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Rr. 201. Mittwoch den 29. Angust 1900
Amtliches
4ctHÖârcU Cattau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Unter der Schafheerde der Gemeinde Neuses (Kreis Gelnhausen) ist die Räude ausgebrochen.
Hanau den 28. August 1900.
Der Königliche Landrath.
V 7739 I. V.: V a lentine r, Reg.-Assessor.
An der evangelischen Volksschule zu Langenselbold sollen zwei geprüfte Lehrerinnen angestellt werden.
Das Grundgehalt beträgt 1050 M., die Miethsentschädigung 200 M. und der Einheitssatz der Altersznlage 110 M.
Bewerberinnen um die beiden Stellen wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen binnen 14 Tagen an den Schulvorstand zu Langenselbold zu Händen des Unterzeichneten einreichen.
Hanau den 24. August 1900.
Der Königliche Landrath.
V 7705 Z. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.
Der Gutsinspektor Jacob Heinrich Fehr auf Kinzigheimerhof ist als stellvertretender Gutsvorsteher des Gutsbezirks Kinzigheimerhof verpflichtet worden.
Hanau den 28. August 1900.
Der Königliche Landrath
I. V.: Schneider, Kreissekretär.
Grundstücksverpachtung in Kilianstädten.
Von den in der Gemarkung Kilianstädten belegenen domaincnfiskalischen Grundstücken in der Fläche von 96,2964 ha sollen 113 Parzellen, bezüglich deren der Pachtzuschlag auf die im ersten. und zweiten Termin abgegebenen Gebote nicht hat ertheilt werden können, nochmals auf 12 Jahre vom 20. Oktober d. Js. ab zur Verpachtung ausgeboten werden.
Termin hierzu wird auf Montag den 3. September d. Js., vormittags von 9 Uhr ab, in den Saal des Gastwirths Andreas Zeh sen. in Kilianstädten anberaumt.
Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Hanau den 27. August 1900. •
Reinh ard t, Domainen-Rentmeister.
Befundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 kleines Portemonnaie mit der Aufschrift Schuhlager H. Pfersdorf und mit einem 50 Pfg.-Stück. 1 blaue Kindermütze mit Quaste. 1 Konsummarkenbuch für Oskar Scharf. Im Wallweg 5 leinene Herrenkragen mit dem Zeichen B.
Zugelaufen: 1 rother Spitz m. Geschl. 1 gelber Dachshund m. Geschl. 1 Schaf mit dem Zeichen „Z" bei Bürgermeister Clauß in 'Ravolzhausen.
Vom Wasenmeister am 28. d. Mts. eingefangcn: 1 schwarzer Spitz und 1 rother Bastard, beide m. Geschl.
Hanau den 29. August 1900.
137281 unbedingtes Veto entgegengesetzt habe.
Der Krieg in China.
Nachdem lange Zeit Prinz Tuan als der eigentliche Urheber des Boxeraufstandes und der Angriffe auf die fremden Gesandtschaften in Peking galt, kommt jetzt die Nachricht, daß Prinz Tuan und die andern Mitglieder der Kaiserlichen Familie wieder auch nur das Werkzeug eines anderen chinesischen Großen gewesen sind. P u n g l u , der jetzt als die Seele des chinesischen Widerstandes angesehen wird, war der Oberbefehlshaber der Truppen in der chinesischen Hauptstadt und hatte als solcher die thatsächliche Macht in der Hand, sowohl zum Angriff wie zum Widerstände. Der „Standard" berichtet nämlich aus Shanghai vom 27. August, es sei jetzt der dokumentarische Beweis erbracht, daß Iunglu der thatsächliche Urheber des fremdenfcindiichen Aufstandes in Peking und Tientsin gewesen sei, und daß Prinz Tuan, Kangyi, Lipingheng und die Kaiserin-Wittwe von ihm überredet worden seien, eine extreme Haltung anzunehmen.
Deutschland und die belgische China-Expedition.
Trotz der Waffenbrüderschaft der beiden Nationen Deutschland und Frankreich im fernen Osten ist ein Theil der französischen Presse doch eifrig am Werk, Mißtrauen gegen die deutsche Politik zu säen. Die Pariser Zeitung „Matin" berichtete von einer förmlichen Vergewaltigung des kleinen Belgiens durch Deutschland, da Belgien durch eine in besonders scharfem Tone gehaltene deutsche Note gezwungen worden sei, seine Chinalegion aufzulösen. Die deutsche Antwort hat denn auch nicht lange auf sich warten lassen. Hierzu wird von offiziöser Seite geschrieben :
Der Pariser „Matin" beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit dem Verzicht Belgiens auf Entsendung einer eigenen Expedition nach China und sagt, man sei in Belgien sehr aufgeregt darüber, weil laut Nachricht des Brüsseler Blattes „Le Soir" der Deutsche Kaiser dieser Expedition ein Der Ton der deut
schen Note sei mehr als drohend, die belgische Nation sei berechtigt, sich durch das außerordentliche Vorgehen verletzt zu fühlen. Hierzu ;ist zu bemerken: Zunächst hat Deutschland aus eigenem Antriebe überhaupt gar keine Stellung zu der Angelegenheit genommen, sondern erst, als sie von der belgischen Regierung um Mittheilung seiner Auffassung über die Expedition gebeten wurde. Auf diese Anfrage wurde eine Antwort ertheilt, die weder eine verletzende, noch drohende Form hatte, vor Allem kein Veto enthielt, weder ein bedingtes, noch ein unbedingtes. Die Antwort auf die Anfrage Belgiens lautete lediglich dahin, daß nach deutscher Auffassung genügende Truppen der Mächte theils in Marsch gesetzt seien, theils in allerkürzester Frist abgehen würden, um die Wiederherstellung der Ordnung in China zu verbürgen. Unter diesen Umständen könne die Nothwendigkeit einer belgischen Expedition auf Zweifel stoßen; die Rückerstattung der von Belgien aufzuwcndendcn Kosten erscheine daher nicht von vornherein als gesichert.
Deutsche Rüstungen.
Ueber die Ausreise der Truppen-Transportdampfer nach China liegen folgende letzte Nachrichten vor: „Dresden", 26. August in Singapore, „Halle", 26. August in Singa- pore, „Batavia", 27. August in Singapore, „Gera", 22. August von Suez, „Sardinia", 14. August in Suez, „Straßburg", 15. August in Suez, Aachen, 25. August in Colombo, „Rhein", 26. August in Colombo, „Adria", 17. August in Suez, „H. H. Meier", 17. August in Suez, „Phönizia", 18. August in Suez.
Für daS ostastatische Expeditionskorps, dessen Transport nach China Anfang September erfolgt, ist im Döberitzer Lager eine kriegsstarke Kompagnie Jäger formirt worden. Die Bekleidung dieser Truppe ist derjenigen der anderen ostasiatischen Mannschaften nahezu gleich, nur hat der Stoff keine gelbe, sondern grüne Farbe und die Kopfbedeckung besteht aus dem Jäger-Czako. Die Jäger üben zur Zeit mit dem neuen Gewehr. Sie bleiben bis zum 5. September in Döberitz. Die Verladung dieser Truppe in Bremerhaven erfolgt am 7. September.
Die deutsche Flotte in den chinesischen Gewässer».
Aus ben Aufstellungen über den Aufenthalt unserer Kriegsschiffe in den chinesischen Gewässern ergibt sich, daß bei Taku sich augenblicklich verhältnißmäßig wenige deutsche Kriegsschiffe befinden, nämlich nur der große Kreuzer „Kaiserin Augusta", das Kanonenboot „Jagnar" unb das den Chinesen abgenommene große Torpedoboot „Haitsching". In Tsingtau, von wo aus die Schiffe mit geringem Zeitverlust sowohl nach Nord als nach Süd ausgeschickt werden können, befinden sich der große Kreuzer „Hansa" und die kleinen Kreuzer
Feuilleton.
Die Premiere des „Lohengrin".
Zur Erinnerung an die erste Aufführung in Weimar, 28. August 1850.
Von Cyriak Fischer.
(Nachdruck verboten.)
Es war gegen Ende des Pariser Aufenthaltes Richard Wagners. Der Meister befand sich in sehr unglücklicher Lage. Er brütete krank, elend, verzweifelt vor sich hin. Leben und Zukunft lagen hoffnungslos vor ihm und nirgends konnte er einen Lichtschimmer, eine Hoffnung erblicken. Da fiel sein Blick einmal auf die Partitur des von ihm schon fast ganz vergessenen „Lohengrin". Es jammerte ihm plötzlich, „daß diese Töne aus dem todteubleichen Papier heraus nie erklingen sollten" ; eine ungeheure Sehnsucht, dies Werk aufgeführt zu sehen, stammte in ihm auf. Gab cs irgend einen Weg dazu? Er dachte an Liszt, mit dem er seit einiger Zeit in ein freundschaftliches Verhältniß getreten war, dessen Wärme und Tiefe von Stunde zu Stunde, von Brief zu Brief wuchs. Liszt nahm in Weimar eine hochangesehene einflußreiche Stellung ein; er konnte die Aufführung wohl durchsetzen und er war der Mann, der einzige vielleicht, in dessen Hände Wagner sie legen durfte. Und Liszt kannte den „Lohengrin" und würdigte ihn. Zuerst zwar hatte er an seiner „hochidealen Färbung" einen Anstoß genommen; aber später hatte er enthusiastisch geschrieben: „Je mehr ich 'n die Konzeption und in die meisterliche Durchführung ein- gedru ngen bin, um so höher stieg meine Begeisterung für dies auherord erttliche Werk." So durfte Wagner von dem Freunde ein Herz für sein Werk erwarten. Und kurz entschlossen, von der schnell erwachten Stimmung überwältigt, setzte er sich am 21. April 1850 hin und schrieb an Liszt: „Führe meinen
Lohengrin auf! Du bist der Einzige, an den ich diese Bitte richten würde: Niemand als Dir vertraue ich die Kreation dieser Oper an: aber Dir übergebe ich sie mit vollster, freu- digster Ruhe. Führe sie auf, wo Du willst: gleichviel, wenn es selbst nur in Weimar ist : ich bin gewiß, Du wirst alle nöthigen und möglichen Mittel dazu herbeischaffen, und man wird Dir nichts abschlagen. Führe den Lohengrin auf und laß sein Jnslebentreten Dein Werk sein." Der Schrei einer tief erregten, nach der Verwirklichung ihrer Gedanken und Träume lechzenden Künstlerseele klang aus diesen Worten.
Und Liszt, als Mensch und als Künstler gleich vornehm, vernahm diesen Schrei und verstand ihn. Zwar — zunächst kam keine Antwort von ihm. Zwei Monate vergingen; Wagner hatte Paris mit der Schweiz vertauscht, und noch immer hörte er nichts aus Weimar. Da erfuhr er etwa Ende Juni — anscheinend von dritter Seite —, daß Liszt sofort auf seine Bitte cingegangcn sei, die Vorstellung sogleich in die Wege geleitet habe, daß sie beschlossene Sache und sogar bereits auf einen ziemlich nahen Termin angesetzt sei. Am 25. August sollte in Weimar das Herder-Denkmal enthüllt werden; in Anbetracht des auf den 28. fallenden Geburtstages Goethes hatte man das für diese Gelegenheit geplante Fest ausgedehnt und zu einem Herdcr-Goethe-Feste erweitert. Am 25. sollte Herders „Befreiter Prometheus" in
Zuhörerschaft; vor Allem aber wurde dadurch der Aufführung und dem Werke von vornherein der Charakter des Außergc-
wöhnlichcn ausgeprägt. Und das gerade war Liszts Absicht: „ich würde cs abgeschlagen haben", äußerte er, ein so außerordentliches Werk in dem gewöhnlichen Lauf einer Theatersaison aufzuführen". Diese Absicht hatte auch der junge, thätige und feingebildete Intendant vonZigesar wohl verstanden und war Liszt bereitwillig cntgcgengekommcn, indem erjür die Aufführung der für Weimarer Verhältnisse sehr bedeutende Summe von 2000 Thalern bewilligte und überhaupt nichts unterließ, um das Unternehmen zu fördern und würdig zu gestalten.
So sollte denn der „Lohengrin" wirklich aufgeführt werden. Als Wagner dessen sicher war, überkam ihn eine Art Fieber. Aber es war nicht etwa nur ein Fieber der Freude. Ihn marterte der Gedanke, daß er dem Werke fern bleiben, daß er die Vorbereitungen und Proben nicht selbst leiten sollte. Wußte er doch besser, wie irgend Jemand, daß sein Werk vielfach neue Aufgaben stellte, deren letztes Wesen, deren ganze Tragweite nur er allem ermaß, deren Verwirklichung in reiner Form nur er selbst durchzuführen vermochte. Der Gedanke, daß der „Lohengrin" schließlich doch mehr ober weniger im Stile einer landläufigen Opera gegeben werden könnte, peinigte ihn. Und da tauchte in seinem beweglichen Künstlcrhirn plötzlich der Gedanke auf: konnte er denn wirklich nicht selbst nach Weimar? Wohl war er ein Verbannter, ein politischer in Liszts Komposition aufgeführt werden, das Festspiel am: Flüchtling; aber die Großherzogin schien ihm eine bedeutende Gedenktage aber sollte der „Lohengrin" bilden. Es war ein Frau von wirklichem Adel, die sich vielleicht zu dem „genialen kluger und liebevoller Gedanke von Liszt, das Werk des Streich bewegen lassen wurde, „der Polizei des einigen Freundes mit dieser Gelegenheit in Verbindung zu bringen.• Deutschlands ein Schnippchen zu schlagen" ; und seinerseits Tenn der Fremdenbcsuch anläßlich der Einweihung des Her-»war er gern bereit, fein Inkognito „auf eine stoische Weise der-Denkmals und die auf den 28. festgesetzte Versammlung durchzuführen und sogleich nach der Aufführung direkt wieder der Delegirten der Goethe-Stiftung sicherten dem „Lohengrin" zurückzureisen. Diesen Vorschlag entwickelte er mit fliegender eine zahlreiche in ihrer künstlerischen Empfänglichkeit vermuth- Hast und in schnell erwachtem Languinismus dem Freunde, lich über das Durchschnittspublikum Weimars hinausgehende Die Antwort laute, wie zu erwarten war: unmöglich!