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Die einzelne bhinimer ‘eftet 10 A
St» rück»»,*- gebühr
für Stadt- und 2«* kreis Hanau 10 4*« 4gefyaltene Garni«^- zril« oder bereit Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 H, für AuSwärtS 30 J|.
M. 184. Donnerstag den 9. August 1900
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 33.
Amtliches.
Das auf den Namen des Johann Wilhelm F o r b a ch zu Enkheim lautende Sparkassenbuch der hiesigen ständischen Lcihbank Nr. 1310 über eine Einlage von 945 Mark 51 Pfg. ist verloren gegangen. Der etwaige Besitzer wird aufgefordert, seine vermeintlichen Ansprüche — unter Vorlage des Buches — binnen 3 Monaten, vom Tage der ersten Einrückung dieser Bekanntmachung an gerechnet, dahier geltend zu machen, andernfalls dasselbe für verloren erklär: und dem legitimirten Verlierer ein Duplikat- buch ausgefertigt wird.
Hanau den 2. August 1900.
Die Leihbank-Direktion.
Dr. Gebeschus. 12581
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 alte, kleine, goldene Brosche mit schwarzem Emaille-Einsatz. Am Brunnen im Hofe der Oberrealschule ein Geldbetrag.
Verloren: 1 goldener Ring mit blauem Stein.
Zugelaufen: 1 langhaarige, schwarz und braune Hühner-Hündin.
Entlaufen: 1 schwarzer Pinscher w. Geschl.
Hanau den 9. August 1900.
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Die Wirren in Chinn.
Gras v. Waldersee als Oberbefehlshaber in China.
Die Frage des Oberkommandos in China hat eine glückliche Lösung gefunden, ohne die ein organisches Jneinander- greifen der verschiedenen in China vertretenen Kontingente sehr erschwert, wenn nicht unter Umständen unmöglich gemacht worden wäre.
Wie aus Hannover berichtet wird, fragte der Kaiser Montag Abend beim Grafen Waldersee aus Wilhelmshöhe telegraphisch an, ob er, um den weiteren Differenzen zwischen den verbündeten Mächten in China wegen des Oberbefehls ein Ende zu machen, geneigt sei, nach China zu gehen, um dort den Oberbefehl über die Truppen aller Mächte zu übernehmen, und ob der Kaiser ihn für diesen Posten den Mächten in Vorschlag bringen könne. Graf Waldersee stimmte alsbald zu.
Deutschland hat für sich die Ehre der obersten Führung nicht beansprucht und noch weniger sich dazu gedrängt. Es ist nicht zu verkennen, daß mit der Ehre auch ein hohes Maß von Verantwortungen verknüpft ist, das der Leitung eines Feldzuges in wenig bekanntem Gelände, unter ungünstigen, klimatischen Zuständen und mit international gemischten Truppen manches von den Reizen benimmt, die unter normalen Verhältnissen die Uebernahme eines solchen Vertrauensposten für jeden Truppenführer hat. Zu hoffen ist, daß, nachdem die Regierungen sich geeinigt haben werden, die an Ort und Stelle befehligenden Führer der verschiedenen Kontingente durch willige Unterordnung unter die Bestimmungen des Oberbefehlshabers im Dienste der gemeinsamen Sache aller Kulturvölker die höchste Befriedigung ihres Ehrgeizes suchen werden. Immerhin müssen zu den Momenten, die die Verantwortung für eine so schwierige Aufgabe jedenfalls nicht erleichtern, auch mögliche Reibungen zwischen den Inhabern der höheren Kommandostellen gezählt werden. Diesen Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu begegnen, kann die Wahl des Oberbefehlshabers kaum besser ausfallen. Gencralfeldmarfchall Graf Waldersee hat auf einer langen dienstlichen Laufbahn stets eine höchst glückliche Verbindung von militärischer Umsicht und die gegebene Situation rasch erfassender Entschlossenheit mit einer hervorragenden Befähigung, vorhandene Gegensätze im Interesse der Lache auszugleichen, an den Tag gelegt. Die dienstliche Straffheit, die er von sich selbst nicht weniger als von seinen Untergebenen verlangt, wird durch eine Liebenswürdigkeit und Zugänglichkeit gemildert, dank denen er bei Allen, die unter ihm gestanden haben, ein hohes Maß persönlicher Zuneigung genießt. Seine Begabung, zwischen gegensätzlichen Anschauungen eine alle Betheiligten befriedigende Vermittelung zu finden, hat Graf Waldersee 1870 glänzend bewiesen, als er — damals Oberstleutnant im Alter von 38 Jahren — von König Wilhelm mit der Mission betraut wurde, die erforderliche Uebereinstimmung zwischen dem großen Hauptquartier und dem Oberkommando der II. Armee herbeizuführen und
Zwecke in der That sehr brauchbar und auch billiger, als australische und amerikanische, aber leider herrschen in der Mongolei keine friedlichen Verhältnisse, und es hat sich als unmöglich herausgestellt, diese Pferde in ausreichender Anzahl zu bekommen. Aehnlich steht es mit den Pferden aus Holländisch-Jndien, von denen so viele für den afrikanischen Feldzug von den Engländern angetauft worden sind, daß man sie jetzt nicht mehr in größeren Massen erhalten kann. Es blieb also gar nichts Anderes übrig, als die Pferde über See aus anderen Erdtheilen zu beziehen.
Die Bezirks-Kommandos haben bekanntlich einen Aufruf an die Reservisten der Jahrgänge 1893 bis 1898 erlassen, sich für China zu melden. Wie in militärischen Kreisen erzählt wird, haben sich schon in den ersten Tagen mehr als 120 000 Mann gemeldet.
Eine amtliche deutsche Meldung ans Peking.
Vom ersten Legationssekretär der kaiserlichen Gesandtschaft in Peking von Below ist im Auswärtigen Amte diese Nacht folgendes Telegramm, datirt Tsinan, 4. August, eingegangen:
„Seit 21. Juli Lage unverändert, weder Massenangriffe der Truppen auf uns, noch Granatfeuer, nur vereinzeltes Gewehrfeuer. Der Gesundheitszustand der Gesandtschafts- Mitglieder ist verhältnißmäßig gut. Die Verwundeten sind auf dem Wege der Besserung, Cordes ist hergestellt.
Below." '
An welchem Tage diese Depesche in Peking aufgegeben wurde, läßt sich nicht feststellen, da von dort bis nach der obenerwähnten Stadt Tsinan am Hoangho ein weiter Weg ist. Immerhin gibt sie ein relativ beruhigendes Bild von der Lage in den letzten Julitagen.
Washington, 7. August. Das Staatsdepartement empfing heute Abend von dem amerikanischen Gesandten in Peking, Conger, folgende Depesche: Wir werden noch belagert, unsere Lage ist bedenklicher geworden. Die chinesische Regierung besteht darauf, daß wir Peking verlassen, doch würde das unser sicherer Tod sein. Die kaiserlichen Truppen richten täglich Gewehrfeuer auf uns. Es fehlt uns nicht an Muth, doch haben wir wenig Munition und Mundvorrath. Zwei fortschrittliche Mitglieder des Tsungli-Damen sind geköpft worden. Alle Angehörigen der Amerikanischen Gesandtschaft befinden sich gegenwärtig wohl. — Diese Depesche Congerâ ist nicht datirt, doch wurde sie wahrscheinlich nicht vor dem 30. Juli und nicht nach dem 2. August abgesandt.
Rom, 8. August. Das Ministerium des Aeußeren erhielt heute auf direktem Wege eine mit der Unterschrift des italienischen Gesandten in Peking, Salvago Raggi, versehene chiffrirte Depesche, welche kein Damm trägt und durch das telegraphische Bureau des Tsungli-Iamen in Peking übermittelt worden ist. Salvago Raggi bestätigt darin die Ermordung des deutschen Gesandten und berichtet, daß die belgische, österreichisch-ungarische und italienische Gesandtschaft geräumt sind. Das Personal der Gesandtschaften flüchtete mit den Missionaren und sonstigen fremden Staatsangehörigen in die britische Gesandtschaft, worin jetzt 100 Ausländer versammelt sind. Es scheine, als ob die katholischen Missionen im Norden der Stadt noch vertheidigt würden. Der Schutz derselben werde von 30 französischen und 10 italienischen Marinesoldaten ausgeübt. In der britischen Gesandtschaft sind noch auf zwei Wochen Vorräthe vorhanden.
London, 8. August. Im Unterhause theilte Brodrick mit: Wir haben soeben zwei Telegramme erhaltm, eins in Chiffren von Macdonald, datirt aus Peking vom 3. August und lautend: „Ich habe heute Ihr durch den chinesischen Gesandten befördertes Chiffretclegramm erhalten. Das Geschützfeuer hat am 16. Juli aufgehört, aber das Gewehrfeuer wird von der chinesischen durch Negierungstruppen und Boxer gehaltenen Stellung aus mit Zwischenräumen fortgesetzt. Wir erlitten seitdem geringe Verluste. Folgende Engländer wurden getödtet: Warren, David, Oliphant und Kapitän Strouts. Verwundet wurden 26 Engländer, darunter die Kapitäne Halliday und Wray, sowie der „Times"-Korrespondent Morrison. Alle Verwundeten mit einer Ausnahme sind wohlauf. Die übrigen Engländer in der Gesandtschaft befinden sich wohl, ebenso die ganze Besatzung. Der Gesammtverlust beläuft sich auf 60 Todte und 110 Verwundete. Wir haben unsere Befestigungen verstärkt. Wir haben in der Gesandtschaft über 200 Frauen und Kinder. Die chinesische Regierung verweigerte uns bisher die Erlaubniß, chiffrirt zu telegraphiern." Hieraus ergibt sich, daß Macdonald wohlbehalten ist. Wir haben auch eine Information bezüglich des Vormarsches. Ein Telegramm unseres Kontreadmirals in China aus Tschifu
gleichzeitig den König über die Lage bei Orleans durch direkte Berichte zu orientiren. Er löste die delikate Aufgabe nicht nur zur vollsten Zufriedenheit seines Königlichen' Herrn, sondern erwarb sich zugleich das persönliche Vertrauen des Führers der II. Armee, Prinzen Friedrich Karl. Seine hervorragenden militärischen Leistungen werden es den Angehörigen der nach China in den Kampf ziehenden Offiziere und Mannschaften zur Beruhigung gereichen lassen, diese unter der Führung eines so bewährten Feldherrn zu wissen.
Berlin, 8. August. Graf Waldersee wurde mittags 12 Uhr 40 Min. nach Wilhelmshöhe zum Kaiser zur Entgegennahme von Instruktionen berufen. Nach der Zusammen- fetzung und Mobilisirung des Generalstabes, der zumeist aus Generalstabs-Offizicren der 3. Armeeinspektion besteht, soll die Abreise in 14 Tagen erfolgen.
Hamburg, 8. August. Wie die „Hamburgische Börsenhalle" hört, sandte der Kaiser von Rußland an den Grafen Waldersee ein Telegramm, worin er seine Freude über dessen Ernennung zum Oberbe fehlshaber in China ausspricht.
Ueber die Verpflegung
an Bord der auf der Fahrt nach China befindlichen deutschen Truppentransportschiffe „Dresden", „Halle", „Aachen", „Straßburg", „Rhein" und „H. H. Meyer" schreibt die „Allgemeine Marine-Korrespondenz": Die Offiziere erhalten die Verpflegung, welche für Kajütsoffiziere erster Klasse üblich ist. Die Mannschaften erhalten an Verpflegung früh morgens Kaffee oder Thee mit Milch und Zucker, dazu Weiß- und Schwarzbrod, welches täglich an Bord frisch gebacken wird, sowie Butter. Die Mittagsmahlzeit besteht aus Suppc, frischen. Fb isch, Gemüse und Kartoffeln, sowie zweimal in der Woche Pudding. Nachmittags gibt es abermals Kaffee, abends Suppe und ein warmes Fleischgericht oder Butter und Brod mit Belag. Einige Male in der Woche erhält die Mannschaft Bier, sowie in den Tropen auf ärztliche Anordnung täglich Citronen-Limonade oder kalten Thee. Die Speisen für die Mannschaften werden in den an Bord befindlichen Dampfküchen, welche insgesammt nach den modernsten hygienischen Prinzipien mit Becker'schen Dampf- Koch-Apparaten ausgerüstet sind, zubereitet. In den Zwischenhäfen wird frisches Fleisch und frisches Gemüse eingenommen. Jedes Schiff ist auf nicht weniger als 150 Tage ausgerüstet, obwohl die eigentliche Hinreise durchschnittlich nur 42 Tage in Anspruch nehmen wird. Die Transportschiffe haben dementsprechend ganz gewaltige Speiseoorräthe an Bord. An Getränken führen sie mit sich 540 750 Liter Bier, an Weinen 3630 Flaschen Sekt, 12 590 Flaschen französischen Rothwein, 13 400 Fl. Rhein- und Moselwein, 1709 Fl. Dessertwein. Einige Tausend Flaschen Schnaps schließen den Reigen der geistigen Getränke, wogegen 30000 Flaschen Mineralwasser zur Verdünnung dieser geistigen Getränke dienen können.
Deutsche Rüstungen.
Mit dem Abgang des letzten Transportdampfers von Bremerhaven ist zwar ein gewisser Abschnitt in den den t- schen Rü st ungen für China erreicht, endgiltig abgeschlossen sind diese jedoch noch keineswegs. Der „Köln. Ztg." wird hierüber aus Berlin geschrieben: „Man würde fehl gehen, wenn man annehmen wollte, daß das Expeditionskorps von heute ab völlig auf eigene Füße gestellt sei und der Fürsorge vom Mutterlande entbehren könne. Es ist noch Nachschub von Material aller Art erforderlich und endlich muß auch für die Verproviantirung und den Ersatz von Munition gesorgt werden. Dem entsprechend handelt es sich jetzt noch um folgende Vornahme. Die Marine hat in Deutschland die drei Frachtdampfer „Marie", „Mimi", und „Elsa" gechartert, die Kohlen, Geschosse und Einrichtungen aller Art dem Expeditionskorps nachführen, die beim Abgang der Bremer und Hamburger Transporte noch nicht fertiggestellt waren. Darunter befindet sich Barackenmatcrial für die Pferde, die demnächst in Kiautschou erwartet werden. Weit wichtiger noch, als diese Transporte sind, ist die Beschaffung von Pferden, die wie bereits gemeldet, aus Australien und Amerika besorgt werden. Für die Bedürfnisse von Kavallerie, Artillerie und namentlich für die zahlreichen Trains werden nicht weniger als 5000 Pferde erforderlich sein, außerdem aber muß die Intendantur für die Beschaffung von Schlachtochsen sorgen, die gleichfalls über See eingeführt werden. Was die Beschaffung der Pferde anlangt, so ist neuerdings der Vorwurf erhoben worden, daß wir sie nicht in der Mongolei ankaufen lassen, wo ein ganz vorzügliches Pferdematerial vorhanden sei. Dieser Vorwurf wäre durchaus berechtigt, denn die mongolischen Pferde wären für unsere