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Hierzu Amtliche Beilage" Nr. 42.

Amtliches.

L^nHA^ois Cattau,.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Viehbestand des Schmicdemeistcrs Wilhelm Gerlach in Langendiebach ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Gehöftssperre wurde angeordnet.

Hanau den 25. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

V 10257 I. V.: Schneider, Kreis sekretâr.

Die diesjährigen Herbst-Ksntrolversaminlungen im Land- und Stadtkreise Hanau finden wie folgt statt:

Am 5. November 1900, vormittags 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz), für Stadt Hanau. Jahrgänge 1893 und 1894 und der vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehrleute.

Am 5. November 1900, nachmittags 3 Uhr, in Hanau (Paradeplatz), für Stadt Hanau. Jahrgänge 1895 und 1896.

Am 6. November 1900, vormittags 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz), für Stadt Hanau. Jahrgänge 1897 bis 1899 nnd die zur Disposition der Ersatzbchördcn entlassenen Mannschaften. Außerdem die Gemeinden Kessel­stadt, Wilhelmsbad, Wilhelmsbaderhof und Neuhof. Desgl. sowie die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehrleute.

Am 6. November 1900, nachmittags 3 Uhr, in Großaubeim (Schulhof), für Großauheim, Großkrotzen­burg und Pulverfabrik. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 ein getretenen Wehrleute, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.

Am 7. November 1900, vormittags 9 Uhr, in L ang en s e lb o ld (Kirchplatz), für Langenselbold, Ober­rodenbach, Niederrodenbach. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehr­leute, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.

Am 7. November 1900, nachmittags 3 Uhr, in Langenselbold (Kirchplatz), für Rückingen, Langen­diebach, Ravolzhausen, Bruderdiebacherhof, Hüttengesäß, Neu­wiedermuß, Wolfgang. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehrleute,

Feuilleton.

Bilder aus dem Leben Moltkc's.

Zu Moltke's 100. Geburtstag, 26. Oktober.

Von Robert Berndt.

(Nachdruck verbeten.)

7.

B ei Königgrätz.

Auf der Höhe von Sadowa hielt König Wilhelm mit seinem Stabe. Zu ihren Füßen tobte die Ricscnschlacht. Schon seit 5 Stunden standen die Truppen im Feuer und noch war die Entscheidung nicht abznschen. Ja, die Lage der Preußen, die im Beginne der Schlacht siegreich vsr- gedrungen waren, war jetzt nicht ohne Gefahr. Die Schlacht stand. Die Feuerlinie von 600 österreichischen Geschützen gebot unseren Braven Halt. Schon hatte Prinz Friedrich Karl feine Reserven ins Gefecht ziehen müssen, um einen Durchbruch des Zentrums zu verhindern. Im Swiepwalde verblutete die 7. Division und General Fransecky sprach ihr Schicksal mit dem Heldenworte:Hier sterben wir!" Schickte der Feldzeugmeister jetzt seine Reserven zum Angriffe vor, so stand die Sache hochbedenklich. Und hier handelte es sich nicht nur um eine Schlacht, einen Sieg mehr oder weniger; hier handelte es sich um Preußen-Deutschlands Zu­kunft.

Eine schwüle Stimmung beherrschte den königlichen Stab. Selbst die Ruhigsten waren von Nervosität und fieberhafter Sorge erfaßt. Nur der Chef des Generalstabs blickte mit unerschütterlicher Ruhe auf das gewaltige Schlachtenbild zu feinen^ Füßen herab. Der König' wandte sich an ihn mit der Krage, was er vom Stande des Gefechtes halte. Ew. Majestät gewinnen heute nicht nur die Schlacht, sondern den Feldzug", war die Antwort. So sicher war

Freitasi den 26. Oktober

sowie die zur Disposition der Ersatzbchördcn entlassenen Mannschaften.

Am 8. November 1900, vormittags 9 Ahr, in Bruchköbel (Hauptstraße), für Bruchköbel, Mittelbuchen, Roßdorf, Niederissigheim, Oberissigheim, Rüdigheim, Nüdig- heimcrhof, Kinzigheimerhof. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./430./9. 88 eingetretenen Wehr­leute, sowie die zur Disposition der Ersatzbchördcn entlassenen Mannschaften.

Am 8. November 1900, nachmittags 3 Uhr, in Wind e cken (Schloßberg), für Windecken, Kilianstädten, Ostheim, Baiersröderhof, Hirrbacherhöfe, Erbstadt, Eichen, Oberdorfelden. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehrleute, sowie die zur Disvosition der Ersatzbchördeu entlassenen Mann­schaften.

Am 9. November 1900, vormittags 9 Uhr, in Hochstadt (Hauptstraße), für Hochstadt, Wachcnbuchcn, Dörnigheim, Bischofsheim. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 eingetretenen Wehr­leute, sowie die zur Disposition der Ersatzbchördeu entlassenen Mannschaften.

Am 9. November 1900, nachmittags 3 Uhr, in Bergen (Bor der schönen Aussicht), für Bergen, Enkheim, Dottenfelderhof, Grouauerhof, Gronan, Niederdorfelden. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4. bis 30./9. 88 eingetretenen Wehrleute, sowie die zur Disposition der Ersatzbchördeu entlassenen Mannschaften.

Am 10. N ov em b er 1900, vormittags 9 Uhr, in Fechenheim (Schulhof), für Fechenheim. Sämmtliche Reservisten und die in der Zeit vom 1./4.30./9. 88 ein« getretenen Wehrleute, sowie die zur Disposition der Ersatz­behörden entlassenen Mannschaften.

Borstehendes wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß zu den diesjährigen Herbst-Kontrolversammlungen zu er­scheinen haben:

1. Sämmtliche Reservisten.

2. Sämmtliche zur Disposition ihrer Truppentheile ent- laffenen Mannschaften, sowie Diejenigen, welche wegen vor der Einstellung verübter Vergehen, sowie auf Grund von Reklamationen oder wegen Dienstunbrauchbarkeit zur Disposition der Ersatzbehörden entlassen worden sind.

3. Sämmtliche Mannschaften der Landwehr bezw. Seewehr

1. Aufgebots, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1888 eingetreten sind.

Bemerkungen.

1. Die Mannschaften haben zu der für sie bestimmten Ver­sammlung zu erscheinen.

sein Vertrauen darauf, daß sein gigantischer Plan glücken, das die drei Säulen des preußigen Heeres sich auf der Wahlstatt selbst treffen und vereinigten würden. Aber nicht Alle erfüllte daS gleiche Gefühl der Sicherheit. Der Minister­präsident, der den festen Entschluß gefaßt hatte, den heutigen Tag im Falle einer Niederlage nicht zu überleben, blickte unruhig auf Moltke. Endlich bot er ihm seine Cigarren­tasche an. Nur zwei Cigarren waren noch darin; mit Kennerblicke wählte der Generalstabschef die bessere. DaS tröstete Bismarck.Es muß gut mit unserer Sache stehen", meinte er bald darauf zum Könige,denn Moltke hatte noch die Seelenruhe, sich die bessere Cigarre aus meinem Etui zu wählen."

Aber schon stand die Sonne auf ihrer Höhe und noch kam die Rettung nicht. Noch kam der Kronprinz nicht mit der 2. Armee. Alle Blicke, alle Augen richteten sich auf das Hügelland im Nordssten, das noch immer von Rebeln um­hüllt war. Die Minuten wurden zu Stunden. Fast ist es 2 Uhr kein Kronprinz! Da werden gegen Nordosten in der Ferne lange dunkle Streifen sichtbar, die sich vom Erd­boden unterscheiden.ES sind Ackerfurchen", wird gesagt. Es sind Heersäulen", sagt Bismarck,denn sie bewegen sich vorwärts." Und es waren Heersäulen. Schon ward auf einer weithin sichtbaren Höhe das Feuer der 2. Armee er­kenntlich.Der Kronprinz kommt!" geht es durch die Reihen und eine tiefe freudige Bewegung erfüllt Alle. Doch unbeweglich bleibt Moltke. Ihn überrascht dies Ereigniß nicht; er war überzeugt, daß es eintreten müsse.Jetzt ist Ew. Majestät der Sieg nicht mehr zu nehmen", sagt er ruhig.

Eine Stunde später.Das Ganze^vor!" befiehlt der König und setzt sich selbst mit seinem Stabe an die Spitze der Armee. Durchbricht die Junisonne durch den Nebel und wirft goldenen Glanz auf die Wahlfiatt. In mächtigen Ko­lonnen, Brigade neben Brigade, Bataillon neben Bataillon

1900

2. Halbinvalide und nur garnisondienstfähige Mannschaften erscheinen mit den Mannschaften ihrer JahreSklasse und ihrer Waffe.

3. Die zeitig Ganzinvalidcn haben, sofern sie nicht schon bezüglich ihres Militärverhültniffcs die Entscheidung Landsturm" oderdauernd untauglich" erhalten haben, zur Kontrslversammluug ju erscheinen und zwar:

a. Diejenigen, »eiche dem Beurlaubtenstand ihrer Waffe angeboren mit der betr. Waffengattung und Jahrcsklassc und

b. Diejenigen, welche zur Disposition der Ersatz- behördcn entlassen sind, über ihr ferneres Mili- tärverhältniß aber eine Entscheidung noch nicht getroffen ist, mit den als zeitig dicnstunbrauch- bar 2c. zur Disposition der Ersatzbchördcn ent­lassenen Mannschaften aller Waffen.

4. Die in eine jüngere Jahrcsklassc zurückversetzten Mann­schaften haben mit dieser letzteren zu erscheinen.

5. Sämmtliche Militärpapiere sind bei den Koutrolver- sammlungen mit zur Stelle zu bringen.

6. Gesuche um Befreiung von dem Erscheinen zur Kontrol- versammlung sind, von der Ortsbehörde beglaubigt, möglichst 5 Tage vor der betreffenden Kontrolversamm- lung dem BezirkSfeldwcbcl in Hanau einzurcichen.

7. Unentschuldigtes Fortbleiben von der Kontrolversammlung, sowie das willkürliche Erscheinen bei einer anderen Kontrolversammlung, als zu derjenigen, zu welcher die Unteroffiziere und Mannschaften nach den obigen Fest­setzungen zu erscheinen haben, wird bestraft.

8. Da Fußmcffungen stattfindcn, haben die Mannschaften mit reingewaschenen Füßen zu erscheinen.

Eine Nachkontrole findet nicht statt. Frankfurt a/M. im Oktober 1900.

Königliches Bezirkskommando.

Die Herren Ortsvorstände werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung dreimal in ortsüblicher Weise zu ver­öffentlichen, sowie die Plakate, welche Ihnen vom Bezirks- kommando übermittelt werden, an besonders wichtigen, ins Auge fallenden Punkten, jedoch nicht in Wirthschaften re. anzubringen.

Hanau den 24. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

M 5492 J. V.: Schneid e r, KreiSsekretär.

1ÄSEW verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 Anhängsel, auf dem Vorplatz des Armenamtes.

Hanau den 26. Oktober 1900.

rückt klingenden Spiels daS ganze Preußenhcer vorwärts, der greise König vorauf. Mit ihm Moltke. Ungeheurer Jubel umbraust den Menarchen, eine mächtige Begeisterung sucht und findet ihren Ausdruck. Auch Moltke ist von der Gewalt der Situation ergriffen und mitlhcilsamcr als sonst. Was ist es, was er lebhaft dort dem Johanniterritter mit« theilt?Ich bin mit den Erfolgen der Schlacht nicht voll­kommen zufriede«. Ich hätte gewünscht, die Oesterreichcr wären bei Sadowa vorgedrungen; dann hätten wir sie voll­ständig wie in einer Mausefalle gehabt." Der Sieger von Königgrätz sah im Geiste das Bild von Sedan vor sich.

Am Abend von Gravelotte.

Die Sonne sinkt und noch sind die Höhen von Gravclotte nicht genommen. Regiment auf Regiment, selbst Kavallerie hat derLöme von Rachod" gegen diese unbezwinglichen Höhen geführt, aber an dem mörderischen Feuer der in treff« sicher Stellung gedeckten Franzosen scheiterten die deutschen Angriffe. Der König ist entschlossen, das bald ju erwartende II. Armeekorps hier auf dem rechten Flügel noch einzusetzen, um eine Entscheidung hcrbeiznführen. Eine Entscheidung? Moltke weiß, daß hier nicht die Entscheidung der Schlacht liegt. Sein Plan, auch hier ein Umfaffungsplan, geht darauf hinaus, die französische Armee zu überflügeln. Im Norden, da wo die Garden und die braven Sachsen kämpfen und den Feind in der Flanke faffen sollen, da liegt die Entscheidung, da i st sie bereits gefallen. Doch davon weiß man hier bei Rizonville nichts; hier konzentrirt sich die fieberhafte Span­nung auf den verzweifelten Kampf um Gravelotte. Vergebens macht Moltke dem Könige Vorstellungen; vergebens macht er darauf aufmerksam, daß der Besitz einer intakten Kerntruppe für den folgenden Tag hocherwünscht sein muß. Diesmal hört der König auf seinen Generalstabschef nicht das Aeußerste, das Letzte soll gewagt werden.