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Erscheint täglich mit AsSnohme der Genn» und Feiertage, mit drLetrëiliichrr Beilage.
Nr. 187.
Montag den 13. August
1900
AwUtch-s
^taöt&rei# ^anau.
Bekauutmachunges des Oberbürgermeisteramtes.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den 16. August 1900, nachmittags 5 Uhr im oberen Saale des Nathhanses.
Tagesordnung:
1. Errichtung eines Gebäudes für die Kleinkinderschule und Kinderkrippe.
2. Fluchilinienplan für eine Durchbruchstraße von der großen Dechaneigasse nach der Nordstraße.
3. Desgl. für den Durchbruch der Salzstraße nach dem Schwingefurt.
4. Desgl. für die Hainstraße, kleine Hainstraße, eine Straße durch den Waisengarten und den sog. schrägen Eingang.
5. Verkauf des Grundstücks G 395/15 = 8 qm an Gastwirth Wilh. Lerch zum Preise von 25 M. für den qm.
6. Bewilligung des Verlags von 1500 M. aus E. 0. Tit. III 3 b für 1900, zwecks Einbauung des Straßensiels in der Verlängerung der Rhönstraße.
7. Betr. Veränderung der Stadtgrabenüberbrückung durch die Firma G. D. Bracker Söhne.
8. Betr. Ergebnisse der Abnahmeversuche der Maschinen- und Dynamoanlage des Elektrizitätswerks und über den Ausfall der Kapazitätsprobe am Akkumulator.
9. Betr. Zusatzvertrag mit der Eisenbahndirektion hinsichtlich des Bestehenbleibens der Gasbeleuchtungsanlage als Nothbeleuchtung.
10. Nachbewilligung von 220 M. auf VI B 1 für R.-J.
1900 für Erneuerung des Bohlenbelags der großen städtischen Brückenwaage.
11. Bewilligung von 39,89 M. zu erstattende Straßenkostenbeiträge aus XI 3 für 1900.
12. Wahl zweier stimmfähiger Bürger und einer als Waisenpflegerin thätigen Dame als Mitglied der Armenkommission gemäß §8 2 e u. f und 5, 9 der neuen Armenordnung.
13. Neuwahl der Armenpfleger gemäß § 5, 9 der neuen Armenordnung.
14. Wahl dreier Vertrauensmänner für den Ausschuß zur Wahl der Geschworenen und Schöffen.
15. Ersatzwahl in den Finanzausschuß für die Zeit der Behinderung eines erkrankten Mitgliedes.
16. Betr. Abänderungen in der Beamten-Gehaltsordnung. 17. Bewilligung von M. 821,75 zu erstattende Umzugs- kosten rc. aus Titel XI, 3 für 1900.
Um 41 /s Uhr Sitzung des Wahlvorschlagsausschusses, dazu Punkte 12—15 obiger Tagesordnung.
Hanau den 11. August 1900.
Der Stadtverordnetenvorsteher.
Canthal. 12844
Bekanntmachung.
Die Firma Mannheim & Lewin soll von Amtswegen gelöscht werden.
Die Inhaber oder deren Rechtsnachfolger haben einen Widerspruch hiergegen bis zum 7. Dezember 1900 geltend zu machen.
Hanau den 7. August 1900.
Königliches Amtsgericht, Abth. 5. 12796
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 rother Kinderstrohhut mit roth- und blauqestreiftem Band. 1 weiße Tellermütze mit weißer Quaste.
Verloren: 1 längliches, rothes Damenportemonnaie mit einem Zehnmarkstück in dunkles Papier eingewickelt und mit 1 50 M. baar. 1 Damenportemonnaie mit über 2 M. Inhalt und einigen Konsummarken. 1 Herrenportemonnaie mit 30 M. Inhalt. 1 Kilometermcsser von einem Fahrrad.
Zugelaufen: 1 weißer Jagdhund mit braunen Abzeichen und mit Halsband m. Gcschl.
Zugeflogen: 1 weiße Pfauentaube.
Entflogen: 1 rothe Brünner Taube.
Entlaufen: 1 brauner Jagdhund m. Geschl. 1 weißer Foxterrier.
Vom Wasenmeister am 11. d. Mts. ein gefangen: 1 weißer Foxterrier mit rothen Abzeichen. 1 rother Rehpinscher und 1 weißer Foxterrier mit schwarzen und rothen Abzeichen und mit Nickelhalsband, sämmtlich m. Geschl.
Eidesleistung des Königs Viktor Emanuel III.
Rom, 11. August. König Viktor Emanuel III. hat heute vor dem Parlament feierlich den Eid auf die Verfassung geleistet. Der Sitzungssaal im Senats- gebäude des Palazzo Madama, in dem die Feier stattfand, trug reichen Trauerschmuck. Die Plätze der Senatoren und die Tribünen sind mit schwarzen Draperien bedeckt. Der Thronsessel nahm die Stelle ein, wo sonst der Präsident seinen Sitz hat. Der Saal war von Senatoren nnd Deputirten dicht besetzt, während auf den Tribünen die ausländischen Abordnungen und die Vertreter der obersten Staats-Behörden, der Diplomatie und einige Geladene Platz genommen hatten. Königin Helene und Königin Maria Pia, welche von den Prinzessinnen des Hauses Savoyen begleitet waren, wurden von der Menschenmenge, welche dichtgedrängt in der Umgebung des Hauses stand, ehrfurchtsvoll begrüßt. Vor dem Haupteingang des Senatsgebchides war ein Pavillon errichtet, in dem die Königinnen von Abordnungen des Senats und der Kammer empfangen und von wo sie zur königlichen Loge begleitet wurden. Als die Königinnen den Sitzungssaal betraten, erhoben sich die bereits Versammelten und brachten ihnen eine begeisterte, lang andauernde Huldigung dar. Einige Minuten später kam König Viktor Emanuel in Begleitung des Herzogs von Aosta, des Grafen von Turin, des Herzogs von Genua und der Großwürdenträger des Hofes in den Pavillon unter den begeisterten Zurufen der Menge. Der König wurde hier von Abordnungen des Parlaments und von den Ministern empfangen, die ihn in den Sitzungssaal geleiteten. Beim Eintritt des Königs wurde ihm eine Ovation bereitet. Alle Senatoren und Deputirten empfingen ihn stehend mit dem Rufe: „Es lebe der König!" Der König I setzte sich sodann auf den Thron, nebèn ihm nahmen der ' Herzog von Aosta, der Graf von Turin und der Herzog von Genua Platz. Ministerpräsident Saracco forderte hierauf die Senatoren und Deputirten auf, sich zu setzen und machte ihnen die Mittheilung, daß der König den Senat und die Kammer um sich versammelt habe, um den durch die Verfassung vorgeschriebenen Eid zu leisten. König Viktor Emanuel erhob sich dann; auch alle Anwesenden erhoben sich von ihren Sitzen, und der König verlas mit lauter ; Stimme folgende Eidesformel:
„Vor Gott und vor der Nation schwöre ich, die Verfassung zu achten und die königliche Autorität nur nach den Gesetzen und in Uebereinstimmung mit diesen ausübcn zu wollen, Jedem nach seinem Verdienste sein volles und genaues Recht werden zu lassen und bei allen Meinen Handlungen nur das Interesse, das Gedeihen und die Ehre der Nation anstreben zu wollen."
Alle Anwesenden klatschten Beifall und riefen: Es lebe der König! Der König unterzeichnete sodann die Eidesakte, worauf der Siegelbewahrer und die Senatoren, darunter auch der Herzog von Aosta, der Graf von Turin und der Herzog von Genua, welche Senatoren von Rechtswegen sind, die Eidesformel verlasen. Die Senatoren riefen zusammen: Ich schwöre! Der gleiche Vorgang wiederholte sich dann auch bei den Deputirten, wo Saracco die Eidesformel verlas. Nach dieser Zeremonie verlas der König die Thronrede, welche folgenden Worlaut hatte:
Mein erster Gedanke gilt Meinem Volke. Es ist ein Gedanke der Liebe und Dankbarkeit. Das Volk, das an der Bahre seines Königs weint, das sich liebevoll und vertrauensvoll um Mich schaart, hat gezeigt, wie feste Wurzeln die liberale Monarchie im Land hat. Ich entnehme diesem Plebiszit der Trauer die beste Aussicht für Meine Regierung. Der edle und pietätvolle Ton, der spontan aus der Seele der Nation bei der Kunde von dem tragischen Ereignisse kam, sagte Mir, daß im Herzen der Italiener noch die patriotische Stimme klingt, die alle Zeit zu Wunden: des Heldenmuthes begeisterte. Ich bin stolz darauf, diese Stimme vernehmen zu können. Wenn ein Volk in das Buch seiner Geschichte eine solche Seite geschrieben hat wie die unserer nationalen Erhebung, so hat cs das Recht, die Stirne hoch zu tragen und die idealsten Ziele anzustrcbcn. Mit erhobener Stirn und mit dem Blicke auf die idealen Ziele weihe Ich Mich Meinem Lande mit aller Inbrunst und Kraft, deren Ich Mich fähig fühle und mit aller Kraft, die Mir die Vorbilder und die Traditionen Meines Hauses einflößen. Das Wort Meines hochherzigen Ahnen Karl Albert, der dem Lande die Freiheit gab, war heilig. Heilig war das Wort Meines Großvaters, der Italien die Einigung brachte, heilig war auch das Wort Meines erlauchten Vaters, welcher bei allen Thaten seines Lebens sich als der würdige Erbe der Tugend des Vaters des
Vaterlandes erwies. Seinem Werke verlieh ihre Mitarbeit Meine erhabene und hochverehrte Mutter, die das Pflichtgefühl des Fürsten und des Italieners in Mein Herz gepflanzt und Meinem Geiste eingeprägt hat. Desgleichen wird Meinem Werke die Mitarbeit Meiner erlauchten Gemahlin zur Seite stehen, die, gleichfalls einein starken Stamme entsprossen, ihr ganzes Leben dem Vaterlaude ihrer Wahl weihen wird. Einen beredten Beweis ihrer freundschaftlichen Gesinnung haben uns alle Mächte damit gegeben, daß sie sich durch erhabene Fürsten und hohe Vertreter au unserer Trauer betheiligten. Ihnen Allen bin ich auf das Tiefste erkenntlich. Italien ist immer ein Faktor der Eintracht gewesen und soll es auch während meiner Regierung sein für die gemeinsamen Ziele zur Erhaltung des Friedens. Der Friede nach außen aber allein genügt nicht, wir bedürfen auch des inneren Friedens und der Eintracht aller Männer von gutem Willen für die Entwicklung unserer intellektuellen Kräfte und unserer wirthschaftlichen Energie. Wir müssen unseren künftigen Generationen die Verehrung des Vaterlandes und das Gefühl der Ehre einpflanzcn, von welchem unser Landheer und unsere Marine in so hohe« Grade erfüllt sind, die beide dem Volke entstammen und ein Unterpfand sind der Brüderlichkeit, welche die große italienische Familie zusammenschließen und in ihr das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die Vaterlandsliebe rege hält. Wir müssen uns sammeln und uns einigen durch eine weise Gesetzgebung und die strikte Anwendung derselben. Königthum und Parlament müssen zur Auführung dieses Heilsamen Werkes eng zusammengehen. Ich besteige den Thron unerschrockenen guten Muthes und mit dem Bewußtsein Meiner Rechte und Pflichten als König. Italien möge Mir nur Vertrauen schenken, wie Ich dem Stern des Vaterlandes vertraue. Es wird keine menschliche Kraft im Stande sein, zu zerstören, was Meine Väter mit so großen Opfern aufgebaut haben. Wir müssen wachsam sein und alle unsere Kräfte entfalten, um die großen Errungenschaften der Einheit und Freiheit unangetastet zu erhalten. Ich werde stets unerschütterliches Vertrauen zu unserer liberalen Staatseinrichtung haben und es Mir auch nicht fehlen an kräftiger Initiative und Thatkraft, um die ruhm- reichen Einrichtungen unseres Landes, das kostbare Erbe unserer Vorfahren, energisch zu vertheidigen. In der Liebe zur Religion und zum Vaterlande auferzogen, rufe Ich Gott als Zeugen Meines Versprechens an, daß Ich von nun an Mich mit ganzer Seele der Größe und dem Gedeihen des Vaterlandes weihen werde.
Der König verlas die Thronrede mit fester Stimme, welche großen Eindruck machte. Alle Anwesenden waren tief bewegt. Der König wurde wiederholt durch laute Beifallsbezeigungen unterbrochen. Hierauf verließen unter demselben Zeremoiliell wie bei der Ankunft zuerst die Königinnen und Prinzessinnen, sodann der König mit den Prinzen den Saal und begaben sich unter den begeisterten und bewegten Kundgebungen einer ungeheuren Menschenmenge nach dem Oui- rinal zurück.
Die Wirren in China.
Ueber die Kämpfe bei Peitsang und bei Uangtsun liegt eine Reihe von Nachrichten vor, die den bisherigen Meldungen mehrfach widersprechen, so zum Beispiel betreffs der Verluste der Verbündeten und besonders der deutschen Truppen. Es scheint eine Eigenthümlichkeit des chinesischen Feldzuges zu sein, daß sich der Uneinigkeit unter den Befehlshabern der verschiedenen Kontingente eine geradezu unerhörte Unsicherheit in der Berichterstattung von der Front zugesellt. Ob die Schuld daran bei den einzelnen Kommandostellen oder vielleicht bei der englischen Kabelzensur liegt, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Aus Tientsin wird vom Dienstag gemeldet: „Im Gefechte bei Peitsang beliefen sich die Verluste bei den Japanern auf 300 Todte und Verwundete, bei bett Engländern auf 24 Verwundete, die übrigen Kontingente sind unversehrt geblieben. Die Chinesen sollen unbedeutende Verluste haben. Deutsche, Oesterreicher und Italiener sind hierher zurückgekehrt, während die übrigen Kontingente die Chinesen verfolgten und gestern Aangtsun genommen haben." — Früher war bekanntlich von schweren Verlusten des deutschen Detachements berichtet worden. Es liegen ferner folgende Meldungen vor:
Washington, 11. August. Ueber die Einnahme von Nangtsun berichtet Admiral Rcmey aus Taku vom 6. b. M.: Der an der Front kommandirende englische General telegraphirt, er sei, nachdem er von Peitsang aus neun Meilen in der Richtung auf Aangtsun vorgegangen war, zur Attake über-