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Erscheint täglich mit A»8Wh»e der G»mr- mA Feiertage, mit beüetrMscher Beilage.
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Mittwoch den 15. August
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• gebühr
für Stadt- und 2«* kreis Hanau 10 4 Nf 4gefoalttnc @annw* jrile oder deren Satan, für Auswärts 15 ^.
Im R«Namenlh«il die Zeile 20 4, str
LuSwârtS 30 4.
1900
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 kleines, weißes Taschentuch in einem weißen Säckchen mit blauer Schnur. 1 noch gutes Damenhemd mit reicher Verzierung am Hals, aus dem Stadtgraben gezogen. 1 schwarzer Damenregenschirm. 1 schwarzer Damen- gla^öhandschuh, linker. Verschiedene Schulbücher mit dem Namen Heinrich Eßlinger. 1 Portemonnaie mit 4,50 Mk. Inhalt.
Vom Wasenmeister am 14. d. Mts. eingefangen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen und rothen Abzeichen m. Geschl.
Hanau den 15. August 1900.
Tagesschau.
Ein deutscher Handwerkstag.
Nachdem die Handwerkskammern in den einzelnen Bundesstaaten errichtet oder die Funktionen dieser Kammern den bestehenden Gewerbekammern übertragen sind, macht sich vielfach das Bestreben geltend, einen Deutschen Handwerkstag zu schaffen, d. h. ein alle Kammern zusammenfasscndes Organ, wie es die Handelskammern im Handclstage haben, zu gründen. Ob das neue Organ ständig thätig sein soll oder ob es nur einmal im Jahre zwecks Abhaltung einer allgemeinen Versammlung und damit zur Herbeiführung einer Aussprache über die Gesammtheit interessircnde Fragen in Funktion treten soll, darüber ist man sich noch nicht einig. Jedenfalls würde die nLhcrlicgende Aufgabe die sein, erst einmal einen allgemeinen Handwerkskawmertag zu Stande zu bringen und auf demselben die Frage zu besprechen. Es dürfte sich dazu demnächst schon Gelegenheit bieten, da in Lübeck am 27, und 28. September ein deutscher Gewerbe- und Handwerkerkammertag, stattfinden soll. Allerdings wollen einzelne Handwerkskammern die allgemeine Konferenz sämmtlicher deutscher Handwerkskammern nach einer anderen Stadt und zu anderer Zeit abgehalten wissen, indessen ist zu hoffen, daß schließlich doch in dieser reinen Zweckmäßigkeitsfrage eine Einigung zu Stande kommt und die Lösung der Aufgabe auf einer Versammlung versucht wird, an der möglichst alle Gewerbe- und Handwerkskammern theilnehmen. Wenn schon einmal ein solches Organ geschaffen werden soll, dann ist es auch gut, daß ihm von Anfang an sämmtliche Kammern angehören. Der Deutsche Handelstag hat dieses Ziel erst in letzter Zeit erreicht, hoffentlich gelingt es dem Deutschen Handwerkstage auf den ersten Wurf.
Die Zustande in den Gastwirthschaftsküchen sollen auf Anordnung des Reichskanzlers in allernächster Zeit einer umfassenden Prüfung unterzogen werden. Es handelt
sich hierbei um eine Feststellung, ob und inwieweit die Klagen des Verbandes deutscher Köche zu Berlin, welche dieser in einer längeren Eingabe dem Reichskanzler unterbreitet hat, berechtigt sind. Diese Klagen erstrecken sich besonders auf zahlreiche, die Gesundheit des Küchenpersonals schädigende Mißstände in den Küchen und den zur Küche gehörigen Räumen der Gast- und Schankwirthschaften, Hotels und Garküchen. Die Erheblichkeit der Klagen ist vom Reichskanzler anerkannt worden, der in Folge dessen die RegierungsPräsidenten sofort anwies, eine gründliche Revision in die Wege zu leiten. An der Hand eines vom Reichskanzleramt zusammengestellten Fragebogens, der 20 Fragen umfaßt, wird hauptsächlich danach geforscht werden, ob die Klagen des Köche-Verbandes in Bezug auf örtliche Lage der Küchen und nnd ihrer Nebenräume, auf Temperatur, Ventilation, Sitzgelegenheit u. s. w. begründet sind. Alle diese Punkte würden eventuell ein Einschreiten auf Grund des Paragraphen 120 Absatz e der Gewerbe-Ordnung gestatten.
Die Prâmiirung der Aussteller aus der Pariser Weltausstellung
wird in feierlichster Weise am 18. d. M. im Hauptsaale des Ausstellungsgebäudes stattsinden. Zu diesem Zwecke trifft man seitens der deutschen Abtheilung besondere Vorbereitungen, denn der Architekt Prof. Hoffacker hat im Namen des Reichskommissars Dr. Richter der Firma Verch & Flothow in Charlottenburg den Auftrag ertheilt, die Aufsichtsbeamten des deutschen Hauses auf der Weltausstellung für den genannten Tag in die Nationaltrachten deutscher Bauern zu kleiden. Seitens der Firma wurden die Trachten von Baden, Bayern, Hessen, Pommern, Sachsen, Thüringen, Vicrlanden, Westfalen und Württemberg angefertigt.
Die Wirren in China. Stellenbesetzuirg des Armee-Oberkommandos in Ostasten.
(Formationsort Berlin.)
Oberbefehlshaber : General-Feldmarschall Graf v. Walder- s e e, Gen.-Adjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Chef des Schlesw. Feldart.-Regts. Nr. 9, ü. 1. s. des Königs-Ulanen-Regts. (1. Hannov.) Nr. 13, bisher Gen.- Jnspekteur der 3. Armee-Jnsp. Persönlicher Adjutant des Oberbefehlshabers: Hauptmann Wisberg, bisher aggreg. dem Schlesw. Feldart.-Regt. Nr. 9 und kommandirt zur Dienstleistung beim Stabe der 3. Armee-Jnsp. Dem Oberbefehlshaber zugetheilt: Oberstleutnant v. Böhn, dienstthuender Flügeladjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Kapitänleutnant St Hamer im See-Offizierkorps. Chef des Generalstabes: Generalmajor v. Groß gen. von
Schwarzhoff, bisher Kommandeur der 1. Ostasiatischen Jnf.-Brig. Oberquartiermeister: Generalmajor (ohne Patent) Frhr. v. Gayl, bisher Oberst und Kommandeur des Jnf.- Regts. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2. Magdeburg.) Nr. 27, konmmndirt zur Vertretung des Kommandeurs der 74. Jnf.-Brig. — Generalstab: Oberst Graf Porck v. Wartenburg, bisher Abtheil.-Chcf im großen General- stabe. Major Frhr. Marschall, bisher im großen General- stabe und kommandirt zur Dienstleistung beim Stabe der 3. Armee-Jnsp. Major v. Zitzewitz, bisher im großen Generalstabe. Major Frhr. v. Geb sattel, bisher im Kgl. Bayer. Generalstabe. Hauptmann v. Etzel, bisher im Generalstabe der Gardc-Kav.-Div. Hauptmann v. Frhr. Gemmingen-Guttenberg, bisher im Königl. Württemberg. Gencralstabe und kommandirt nach Preußen im Generalstabe der 30. Div. Hauptmann Löffler, bisher im Königl. Sachs. Generalstabe. Hauptmann v. der G r o e b e n, bisher im Generalstabe des XIV. Armeekorps. — Adjutantur: Major Albrecht, bisher im Kriegsministerium. Major Freyer (unter Verleihung eines Patents seines Dienstgrades), bisher aggreg. dem Jnf.-Regt. Markgraf Karl (7. Brandenburg.) Nr. 60. Rittmeister Ritter u. Edler v. Ro gift er (unter Verleihung eines Patents seines Dienstgrades), bisher ü. 1. s. des Schlesw.-Holstein. Ulan.-Regts. Nr. 15 und Oberquartiermeister-Adjutant. Oberleutnant v. Frankenberg u. Proschlitz, bisher im 2. Garde.-Regt. zu Fuß und kommandirt zur Dienstleistung beim großen Generalstabe. Oberleutnant Wachs, bisher im Schlesw. Feldart.-Regt. Nr. 9. Oberleutnant Graf v. Königs- marck, bisher im Königs-Ulanen-Regt. (1. Hannov.) Nr. 13. — Oberst z. D. Richter, bisher Vorsitzender der Schießplatz-Verwalt. Thorn. Oberstleutnant Genüt, bisher Kommandeur des Magdeburg. Pion.-Bats. Nr. 4. Major Bauer, bisher beim Stabe des Eisenbahn-Regts. Nr. 3. — Kommandant des Hauptquartiers: Rittm. Frhr. Knigge (Jobst), bisher Eskadrons-Chef im Königs Ulanen-Negt. (1. Hannov.) Nr. 13. — Stabswache: Kommandeur: 2t. Gras zu Eulenburg, bisher im Hus.- Ncgt. König Wilhelm I. (1. Rhein.) Nr. 7. - Sani tätsoffiziere: Oberstabsarzt 2. Kl. Dr. Müller, bisher Negts.-Arzt des 1. Brandenburg. Drag.-NegtS. Nr. 2. Stabsarzt Dr. Hildebrandt, bisher Oberarzt beim 1. Hannov. Jnf.-Regt. Nr. 74. — Reitende Feldjäger: Lts. und Feldjäger v. dem Borne, Pogge, Wall mann, Graf v. Wintzingerode, bisher im Reitenden Feldjägerkorps.
Die Verstärkung der deutschen Streitmacht in China wird etwa 7000 Mann betragen. Die Einschiffung der Truppen wird, wie die „Weserzeitung" entsprechend
Feuilleton
"die Gewächshäuser am Cours de la Reine schimmern silbern; j dien französischer Volkslieder in Noten gestickt sind — m^t die Bäume an der Völkerstraße sind mit rothen Laternen in in gewöhnlichen Noten, sondern jede Note ist eine schöne gestickte Sonnenblume mit winzigen Blatttheilen als Fuß
XVI.
die Bäume an der Völkerstraße sind mit rothen Laternen in Unmenge behängt, genau wie auf der andern Seite diejenigen der Straße von Paris; auf dem Quai d'Orsay an dem Völker-Palästen vorbeischreitend, steht man plötzlich geblendet
In der Textil-Abtheilung.
vor den Lichtsluthen, die den zahllosen Glühkörpern entspringen, mit denen der Pavillon des Fürstenthums Monaco an allen
Was für Kinder wir großen, erwachsenen Menschen sind! Ecken, Zinnen und Zinnchcn besetzt ist. Auch Serbien und Wieviel Mühe muß man sich geben, um uns hier und da ein Griechenland sind auf ähnliche Art in Licht gebadet. _ Wer Stückchen Wissenschaft genießbar zu machen, damit wir gut- schnell vorwärts will, besteigt hier auf der großen Passerelle willig lernen, wie die Kinder, denen man überzuckerte Pillen das Rolltrottoir und begibt sich bis zum Eiffelthurm auf dem verabreicht. Da ist diese ganze große Ausstellung überschüttet Marsfelde. Hier dasselbe Schauspiel im vergrößerten Maß- mit zauberhafter Lichlfluth. Grüne und violette Flammen und stabe vielleicht. Natürlich glüht der Eiffelthurm über und über Lämpchen übersäen mit dem Glanz der Smaragden und Ame- von Licht. Rechts und links von hier der Trocadero und thysten das große Eingangsthor. So muß man es sehen, um das große Hauptgebäude mit dem Wasserschloß. Wie imposant zu verstehen, was der Architekt damit wollte. Einen Be- das Alles ist, wie sehr geeignet, kleine und große Kinder leuchtungskörper allergrößten Stils hat er erfunden. In den Herbcizulocken!
Bäumen der großen Allee hängen zu vielen Tausenden die Morgen früh freilich, wenn der Klang der vielen Musikrothen Papierlarernen, ohne die man sich in Frankreich keine kapcllen sich nicht mehr von hüben und drüben miteinander Abend- und Nachtfeste vorstellen kann. Goldgelb leuchten in. verschmelzen wird, die Lichtsluthen sich nicht mehr von Ferne massig geschlossenen Gruppen die Latcrncnträaer der Alexander- gegenseitig grüßen, dann wird der Lichtpalast uns wieder erdrücke. Um den Dalasi der schönen Künste herum flammt es scheinen wie ein ziemlich geschmackloser blaugefärbter Glasbau, auf wie eine Reihe orangefarbener Fünkchen. Hier um bie dessen etwas ungefüge Formen höchstens das goldene Sonnen-
Ecke herum dort aufwärts über den Portalbogen und sieh — licht gütig zu mildern bemüht ist. Vielleicht aber weht auch
eine große Linie ist um den großen Bau herumgezeichnet, ein trockener Wind, der Himmel ist grau, und der unbarm- Jetzt am kleinen Kunstpalast. Auch er steht da, lichtumkränzt, herzige Staub legt sich schwer auf die Athmungs-Organe. Und
während der Schein des kühlen, läuternden Bogenlichtes die nun erscheint uns der Riesenbau des großen Maschinenhauses
unteren Architekturtbeile tageshell heraushebt und sie doch wieder mit allen seinen Abtheilungen und Anhängseln wie eine un- mit Schatten umkleidet, die tausend Stimmungen der Ein- geheure Arbeitsstätte, die erschöpfende Anforderungen stellt an
■ - j unsere Fassungskraft, unsere Beobachtungsgabe und unser
" . Damit wir uns dessen weniger bewußt
Morgen früh freilich, wenn der Klang der vielen Musik-
ausgestattct.
Schreiten wir indessen weiter bis zur Abtheilung ^extil- Jndustrie, die s» eingerichtet ist, daß man unten die Maschinen an der Arbeit sieht und theils im Obergeschoß, theils in den untern Räumen die fertigen Erzeugnisse betrachten kann. Was man da nicht Alles lernen kann — was man auch wieder wissen müßte, um sichrem leidlich richtiges Urtheil zu bilden! Wolle, Baumwolle, Seide wird da vor unsern Augen vom Rohmaterial in gesponnene Fäden und in geschmeidig warmen oder duftig kühlen Stoff verwandelt. Alles, was zu verschiedenen Zeiten des Jahres zu verschiedenartigen Zwecken gebraucht wird oder auch nur gebraucht werden könnte, ist hier vorhanden. Wenn man bedenkt, daß etwa ein Zehntel aller gewerblichen Arbeiter Deutschlands in der Tcxtil-Jndustrre thätig sind, begreift man, weshalb die Aussteller des deutschen Reiches nach dieser Richtung hin besonders große Anstrengungen gemacht haben. Einen beträchtlichen Antheil an dieser Gruppe der Ausstellung haben die Maschinen zur Verarbeitung und Verzierung der Gewebe: Zuschneidemaschinen, Einfädelmaschinen, Stickmaschinen, Kurbelmaschinen, Maschinen für Strohhutnäherei, für Stoffdruck, Färberei, Bleicherei, Wirkerei, Bandwirkerei, Tüllweberei, Strickerei rc. Unterhaltender für das Laienauge dürften die verschiedene» Schaukästen mit gefärbten Garnen sein, die aus aller Herren Länder kamen und in sehr belustigender Art aufgebaut sind, so daß sie wie allerlei fremdartige Bilder, Mosaiken, Malereien u. dergl. m. aussehen und man erst bei genauer Beobachtung gewahrt, daß man es mit dem Arbeits-Material
bildungskraft wecken. t
Kronen und Krönchen von Licht erheben sich über dem Denkvermögen. -
Gebäude der kunstgewerblichen Industrien. Der Quai d'Orsay werben ist auch hier Alles mit schmückender Zuthat gefällig Dunkeln aber die Lichte des Ge- verkleidet. Da rft ein Saal für Mustk-Jnsirmmente Mit —.......-— .
bäudes der Stadt Paris vergolden' die Wasser des FlusseS; dunkelgrünen Dekorationen behangen, auf welchen die Melo-' russische Baumwollenstoffe mit billigem Farbendruck in phan-
der Webereien zu thun hat.
Dann wieder die Erzeugnisse der Weberei selbst! Bunte