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Nr. 180.

Samstag den 4. Angnst

CtaricfHa0.

gebühr

für Stadt- und &t* kreis Hanau 10 ^ bi* 4gej-altene (Garmond- zeile oder dei'en Naum, für Auswärts 15 ^

Im Reklamentheil

die Zeile 20 4, für Auswärts 30 4.

"1900

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 32

Amtliches.

Stcr Hitlers ^artau.

BekarmtMchuWev des Oberbürgermeisteramtes.

Mit dem 15. d. M. läuft der Zahlungs­termin für Steuern und Schulgeld pro II. Vierteljahr ad uud wird hieran an­schließend mit Mahnung nnd Zwangs­vollstreckung gcgen^die Säumigen vorge­gangen.

Friftgesuche können nur daun Berück­sichtigung finden, wenn dieselben vor Ab lanf des Fälligkeitstermins eingegangen find.

Ans die ans Seite 4 des Stenerzettels angeführten Bestimmungen besonders ans Nr. 3, 4 u. 7 wird aufmerksam gemacht.

Die städtische Steuerkafie defiudet fich Markt 16, Zimmer Nr. 6 u. 7, zu ebener

Die Wirren in China.

Ansprache des Kaisers an Arbeiter.

Bremerhaven, 3. August. Die Kaiserin ist um 10 Uhr 45 Minuten abends nach Wilhelmshöhe und der Kaiser um 11 Uhr nach Koburg abgereist. Kurz zuvor hatte in dem großen Saale der Lloydhalle die Vertheilung von Ehrenzeichen an je 15 Arbeiter des Norddeutschen Lloyd und der Hawburg-Amerika-Linie durch den Kaiser stattgefunden. Hierbei hielt der Kaiser folgende An sprach c :Ihr seit hier versammelt worden, um meinen kaiserlichen Dank zu empfangen für die Hingabe und Aufopferung, mit der ihr an der Fertigstellung der Dampfer für meine Offiziere und Soldaten gearbeitet habt. Dank eurem rastlosen Bemühen

T e l e g r a m m e:

Tschifu, 3. August. Der Gouverneur von Schantung telegraphirte gestern an die hiesigen Konsuln: Ein soeben eingegangenes Schreiben des Tsungli Namen vom 30. Juli besagt, daß die Gesandten und der deutsche Geschäftsträger in Peking mit dem Stabe wohlbehalten und mit Lebensmitteln versehen seien. Es bestehe ein gegenseitiger freundschaftlicher Verkehr. Die Verhandlungen wegen des Abzugs der Ge­sandten nach Tientsin unter Schutz zu zeitweiligem Aufenthalt daselbst seien dem Abschlusse nahe. Die Regierungskuriere legen die 50 Kilometer zwischen Peking und Tsinanfu in zwei Tagen zurück.

London, 4. August.Standard" meldet aus Tientsin

. . vom 26. Juli: Die verbündeten Truppen sind gezwungen,

fft die prompte, pünktliche Absendung der Transporte möglich; auf das englische Kontingent zu warten. Die militärischen geworden. Dadurch habt ihr es einmal ermöglicht, daß unsere' Vorbereitungen gehen bei den britischen Truppen in beklagens- Truppen möglichst schnell auf den Kampfplatz kommen, zum Berther Weise langsam vor sich. Die brilischen Truppen andern habt ihr unsere Leistungsfähigkeit auf diesem bisher - sönnen nicht die kleinste Strecke weiter vorrücken, während von uns noch nicht betretenen Gebiete vor der ganzen Welt die Kontingente der übrigen Mächte bereits seit einer Woche zum ms beste Licht gesetzt und dadurch nach leiben Richtungen hin' Vormarsch bereit sind. Unter den Engländern sagt hier unserem Vaterlande unschätzbare Dienste erwiesen. Die Aus- Mancher, die Engländer verdienten, daß man sie völlig un- zeichnungen, die ich euch dafür verleihe, sollen meine An-: berücksichtigt lasse. - - - 1 -- -----

erkennung sein, aber auch zugleich ein Ausdruck meiner Zu-! thätig in Tientsin.

friedenheit, daß ihr nicht dem schlechten Beispiele der durch duldig und wollen nach Norden vorrückens' obgleich' sie Befehl vaterlandslosc Agitatoren verführten Arbeiter Hamburgs gc-' erhielten, mit dem englischen Kontingent zrisamrucn vorzu­folgt seid, sondern den Patriotismus des deutschen Arbeiters neben, welches völlig unbeweglich in sein scheint.

fleckenlos gewahrt und wacker mitgearbeitet habt für bie ' " '

die Kontingente der übrigen Mächte bereits seit einer Woche zum

berücksichtigt lasse.

Ls stehen jetzt über 20 000 Mann un

Die Russen und Japaner sind nnge-

Erde.

Hanan den 3. August 1900 Stahls aff e.

12316

Bekanntmachung.

Die Liste der Stimmberechtigten für die Stadtverordneten-

Landon, 4. August. Aus Washington wird gemeldet: Schlagfertigkeit unserer braven Armee. Ehrlos der, welcher Der amerikanische Konsul in Shanghai berichtet, daß er Li- tm Moment der Gefahr sein Vaterland im Stich läßt! Er- âmg-Tschang die Antwort des amerikanischen Staatssekretärs haltet euch den guten deutschen Geist, den ihr bewiesen, dann betreffend den Vorschlag, den Vormarsch gegen Peking zu ver­wirk der Dank des deutschen Volks und meine Anerkennung ' " ' ...... "

euch nie fehlen."

Deutsche Rüstungen.

Die Bezirkskommandos haben betreffs der Aushebung für die Ersatztransporte nach China eine Bekanntmachung erlassen,

wählen liegt nach Vorschrift des § 22 der Städte-Ordnung . . _

vom 15.30. August h. Js., werktäglich von vor-:in der es heißt:Nach einer Allerhöchsten Bestimmung soll mittags 8 bis 12'/» Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr! die^Zahl^ der zu einer etwaigen Verwendung inChtna ^be­im Rathhaus, Zimmer Nr. 2, offen. Während dieser Zeit 1.....

kann jeder Stimmberechtigte gegen die Richtigkeit der Liste bei

reiten, tropcndienstfähigen Unteroffiziere und Mannschaften

Ans Einspruch erheben.

Hanau den 2. August 1900.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

12355

Bekanntmachung.

Zwangsinnung der Glaser und Schreiner im

_ ________ Stadtkreise Hanau. L

Die nach § 29 der Jnnungsstatuten erstmalig Leitung der Aufsichtsbehörde vorzunehmende Wahl des standes findet am

Montag den 13. August d. Js., nachmittags 4 Uhr,

unter

Vor-

im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses (Zimmer Nr. 1) statt.

Zu dieser Wahl werden hierdurch alle im hiesigen Stadt­bezirke wohnenden selbständigen Glaser und Schreiner ein-

geladen.

Hanau den 2. August 1900.

Der Magistrat.

12357

1.

2.

3.

Handelsregister.

Gelöscht sind folgende Firmen:

B. Reich in Hanau.

Fr. Morin in Hanau.

Fabrik elektrischer Uhren und Apparate

(Aktiengesellschaft) in Hanau. Hanau den 28. Juli 1900.

Königliches Amtsgericht 5.

12292

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit 1 M. In­halt. 2 Hcrrenrcgenschirme und. 1 Spazierstock in einer Droschke liegen geblieben. 1 Cylinderuhr ohne Glas. 1 kleines Taschenmesser. 1 altes Schlachtmeffer. 1 neue Scheere (Zwicke.)

Z ugela ufen: 1 Hund (Foxterrier) weiß mit schwarzen Augenrändern m. Gcschl. ; Empfangnahme bei Heinrich Lotz in Osthcim.

Entlaufen: 1 junge, 10 Wochen alte deutsche

Schäferhündin.

Hanau den 4. August 1900.

des Beurlaubtenstandes feftgeftelK werden. Diejenigen Unter­offiziere und Manschaften des Beurlaubtenstandes aller Waffen der Reserve (Jahresklassen 1893 bis einschließlich 1898), sowie diejenigen Unteroffiziere und Mannschaften der Kavallerie, Feld-Artillerie, Fuß-Artillerie, Pioniere und Eisenbahntruppen der Landwehr I. und II. Aufgebots (Jahresklassen 1883 bis einschließlich 1892), welche zu einer Verwendung in China bereit sind, haben sich sofort unter Ueberreichung ihrer Mili­tärpässe zu melden."

Die Lage in Peking

wird nun wohl bald die entscheidende Wendung, sei es zum Guten, sei es zum Schlimmen, nehmen. Vorläufig scheinen sich die Verhältnisse dort gegen den Zustand, wie er sich um die Mitte des vorigen Monats gestaltet hatte, nicht verändert zu haben.Daily Telegraph" verzeichnet die Meldung eines am 28. v. M. in Tientsin eingetroffenen Boten, der Peking am 23. verlassen hat. Danach wurden die Legationen an diesem Tage weiter belagert, sonst aber nicht belästigt. Da­gegen telegraphirt derStandard"-Korrespondent, in Tientsin sei ein herzzerreißender Hilferuf aus der japanischen Legation mit dem Hinzufügen eingetroffen, daß pro Mann der Be­lagerten am 22. nur noch 25 Patronen übrig waren und Proviant für etwa 5 Tage. Nach einer Shanghaier Times­meldung ist der berüchtigte Lipinheng in Peking eingetroffen, über Iunglu zum Vice-Ober-Befehlshaber ernannt worden und stark in fremdenfeindlichem Sinne thätig. Li-hung-Tschang hat eine abermalige eindringliche Berufung nach Peking er­halten. Der Vizekönig Tschauchitung von Wutschang ist be­leidigt, weil die englische Regierung die Garantie für eine von ihm geplante Anleihe von 500 000 Taels, die er angeb­lich zu militärischen Zwecken braucht, verweigert, während er einen solchen kleinen Freundschaftsdienst durch sein bisheriges Verhalten den Fremden gegenüber mehr als verdient zu haben glaubt. Telegramme aus Hongkong melden die Zerstörung eines zweiten Hauses der Berliner Missionsanstalt bei Ramon in der Provinz Kiangsi, nahe der Grenze von Kwantung, durch chinesische Soldaten. Bei den Massakres in Tschekiang sind, demDaily Expreß" zufolge, acht englische Damen er­würgt und enthauptet worden. Dasselbe Blatt meldet ferner aus Tschifu, Duanshikais, Unterbefehlshaber von Tuen, berichte von einem scharfen Gefecht mit einer starken Boxertruppe, wobei ihm diese einen Verlust von 22 Todten und ebensoviel Verwundeten beibrachte. Der Kampf fand bei Tehtschau statt. In der Armee Duanshikais mache sich starke Neigung geltend, mit den Boxern gemeinsame Sache zu machen.

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sagen für den Fall, daß die Regierungen mit ihren Vertretern in Peking direkt in Verbindung treten können, mitgetheilt hat. Li-Huug-Tschang habe sofort nach Eingang dieses Tele­grammes neue Verhandlungen mit der chinesischen Regierung eingeleitet.

London, 4. August.Daily Expreß" meldet aus Shanghai, Li-Hung-Tschang habe eine Pi oklamation erlassen, worin er den Boxern empfiehlt sich zu zerstreuen, andernfalls werde er sich an die Spitze seiner Truppen stellen, um sie gewaltsam aus seiner Provinz zu zerstreuen.

London, 4. August. Nach Privatmeldungen aus Shanghai sollen die Russen im Norden von Niutschwang eine schwere Niederlage erlitten haben und infolge dessen die Eisenbahnlinie NiutschwangPort Arthur haben aufgeben müssen.

Petersburg, 4. August. Nach amtlichen Berichten beginnt die Aufständischen-Bewegung in der Mandschurei fortgesetzt an Ausdehnung zu gewinnen. Den Russen ist cs infolge dessen bisher nicht gelungen, nennenswerthe Erfolge zu erzielen. Auch die Nachrichten aus Tientsin lauten ungünstig. Man glaubt, daß es den geringen Streitkräften der Verbündeten nicht gelingen wird nach Peking vorzu­dringen.

Eine Proklamation des Königs Viktor Emanuel III.

Monza, 3. August. König Viktor Emanuel III. richtete folgende Proklamation an die Italiener:

Der zweite König Italiens ist todt. Er, der tapfere Soldat, der den Stürmen der Schlachten entging, der nach dem Willen der Vorsehung unversehrt aus Gefahren hervor­ging, denen er mit gleichem Muthe trotzte, um die allgemeinen Leiden zu lindern, der gute edle König ist als Opfer eines fluchwürdigen Verbrechens gefallen, während er ruhigen und furchtlosen Herzens an der Festesfreude des Volkes theilnahm. Mir war es nicht vergönnt, den letzten Seufzer des Vaters zu vernehmen, ich fühle aber, daß es meine erste Pflicht sein wird, den väterlichen Bahnen zu folgen und seinen Tugenden als erster Bürger Italiens nachzueifern. In diesem er­habenen Augenblicke tiefen Schmerzes stärkt mich das Beispiel meines erlauchten Vaters, des großen Königs, welcher cs ver­diente, der Vater des Vaterlandes genannt zu werden, und gewährt mir Trost die Kraft, die ich aus der Liebe und Er­gebenheit des italienischen Volkes empfange.

Den geliebten und beweinten König überleben seine staat­lichen Einrichtungen, die er treu wahrte und in den 22 Jahren seiner fleckenlosen Regierung zu unerschütterlichen machte. Diese Einrichtungen, welche mir heilig sind durch die Traditionen meines Hauses und weil ich sie als Italiener glühend liebe, werden mit fester und starker Hand gegen jede Antastung und Gewaltthätigkeit, woher sie auch kommen möge, geschützt werden. Des bin ich sicher, das Glück und die Größe Italiens zu verbürgen. Es war der Ruhm meines Groß-