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â 227.
Freitag 'm 28. September
1900
Amtliches.
^anö&rete ^anau.
BekaRntMachllnge« des Königlichen LandrathsamteS.
Auf der Domäne D o t t e n f e l d c r h o f ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen; Gehöfisperre wurde angeordnet.
Hanau den 27. September 1900.
Der Königliche Landrath.
V 9011 v. Schenck.
Der auf den 2. Oktober er angcsetzte Viehmarkt in Wächtersbach kann wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden.
Hanau den 28. September 1900.
Der Königliche Landrath.
V 9033 v. Schenck.
Bekanntmachung.
Bei der Kreiskommunalkasse und der Stadthauptkasse hier- selbst sind zum Besten der noch China entsandten Truppen folgende Beträge weiter eingegangen und an die Königliche Hauptseehandlungskasse zu Berlin abgeführt worden:
a. Aus dem Landkreise Hanau:
Aus der Gemeinde Hschstadt . . . 15.— Mk.
b. Aus dem Stadtkreise Hanau . . . 3177.15 „
Außerdem sind noch vom hiesigen Kaiserlichen Postamt an da- deutsche Hilfskomitee für Ostasien in Berlin abgeführt worden ......... 5.68 „
Hanau den 25. September 1900.
Der Vorstand
des Zweigvereins vom Rothen Kreuz in Hanau.
Dr. Gebeschus.
Gesundem und uerlorMe GegeustAyde etc.
Gefunden: Im Lambopwald an den alten Kugelfängen, vermuthlich auch von einem Diebstahle herrührend, 1 alter Sack mit folgendem Inhalt : 2 noch gute, wollene, braune Pferdedecken, 1 schwarzer Filzhut ohne Futter, 1 alte, blaue Stallschürze, 1 altes, buntes Taschentuch, 1 Deckel von einem Bierglas, 1 noch gute, grüne Hose und 2 kleine, neue Stückchen Lederriemen. 1 Kellerklappe.
Zugelaufen: 1 gelber Bernhardinerhund, m. Gcschl.
Hana« den 28. September 1900.
Feuilleton
Das Limes -Museum
niß gezogen haben. DaS Saalburg - Museum, jetzt «och im Kurhaus zu Homburg befindlich, ist ein „Gewerbe- museum einziger Art *, wie sich einmal ein Reichstags-Abgeordneter ausdrückte, eine Sammlung, deren Betrachtung völlig ungeahnte Rufschlüsss über die deutsche
_ . . „ _ ™ a a ~ ,, - Vergangenheit gibt. Es war ein glücklicher Gedanke
Als Krönung des großen ^rkes der ^imes-Forschung ' ^^^^ Kaisers, dieses Museum nach der Saalburg zu ver-
soll ein Limes-Museum erstehen; der Grundstein dazu wird am 11. Oktober durch den Deutschen Kaiser auf der Saal-
bur g bei Bad Homburg gelegt werde«. Um die Tragweite dieses Unternehmens zu würdigen, muß man sich erinnern, daß die Römerherrschaft in Deutschland einst eine wichtige Kultur-
episodeunsereSVol-
kes gebildet hat. Durch die Völkerwanderung und die weiteren geschichtlichen Ereignisse ist das Andenken hieran indessen so gründlich ausgelöscht worden, daß es nur durch jahrzehntelange Forschungen wieder hat erneuert werden können. Groß ist aber auch der Gewinn, den wir aus diesen Untersuchungen nicht nur fürdieWissenschaft, sonder» für unsere allgemeine Kennt-
Fahndung.
In der Nacht vom 21. auf den 22. September 1900 wurden zu Durlach aus dem Laden des Uhrmachers Jordan folgende Gegenstände mittels Einbruchs gestohlen:
34 goldene Herrenringe mit rothen, gelben, blauen und schwarzen Steinen,
6 goldene Herrenuhren, drei davon mit Spnmgdcckel, mit den Nummern 100 920, 137 388, 142 095, 144032 und 57 890, von einer Uhr Nummer unbekannt,
2 silbern^ Damenuhren, die eine mit einem Goldrand, mit den Nummern 10615 und 782310,
2 silberne Herrenuhren mit Goldrand.
Sämmtliche Uhren mit weißen Zifferblättern und römischen Zahlen.
Ich bitte um Fahndung nach dem Gestohlenen und dem oder den Thätern, sowie um telegraphische Nachricht etwaiger Resultate.
Karlsruhe den 24. September 1900.
Der Großh. Staatsanwalt.
P 8196 Dr. Grosch.
Ueber dis augenblickliche Lage in China
äußern sich die „Times" an leitender Stelle:
„Die letzten Nachrichte« aus China bilden in sich selbst eine vollkommene Widerlegung der Ansicht, daß ei richtig und klug ist, einem verdorbenen orientalischen Despotismus dieselbe Behandlung zu Theil werden zu lassen, wie einem zivilisirten modernen Staat. Wenn nur daS kleinste Anzeichen dafür bestände, daß die chinesische Regierung, d. h. augenblicklich die Regierung der Kaiserin-Wittwe, wünschte oder »erlangte, ihr Land in den Augen der zivilisirten Welt dadurch zu röhabilitiren, daß sie die Urheber des größten internationalen Verbrechens des Jahrhunderts in angemessener Weise bestraft, so möchte es vielleicht gut sein, ihr eine Gelegenheit zu geben, um ihre guten Absichten unter der strengen Aufsicht der Mächte auszuführen, gegen welche die Verbrechen begangen worden sind. Aber wo ist eine Spur von derartigen Absichten zu finden? Li-Hung-Tschang rühmt sich, daß seine Truppen in der Provinz Tschili über 1000 Boxer niedergemctzclt haben. Ist das eine Genugthuung, mit der sich die Mächte zufrieden erklären können? Wenn dies der Fall ist, fo' wird Li und seine Freunde, für die ein größeres oder geringeres Gemetzel unter Kulis von keiner Bedeutung ist, ihnen schnelle Genugthuung verschaffen, und die wirklichen Urheber der Loxerbewegung werden ihm freudig bei einer so einfachen Methode, die zornigen Barbaren
j legen, also den beweglichen Limesfunden ihren Platz innerhalb jener großartigen unbeweglichen Anlage anzuweisen, die nach dem Urtheile der Reichs-Limes-Kommission „den Mittelpunkt, das Herz der römischen Grenzbefestigung in Deutschland" darstellt.
Unser Plan zeigt inmitten des mit Mauer, zwei Wällen und zwei Gräben umgebenen Römerkastclls das Pr a e t o r i u m, auf dessen Fundamenten sich das Museum erheben soll. Alte Straßen führen von dem Hauptthor (Porta decumana) nach dem Germanenland jenseits des Pfahlgrabens, nach den Nachbarkastellen im Taunus, nach der fruchtbaren Wetterau, nach der Römerstadt Novus vicus im Mainthale (in der Nähe von Frankfurt a. M., beim Dorfe Heddernheim) und weiter nach Montiacum, dem heutigen Mainz. Eine große bürgerliche Ansiedelung dehnte sich vor dem Kastell aus; viele Keller und über 50 Brunnen sind bisher aufgedeckt worden. Auf regen Handelsverkehr deutet das Zoll- und Kaufhaus rechts vom Kastell. Daß es auch an äußerem Glanze nicht fehlte, zeigt uns die römische Villa vor dem Kastell, in welcher Kaiser Caracalla 212 residirt haben soll.
Kitterarijches.
Eins hochmoderne, künstlerisch ausgeführte Toilette hat die altbewährte Zeitschrift „Dies Blatt gehört der Hansfrau!" zum Beginn ihres fünfzehnten Jahrganges angelegt. Das sinnvolle Umschlagsbild von
zu besänftigen, helfen. Li-Hung-Tschang, dem, als er während ier Belagerung der Gesandtschaften versicherte, daß sich die Vertreter der Mächte des Schatzes der Regierung der Kaiserin erfreuten, das Leben der übrigen europäischen Gemeinde als von „keiner Bedeutung" erschien, muß das Opfer von einigen Tausend Boxern als einen äußerst geringen Preis betrachte« um die Häupter seiner Mit-Mandarincn zu retten. Zweifellos durch die Beachtung ermutigt, die Prinz Ching geschenkt wird, beansprucht er bereits, wie dem „Temps" gemeldet wird, das Privilegium, die sogenannten Rebellen und Verschwörer zu bestrafe», als das ausschließliche Prärogativ der chinesischen Regierung und protcstirt gegen europäische Expeditionen als einen Eingriff in die Eonverânitätsrechte China». In der Form hat Prinz Ching zweifellos recht. Nach de« Prinzipien des internationalen Rechtes, das in vielen Kreisen als ebenso auf China, wie auf bie Mächte anwendbar bezeichnet wird, mag die ganze Handlungsweise der Verbündeten als unrichtig bezeichnet werden. Sie haben nichts in Peking zu suchen, sic haben kein Recht zur dauernden Besetzung eine« freundlichen und unabhängigen Staates, und sie sind nicht ermächtigt, besten Unterthanen für Verbrechen zu bestrafen, die gegen sie begangen worden sind. Ihre Handlungsweise ist bis auf dm letzten Punkt inkorrekt, nur ist sie offenbar vollkommcn richtig und nothwendig, und die Thatsache, daß sie durch allgemeine Zustimmung als richtig und nothwendig bezeichnet wird, ist ein klarer Beweis, daß China weder ein zioilisirtcr Staat ist, noch auf die Privilegien, die einem solchen Staat zustehen, Anspruch erheben kann. Wenn man weitere Beweise für nothwendig erachten sollte, so sind die letzten Akte der kaiserlichen Regierung da, um sie zu liefern. Der verbannte Hof zeigt, wenn die Berichte glaubwürdig sind, nicht die leiseste Neue oder den geringsten Wunsch, sich zu rehabilitiren. Er hat ein Edikt erlassen, das die Boxer und Christen als gleiche Gegenstände der kaiserlichen Sorge bezeichnet, aber seine Be- beutung ist so ausgedrückt, daß beide Parteien in dem Dokument einen neuen Antrieb für die Rebellen erkennen, mit den Bckcn«ern des fremden Glaubens kurze Arbeit zu machen. Die Nachricht vo« dem Massakre unter den eingeborenen Christcnfrauen am Westflusse zeigt, daß man den kaiserlichen Wunsch richtig verstanden und prompt ausgeführt hat. Aber die Ernennung deS Prinzen Tu an zum Vroßbcrather mit der Kontrole über die Kriegsverwaltung ist bezeichnender für die wahre Haltung der Regierung als irgend ein Edikt. Prinz Tuan ist ohne Zweifel das Herz und die Seele der fremdenfeindlichen Bewegung in China. Wenn die Kaiserin diesen Man« zu dieser Zeit für den höchsten Posten im Reiche auSgewählt hat, was sollen wir dann über ihre Absicht denken, den Mächten für die geschehenen Hreuelthaten
Hans Looschen zeigt die Hausfrau al» Multer, ihre beiden Kinder mit dem wallenden Mantel ihrer mütterlichen Liebe schützend. Ihr Antlitz blickt empor «nd spiegelt den Seelenfrieden wieder, den erfüllte Pflicht gibt. Ihr zur Seite steht daS eine Kind mit einem Buch in der Hand, während das andere, vom Mantel der Mutter halb bedeckt, kniet und die gefalteten Hände zum Gebet emporhebt. Die beide« Kinder symbolistrcn wohl daS Gebst: „Bete und arbeite!" Wie von Lovschcn nicht anders zu erwarten war, ist die Ausführung künstlerisch und modern im besten Sinne des Wortes. Der Inhalt der Zeitschrift zeigt in der überraschenden Vielseitigkeit mannigfache Veränderungen und Erweiterungen, und rechtfertigt den Untertitel „Zeitschrift für die Angelegenheiten des Haushaltes, sowie für Mode, Kindergarderobe, Wäsche und Handarbeiten". „Dies Blatt gehört der Hausfrau!" kommt nicht bloß den Anforderungen unserer Frauen in jeder Beziehung entgegen, sondern sorgt auch fir künstlerische und litterarische Anregung in reichem Maße. Nr. 1 enthält ein mit 100 Preisen dotirtcS Preisrâthsel, an dem sich jede Abonnentin beteiligen kann. Probenummern stellt die Ver- lagsbiuhhandlung Friedrich Schirmer, Berlin, SW., Neuenburgerstraße 14a, gratis und franko zur Verfügung.
Humoristisches
Anfeuerung vor einer Zukuuftsschlacht. Oberst: „Leute, haltet Euch im Gefechte wacker! Bedenkt, daß Hunderte von Photographen-Appsraten auf Euch gerichtet sind!
Die guten Freundinnen. „Ich hab'» gar zu gern, wenn wir so zu Vieren spazieren geh'»." — „So, warum denn?" — „Ach, wegen meines Mannes; die Leute meinen dann, es wâr' Deiner!"