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Hanauer Unreiner
20. Oktober
TelczrvMlchcr SScutiscrt^i der Musste , ©tewstte.
Telegramm axs Hamvxrs vom 20. Oktober.
(9 Uhr 35 Min.) _ _____
Ein Maximum von über 775 mm lagert über Lappland, eine flache Gepressten über Osteuropa. In Deutschland ist daS Wetter ruhig, vielfach neblig und kühl.
Prognose für den 21. Oktober: Ruhiges kühles Wetter, stellenweise Niederschläge wahrscheinlich.
Barometerstand
USWiNKUâch^chtKG für Samstag den 20. Oktober.
Oratorienverein: Abends präcis 7*/i Uhr: Probe für Damen unb Herren in der Oberreatschule.
Gesangverein „Eintracht": Abend? 8 Uhr: 33. Stiftungsfest (Herrenabend) im Saalban „zum deutschen Haus".
Evang. Manner- und JüngtingSvereiu: Unterhaltung (Evang. Brr- einshaus).
Christlicher Arbeiterverein: VereinSabend und Nitglieber Mfnahm- im Bereiuslokale zum „Elephanten".
Lurngemtinde: Kürturnen und Borturnerstunde.
Turnzesellschaft: Generalversammlung.
Verein „Einigkeit": VereinSabend in der „großen Krone".
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Braustisb'l'): VereinSabend, Athletenklub „Germania": Vereinsabend (Restauration Wsgenbach. Paradeplatz),
Fußballklub . Viktoria' :'Vereins«bend in der „Brauerei WeiSmantel" „Hanauer Fußballgesellschast 1899": Vereinsabend ist G-.sthaus .zum Grafen Philipp Ludwig".
Hanauer Fußball- und Crickctktub: Gemüthliches Zusammensein im „Frankfurter Bau".
für Sonntag den 21- Oktober.
Hanauer Schützenverein : Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schi-ßständen.
Fußballklub „Viktoria': nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel aus dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußball- und Tricketklub: Nachmittags 3 Uhr: Uebungs- spiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballgesellschast 1899: Nachmittags 3 Uhr: NebungSspiel auf dem Exerzierplatz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: UebuugS spiel auf dem Exerzierplatz.
Hanau, 20. Oktober. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte : Bohnen 30 Pfg., Erbsen 35 Pfg., Linsen 40 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben das Pärchen 50—60 Pfg.; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein junger Hahn 80 Pfg. bis 1,20 Mk.; ein Huhn 1 bis 1,50 Mk.; eine Ente 1,80—2,20 Mk.; eine Gans 3 bis 4 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Aal 1,10 Mk., Hecht 1,10 Mk., Barben 60 Pfg., Barsch 60 Pfg. — ^s kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—20 Psg., Blumenkohl das Stück 15—60 Pfg., Kopfsalat das Stück 8 Pfg., Endivien das Stück 5—10 Pfg., Rettig das Stück 5 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 5 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 8—10 Pfg., Wirsing das Stück 10—20 Pfg., Weißkraut das Stück 10—20 Pfg., Rothkraut das Stück 10—20 Pfg., Sellerie das Stück 5 bis 20 Pfg., gelbe Rüben das Bund 8 Pfg., neue Bohnen das Pfund 15 Pfg., Rosenkohl die Portion 35 Pfg., Schwarzwurzeln die Portion 30 Pfg., Spinat die Portion 10—20 Pfg., Schmalzkraut die Portion 10 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 8—10 Pfg.; Obst: Trauben 20 bis 40 Pfg. das */• kg; Aepfel baß Pfund 8—15 Pfg.; Birnen das Pfund 10—20 Pfg.; Zwetschen das Hundert 25 Pfg., Nüsse das Hundert 30 Pfg.; Pfirsiche baß Stück 3—5 Pfg.; Citronen das Stück 10 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 3—5 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,10 bis 1,30 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 5—9 Pfg., Zwiebel das Doppelliter 18 Pfg., Welschkorn das Doppelliter 22 Pfg., Radieschen das Bündel 10 Pfg., Kastanien das 1/s kg 15—20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg.' — V« kg. Eine Spansau 3—5 Mk.
AM Pr'sâz nnd RAch?»EvgâisLsn>
Hersfsld, 19. Oktbr. Der Erweiterungsbau hiesigen Landkrankenhauies, der in der letzten Sitzung
der
des
Kommunallandtages beschlossen worden ist, wird z. Zt. ausgeführt. Der Neubau, der sich an das Hauptgebäude in der Richtung nach der Stadt zu aiischließt, wird 22 Meter lang werden und wird in der Hauptsache die Wohnräume des Assistenzarztes, des Verwalters und der Schwestern enthalten, die jetzt noch im Hauptgebäude untergebracht sind. Ferner sind in Ersterem vorgesehen das Bureau, je ein Aufnahme-, Verbands- und Operationszimmer, ein Schwesternversamm- lunasraum und im Kellergeschoß die Krätzabtheilung. Jedes Stockwerk wird mit einer Badeeinrichtung versehen sein, auch soll der Neubau noch Raum bieten für 9 Krankenbetten. Die nach Fertigstellung des Baues im Hauptgebäude frei werdenden Räume sollen noch zu Krankenzimmern hergerichiet werden. Man hofft, den Bau noch vor Eintritt des Winters unter Dach zu bringen.
Vermischtes.
DaS deutsche Hilfskomitee für Ostafie« bittet um weitere Überweisung von Spenden, da bei den schweren Aufgaben der Armee in China, der Krankheitsfälle infolge deS Klimas und der anstrengenden Märsche bedeutende Mittel erforderlich werden. Der Oberpräfident der Provinz Posen, Excellenz von Bitter, hat für das dortige Provinzialkomitee wiederum 5000 Mk. überwiesen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Exzellenz Nasse, hat für das Rheinische Hilfskomitee bis jetzt über 210000 Mk. durch den Schatzmeister, Herrn Geheimen Kommerzienrath Wcgeler, eingesandt. Die deutschen Postämter haben dank der Erlaubniß des Staatssekretärs, Exzellenz v. Podbielski, weit über 105 000 Mk. gesammelt. Das Frankfurter Hilfskomitee hat ebenfalls bedeutende Summen eingezahlt. Die unermüdliche Gönnerin des Komitees, Freifrau v. Baerenfels, Neu-Strelitz, hat es durch ihre aufopfernden Anstrengungen ermöglicht, dem Komitee erhebliche Mittel zuzuführen. Das Hilfskomitee hat dem Centralkömitee der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz weitere 200-000 Mk. überwiesen, so daß dasselbe bereits 400 000 M. erhalten hat. Alle Mittheilungen sind zu richten an den Generalsekretär Herrn Emil Selberg, Berlin, Wilhelmstraße 68.
Das Ende einer Hochzeit. Einen traurigen Ausgang hat in Rastenburg die Hochzeitsfeier des Militäran- wärters Wings mit der Schneiderin Stachowitz genommen. Weil seine angetraute Frau mit einem Gast mehrere Runden tanzte, regte sich in W. die Eifersucht und er wurde gegen die Tanzenden u«d seine Schwiegermutter, die ihm Vorwürfe machte, thätlich. In ihrer Verzweiflung trank die junge Frau Karbolsäure, um sich zu vergiften. Sie wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, ihr Mann dagegen verhaftet.
Die Grrmdsteirrlegung des Völkerschlacht- D-enkmals
hat am 18. ds. Mts. in Leipzig stattgefunden. Zur Einleitung der Festlichkeiten fand am Abend eine Festsorftellung im Neuen Theater statt. Sämmtliche auswärtige Vertreter und Festtheilnehmer waren im Laufe des Abends oder am frühen Morgen eingetroffen. Das Reichstagspräsidium nahm durch einen Vertreter an der Feier theil. Der sächsische Landtag war durch beide Präsidenten vertreten. Die Ausschmückung der Stadt war eine großartige, die € traßen, welche der Festzug durchschritt, war glänzend mit Pylonen, Flaggenmasten und Tannen geschmückt. Die Zahl der ein- getreffenen Fremden betrug viele Tausende. Der festliche Aufmarsch machte einen wunderbaren Eindruck, aber vom Wetter, das der Feier nicht allzu günstig war, einigermaßen beeinträchtigt. Die ersten Gruppen des Zuges bildeten Volks-, Handelsschüler und Gymnasiasten. Ein der Festesstimmung entsprechend würdiger Ernst beherrschte die Jugend. Es folgten die reifere Jugend, Studenten und Akademiker mit den Fahnen ihrer Vereine. Ihnen schloffen sich die Ehrengäste an. Besonders prächtig nahmen sich die nun folgenden Leipziger und auswärtigen Kriegervereine mit buntbewimpelten Bannern und die Abzeichen auß. Ja duftigen Gewändern schritten die Ehrenjungfrauen einher, leider größtenteils wegen der ungünstigen Witterung mit Tüchern umhüllt. Vertreten im Zuge waren sämmtliche Berufs-Vereine, Innungen, Arbeiter-Vereine, ferner der Verband deutscher Kriegsveteranen und viele mehr. Auch gesellige Vereine hatten größtentheils ihre Vertreter entsandt. Ein buntes Bild boten die Radfahrer-und Turnvereine. Den Zug beschlossen die Leipziger Turngemeinde und die Turnerschaft. Eine vorzügliche Ordnung herrschte in dem über eine Stunde währenden Festzuge, die roth-weißen Fähnchen der Ordner wurden überall respektirt. Der nun folgende Festakt bot eine Fülle herrlicher Momente, obwohl gerade er unter dem immer intensiver werdenden Regen am meisten zu leiden hatte. Um 11Vi Uhr begann der Akt, eingeleitet durch einen vom Leipziger G erstund mit Begleitung sämmtlicher Musikkorps vorge. i., neu w g wirkenden „Siegesgesang der De- i i Hermannsschlacht." 1000 Sänger «ahmen an v-il. Es folgte die Festrede des Oberbürgermeisters der Stab. Leipzig, Dr. Troendlin, der in markigen, roeitiönenben Worten auf die hohe, erhabene Bedeutung des
Tages hinwies, der das Fundament bildete zur Errichtung eines mächtigen deutschen Einheitsstaates, mit Preußen an der der Spitze. Die Rede, die auch einen Rückblick auf die deutsche Geschichte von 1813 bis heute warf, klang in einem dreifachen, mit Begeisterung aufgenommenen Hoch auf Kaiser und L-achsenkönig aus. Während der Rese läuteten die Glocken des nahen Leipzig. Der Vorsitzende des deutschen Patriotenbundes, der einen wesentlichen Antheil an der Errichtung des Nationaldenkmals hat, Klemens Thieme, legte sodann in kurzen Worten die Geschichte des Völkerschlachtdenkmals dar. Die Urkunde über den Akt, die gleichzeitig die Geschichte des Denkmals enthält, wurde darauf vom ersten Schriftführer des Deutschen Patriotenbundes, Dr. Spitzner, verlesen. Die Weihrede hielt in bewegten Worten der Geheime Kirchenrath Superintendent Dr. Pank. Nach donnerndem, mehrfachem Salutschießen wurde sodann die Grundsteinlegung durch Hammerschläge von 17 Herren symbolisch bekräftigt. An den Hammerschlägen betheiligten sich unter Anderen Oberbürgermeister Troendlin, der Reichstagsabgeordnete Professor Dr. Hasse, General von Treitschke, Reichsgerichtspräsident von Oehlschläger, Oberreichsanwalt Olshausen , ferner die Präsidenten der beiden sächsischen Kammern, sodann der Rektor der Leipziger Universität Magnificenz Kirchner, der Vorsteher der Leipziger Stadtverordneten und die Vorsitzenden der Leipziger Handelskammer und Gewerbekammer, schließlich Architekt Professor Bruno Schmitz-Charlottenburg, dessen Entwurf zur Ausführung des Völkerschlacht-Denkmals endgiltig angenommen wurde. Viermal so groß wie das Kyffhäuser-Denkmal desselben Künstlers soll das Leipziger Denkmal werden. Ein Daukeslied an die Helden, die einst für der Völker Freiheit dem Verderben trotzten, und dâ allgemeine Gesang „Nun danket alle Gott" schlossen würdig den Akt.
Drihtischnchtki des Ha«» teiger.
Berlin, 20. Oktbr. Gegenüber dem Gerücht, daß der Kanzlerwechsel weitere Personal-Veränderungen im Staatsministerium nach sich ziehen dürfte, wird von offiziöser Seite bestätigt, daß weder im Reiche noch in Preußen der mindeste Anlaß zu einer weiteren Aenderung im Bestände deS Staats- ministeriums vorhanden sei. Nach den überaus schlechten Erfahrungen, die man im Reiche und in Preußen mit der Theilung der Stellung des preußischen Ministerpräsidenten von dem Amte beß Reichskanzlers gemacht hat, war die Wahl des neuen preußischen Ministerpräsidenten von selbst gegeben. Der Wechsel im Amte des Reichskanzlers und preußischen Ministerpräsidenten werde daher zu Demissionen von Ressortchess weder im Reiche noch in Preußen führen.
Berlin, 20. Oktbr. Nach einem Telegramm Muß 'No»- drücken fast alle Blätter die Hoffnung aus, daß die Ernennung Bülows von großem Vortheil für den weiteren Ausbau der politischen und kommerziellen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland sein werde. In den politischen Kreisen berührt die Ernennung aufs Angenehmste. Während seiner Anwesenheit in Rom erwarb sich Graf Bülow die Freundschaft aller Staatsmänner.
Berlin, 20. Oktbr. Fürst Hohenlohe trifft am 8. November in München ein, um sich vom Prinz-Regenten zu verabschieden. Nach dem „Lokal-Anzeiger" machte der Kaiser persönlich im Anfang dieses Monats den bevorstehenden Rücktritt des Fürsten Hohenlohe den bayerischen Regierungskreisen bekannt. — Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, ist die Ernennung des Grafen Bülow mit dem Einverständniß der Bundesfürsten erfolgt, mit denen der Kaiser persönlich korre- spondirte.
Berlin, 20. Oktbr. Die Spezial-Etats zum Reichshaushalts-Etat für das Jahr 1901 sind der „Kreuzzeitung" zufolge soweit festgcstellt, daß mit der Drucklegung bereits begonnen sein soll. Dem Bundesrath dürften bereits in den nächsten Tagen mehrere Spezial-EtatS vorgelegt werden. Der gesummte Reichs-Etat für das nächste Jahr soll, wie es heißt, dem Reichstage gleich am ersten oder zweiten Tage seines Zusammentritts vorgelegt werden.
Berlin, 20. Oktbr. Wie die „Volkszeitung" aus Brandenburg meldet, finden die Reichstags-Stichwahlen im dortigen Kreise am 26. Oktober statt.
Triest, 20. Oktbr. Der Streik unter den Magazinarbeitern der Südbahn nimmt große Ausdehnung an und es ist zu befürchten, daß er auch auf die übrigen Stationen der Südbahn übergreift. Bisher verhielten sich die Ausständigen ziemlich ruhig. Sie beabsichtigen, eine Petition an den Handelsminister abzusenden, damit er die Bahnverwaltung zur Gewährung der Forderungen der Arbeiter veranlaßt.
London, 20. Oktbr. Die „Times" veröffentlicht ein Telegramm aus Sebastopol, welches besagt, daß die dortige ruffische Polizei einen. Studenten aus Moskau verhaftete, welcher eine Bombe neben das Geleise gelegt hatte, das der kaiserliche Zug passiren sollte. Der Vater beß Verhafteten war russischer Marine-Offizier.
Rom, 20. Oklbr. Nach hier vorliegenden Meldungen wurde in Nssalas in Afrika eine aus 200 Mann bestehende französische Expedition niedergemacht. Eine zweite Expedition, welche zur Hilfe abgesandt war, wird vermißt.
G r e m v e K z r H e»
Hanau d<» 20. Oktober 1900.
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