Erstes Blatt.
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Jährlich 9 ■*. H-SjLhrl. 4 u< 50 <J.
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Für auswärtige etoeuenteu mit k* betreiftnse« Postmisichl-S.
Die ringeln«
Nummer ksskt
10 ^
TiurSNau,»- gebühr
für Hladl- und èand» kreis Hanau lv ^ die 4gejpaUn<e Wannonk grik eher deren $aum, für luSaüns 15 ^,
Im Rrüams»th«t> die Zeile äS* fM
Auswärts 30 ^.
Amtliches «Argsn für KlgÄ- nn5 LmiöKreüs Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Gonl^Mnd Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 264
Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 44.
Amtliches.
^artö&ret© ^attäu.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
faniiwiriljfdiafHidj^
Nächste Versammlung Sumstag den 17. N« vember 1900, nachmittags 2'/, Uhr, im Gasthaus zum „gold'nen Löwen" hier.
Tage So r dnu n g:
1. Geschäftliche Mittheilungen,
2. Erthcilunz der Decharge zur 1899er Rechnung,
3. Vortrag des Herrn Direktors der landw. Schule A. Wagner von Gelnhausen über: „Was lehren uns die in neuerer Zeit bei Feldfrüchten und Wiesen ausgeführtcn Düngungsversuche".
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister reellen die sbige Bekanntmachung des landwirthschäftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 9. November 1960.
Der Königliche Landrath.
L 148 v. Schenck.
^taöt^rei^ ^anau.
Bekanntmachungen dts Oberbürgermeisteramtes.
Am 1. Dezember d. I. findet in hiesiger Stadt gleichzeitig mit der Holts- und Viehzählung eine Obstbaum- zählung mittelst Zählkarten statt.
Die Besitzer (Pächter, Verwalter re.) der Gehöfte, Pflanzungen, Gärten, Aecker, Wiesen, Deiche, Chausseen, Eisenbahndämme u. s. w. werden hierdurch ersucht, die Anzahl der auf oder an diesen Ocrtlichkeiten stehenden Obst- bäume und zwar gesondert nach
Aepfelbäumen,
Birnbäumen,
Pflaumen- und Zwetschenbäumen, Kirschbäumen
baldigst zu ermitteln, damit sie dieselben am 1. Dezember d. I. richtig in die Zählkar en einzntragèn vermögen.
Hanau den 6. November 1900.
Der Magistrat.
Dr. Gebcschus. 18410
Bekanntmachung.
Das Wcishaupt'sche Stipendium von 120 M. für einen besonders talentvollen Gold- oder Silberarbeiter ist von den auf die ausgeschriebene Konkurrenz aufgetretenen Bewerbern nach dem einstimmigen Vorschläge der berufenen Sachverständigen und des Lehrerkollegiums der Königlichen Zeichen- akademie für dieses Jahr dem Tagesschüler der Zeichenakademie Philipp Türk zuerbannt worden.
Zugleich ist beschlossen worden, den Schülern der Zeichen- akademie Hans Bratzler und Wilhelm Schell als Verfertigern der nächstbesten Arbeiten eine öffentliche Belobung zu ertheilen.
Die auf das Preisausschreiben eingercichten Arbeiten sind vom 11. bis' einschl. 18. November in der"Äula der Zeichen- akademie ausgestellt.
Hanau den & Poveinbër 1900.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 18464
Der Znhlnngsternnn für Steuer und Schulgeld pro III. Quartal läuft mit dem 15. d. Mts ab und wird hieran anschließend mit Mahnung und Zwangsvollftreckung gegen die Säumigen vorgegangen.
Fristgefuche können nur dann Berücksichtigung finden, wenn dieselben vor Ablauf des Fälligkeitstermins eingegangen find.
Die heutige Nui
Samstag Wn 10 November
Auf die auf Seite 4 des Steuerzettels angeführten Bestimmungen — besonders auf Nr. 3, 4 und 7 — wird aufmerksam gemacht.
Die städtische Steüerkasie befindet sich Markt IG, Zimmer 6 und 7, zu ebener Erde.
Hanau den 5. November 190p.
Stadtkafse. 18234
Handelsregister.
Die Firma F. Brachmann in Hanau soll von Amtswegen gelöscht werden. Der Firmcninhabcr oder seine Rechts- nachfolger haben einen Widerspruch hiergegen spätestens bis zum 1. März 1901 bei dem unterzeichneten Gerichte geliebt zu machen.
Hanau den 30. Oktober 1900.
Königliches Amtsgericht 5. 18432
Handelsregister.
1. Bei der Firma Nicolay & Co., Hauptniederlassung in Zürich, Zweigniederlassung in Hanau, ist eingetragen worden : Dem Kaufmann Friedrich Gerth van W y k in Hanau ist Prokura ertheilt. Die Gesellschaft hat am 1. Dezember 1890 beginnen.
2. Bei der Firma Hanauer Kleindahngesellschast, Aktiengesellschaft in Hanau^ ist eingetragen worden: Der Betriebsleiter Louis Bierbrauer in Hanau ist aus dem Vsrstande ausgeschieden. An seiner Stelle sind der Kaufmann Georg Lentz in Friedenau bei Berlin und der Stationsvorsteher a. D. Franz Goller in Hanau zu Mitgliedern des Vorstandes bestellt worden.
Hanau den 8. November 1900.
Königliches Amtsgericht 5. 18412
Das Konkursverfahren über das Vermögen der Wittwe des Ackermanns Johannes Möller IV, von Marköbel wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und nach Vollzug der Schlußoerthcilung aufgehoben.
Windecken den 4. November 1900.
Königliches Amtsgericht. 18421
WlUtMe und verlorene Gegenstände etc.
Verloren: 1 grünes Damenporiemonnaie mit 2 Billets II. Kläffe Ravolzhausen-Hanau und mit 17—18 M. Inhalt.
Entlaufen: 1 junger, weißer Bernhardinerhund mit rothen Flecken.
Entflogen: 1 französ. rother Kröpfer mit weißer Brust.
Vom Wasenmeister am 9. d. Mts. ein gefangen: 1 braun- und weißgefleckter Hühnerhund m. Geschl.
Hanau den 10. November 1900.
Tagesschau.
Adresse-es BunSesrathes an Fürst zu Hohenlohe.
Berlin, 9. Noobr. Bei dem Fürsten zu Hohenlohe erschien heute eine Deputation des Bandesrathes, 'bestehend aus dem Reichskanzler Grafen v. Bülow, dem Swats,ekretär Grafen Posadowsky, dem. bayerischen unh hessischen Gesandten, um im Auftrage des Bundesrathes eine Adresse zu überreichen. Graf v. Bülow übergab dem Fürsten die Adresse mit einer längeren Ansprache, worauf dieser mit bewegten Worten dankte. Die Adresse läutet:
„Durchlauchtigster Fürst! Gestatten Euere Durchlaucht dem Bundesrathe, der Sie 6 Jahre hindurch als P»r-' fitzenden verehren durfte, höchdemselben bei seinem Ausscheiden^ aus seiner Stellung ehrerbietigen Abschicdsgruß darzublringen. Nach einer, dem Dienste des Vaterlandes gewidmeten, an Ehren und Erfolgen reichen Laufbahn haben Estre Durchlaucht in einem Lebensalter, worin sich' die meisten von dem Bedürfnisse nach Ruhe leiten lassen, nicht gezaudert, als Ver Ruf des Kaisers an den viel- erpropten Staatsmann erging, auch noch die' Bürde deè höchsten verantwortlichen Amtes im Reiche auf sich zu nehmen. In dem seitdem verflossenen Zeitabschflitte haben Eure Durchlaucht Re Geschäfte des Reiches und Bundesrathes' init weisem Sinne unV milder Hand geleilet und haben mit Treue gegen den Bundesftaa., den Sie als erster BcsoD »mer umfaßt außer dem .Unierhaltüngsbi
1900
mächiigter vertraten, eine gerechte und verständnißvoll Würdigung der Interessen aller anderen Bundesglieder zu vereinen gemußt, Und sind im vertrauensvollen Einver nehmen, dessen unser Zusammenwirken zum Wohle der Al- gemehfteit nicht entrathen kann, eine feste Stütze gewesen. Genehmigen Euere Dilrchlaucht den Ausdruck unseres tief» gefülltesten Davkes für Ihr segensvolles Wirken und des rearmtn Wunsches, daß sich an Ihrem Lebensabend die schöne Verheißung bewahrheiten möchte: „Um Veit Abend wird eS Licht sein!"
Der Unterricht in den gewerblichen Fort- bildung-schnlen.
In eineiig Erlaß an die zuständigen Behörden über die gewerblichen Fortbildintgsschulcn erklärt der preußische Haudels- uiiyister, bet Ansicht nicht beitreten zu sönnen, daß der Untere richt grundsächlich in die Abendstunden zu »ertagcu sei. Er hält in erster Linie hinsichtlich der Bestimmung der llnter- richtszeit die Erwägung für maßgebend, daß die Schüler nicht geistig und körperlich ermüdet sein dürften. Dies sei aber bei der Dauer der täglichen Arbeitszeit im Handwerk bezüglich der meisten in diesem beschäftigten fangen Leute während der Abendstunden der Fall. Deshalb feien auch erfahrungsgemäß die Erfolge deS gewerblichen Fortbildungs-UmerrichtS umso geringer und die Fälle von Unaufmerksamkeit umso häufiger, je später die Unterrichtsstunden abgchaltcn würden. Der Minisstr culpfiehit daher im Allgemeinen dahin zu streben, daß der Unterricht in den gewerblichen Fortbildungsschulen in die Nachmittags- »der in die ersten Abcudstunden gelegt werde. In keinem Falle sollte jedoch nach der Ansicht deS Ministers noch nach 9 Uhr abendS Unterricht in den gewerblichen Fortbildungsschulen ertheilt werden.
Maschinengeschütze.
In militärischen Kreisen erwartet man bestimmt, daß der nächste Militäretat die Mittel fordern werde, um dauernd vier Maschiiwngcschütz Abtheilungen zu erhalten. Damit wurde dann wohl die Einführung der Maschinengeschütze inftie Armee als entschieden zu betrachten fein.
Der Krieg tu China.
Ein englisch-russischer Zwischenfall.
Die Gegensätze, welche zwischen englischen und russischen Truppenführern im Laufe des »stasiatischen Feldzuges wieder- Holk in kleinen Reibereien sich Luft machten, haben kürzlich wieder einmal zu einem heftigen Zusammenstöße geführt. Anläßlich der Erledigung Oner vom Grafen Maldersee geregelten Etikettenfrage gericthen die beiheiligicn Offiziere hart aneinander, doch gelang es schließlich, den Streit auf gütlichem Wege zu schlichten. Ein Telegramm meldet hierüber:
Londo«, 9. Novbr. Graf Waldersee hatte die Fort- uahmc aller Flaggen außer der russischen vom Bahnhof in Schanhaikwan befohlen, der britische Offizier verweigerte jedoch die Herabziehuug der britischen Fahne ohne Befehl vom General Gaselce. Ein russischer Offizier mit Soldäten schlug darauf die Sikh-Schildwache von ihrem Posten und riß die Flagge herab. Die Sith-Schildwache feuerte über die Köpfe der RusM ein Leutnant brachte die Wache heraus und verlangte foftrlige Wicderhissung der Flagge, die stärkere rnssische Abtheilu'Ug legte an' und drohte zu feuern, falls-die Wache verginge. General Read sandte sofort 200 Mann und verlangte Entschuldigung und Wiederhiflung der britischen Fahne, widrigenfalls er das Verhalten der Russen als Kriegsakt än- sehen' würde/ Schließlim entschuldigte sich der russische General und hißte die britische Flagge wieder auf.
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Tele gram m e:
Perlin, 10. Novbr. Der „Lokal-Anzeiger" meldet äus S h a rt g h a i : Tschängä Tsch'i-Tung, welcher sich vor 14 Tagen geweigert habe, nach Singanfu zu gehen, nachdenl er von den verbündeten Mächten die Versicherung erhalten hatte, Vä6 seine Mfttzuttg nicht geduldet werden würde, wirbt be= stândiff Rekruteit an und hat vorgestern seinem in Wutschung befindlichen Heere von 1C,000 Mann 3000 weitere Soldaten angeführt. — Ein neues kaiserliches Dekret befiehlt dem Vizeköm, Liukunyi, alle Einkünfte von Kian,st zur Verwendung füV ben kaiserlichen Hof in Singansu za übergeben. — Ein Telegramm aus Canton läßt keinen Zweifel übrig, daß der Aufruhr im Wachsen'ist.
att 16 Seiten.