gefundenen Leichcnthcilen befanden sich auch ein Paar Sporen und glaubt man, daß unter den Verbrannten sich ein höherer Offizier befindet, welcher in dem Zuge war. Der kaufmännische Direktor eines Mainzer Institutes erkannte unter aufgefundenen halbverkohlten Kleidcrfetzcn die Toilette seiner Frau, welche von Berlin hier her unterwegs war. Heute früh halb neun Uhr begab sich eine Ministcrial - Kommission des preußischen Eisendahn- Ministeriums, welche zufällig hier anwesend war, an die Unfallstelle, an welcher der Vorsitzende der hiesigen Eisenbahn- Direktion und die € pitzen der Offenbacher Behörden in der Nacht schon erschienen waren. Im Laufe des Vormittags kamen hier noch zwei leicht verwundete Personen an. Dieselben, welchen von Offenbacher Aerzten die erste Hilfe geleistet wurde, sind ein Herr Stanislaus Bernatowitsch aus Petersburg und Frau Kommerzienrath Lohse aus Berlin, welche sich aus dem brennenden Wagen unter Zurücklassung ihrer Gepäckstücke noch retten konnten.
Frankfrirt a. M„ 9. Novbr. Unter denjenigen Personen, die bei dem Unglücksfall mit dem Leben davonkamen, befindet sich auch ein Weinhändlcr ans Frankfurt. Ihm wurde bei dem Zusammenstoß ein Bein zerbrochen und außerdem erlitt er durch Glassplitter erhebliche Wunden am Kopf und im Gesicht. Man hatte ihn mit dem Zuge nach Frankfurt gebracht und ließ ihm auf der Bahnhofswache die nsth- wendigste Hilfe zu Theil werden. Dann brachte ihn die Rettungsgcscllschaft nach seiner Wohnung. Gleichzeitig mit ihm wurden zwei Schaffner hierher befördert, von denen der Eine in Berlin, der Rädere in Frankfurt wohnt; Beide hatten sich nur dadurch retten können, daß sie durch die Fenster ins Freie kletterten. Ihre Verletzungen waren jedoch so, daß sie entlassen werden konnten, nachdem ihnen Verbände angelegt waren. Wie der Weinhändlcr auSsagt, glaubt er der Einzige zn sein, der sich aus dem letzten der beiden brennenden Wagen hat retten können.
cf Mühlheim, 9. Novbr. Von der Gewalt des Z u s a m m e n st o ß e s kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß die doch ziemlich weit voneinander stehenden Räder des v-Zug-Waacns vollständig ineinander gedrückt worden sind. Einer der verbrannten Damen muß ein Eisentheil auf den Arm gefallen sein, denn man fand vom ganzen Körper nur noch diesen Theil des Armes, der die Abdrücke des Eisentheils zeigte. Ein Kinderhändchen hielt noch die Ucberrestc einer sogen. Rassel krampfhaft umfaßt. Die Leichenfundstücke zwingen fast zu der Annahme, daß die Todten bei dem Zusammenstoß verwundet wurden und dann hilflos den Flammen prcisgczcbcn waren. Die Leichentheile wurden in das Leichenhaus des Offenbacher Friedhofes verbracht, «ähre«d die Verwundeten ebenso wie die geretteten Passagiere nach Frankfurt geschafft wurden, wo sie nach Mitternacht ankamen.
Aus Provinz und Nachbargebieten
Hilmes, 8. Novbr. Ein bedauerlich» « nglücksf > lI hat sich gestern Morgen hier ereignet, indem das dreijährige Söhnchen der Heurock'jchen Eheleute in einem Wasserlache hinter dem Wohnhause ertrank. Der Vater dieses Kindes ist jetzt gerade in der Zuckerfabrik beschäftigt und die Mutter war, als das Unglück geschah, mit dem Milchwagen zur Molkerei nach Schenklengsfeld gefahren.
Vermischtes.
Prozeß Sternberg. Berlin 9. Novbr. Nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtsdirektor Müller theilt «Staatsanwalt Braut mit: Durch das Schreiben eines Lehrers werde ihm mitgetheilt, daß die Frieda Woyda auch drei ihrer Mitschülerinnen vo« den Vorgängen erzählt habe. Er beantrage, die drei Schülerinnen sofort als Zeuginnen vorzuladen. Der Gerichtshof beschließt dementsprechend. -»
Hanauer Anzeiger
Singefl. Sternberg bittet dringend, die Mädchen nicht durch einen Kriminolsckrtzwann hcrbeiholcn zu lassen, da doch der dringliche Verdacht bestehe, daß diese Mädcken durch die Kriminalschutzleute beeinflußt werden. Swatsanwalt Braut: Solche allgemeinen Verdächtigungen verbitte ich mir. Ick babe mir "keine Vorschriften darüber machen zu lassen, wie Zeugen herbeigeholt werden sollen. Der Schutzmann Ean- stein wird beauftragt, die Mädchen berbeizulolen. — Der Angeklagte Sternberg beklagt sich darüber, daß in der Presse in ungeheuerlichster Weise Stimmung gegen ihn gemacht werde. So lese er in der „Täglichen Rundschau" von den angeblich ungeheueren Honoraren, die den Vertheidigern gezahlt würden. Zn der Vertheidigung fei doch nicht ein Wort davon zur Sprache gekommen. Die Honorare halten sich durchaus in den üblichen Grenzen. Es soll sodann Fräul. Helene Pfeffer als Zeugin vernommen werden. Sie ist eine 40 Jahre alte kranke Dame. Sie ist vor etwa 18 Jahren, als Herr Sternberg noch unvcrheirathet war, bei ihm Wirth- scbafterin gewesen. Sie sei schließlich im Groll von ihm geschieden. Er habe ihr den Vorschlag gemacht, daß sie ein Damenpensionat einrichten solle und daß er dann auch öfter hinkomwen wolle. Darüber seien sie in Konflikt gekommen und sie sei in Unfrieden von ihm geschieden. Sternberg habe mehrfach gesagt, er wolle für sie sorgen, er habe cs aber dann nicht gethan. Von der ganzen Woyda-Sache habe sie keine Ahnung gehabt und könne darüber garnichts sagen, auch stehe sie mit dem bei der Pol zei eingegangenen anonymen Briefe in gar keiner Verbindung. Herr Ctierstädter sei eines Tages bei ihr erschienen und habe gesagt, daß er über den Fall recherchire und aus einem Brief gesehen habe, daß sie etwas davon wissen solle. — Sie habe dies sofort verneint. — Präs.: Wie sind Sie nun auf die Polizei gekommen und zwar gerade zu jener Zeit, alS Frieda Woyda dort vernommen wurde. — Zeugin: Sic sei sehr erschreckt über die Mittheilungen des Herrn Ctierstädter gewesen und befürchtete, daß, wenn die Angelegenheit in die Zeitungen komme, auch ihr Name damit verquickt werden würde. Deshalb sei sie auf das Polizeipräsidium gegangen. Auf dem Korridor habe sie Herrn Ctierstädter gesprochen und dieser habe gesagt, sie brauche nichts zu erzählen, das Kind sei schon ermittelt und werde gerade von Herrn v. Treskow vernommen. Zur Verlesung kommt dann ein Brief der Zeugin an den Schutzmann Stierstädter, aus welchem hervorgcht, daß sie diesem das größte Vertrauen entgegenbrachte. Sie erklärte auch mündlich, daß sie Herrn Stierstädter stets als einen ehrlichen und zuverlässigen Menschen kennen gelernt habe. In dem Briefe wird auch eine Aeußerung des Herrn Ctierstädter erwähnt, daß Alles getauft sei bis in die höchsten Spitzen, und daß auch ihm, Stierstädter, ein schönes Sümmchen geboten worden sei. — Justizrath Dr. Sello erklärt hierauf: Er halte es für seine Pflicht, nunmehr fund zu geben, daß er sein früheres Bedenken, ob nicht Herr Ctierstädter zu Un« grinsten Sternbergs Beziehungen mit der Zeugin unterhalten habe, für widerlegt erachte. — Rechtsanwalt Dr. Werthauer schließt sich dem an. — Rechtsanwalt Dr. Mendel : Er wolle im Anschluß hieran erklären: Die Vertheidigung stehe gar nicht auf dem Standpunkte, daß Herr Ctierftâdter in bewußter Weis e die ganzen Dinge erfunden hat, sondern nur in dem Glauben, einem Verbrecher auf der Spur zu sein, sich in die Sache zu sehr hincingcdacht hat. — Angeklagter Sternberg : Er stehe doch nicht ganz auf dem Standpunkt der Vertheidigung, wenn auch kein Anhaltspunkt dafür vorliege, daß Herr Stierstädter die Pfeffer beeinflußt habe. Er behaupte, daß Fräul. Pfeffer von einer intensiven Feindschaft gegen ihn beseelt sei und der ganze Haß, den sie gegen ihn habe, auf Herrn Ctierstädter übertragen habe. Es kommt über diese Behauptungen des Angeklagten zu einer sehr erregten Szene zwischen ihm und der Zeugin, die sich immer mehr und mehr zuspitzt. Der Angekl. beschuldigt die Zeugin mit immer größerem Nachdrucke der größten Verworfenheit, behauptet, daß, als sie von ihm meggegangen war, sie sich in der Charlottenstraße ein Absteigequartier gemiethet habe, daß sie selbst einen unsittlichen Lebenswandel gegen Entgelt führe, rc. rc. Diese Beschuldigungen setzen die Zeugin in eine furchtbare Erregung. Sic springt schließlich auf und gibt die schwersten Beschuldigungen an Sternberg zurück.
Das Königliche Polizei-Präsidium theilt mit: Das „Kleine Journal" und nach ihm andere Blätter bringen die schon mit Recht von verschiedenen hiesigen Zeitungen als unglaubhaft bezeichnete Notiz, wonach dieser Tage eine große Zahl von Kriminalbeamten des Berliner Polizei-Präsidiums znsammen- getreten sei und sich im Falle der Ergreifung von TüSziplinar- maßregel« gegen den im Sternberg-Prozesse al« Zeugen ausgetretenen Kriminalschutzmann Ctierstädter durch Wort und Handschlag verpflichtet hätte, in ihrer Gesammtheit sofort um ihre Entlassung aus dem Polizeidicnst einzukommen. Die sofort eingeleiteten Ermittelungen haben die Unwahrheit dieser von einem Reporter verbreiteten Nachricht ergeben.
„Grütze »«s Jerusalem." Auch in diese« Jahr- werden zu Weihnachten Postkarten am heiligen Abend aus Jerusalem abgesandt. Diesmal sind es 3 Grüße, die „Krippe", die „Weise« aus dem Morgenlande" und die „Flucht nach Egypten" in künstlerischer Weise darstellend, die Jedermann von Jerusalem an beliebige Adreffen versenden lassen kann. Alle Buch- und Papierhandlungen nehmen hierauf Bestellungen entgegen.
Ein gefährlicher Hotelgast. Ein unter dem Namen Steuersupernumerar v. Bronikowski aus Mcseritz" .im Adam- schen Hotel zu Jaroischin abgesticgencr Gast verließ dasselbe gestern nach mehrtägigem Aufenthalte, ohne die Zeche berichtigt zu haben. AIs ihm der Oberkellner des Hotels nachlief und ihn in der Nähe der katholischen Kirche auch erreicht hatte, zog der Fremde einen Revolver hervor und feuerte auf
Sene 3 seinen Verfolger einen Cellist ab, durch «eichen dieser lebensgefährlich verletzt winde. Der Hochstapler flüchtete hieraus in den nahegelegenen Wald und konnte trotz der umfangreichste« Recherchen bisher nicht ergriffen werden.
Eine i« Sporlkreisen Ailfsehen mc^ttVee Berheftmrg wurde dieser Tage auf Requisition der Hamburger Swatscmvwltschast im Vororte Bergtdorf vorgentmmen. Ter dortige Vertreter einer großen Fahrradfabrik, der vor Jahren weit über die Grenzen Deuticklouds als Rennfahrer bekannt «ar, wurde unter der Beschuldigung der Unter« schlaguug von 35000 Mark zum Nachtheile seines Chefs verhaftet und dem Amtsgerichts- Gefingneß zugefühlt.
T<i Martyrium einer Fra« enthüllte eine Verhandlung, die vor der Strafkammer in Mannheim stattfand. Angeklagt war der Kohenarbeiter Gottlieb Rüb wegen Körperverletzung. Rüb hatte seine Frau zu Tode gepeinigt. Bei jeder Gelegenheit brach er einen Streit vom Zaune und miß- handelte seine Gattin auf die brutalste Art. Einmal stieß er den Küchenschrauk über sie und als sie Hervoi kroch, packte er sic bei den Haaren und schleuderte sie zweimal mit aller Wuckt zu Boden — „wie man eine Katze hinschmeißt", sagten die Zeugen. Wenn die Frau Nachts hustete, stand er auf und prügelte sie. Er verbrannte fast seinen ganzen Verdienst für sich und zwang feine Frau, obwohl sie von Tag zu Tag elender wurde, bis zuletzt in die Fabrik zu gehen. Dabei ließ er die Aermste darben, indem er ihr von den Mahlzeiten kaum etwas übrig ließ. Ce kam die Frau immer mehr herunter und starb am 22. August d. I. an allgemeiner Er- schöpfrmg. Sie war thatsächlich verhungert. Der Staalsan- «alt gab in feinen Plaidoyer der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Angeklagte feine Frau unter die Erde schaffen wollte, ebne in den Augen der Menschen als ihr Mörder zu gelten. Als Vertrauensmann einer politischen Partei habe er sich den Anschein gegeben, als habe er ei« Herz für das allgemeine Wohl, für die Unterdrückten- und wenn er dann heimgekommen sei, habe er Diejenige, die ihm am nächsten gestanden, die seinem Schutz anoertraut war, auf das Scheußlichste mißhandelt. Er beantragte die Höchststrafe von 5 Jahren Gefängniß. Das Uriheil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren.
Die Maus beim Hoskonzert. Anläßlich der Vermählung des Herzogs Robert van Württemberg mit der Erzherzogin Maria Immaculata Raineria fand am Sonntag im Galeriesaalc der Wiener Hofburg ein Konzert statt. Einiges Aufsehen machte ein ungeladener Gast. Während einer Piece lief nämlich ein graues Ptäuschen durch den Saal, gerade an der ersten Sitzreihe vorbei, wo Kaiser Franz Josef Platz genommen hatte. Der Monarch lächelte und mit ihm die hohen Gäste; cs trat aber nicht die leiseste Störung ein, was zur Kenntniß vieler Damen gebracht zu werden verdient, denen der Anblick eines armen Mäuschen bekanntlich heillosen Schrecken cinflößt.
Verschiedenes. B e lin, 8. Novbr. Ein von einem englischen Schiff in Konstantinopel defertirter Heizer, ein 21jähriger Dane, hat die ganze 53ftsinbige Fahrt des Orient- expreßzugcs Konstantinopel-Berlin als „blinder Passagier" auf der Drehscheibe eines Echlafivagcns, zwischen Achse und Feder eingeklemmt, mitgemacht. Bahnbeamte der Endstation Charlottenburg fanden gestern Abend den völlig entkräfteten und hülfloscn jungen Mann, auf den sic durch fein Stöhnen aufmerksam geworden waren und der nicht mehr im Stande war, selbst seinen freiwillig gewählten Sitz zu verlassen; ersah schwarz wie ein Neger aus, ist aber unverletzt geblieben. Man labte ihn mit Speise und Trank und die Polizei wird ihn in seine Hcimath befördern. — Hamburg, 9. Novbr. Der Hamburger Dampfer „India", von Northshield kommend, nach Reggio mit einer Kohlenladung fahrend, traf am 7. b. Mts. nachmittags den englischen Dampfer „Amaryllis", der Nothsignale gab. Der Kapitän von der „India" versuchte, Hilfe zu leisten, aber die See ging hoch. Eine große Welle schleuderte die „Amaryllis" auf die „India", welche, oberhalb der Wasserlinie durchbohrt, sofort sank. Die „Amaryllis" nahm 17 Mann der „Jndia"-Mannschaft an Bord und landete sie in Cherbourg. Drei Mann von der „India" sind verschwunden. Kapitän Pieper benahm sich heldenmüthig. — Laut hier eingegangener Meldung trug sich der Zusammenstoß des Dampfers „India", welcher der Firma Remte in Harburg gehört, mit dem englischen Dampfer „Amaryllis" im Wcsenilichcn anders zu, als die erste Meldung aus Cherbourg berichtete. Die „India" ist nicht gesunken, sondern mit der Beschädigung, die sie bei dem RettungSwerk erhielt, in Cherbourg angefommen. Die „J«dia" halte die geformte Mannschaft der „Amaryllis" an Berd mit Ausnahme von 2 Man«, die umtamen. — Königsberg i. Pr., 9. Novbr. Die Blätter melden aus Elbing: Gestern stießen auf dem Eltingflussc bei Terranova der taurendampfer „JuliuS vorn" und das Segelschiff „Johanna Gelatine" zusammen. Beide Schiffe sanken. Der Kapitän des Segelschiffes, Hasscldiek, ertrank. — München, 9. Novbr. Bei den Vorbereitungen zu einem «ertrage, welchen der Obcri«genic»r Schlenk gestern im Gcwertcrerei« zu Schweinfurt hallen wollte, explodirte ein Acetylenentwickler und zerschmetterte den Seps Schlenks. Der T»d trat sofort ein. — Leop»ldihall, 9. ,N»vbr. In der hiesigen chemischen Fabrik ereignete sich gestern eine Dampfkesselexploswn. Zwei Personen wurden getäbtet, drei schwer, sieben leicht verletzt. — Brüssel, 9. Novbr. Der heute früh von Baulers abgegangene Pcrsoncnzug ist auf Station Brain delleud unweit Waterlo» von einem Güterzuge angefahren werben. Der erste Wagen deS Personenzuges, sowie die Maschine und mehrere Wagen des GütcrzugcS sind vollständig zertrümmert. Wie gemeldet wird, sind der Heizer und Lokomotivführer deS Güterz«,es todt, 11 Reisende, in der Mehrzahl auf der Fahrt nach Brüssel befindliche Arbeiter, schwer verletzt.