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Rr 229.

Amtliches

^anöâm^ ^anau.

BekauntmachMgen des Königlichen LandrathsamteS.

Zn Rieder-Erlenbach (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau den 29. September 1900.

Der Königliche Landrath.

V 9044 v. Schenck.

^t^t&ww ^banaw

BèkMlltMachllUges des OberbürgermeisteraWteS.

Bekanntmachung.

Die Schmiedeeisen-Arbeiten zur Herstellung und Lieferung einer Rechenanlage für die hiesige Pumpstation sollen in öffentlicher Ausschreibung und in 2 getrennten Loosen vergeben werden.

Plan und Bedingungen liegen von heute ab im Bau- bureau, Langstraße Nr. 41 Zimmer Nr. 4, während der Sprechstunden von 10 bis 121/» Uhr morgen- für Bewerber zur Einsicht aus, woselbst auch die zugehörigen Unterlagen gegen Zahlung von 1,50 Mk. erhältlich sind.

Verschlossene, mit der Aufschrift: ^Rcchenanlage Pump­station" versehene Angebote sind längstens bis zum Er­öffnungstermin, Mittwoch den 10. Oktober d. Js., vormittags 11 Uhr, bei der vorbezeichneten Amtsstelle einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.

Der Magistrat behält sich das Recht der freien Wahl unter den Anbietern ohne Rücksicht auf das niedrigste An­gebot vor.

Hanau den 29. September 1900.

Der Stadtbaurath.

Schmidt. 15781

Aufgebot.

Der am 5. Juni 1840' in Großauheim geborene und im Jahre 1867 ausgewanderte Bäcker Christi an Bauer soll auf Antrag seines Pflegers für todt erklärt werden.

Aufgebotstermin ist auf den 22. April 1901, vor­mittags 9 Uhr, bestimmt.

Der Verschollene wird aufgcfordert, sich spätestens im Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird.

Kleines Feuilleton.

Stidttheatcr in Hanau.

Der Biberpelz" von Gerhart Hauptmann.

Die Auszeichnung, die dieswivterliche Theaterspielzeit zu eröffnen, ward gestern Sonntaa Gerhart HruptmauvS vieroklizer Diebskomödie Der Biberpelz" zu Theil. Unser Theatnpnblikum hat Hauptmanns dramatisches Eizeugungstalent vergan-enen Winter auf unserer Bühne in einer seiner neueren realistischen Arbeit, der anerkannt besten des vielgenannten Autors, kennen gelernt, und da? war gut so, denn von di.ser alteren Komödie dürften doch die Wenigsten trotz Beifalls nach den Aktschlüssen beftiedigt geschieden sein. Ein Stück Wirklichkeit auf der Bühne erstehen zu lassen, ist die Aufgabe der naturalistischen Kunst. Menschen mir menschlichen Leidenschaften und Gebrechen zu zeichnen in piößtwöglichster LebenStrev, ist daS Ideal der Neuerer der dramatischen Kunst. Ein Stück solcher Wirk-ichkeit führt uns auch die Handlung desBiberpelz vor Augen, aber ganz treu in der Schilderung der Charaktere ist sich der Dichter darin nicht ge­blieben, indem er manche seiner Menschen nach der humoristisch­satirischen Seite hin etwas stark verzerrt. Wohl ist dieses das Recht der Satiriker, aber diese Gestalten verlieren damit an Lebenstreue und damit auch das Ganze an Wahrscheinliâkeit. Die Handlung selbst endigt keineswegs mit dem letzten Fallen des Vorhangs, tm Gegentheil, man hat das Gesribl, als ob sie jetzt erst recht hemmten müßt«, denn was uns die vier Akte besagen, ist nichts als Exposition. In einem Dorfe au der Spree wird erst Holz und dann ein Biberpelz gestohlen, der gestrenge Herr Amtsvorsteher ist aber nicht im Stande, die Diebe zu fangen, weil er es sich in den Kopf gesetzt hat, einem anderen Verbrechen, das gar nicht begangen worden ist, auf die Spur zu kommen. So bleibt der Diebstahl ungesühnt und in einer Reihe von Weiteren Akten könnte sich der Diebstahl, der Ab­wechselung halber mit anderen Gegenständen, immer wiederholen und die Handlung des Stückes ruhig wieder von vorn ihren Anfang nehmen. Für vier Akte berechnet, ist der Stoff zu knapp bemessen, und da die Handlung zu monoton und ohne jede Steigerung sich ab­spielt, so läuft sie noch Gefahr, gegen den Schluß hin etwas laug- weflig zu werden. In den ersten Akten ist es der kernige, mitunter auch recht saftige Humor, der diesen den Erfolg sichert, aber auf bte Länge geht es auch damit nicht mehr, da hier keine Steigerung mög­

Montag den 1. Oktober

Alle, die Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen geben können, wollen hiervon spätestens im Aufgebotstermine dem Gerichte Anzeige machen.

Hanau den 18. September 1900.

Königliches Amtsgericht 5. 15849 sMsdme Md tzerkorene GWMude etc.

Gefunden: 1 neue Uniformmütze. 1 Blecheimer mit Kohlen.

Verloren: 1 goldener Trauring, gez. E. D. 23. 9.1900 auf dem Wege HanauLangenselbold. 1 schwarzledernes Portemonnaie mit Inhalt (mit Fixirschloß).

Vom Wasenmeister am 29. v. Mts. ei »gefangen:

1 Bastard (Dachshund), w. Geschl.

Hanau den 1. Oktober 1900.

Ls-eSscha«

Der Reich-haushalts etat

weist in verschiedenen Theilen Positionen auf, welche die zur Bestreitung der Kosten der Unfallversicherung nöthigen Summen enthalten. Da» ist beispielsweise der Fall bei den Etats der Heere»- und Marincverwaltung, in denen die Ausgaben für Arbciterverstchcrung überhaupt recht beträchtliche Höhen erreicht haben, aber auch bei den EtatS der eigentlichen Betriebsver­waltungen, wie Reichsdruckerei u. s w. Da durch die neuen UafallversicherungSgesetze den versicherten und deren Hinter­bliebenen weit umfasscndere und reichlichere Unterstützungen zugesichert sind, so werden sich demgemäß auch die Lasten, welche die verschiedenen, an dieser Versicherung interessirten ReichSverwaltungen z« tragen haben, erhöhen. Man wird also darauf rechnen können, daß die betreffenden Positionen der verschiedenen Verwaltungen in dem ReichShauShaltSetat für 1901 Steigerungen werden aufzuweisen haben. Zwar ist bisher fast in jedem Jahre namentlich infolge der voraus­sichtlichen Zunahme der versicherten Personen ein Anwachsen der für die Unfallversicherung auSgeworfenen Beträge zu be­obachten gewesen, jedoch dürfte diesmal die Vergrößerung der Lasten eine besondere Erhöhung nöthig machen. Auf jeden Fall wird auch das Reich als einer der größten Arbeitgeber durch die Erhöhung der Kosten, welche die neue Unfall- versicherungSgesetzgebung herbeigeführt hat, mit betroffen werden.

Deutscher Gewerbe- und Handwerkskammertag.

Zu Anfang dieses Jahres hatte der Deutsche Gewerbe- kammcrtag beschlossen, sobald die Neubildung der Handwerks­kammern zum Abschluß gelangt sein würde, alle deutschen Gewerbe- und Handwerkskammern zu einem Deutschen Ge­werbe- und Handwerkskammertag einzuladen. Demgemäß

lich ist. Die Heldsn der Diebeskomödie ist die alte Woschsrau Wolff, die sich von früh bis spät mit ihrer Hände Arbeit abrackert, um Geld zu verdienen, aber da der Verdienst doch immerhin nur ein geringer ist, so stiehlt sie frisch darauf los, um so schneller zu Wohlstand zu gelangen. Ihre DiebstahlSgelüste verbirgt sie hinter Liebenswürdig­keit und einer übergroßen Katzensreundlichkeit Neben ihr beansprucht daS Hauptinteresse der Amtssoisteher von Wehrhahn, der aber ganz als Karikatur gezeichnet ist, denn zur Ehre des Beamtenstander muß doch angenommen werden, daß eS darunter solche bornirte Menschen nicht gibt. Dieser großmäulige AmtSvorsteher entfaltet in der Dieb- stahlSgeschichle eine unsinnige Thätigkeit, indem er Alles von der verkehrten Seite anfaßt und so zu keinem Erfolge gelangen kann. Weiter ist da noch der Iulius Wolff, der Mann der Waschfrau, Schiffer seines Handwerks und in sklavischer Abhängigkeit von seinem Weide, dann Beider Tochter Adelheid, ein frühreife» keckes Ding. Den Personenstand des Stückes ergänzen noch der reiche Krüger, der Bestohlen«, der intrigante Motes, der, invalid, seine freie Zeit als Spion und Angeber ouSfüllt, dann der alte Schiffer Wulkow, der Diebshehler, der dämliche Amtsdiener Mitteldorf, der devote AwtS- schreiber Glosenapp und als einzig anständiger Mensch der Doktor Fleischer. Gespielt wurde unter dem Regie deS Herrn Schwarz durchweg mit großer Frische. Das Zusammenspiel klappte für eine erste Vorstellung vorzüglich und aLch die Einzelleistungen waren gut heraus gearbeitet Frau Rieger war in der Verkörperung der alten Frau Wolff sehr gut. Die Diebin mit der heuchlerischen Maske der Ehrbarkeit war in der derben Natürlichkeit, mit welcher sie die Dame darstellte, wohl zu glauben. Der Amlsvorsteher Wehrhahn fand in Herrn Schmith einen überraschend guten Vertreter. Der Darsteller legte in seiner Wiedergabe der Rolle eine weise Mäßigung an den Tag, die bei dieser stark karikirten Parthie wohlthuend be­rührte. Herrn Gehrmann als Krüger ward ein stürmischer, sym­pathischer Empfang zu Theil, für den der geschätzte Darsteller durch gute, temperament- und humorvolle Gestaltung seiner Rolle dankte. Auch Herr Schwarz in der kleinen sympathischen Rolle des Doktor Fleischer ward bei seinem Auftreten lebhaft begrüßt. Gut wirkten noch von den neuen Mitgliedern des Ensembles Hrrr Lindenlaub als Schiffer Wolff und Herr Mo nato als Muteldorf sowie Herr de Georgi als Glasenapp. Wir werden ja Gelegenheit haben, bei weiteren Aufgaben uns mit den neuen Kräften näher zu beschäftigen.

1900

hatte die Gcwcrbekammer Lübeck als derzeitiger Vorort des Deutschen Gcwcrbekammcrtages einen Deutschen Gewerbe- und Handwerkskammertag auf den 27. und 28. September nach Lübeck eingeladen. Da um dieselbe Zeit sowohl von der Handwerkskammer Saarbrücken die Aurege zu einem Hand- werkskammcrtage wie auch von der Handwerkskammer'.Köln eine Einladung zu einer Versammlung der Vorsitzenden der preußischen Handwerkskammern ergangen war, wurde von den bctheiligtcn Kreisen der Wunsch nach einer Verständigung unter den einladenden Kammern über eine gemeinsame von ihnen einjuladtndc und vorzubereitendc Versammlung von Vertretern aller mit der Wahrnehmung der Interessen des Handwerks betrauten Kammern laut. Dem entsprechend knüpften die Kammern von Saarbrücken und Lübeck Ver­handlungen mit der Kammer Köln wegen Herbeiführung solcher Verständigung an und erklärten sich zu weitgehendstem Entgegenkommen bereit. Ja, die Kammer Lübeck ging, als sich die Verhandlungen in die Länge zogen, um diese nicht scheitern zu lassen, so weit, ihre Einladung bis auf Weitere» zurückzuzichen. Die Kammer Köln zeigte Anfang« gleicher­weise Bereitwilligkeit ju einer Verständigung, zog aber die Verhandlungen in unerklärlicher Weise in die Länge und ließ schließlich die beiden anderen Kammer» vollständig links liegen, deren Vorschläge gänzlich unbeachtet lassend. Sie beschloß vielmehr gemeinsam mit dem Vorsitzenden von 5 rheinischen und westfälischen Handwerkskammern, auf ihr früheres Projekt zurückzugreifen und, ohne die beiden Kam­mern von Saarbrücken und Lübeck vorher von dieser ihrer Absicht zu verständigen, lediglich einen Handwerkskammertag einzuberufen und zu diesem die Vorsitzenden nur der Hand­werkskammern cinzuladen. Infolge dieses Vorgehen» haben die beiden Kammern von Saarbrücken und Lübeck, Mangels jeglichen Entgegenkommens seitens der Kölner Kammer und die Hoffnung auf eine Verständigung als aussichtslos auf- gebcnd, die Verhandlungen mit der Kammer Köln abgebrochen, sich zu einer gemeinsamen Einladung zu einem Deutschen Gewerbe- und Handwerkskammertage auf den 15.17. No­vember nach Leipzig vereinigt und zur Theilnahme alle deutschen Gewcrbekammcrn und Handwerkskammern aufge- fordcrt.

Koloniales.

Im neuen Kolonialblatt für 1901 werden, wie der Reichs­kanzler auf eine Eingabe der Deutschen Kolonial-Gesellschaft geantwortet hat, für kartographische Zwecke für Kamerun 4000, für Tago 3000, für Südwestafrika 1000 Mark neu eingestellt werben. Im Schutzgebiete von Deutsch-Südmcstafrika ist in Karibib eine P oft an st al eingerichtet worden. Dia über ein Jahr unterwegs ge­wesene Expedition unter Führung des Hauptzollamtsvorstehers

gitterartige».

In kleinen Hans- und Vorgärten sieht man sehr häufig unter den angepflanzten Bäumen stark wachsende Arten, die, wenn sie nicht alles dicht beschatten und das Gärtchen verwildern sollen, regelmäßig in jedem Jahre stark zurückgeschnitten werben müssen. Schön sehen solche. Säume nicht aus, und auch die Arbeit ist nicht jede« Gartenfreund angenehm. Es giebt nun aber eine Reihe Bâu«c, die auch ohne Rückschnitt eine nur kleine Krone bilden. So nennt der praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau in seiner neuesten Nummer außer der Kugelulme und dem Kugel­rothdorn noch bett schönen Kugclahorn, mit feinem vollen, großen, hübsch gepackten Laub, der schönsten aller Zierbäume mit Krtgelkronen. Sehr hübsch sieht auch die Zierpflaume (Prunus Pissardi) aus, die allerdings etwas Rückschnitt verlangt. Die kleinen Kro»en gewähren in ihrem Blüthen- schmuck einen reizenden Anblick, und die dunkelrothe Färbung der Blätter verleiht dem Grün der übrigen Baumkronen eine angenehme Abwechslung. Ausführliches über dieses zeitgemäße Thema jetzt ist gerade die beste Pflanzzeit können Interessenten aus einer beim Geschäftsamte des praktischen Rathgeber» in Frankfurt (Oder) bestellten Probenummer ersehen. Sie wird umsonst und postfrei abgegeben.

Humoristisches.

Ein aitfrichtiger Mann. Eine interessante Annonce finden wir imÄo^enauer Stadtblatt* ; sie lautet:Nor­me dagewesen! Da ich «ich freiwillig auf die Trinkerliste gemeldet habe, waS in Kotzenau bis jetzt noch nicht bagewefen ist, s» theile ich den hiesigen Gastnirthcn und Destillateuren mij, daß ich von heute ab für Getränke, die mir verabreicht werden, nichts mehr bezahle. Otto Richter."