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Erstes Blatt.

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Nr. 204.

Samstag den 1. September

1900

Amtliches.

^artöttrei^ ^anau.

Bekanntmachungell des Königlichen Landrathsamtes.

Indem Gehöft des Handelsmanns Salomon Katz in Marköbel ist bte Maul- und Klauenseuche ausge­brochen. Ueber das Gehöft wurde die Sperre verhängt.

Hanau den 1. September 1900.

Der Königliche Landrath

V 7951 I. A.: Schneider, Kreissekretär.

^taöt&reis ^anavu

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Am Montag den 2. n. Mts. wird probeweise mit der Müllabfuhr begonnen. Laut gleichzeitig bekannt gegebener Polizeiverordnung vom 23. d. Mts. beginnt die regelrechte Müllabfuhr am 1. August d. Js.

Es wird Müll abgefahren:

Montags und Donnerstags

in Vorstadt Hospitalstraße

Vor der Kinzigbrücke Bruchköbelerlandstraße Fasanerieweg Josephstraße Körnerstraße Fallbachstraße Frankfurterlandstraße Kleine Hainstraße Hainstraße Kinzigstraße Türkische Gärten Bogenstraße Wilhelmstraße Marienstraße Frohnhofstraße Schloßhof Schloßstraße Erbsengasse Johanniskirchplatz Tiefestraße Ramsaystraße Bangertstraße Schirnstraße Rappenstraße

I in Gr. Dechaneistraße Predigerstraße Kl. Dechaneistraße Badcrstraße Kleine Sandstraße Wolfsstraße Steinstraße Johanniskirchstraße Am Markt (Altstadt) Marienkirchstraße Kleine Fahrstraße Neustraße Engestraße Marktstraße Metzgerstraße Schulstraße Lamboystraße Uferstraße Nordstraße Eberhardstraße Paradeplatz Philipp-Ludwigs-Anlage Im Bangert Nebenstraße Brückenstraße.

Feuilleton

Vierte Ausstellung des Hanauer Kunst­vereins im Jahre 1900.

Die vierte diesjährige Ausstellung unseres Kunstvereins, die seit etwa acht Tagen geöffnet ist, bietet eine rechte Fülle

Dienstags und Freitags

in Nußallee u. Fischerhüttenweg Diakonissenstraße

Vor dem Kanalthor Philippsruher Allee Mainkanal

Vor dem Steinheimer Thor Steinheimerlandstraße Lothringerstraße Fischerstraße

Kanalplatz

Herrnstraße Bleichstraße Frankfurterstraße Heumarkt Glockenstraße

in Altstraße Lindenstraße Römerstraße Krämerstraße Gärtnerstraße von 5778 Schäferstraße Französische Allee Paradiesstraße Hahnenstraße Steinheimerstraße Sternstraße Hammerstraße Fahrstraße Langstraße Leimenstraße.

Mittwochs und Samstags

in Sandeldamm Maulbeerallee Gartenstraße Rhönstraße Mühlthorweg Mühlstraße Rosenstraße Salzstraße Nürnbergerstraße Weberstraße Ballplatz

Gärtnerstraße von 157 Kirchstraße Sandstraße

Hirschstraße Schnurstraße Marktplatz (Neustadt)

in Kleinestraße Schützcnstraße Wallweg

Am alten Bebr. Bahnhof Bebr. Bahnhofstraße Akademiestraße Neue Anlage Grimmstraße Friedrichstraße Viktoriastraße Augustastraße Auheimerweg Spessartstraße Leipzigerstraße Bernhardstraße Waldstraße Grüner Weg.

Pachtzuschlag auf die im ersten und zweiten Termin abge­gebenen Gebote nicht hat ertheilt werden können, nochmals auf 12 Jahre vom 20. Oktober d. Js. ab zur Verpachtung ausgeboten werden.

Termin Hierzu wird auf Montag den 3. Sep­tember d. Js., vormittags von 9 Uhr ab, in den Saal des Gastwirths Andreas Zeh sen. in Kilianstädten anberaumt.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau den 27. August 1900.

Reinhardt, Domainen-Rentmeister. 13728

Fohlen-Markt

in Aschaffenburg

findet statt am Mittwoch den 5. September er. Stadtmagistrat Aschaffenburg.

v. Medicus. 13949

âfundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 40 Pfennig baar. 1 breites Eharnicr- eisen. 1 schwarzer Kinderregenschirm.

Verloren: 1 Scheere auf der Ochsenwiesc.

Vom Wascnmeister am 31. v. Bits, ein gefangen 1 grauer Rattenpinscher m. Geschl.

Hanau den 1. September 1900.

Kölnischestraße

Alle Beschwerden über nicht rechtzeitiges, regelwidriges u. s. w. Abholen des Mülls sind schriftlich (nicht telephonisch) beim Stadtbauamt II anzubringen.

Hanau den 29. Juni 1900.

Der Magistrat.

Bode. 12687

Grundstücksverpachtung

in Kilianstädten.

Von den in der Gemarkung Kilianstädten belegenen domainenstskalischen Grundstücken in der Fläche von 96,2964 ha sollen 113 Parzellen, bezüglich deren der

Peking nach dem Entsätze.

Aus Peking wird vom 14. d. Mts. berichtet: Die Giebel der britischen und amerikanischen Ge­bäude sind durch Kanonenschüsse durchlöchert und der Rest der fremden Niederlassungen ist fast ganz zerstört. Während der ersten drei Wochen wurden 2800 Schuß auf diese abge­geben, manchmal 400 täglich. Ganze Eimer füllten die Kugeln, die auf dem Grund und Boden der Gesandtschaft aufgelescn wurden. Während der größten Zeit der Dauer der Belagerung lebten 414 Personen in der Gesandtschaft, die von 314 Marinesoldllten, 85 Freiwilligen unter Kapitän Poole vertheidigt wurden. Elf Zivilpersonen wurden gclödtel, 19 verwundet, 54 Marinesoldaten und Matrosen gelobtet und 112 verwundet. Zwei fremde Frauen erlitten Verwundungen. Der Empfang, den die Ueberlcbendcn den Entsatz­truppen bereiteten, ließ die Mühen vergessen, die die Truppen erlitten. Der Einzug in die Stadt war kein Schaustück. General Gaselee mit Stab und einer Compagnie Sikhs drang durch das Bett des Abzugskanals unter der ta­tarischen Mauer. Die Belagerten beseitigten die Barrikaden.

wurde, die ganze träumerische Weichheit und Wonne einer Sommernacht im Süden ahnen. In seinerblauen ©rotte" führt er uns die wunderbarste Farbenpracht, deren die Meereswogen fähig sind, vor Augen und lenkt endlich in seinem BildeFriede", wo wir im Dämmerschcin auf steiler Küstenhöhe die Kreuze und Denkmäler eines Friedhofes wahr­nehmen, während unten am Fuße des Felsens die Wogen des Meeres im Dunkel leise sich brechen, unser Denken auf die Ruhe nach den Stürmen und Kämpfen des irdischen Daseins. In seinem BildeMurgthal bei Gernsbach" bringt er eine friedliche Schwarzwaldlandschaft, sein BildGletscher" zeigt uns unmittelbar unter dem eisigen Gletscher den Gletscher­abfluß, dessen unruhiges Wogen und Wühlen so anschaulich uns vorgeführt wird, daß uns die Täuschung kommen kann, als müßte unser Ohr sein donnerndes Brausen und Tosen vernehmen.

Am reichsten vertreten sind unter den Bildern Ne Land­schaften. Eine Anzahl von solchen, die allerdings zerstreut hängen, sind ausgestellt von Eduard Rüdisühle in Basel. Alle zeichnen sich aus durch glänzende Farbengebung, sorg­fältige und weiche Durchführung und durch eine, was das Landschaftliche anlangt, etwas an Böcklin erinnernde Ro­mantik der Motive. Da sehen wir in derPiratenburg" eine mecrumbrauste felsige Zufluchtsstätte der Seeräuber, über die die Purpurwolken im Abendschimmer dahinzichen. Der Herb st" zeigt uns vor einem Felsenhang, auf dem die Sonne glüht, mächtige Laubbäume in ihrem bunten Herbst­kleide, unter ihnen durch in duftiger Ferne das Gebirge. Das BildH e r b st g e f i l d e" führt uns einen stürmischen, rcgenschwangeren Himmel über mächtigen Laubbäumen vor

von sehenswerthen Werken.

Die Poesie des Wassers und des Meeres hat ihre Dar­stellung gefunden in einer Anzahl von größeren Bildern von Willy Hamacher in Berlin. Man muß gestehen, daß er das Wesen des Elementes, das er vorzugsweise sich zur Darstellung erkoren hat, genau erfaßt hat und treu wieder­zugeben weiß, mag er nun in denCypressen am Meer" die hehre Majestät einer südlichen Fclseuküste uns vor Augen führen oder in dem BildeFischerbarken" uns in die Gewässer der Nordsee versetzen, mag er uns in dem BildeBei Abbazia" die brandenden Wogen im ruhigen Abendschimmer vorführen oder uns in dem BildeMorgen­dämmerung" die gleitenden Boote im ungewissen Zwielichte schauen lassen, oder in dem BildeAbendstimmung in der Ostsee" zeigen, wie auch der heimischen See les an farben­prächtigen, mächtigen Beleuchtungen nicht mangelt. Während er uns in dem BildeFinale marina", wo er unS die tunnel- durchbrochene Felsenküste der Riviera zwischen Genua und Nizza vor Augen führt, in einer wahrhaft berückenden Weise das ewige Wechselspiel zeigt, in dem das Meer seine Woge» nach dem Strande zu auSspeit und gleichzeitig wieder in seinen Schlund zuruckschlürft, ein Schauspiel, da» den Betrachter stundenlang m behaglicher Unthätigkeit zu fesseln vermag, läßt er uns in seinerSommernacht bei Neapel", einem Bilde, da» auf der Wiener Ausstellung mit der goldenen Medaille gekrönt , ,

Die heutige Nummer umfaßt außer oem Uuterhattuugsvlatt 16 Teilen

der Villa d'Este, bereit Treppengang mit hohen Bäumen wir im Sonnenschein schauen. Ein Räthsel wird uns in der kleinenheroischen Landschaft" vorgelegt, wo wir in der Mitte einer anmuthigen Gegend einen blutrothen Reiter auf weißem Rosse dahincilen sehen. Außer diesen Landschaften bringt Rüdisühlc ein etwasarkadisches" Idyll in dem Bilde Charmeuse et Cléyre, (?) wo wir ein nacktes Weib eine Hirtenflöte vir dem Bilde eines Pan spielen sehen, während über ihr auf dem Zweige eines Baumes ein bunter

exotischer Vogel sitzt.

Von Landschaften und landschaftlichen Stimmungsbildern heben wir noch hervor: Gustav Pflugradt-BcrlinDas Gerberbruch in Rostock", ein sehr sorgfältig, weich und stimmungs voll gemaltes Stadtinneres, Curt Agthe-BerlinAus Beng- hcim in Württemberg", ein etwas prosaisches, in Wirk­lichkeit nicht sehr angenehmes Hofinnere mit Wagengeräth, das aber sehr schlicht und wahrheitstreu dargestellt ist. Von Hermann Bahner in Düsseldorf finden wir ausgestellt zwei größere stimmungsvolle BilderAbend bei Amsterdam", ein eich und farbenreich gemaltes Seestück, das uns im Vorder­gründe Schiffcrbarken, im Hintergründe die Stadt im Abend- ionncnschein zeigt, undeine niederrheinische Dorfstraße", der entlang ein Schäfer mit seiner Heerde zieht, während der Wind heftig die Weste der Bäume bewegt. Sehr gut hat Alexander Köster in Klausen einen Teich mit Weiden, Schilf und weißen und gelben Wasserrosen und ein Bild non mächtiger Beleuchtungswirkung,Herbst im Gebirge", zur Darstellung gebracht, wenn auch die Wolken vielleicht etwas zu gelb ausgefallen sind. Ein farbenprächtiges Bildchen ist N. von Astud in's (Wiesbaden)Piccola Marina von Capri". Karl Heel in Braunschweig läßt uns in seinemMotiv auS der Nordschweiz" vom Gebirge aus bei trüber Beleuchtung einen weilen Blick in die Vorberge des Hochgebirgs thun, Ludwig

Augen. Wie ein Jdpll muthet uns seinWaldbächlein" an, in dem ein voller Sonnenlichtstrahl über das Gebüsch auf das Wasser fällt, während rings alles andere im Schatten , - ,

liegt. Ein vornehmes Bild ist eine Parthie aus dem ParklGebhardt-Munchcn zeigt uns in seinemMotiv aus dem