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KmMchos Organ für âSt- mrS LanSKreis Hanan.
Erscheint tâMch mit Aâchsre ter &m> m* Brirrtegt, mit teSeh^^cr Vâge.
Nr. 202.
Donnerstag den 30. August
1900
Hierzu „Amtliche Beilage" Ne. 35. ■Ij^imjm^MrmiiiibaMtii^mwuiBM............
LLMlttche»
Bekanntmachung.
Da der Schlußbestimmung des § 10 unseres Kassenstatuts, bctr.
Die Anmeldung von Lohn-Veränderungen, nicht von allen Arbeitgebern die nöthige Beachtung geschenkt wird und es sich sehr häufig erst nach Krankmeldung eines Mitgliedes herausstellt, daß dasselbe in eine höhere Klasse gehört, als für welche cs seither Beiträge gezahlt hat, richten wir hiermit an alle Arbeitgeber das dringende Ersuchen, die vorgeschriebene»» Lohn-Veränderungs- Zettel
für die Folge umsomehr.rechtzeitig einzureichen, als im Unterlassungsfall und nach erfolgter Feststellung nicht nur die fehlenden Beiträge, sondern auch die etwaigen Mehrbeträge an Krankengeldern von dem Arbeitgeber zu ersetzen sind. Eine öftere Prüfung, ob sich die Mitglieder in der ihrem Lohn entsprechenden Klasse befinden, ist daher unerläßlich. Lohn-Veränderungszettel sind an der Kasse zu haben.
Gleichzeitig wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nach dem Kranken-Vers.-Gesetz und diesseitigem Statut
alle Personen bei diesseitiger Kasse anzumelden sind, welche in einem Gewerbe- oder Handelsbetrieb gegen Gehalt, Lohn oder Naturalbezüge thätig sind, und daß auch Dienstmädchen anmeldepflichtig werden, sobald sie geschäftliche Verwendung finden.
Ueber Nichtanmeldepflichtigc und sog. berechtigte (freiwillige) Mitglieder gibt das Statut weitere Auskunft.
Schließlich wird noch darauf hingewiesen, daß die Unterlassung einer Anmeldung strafbar ist und daß säumige Arbeitgeber außer der zu erwartenden Strafe auch sämmtliche Aufwendungen zu ersetzen haben, die der Kasse ehua bei nicht rechtzeitiger Meldung erwachsen (§ 50 des Krankenversich.- Gesetzes).
Hanau, 28. April 1900.
Der Vorsitzende der Hanauer Ortskranken-Kasie.
Müller,
Vorsitzender. 7009
Dienstuachrichten aus dem Kreise.
Konr. Wilhelm Reichhold von Eichen ist zum Nachtwächter der Gemeinde Eichen bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 20. August 1900. V 75 34
Feuilleton.
Die Pariser Weltausstellung.
XIX.
Das Unterrichts-Wesen im Marsfeld-Geb âude-
3.
Wenn der'Stand der Schulen eines Landes mit Recht als ein Gradmesser für seine Entwickelung als Kulturvolk angesehen wird, so steht Frankreich sehr hoch. Ein schwacher Punkt freilich entzieht sich dem Auge nicht: Man sieht Metalltafeln ausgestellt, die mit vielen geistvollen Aussprüchen bedruckt sind; die Franzosen selbst theilen diese Brockenweisheit, die sich für Abreiß-Kalender trefflich eignen würde, ein in Maximes, Préceptes et Proverbes, also etwa: Grundsätze, Lebensregeln und Sprichwörter. Nun kann es zwar solcher Kleinmünze festgeprägter Lebensweisheit an und für sich niemals zu viel geben, und es würde uns Deutschen keineswegs schaden, wenn auch wir versuchten, unsern reichen Schatz an solchem ererbten Gut pädagogisch zu verwerthen. Der Fehler in Frankreich aber ist der, daß man das Heranwachsende Geschlecht mit lauter Kleinmüuzc der Lebensweisheit belastet und es versäumt, ihm das Kapital des Christenglaubens zu sichern, das auch dann noch vorhält, wenn die Kleinmünze der geistreichen Aussprüche versagt. Es ist hinreichend bekannt, daß scharfe Beobachter und tiefe Denker unter den Franzosen oft genug das ganze französische Schulwesen nebst seinem höchst vollendeten Arbeits-Apparat als ein verfehltes System be- erziehen e8 "icht gelingt, arbeitsfreudige Menschen zu
/lagt namentlich darüber, daß der Ehrgeiz maßlos angestachel! wird und daß dieses Laster zahllose Selbstmorde
Befundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 blaue Küchenschürze, gcz. M. N. 1 Milchkanne.
Verloren : 2 Herrenröcke und 1 Taschentuch, in Letzterem war ein Stück Brod eingebunden.
Hanau den 30. August 1900.
Zur Lage auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz schreibt der „Daily Chronicle":
„Lord Roberts ist jetzt an die stärkste Stellung gekommen die die Buren im gegenwärtigen Augenblick im Transvaal zu halten scheinen. Nach einer Berathung mit Buller, French und Pole-Carew in Wonderfontein fand der Feldmarschall, daß die Stellung der Buren ungefähr fünf Meilen östlich des kleinen Dorfes lag und eine Frontausdchnung von mehreren Meilen hatte. Eine lange Hügelkette zieht sich hier ungefähr fünfzehn Meilen von der Eisenbahn in nordöstlicher Richtung auf Lydenburg hin. Wahrscheinlich haben die Buren hier ihre Position vorbereitet und ihre Flanken werden durch das schwierige Gelände zu beiden Seiten geschützt. Ein Korrespondent meldet, daß die Frontausdehnung nicht weniger als fünfundzwanzig Meilen betrage. Lord Roberts berichtet, daß der Feind drei „long Toms", mehrere Feldgeschütze und Revolverkanonen bei sich hat. Bon der Stärke des Feindes ist, wie gewöhnlich, nichts bekannt. Es ist kaum jemals möglich, die Stärke einer Truppe zu schätzen, die so beweglich ist und einen so bewunderungswürdigen Sinn besitzt, sich zu verbergen. Lord Roberts sagt, daß der Feind große Verstärkungen erhalten hat, und es ist sehr wahrscheinlich, daß der Oberstkommandirende jetzt der größten Burcnarmcc, die noch im Felde steht, sich gegcnüberbcfindet. Der Zweck war, den Vormarsch der britischen Truppen auf Machadodorp aufzuhalten, von wo der Hauptweg nach Lydenburg führt. Das Gelände ist als äußerst schwierig bekannt. Die Buren selber beschreiben es als besser für Vertheidigungsgefechte geeignet als Natal, und die verschiedenen Kriegskorrespondenten sprechen sich dahin aus, daß nur Natal Gleiches bieten könne. Natürlich findet Lord Roberts diesen Theil des Kriegsschauplatzes für Kavallerie viel schwieriger als die Ebenen der Oranjcfluß-Kolonie und des südlichen Transvaal. Die Burenstellung befindet sich auf der Spitze der Wasserscheide längs der Delagoa-Linie, und infolge der großen Höhe über dem Meeresspiegel sind die Nächte, wie Lord Roberts meldet, sehr kalt. Wäre dies nicht der Fall, so müßte das Wetter wärmer sein, denn der Frühling bricht an und auf dem Veldt beginnt das Gras wieder zu wachsen. So war die Lage am
nach sich zieht. Ist aber später die Reitpeitsche des Schul- Ehrgeizes nicht mehr vorhanden, so erlahmt die Spannkraft, und die Leistungsfähigkeit fürs Leben ist untergraben. Gewiß — das sind Gefahren, die mit jedem Schulsystem unzertrennlich verknüpft bleiben und die nur wieder bestätigen, daß die beste Schule immer nur das gute Elternhaus zu ersetzen vermag. In Frankreich aber, wo die Schule auf den aus lösenden Hebel der Gottesfurcht verzichtet, treten diese Gefahren besonders klar zu Tage, und so wird die Schule, die den vorbeugenden Kampf gegen die Gefahren gebrochener Existenzen führt, im übertragenen Sinne zu einer neuen Quelle für das Uebel, das sie bekämpfen will, denn auch die Menschen mit einseitiger Berstandesbildung zählen unter die gebrochenen Existenzen, selbst dann, wenn sie dem Gemeinwohl nicht direkt zur Last oder zum Schaden werden.
Zweifellos ist in Frankreich die Zahl der äußerlich ge brochenen Existenzen verhältnißmäßig weit geringer als im britischen Reiche, dessen Schulen hier ebenfalls vertreten sind. Sie erzählen Demjenigen, der mit englischen Zuständen aus mehrjähriger Erfahrung betraut ist, eine ergreifend traurige Geschichte von einem Lande, das unendlich viel Energie nach außen hin abgibt und dabei außer Stande ist, mit einem Uebel fertig zu werden, das durch vielhundertjährige Verschuldung am Lebensmark des englischen Volkes zehrt. Gewiß, es fehlt in England nicht an Schulen aller Art, und cs fehlt, wie es die zahlreichen und gut ausgeführten Photographien veranschaulichen, namentlich nicht an Pflege der körperlichen Entwickelung durch Turnen, Sport u. s. w., was übrigens auch in Frankreich nicht vernachlässigt wird. Zn England aber fehlt es, wenn auch vielleicht nicht an Religions-Unterricht, so doch an einer menschlich vollwerthigen Erkenntniß der Elternpflicht. Der Grundfehler der angelsächsischen (nicht deutsch-skandinavischen) Rasse liegt in demjStreben, mit möglichst geringer Mühe schon früh, das heißt etwa im zwölften
Samstag Morgen, als die Dispositionen für bm Angriff auSgegeben wurden. General Buller mit Litteltons Division und zwei Kavalleriebrigaden versuchten, südlich um Dal- manutha, der nächsten Station der Delagoabahn, herumzugehen, offenbar um die linke Flanke der Buren zu umfassen und ihre Verbindungen mit Machadodorp zu bedrohen. Gleichzeitig ging General French mit nur zwei Kavallerie- brigaden nördlich von Belfast vor, um in ähnlicher Weise die rechte Flanke der Buren zu umgehen und einen Theil des Feindes nach Lakenvlei zurückzudrängen. Hier wurde er von General Pole-Carew mit der Gardebrigade unterstützt, aber eS scheint ihm nicht schwer geworden zu sein, sich zu be- hauptcu, und seine Verluste waren nur unbedeutend. Diese Bewegungen wurden am Sonntag ausgeführt und das Gefechtsfeld dehnte sich über wenigstens dreißig Meilen aus, während das Feuer erst nach Einbruch der Dunkelheit eingestellt wurde. Die Buren hielten ihre Stellungen mit großer Zähigkeit; die Verluste waren auf beiden Seiten nur gering. Ueber die gestrige Lage haben wir noch keine Nachrichten erhalten. Es mag sein, daß sich die Schützengräben der Buren als ebenso stark erwiesen haben wie an der Tugela, und daß daher ein verlängerter Angriff nöthig wird. Es ist aber auch möglich, daß der Feind die Stellung wieder aufgegeben und sich auf eine andere Vertheidigungslinic zurückgezogen habe, und diesem Fall müßten die ermüdenden Manöver fortgesetzt werden, bis ungefähr Lydenburg oder die wilden Ge- birgsdistriktc der Zoutpansberge, der letzte Zufluchtsort der Buren, erreicht wären."
Ueber das Mißgeschick, das zwei Kompagnien des Regiments Liverpool am 23. August bei'Leuw- kloof auf dem Vormarsch Bullers von Karolina nach Machadodorp znsticß, wird noch berichtet:
Die Kompagnien wurden gegen das Ende des Tages zur Unterstützung der außenstehenden Kavallerie abgesandt, aber zu weit geführt. Ueber den Bergkamm marschirend, entschwanden sie den Blicken des übrigen Regiments. Die Buren schwärmten auf der anderen Seite des'Kammes und die Liverpooler fanden sich plötzlich vom Feinde auf 40 Meter Schußweite umringt. Als er die Falle sah, in die er gegangen war, ordnete der befehligende Offizier den Rückzug an, aber es war zu spät. Die Buren eröffneten ein heftiges Feuer. Die Mannschaften fielen dicht und etwa 30 Mann wurden von Hauptkorps abgeschnitten, nachdem 10 gelobtet und 45 verwundet waren und die Munition erschöpft war. Darauf ergaben sich die klebrigen.
Neuere Nachrichten vom Kriegsschauplätze berichtet „W. T.-B." wie folgt:
London, 29. August. Nach einer Depesche des ^Stanbarb^jiuSJBelfaf^
Lebensjahr sein Brot zu verdienen. Alle Anstrengungen der englischen Gesetzgebung, das Schulalter zu erhöhen, sind bisher fehlgcschlagcn. Zn diesem Punkte steht England niedriger als Frankreich — seine Ausstellung im Untcrrichtsraum der Weltausstellung 1900 zeigt es deutlich. Für uns Deutschen aber wäre hier der Platz, über den „Nutzen der Kletn- staatcrci" zu reden oder zu schreiben, wie es manchmal in Schulaufsätzcn geschieht, und dankbar aller jener gottesfürchtigen Fürsten zu gedenken, die rechtzeitig erkannten, daß das Wohl ihrer Unterthanen von guten Schulen abhinge, und keine Anstrengungen scheuten, um ihnen solche Schulen zu verschaffen. -n.
Ein chinesischer Dichter.
Dem früheren ersten Dolmetscher bei der französischen Gesandtschaft in Peking, Arnold Vissiöre, der gegenwärtig die gleiche Stelle bei dem Auswärtigen Amt in Paris bekleidet und dabei Lehrer des Chinesischen an der dortigen Schule für orientalische Sprachen ist, verdanken wir die französische Ueber- setzung eines chinesischen Werkes, das keinen Geringeren als den Prinzen T s 4 u n, den Vater des Kaisers Kuangsü, zum Verfasser hat und dadurch einen besonderen Reiz gewinnt, daß es Gedanken und Anschauungen eines hochstehenden Chinesen der Neuzeit in dichterischer Form wicdergibt. Prinz Tschun «der der „siebente" Prinz war, nachdem die Kaiserin-Regentin seinen Sohn zum Kaiser auserwählt hatte, zu großen Ehren gelangt. Der umgeftaltete neue Reichsrath mußte ihm auf Grund eines Sondererlasses alle wichtigen Fragen unterbreiten. Auch wurde der Prinz an die Spitze des frisch ins Leben gerufenen Admiralsrathcs gestellt, in welchem der Vizekönig Li-Hung-Tschang und der Marquis Tseng mit ^ihm arbeiteten. Am 14. Mai 1886 trat der Vater des „Sohnes des Himmels" in der gedachten Eigenschaft