Einzelbild herunterladen
 

LLormements- Preis:

Jährlich 9 M.

HeckbjLhrl. 4vÄ50 A ViertekjährNch

2 M 25 ^.

Für auswärtige gfounettttu mit bau betreßendm

Psstcmffchlag.

Die einzelne

Nummer kostet

10 ^.

EinrâcknngS- gebühr

für Stadl- und Land» kreis Hanau 10 4 die -tgespalrenc (^ncmsnd- zeile oder deren Ramu, für AnS-rärt» 15 ^

Im RektanlnrchM die Zeile A>H^ fl»

Auswärt» 30 ^.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 253

Montag den 29. Oktober

1900

Amtliches, ^artö&rew Cattau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrachsamtes.

Unter dem Viehbestand der LandwirtHS Georg Schmitt in Wachen buchen ist die Maul- und Klauenseuche aus- gebrochen. Gehöftsspcrre wurde anzesrdnet.

In Großkrotzenburg gilt die genannte Seuche als erloschen. Die angeordneten Sperrmanregeln sind aufgehoben worden.

Hanau den 29. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

V 11304 I. L.: Schneider, Kreissekretär.

Mit Erledigung meiner Verfügung vom 18. September 1897 V 9340 betreffend Einreichung der berichtigten Ver­zeichnisse» der gewerblichen Anlagen ist noch eine Anzahl Bürgermeister und Guiroarstehcr im Rückstände.

Es wird deshalb an die Erledigung der genannten Ver- ügung mit Stößiger Frist »rinntrt.

Hanau den 27. Oktober 1900.

Der Königliche Land rath.

V 10333 ; v. Schenck._______" _______

L>1âötA^is Sctnau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Sitzung der Stadwrrordneten- Versammlnng

am Donnerstag den 1. November 1900, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.

Tages ordn ung:

1. Regelung dèr BesoldungSberhältnisse der seminarisch ge­bildeten Lehrer und der Lehrerinnen an der Oberrealschule und deren Vorschule, der höheren Mädchenschule und der Mittelschulen.

2. Einstellung eines Technikers beim Sauamt II.

3. Probeweise Einstellung eines Polizeisergeanten.

4. Versetze« und Neuaufstellen von Laternen in der Bebraer­bahnhofstraße und Friedrichstraße unter Verrechnung der 695 M. betragenden Kosten a. Tit. V 1 der Gasw.- Kasse.

5. Aufstellen zweier Laternen auf dem Wege von der Hain­straße nach dem Sandhof.

6. Legung der Gas- und Wasserleitung in der Skeinhèimèr- landstraße. Anderwciie Aufstellung dabei freiwerdender Petroleumlaternen."

MMMiMMiirainiiMIflMMBm^MIBBM

Feuilleton.

Deutschlands Meerfahrt.

(4. Original-Brief.) '

Die Reise von Singapore nach dem Norden eingehend zu beschreiben, würde einer Wiederholang gleichkommen; eS sei nur gesagt, daß wir vom Wetter weiter begünstigt wurden, ja schon in den ersten Tagen deS September vorherrschend nördlichen Wind hatten, der unS bald diè ersehnte frische Krise brachte. Hatte schon bie Sedanfeicr gezeigt, daß wir an Spannkraft noch nichts . eingcbüßt hatten, so begann nun auch der Dienst wieder an Ausdehnung und in den Anfor­derungen jeder Art zuzunehmen. Die Anzugs-Erleichterungen wurden nach und nach aufgehoben, und nicht zu vergessen wir kamen ja nun dem Kriegsschauplätze näher die Patronen wurden ausgepackt. In den ersten Tagen begleitet uns sogar ein Kriegsschiff, S. M. ULuchs", doch es mußte bald zurückhleiben, da wir schnellere Fahrt hatten. Aber auch wir büßten in der Formosastraße viel ân Ge­schwindigkeit ein durch entgegenstehende Strömung und Ärind, außerdem waren die in Singapore eingenommenen Kohlen schlecht.

In ber Formosastraße wurden wir umschwärm/ von vielen Hunderten kleiner Fischerboote, theils trugen sie die japanischen Farben, denn Formosa ist ja seit dem Frieden von. Schimonoscki, nach dem Letzten chinesisch-japanischen Kriege, unter bie japanische Herrschaft gestellt Nun möchten die Japaner auch gern als Nimmersatte Eroberer auf dem gegen­überliegenden chinesischen Festlande Fuß fassen und habm die Gelegenheit gefunden, in Amoy Truppen zu landen. Sofort

7. Beschaffung von Dienst kleidern für die Wegebanaufseher, Stadtgärtner, Siel meister uns Schloßkastellan.

8. Nachbewilligung von 3400 M. zum Zufüllen des Schloß- grabens auf E. 0. Tit. III,7 für Rechnungsjahr 1900 und Abgangssttllung von 400 M. bei E. 0. Tit. II f. a. und b. für Rechnungsjahr 1900 (für Entfernen alter Kanäle bewilligt).

9. Uebertragung deS 12 und 10 Uhr-Läuten? auf dem Marienkirchthurm vom 1. November d. J. an den früheren HilfSthurmwachter Holzapfel gegen 150 M. jährl. Vergütung.

10. Nachbewilligung von 3000 M. auf E. 0. Tit. 11,5 für Rechnungsjahr "1900 zur Fertigstellung des Aus­baues der Josephstraße.

11. Abänderung deS Orlsstatuts und der Schulgcldordnung betr. die kaufmännische Förtbildungsschüle.

12. Wertcrbcwilligung der bisherigen Unterstützungen' an die früheren Nachtwächter im Gesammtbetrage von 2057 M. für Rechnungsjahr 1901.

13. Wahl eines Vertreters der katholischen Kirchen-Gemeinde zur 'Stadtschuldeputation.

14. Neuwahl von 6 Magistratsmitgliedern an Stelle der Ende 1900 aus scheidenden Herren Dr. Eisenach, Fues, Jung, Lieber Und Nicolay.

15. Wähl dreier Sachverständiger zur Festsetzung deS Werth- betrages des unentgeltlich abgetretenen Geländes für den Ausbau der Maulbcerallce.

16. Herstellung eines HafenS bei Hanau anläßlich der Fort­setzung der Mainkanalisirung.

Um 41/< Uhr Sitzung des Wahlvorschlagsausschusscs, da­zu die vorletzten 3 Punkte vorstehender Tagesordnung.

Hanau den 27. Oktober 1900.

Der Stadtoerordnetenvorsteher.

E anihal. 17680

-- --------1---

Bätmtrrmchung.

Sei der Kreiskömninnalkässe und der Städthaupikasse hier- selbst sind Mm Besten der nach China entsandten Truppen folgende Beträge weiter eingegangcn und an die Königliche Hauptseehandlungskasse zu Berlin abgeführt worden:

a) aus dem Landkreise Hanau 25. Mk.

b) Stadtkreise 27.25

Hanau den 26. Oktober 1900.

Der Vorsitzende

des Zweigvereins vom Rothen Kreuz zu Hanau.

Dr. Gebesch u s.

kamen natürlich auch Engländer, Amerikaner, Franzosen und Deutsche hinzu. So ist es auch in Shanghai, auf dessen Außenrhede wir nun vor Anker liegen, im Ianztsc-Fluß, angesichts der chinesischen Geschütze unb der unvollendeten Befestigungen.

Ohnmächtig sind die schönen Kruppschen Geschütze hier wie auf den chinesischen Kriegsschiffen, die im Jangtse und im WusungHluß liegen, vor Shanghai, denn sie haben keine Verschlüsse, sie mußten sie als Pfand für ihr friedliches Ver- hälten den Stärkern abgeben. Diese sind die Verbündeten, welche allein am hiesigen Platze eine Macht von 36 Kriegs­schiffen vorübergehend entfaltet haben. Wie stattlich Deutsch­land dabei vertreten'ist, mag aus folgender Zusammenstellung hervorgehen, welche demÖstasiatischen Lloyd nebst Nachrichten aus Kiautfchou", der Zeitung für die deutschen Interessen im fernen Osten, .entnommen ist.

Eine größere Flotte, als am 4. September, dürfte vor Wüsung und Shanghai nie versammelt gewesen sein. Wir zählten nicht weniger als 36 Kriegsschiffe. Diese vertheilen sich auf die einzelnen Mächte wie folgt:

Schisse

Tonnen-Gewicht

Besatzung

Deutsches Reich .

. 7

48252

2931

Großbritannien .

. 11

33764

2581

Frankreich . . .

. 3

9421

871

Oèsterreich-Ungarn

. 3

8970

1189

Japan ....

. 4

8386

816

Bolland....

. 2

8100

620

Rußland . . .

. 2

5490

500

Amerika....

. 2

4437

533

China ....

. 2

1022

148

36' 127842 10189

Dazu kommen dann noch die von den Mächten gelandeten Truppen und zwar

Mtr= unb Wicskii-llktpchiuW

Am Freitag den 2. Navember d. Js., nach mittags 3*/2 Uhr, werden in der Amrhein'schen Gastwirlhschaft zuNeuwirthshau»" folgende forstfiskalische «rundstücke:

Jagen 19, Abth. a, b unb c berBeuncacker" unb dieBeimewiefe* in ber Gemarkung Grofz- kraffenburg;

Jagen 104, Abth. a und b bicWeiherwiese", Schutzbezirk Loinboybrück, auf weitere 6 Jahre vom 1. Januar 1901 ab zur Verpachtung auSzeboten.

Königliche Oberförsterei Wolfgapg. 17637

AchMtSt und srrlsreuk GestMttt etc.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 12,73 Mk. Inhalt. 1 schwarzer alter steifer Filzhui in einer Düte mit der Auf­schrift »Friedrich Eckhardt, Hanau" tc.; 3 kleine Schlnsselchen an einem Ring.

Zugelaufca: 1 schwarzer Dachshund w. Geschl. Hanau 29. Oktober 1900.

...... --» ......... ............. »> |J;-^j.j ;___ ':»

Lohnbücher «nd Lohnz«hl«n-S-Bücher

Ueber die neuen Bestimmungen ber Gewerbeordnung, die am 1. Oklobcr in Kraft getreten sind, herrscht vielfach noch Unklarheit. So werden H5»fig Lohnbücher und L ö h n z a h l u n g S - B ü ch e r mit einander «erwechfelt. Lohn- bächer und Lohnzahlungs-Btcher sind aber keineswegs das­selbe; der Unterschied ist folgender:

L o h n.b ü ch e r (ArbeitSzettcl) sollen verhüten, daß der Arbeiter durch de» Arbeitgeber überoorihcilt werde; der BundeSrath kann sie nach § 114 a der Gewerbeordnung für bestimmte Gewerbe »orschreiben. In bie Lohnbücher müssen Art unb Umfang ber übertragenen Arbeit, bei Akkord­arbeit bie Stückzahl, ferner die Lohnsätze und die Be­dingungen für die Lieferung von Werkzeugen und Stoffen zu den übertragenen Arbeiten eingetragen weiden. Der BundeSrath kann bestimmen/ daß in die Lohnbücher auch die Bedingungen über bie Gewährung von Kost unb Wohnung aufzunehmen sind, sofern Kosi ober Wohnung als Lohn oder Theil des "Lohnes gerechnet werden seien.

Dai Lohnbuch ist von dem Arbeitgeber auf seine Kosten zu beschaffen und dem Arbeiter kostenfrei auszuhäiidigen. In dem Lohnbilche sind die Vestimmungen der Gewerbeordnung über die Auszahlung bei Lohnes in bar, Verbot des PruckS und über die Beschränkung der Lohn-Einbehaltung abzu- bruden. Die Eintragungen sind mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeitgeber oder von dem dazu bcoollmächtigten

.... 450 Mann, britisch-indische Truppen..... 3400 französische Marine-Jnfanicrie. . . 600 annamitisch- tonkinesische Truppen . . 120

1 Batterie französischer Artillerie . 60

c. . < r i 4630 Mann.

Rechnet man zu diesen Trüppd» als Rtscroe schließlich noch 1200 Mann des Shanghaier FreiWilligen-Korps, f» ergibt sich eine ©treitfraft von insgesammt über IG 009 Mann, die Shanghai zu einem sehr erheblichen Waffenplatz machen.

Noch imponirender wirkt aber die Zusammenstellung, ivelchr die überhaupt auf dem Kriegsschauplätze änwestnde deutsche Flolte mit 21 Kriegsschiffen und 5 Torpedobooten beziffert. Wer hätte bd« für möglich gehalten, daß wir so starll und so prompt hier brauen erscheinen könnten, ganz schweigen von den Landtrtisipktt, die. nun nach und nach hier einlreffèn und deren Avantgarde bereits in Peking ist ! Ja, bei Deutsch­land, das unser großer BiSinarck in den Sättel gesetzt hat, es zeigt nun, daß es auchreiten* kann. Unb unser Kaiser hat dafür gesorgt, daß auch ber Name unsers großen Kanzlers, der uns Deutsche geeinigt hat und der noch immer seinen Klang auch Über den. Meeren nicht verloren hat, daß auch der Name BiSmarck hier vertreten sei.

In drei Wochen hat der neu erbaute KreuzerDürft Bis­marck" die Ausreise nach China vollzogen unb liegt augen- bftcklich imponircnd vor Wusung vor Anker. Soeben begrüßt ihn ein kleines chinesisches Kanonenboot, es wird aber sofort bedeutet, den Hafen zu verlassen, worauf ei den Fluß auf­wärts nach Shanghai weiter geht. Es muß «vpießruthen laufen an den Schiffen der verschiedensten Nationen vorbei, überall ehrerbietig die Flagge senken, um dann bewacht von unsererGefion" undHela" vor Shanghai im Wusung-Fluß