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Nr. 172
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Amtliches Grgan für $taöf~ unö Lanölireis Hausn
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Jm ReNamentheil die Zeile 20 «j, für Auswärts 30 .4.
Donntrkaa den 26. Juli
1900
Aufruf.
Bei der ernsten Wendung der Ereignisse in China hat das Zentral-Komitee der unter Allerhöchstem Protektorat stehenden deutschen Vereine vom Rothen Kreuz nicht gesäumt, die Unterstützung der amtlichen Sanitätspflege durch die Vereinsorganisation dem Reichs-Marineamt anbieten zu lassen.
Dieses Anerbieten ist angenommen worden. Die erste Sendung reichhaltiger Materialien für Verpflegungszwecke, die Gestellung von freiwilligem Personal für Lazarethpflege, sowie die Errichtung zunächst eines überseeischen Vereins-Laza- reths sind in Vorbereitung.
Das Zentral-Komitee erachtet es für seine Pflicht, allen Kreisen in Deutschland, welche an dem Loos unserer braven Truppen herzlichen Antheil nehmen, hiervon Kenntniß zu geben.
Beiträge zur Verwendung für die obengenannten Bedürfnisse nimmt die Schatzmeisterkasse des Zentral-Komitees, Königliche Haupt-Seehandlungskasse, Berlin W., Jägerstraße 21, entgegen.
Die Bildung weiterer Sammelstellen ist erwünscht.
Berlin den 8. Jnli 1900.
Das Zentral-Komitee der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz.
B. von dem Knesebeck, Vorsitzender.
von Spitz, General der Infanterie z. D., L stellvertretender Vorsitzender.
Havenstein, Präsident der Seehandlung, Schatzmeister.
Dr. Koch,
Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Wirklicher Geheimer Rath, II. stellvertretender Vorsitzender.
Dr. Lieber, Generalarzt a. D., Generalsekretär.
Vorstehender Aufruf wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Beiträge werden hier bei der Stadthauptkaffe (Rathhaus) und bei der Kreiskommunalkasse (im Landrathamtsgebäude gleicher Erde, Zimmer Nr. 11) in Empfang genommen.
Die Herren Bürgermeister des Landkreises werden ersucht, in ihren Gemeinden ''Sammelstellen zu errichten, solche durch ortsübliche Bekanntmachung zu bezeichnen und die eingegangenen Beträge bis zum 15. August d. Js. an die hiesige
Kreiskommunalkasse abzuführen. Letztere wird Empfang quittiren.
Hanau, am 17. Juli 1900.
Zweigverein vom Rothen Kreuz.
Der Vorsitzende.
J. N.:
v. Schenck, Königlicher Landrath.
über
den
Amtliches.
LânHAvsrs ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Auf Hof Paters hausen (Kreis Offenbach) ist die Rothlaufseuche erloschen.
Hanau den 25. Juli 1900.
Der Königliche Landrath.
V 6762
v. Schenck.
^taötRreiö >anau.
Bekarrutmachungeu des Oberbürgermeisteramtes.
Die Wirren in China.
Nochmals die „deutsche" Sozialdemokratie und China.
Durch die gestimmte zivilisirte Welt geht ein Schrei des Entsetzens und der Entrüstung über den schnöden Bruch des Völkerrechts, dem die Gesandten in Peking zum Opfer fielen und-den die chinesische Regierung nicht hindern wollte oder in Schwäche nicht zu hindern vermochte. Die gestimmte gesittete Welt ist empört über die beispiellose, fanatische Mordgier des chinesischen Pöbels und der chinesischen Soldatenhorden, die Tausende von Europäern und chinesischen Christen grausam hingcmordet haben, und einmüthig fordert die gesummte Kulturwelt Sühne für die begangenen Frevel und Garantien dafür, daß sich ähnliche Schreckens- thaten im Reiche der Mitte nicht wiederholen können. Einen Fürsprecher aber haben die chinesischen Mörder doch gefunden, die „deutsche" Sozialdemokratie. Ihre Presse fährt fort, während Tausende von Deutschlands Söhnen freiwillig hinausziehen und jedenfalls schweren Kämpfen entgegengehen und ein patriotischer Hauch frischer Unternehmungslust die Volksseele durchzieht, alles Herunterzureißen und zu schänden. Das Hauptorgan wiederholt stets die Phrase, unsere Soldaten würden hinausgesendet, um in China für den „europäischen Kapitalismus" zu kämpfen. Mit Recht richtet ein hauptstädtisches Organ unter diesen Umständen die Aufforderung an die Herren Liebknecht, Singer und Genossen doch ihrerseits freiwillig hinauszuziehen und an der Seite ihrer würdigen gelben Genossen gegen den „Kapitalismus" zu fechten. Dann könnte ihnen doch wenigstens der gebührende Lohn zu Theil werden.
Deutsche Rüstungen.
Von dem Chef des Ingenieur- und Pionier-Korps, Generals der Infanterie, Frhr. o. der Goltz, ist an das ostasiatische Pionier-Detachement folgender General-Jnspektions- Befehl ergangen:
Zu meinem Bedauern vermag ich das Ostasiatische Pionier- Bataillon vor seiner Einschiffung nicht mehr versammelt zu sehen und rufe ihm daher aus der Ferne ein herzliches Lebewohl zu. Ich weiß, daß ich nicht nöihig habe, das Bataillon zur Erfüllung seiner Pflichten zu ermahnen, da die Herzen von Offizieren und Mannschaften in Treue zu unserem Allergnädigsten Kaiser und Kriegsherrn nur für die Ehre, den Ruhm und die Größe des Vaterlandes schlagen und ein Jeder auch schon im Frieden bestrebt war, seine Schuldigkeit nach besten Kräften zu thun. Nur daran will ich erinnrrn, daß es dem Bataillon vergönnt ist, nach langer Friedenszeit zum ersten Male wieder im vollen Ernste des Krieges, unter besonders schwierigen, im Voraus unbekannten Umständen eines fremden Landes den Werth und die Bedeutung der Pionierwaffe für das Gelingen gewagter Unternehmungen zu erweisen. Die Dienste, welche es leistet, werden umsomehr Einfluß auf die weitere Entwickelung der Pioniertruppen gewinnen, als Deutschland, menschlicher Voraussicht nach, in Zukunft öfter als in der Vergangenheit berufen sein wird, seine Fahnen jenseits des Meeres zu entfalten. Dieses Bewußtsein — dessen bin ich sicher — wird jedes Glied des Bataillons, das nur aus besonders tüchtigen Freiwilligen besteht, anfeuern, die geistigen und körperlichen Kräfte bei Lösung jeder ihm zufallenden Aufgabe aufs Aeußerste anzuspannen und es auch den größten Hindernissen mit dem festen Entschlusse ent- gegengeheu lassen, sie unter allen Umständen zu überwinden — wie dies von braven und unerschrockenen Pionieren ge-
Ostasiatischen Reiter-Regiments hat bereits am Sonntag der Divisionspfarrer Hoffrichter einen Abschiedsgottesdienst mit Abendmahlsfeier in der katholischen Pfarrkirche abgchaltcn. Die erst am 3. August aus Potsdam ausrückende dritte Eskadron wird den scheidenden Kameraden bis zum Bahnhof das Geleit geben und dort die Absperrungen vollziehen. Am Dienstag Vormittag besichtigte Prinz Friedrich Leopold in seiner Eigenschaft als Generalinspekteur der vierten Kavallerie- Inspektion auf [bem Bornstedter Felde die Ostasiatischen Reiter.
Am Freitag den 27. Juli 1900, nachmittags von 5 Uhr fordert werden muß. Möge Gottes Segen und das alte ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rath- ' deutsche Kriegsglück dabei jedem Einzelnen zur Seite stehen ' : und ihm frohes Gelingen schenken — das ist der Wunsch,
Hauses, Jimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des ^Gewerbe- gerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.
mit dem ich das Bataillon auf die Wogen des Ozeans hinausbegleite.
Hanau den 26. Juli 1900.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Bulle. 11777
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Zu dem heute stattfindcnden Ausmarsch der 1. und 2.
Eskadron des Ostasiatischen Reiter-Regiments erlassen der
. . , . , Oberbürgermeister Jähne und der Stadtverordnetenvorsteher
^CfiinbCltC unb VttlOICllt Wegcnitünbe etc. ; Pusch einen Aufruf an die Bürgerschaft Potsdams, in welchem
Gefunden: 1 Handtuch nebst Badehose. 1 neuer zur Ausschmückung der Häuser und zu zahlreichem Geleit nach Hundemaulkorb. 1 0,5 Ltr.-Blechgefäß. 1 großer Thor- dem Bahnhof aufgefordert wird. Es steht nach diesem Aufschlüssel. 1 Wagendecke. : ruf zu erwarten, daß ganz Potsdam auf den Beinen sein
Verloren: Auf dem Wege Neue Anlage bis Neu- wird, da der Ausmarsch Abends zwischen 7 und 8 Uhr er- wirthshaus eine goldene Damenuhr Nr. 46801, gegen Be- folgen wird. Zuvor haben die ausrückenden Krieger, soweit lohnung abzugeben. ; sie evangelischer Konfession sind, abends 6 Uhr in der Hof-
Ent laufen: 1 rother Pinscher w. Geschl. ! unb Garnisonkirche einen von Hofprediger Keßler abgehaltenen
Vom Wasenmeister am 25. b. Mts. eingefangen: Abschiedsgottesdienst, zu dem die übrigen Potsdamer Regi- 1 schwarzer Spitz. 1 junger, röthlicher, schottischer Schäfer- menter Deputationen entsenden. Der übrige Raum in der Hund, beide m. Geschl. Kirche steht dem Publikum offen. Für die Katholiken des
Deutsche Verluste.
Der Chef des Kreuzer-Geschwaders theilt unter dem 21. d. Mts. nachstehende Verwundetenlistc nebst Angaben : über den augenblicklichen Unterbringungsort der Verwundeten mit. Besatzung der „Hertha" : Schwer verwundet und an Bord des Dampfers „Köln" der Matrosen-Obermaat Gut- ‘ schmidt; leicht verwundet und an Bord desselben Schiffes ; Obermaat Welle, Matrose Gauso; leicht verwundet und an Bord der „Hertha" Kapitän z. S. v. Usedom (dieser ist ge- : heilt), die Obermatrosen Schnigs und Henning, die Matrosen Jcka, Klarenaar, Huut, Steppou, Goepel ; leicht verwundet : (meist geheilt und in Tientsin) Leutnant von Wolff, Ober- : bootsmannsmaat Fechner, die Bootsmannsmaate Manheim : und Raßler, die Obermatrosen Petersen und Jepp, die : Matrosen Hennessen, Spelter, Bach, Heizer Fälliger. Dc- : satzung der „Hansa" : Schwer verwundet in Dokohama Kapitän- : leutnant Schlieper ; schwer verwundet und an Bord des ; Dampfers „Köln" Leutnant Pfeiffer, Obersanitätsmaat Buermann, Feuerwerksmaat Hellwig, die Matrosen Tusch und Averhof; leicht verwundet und an Bord der „Hansa" die Matrosen Lohmüller und Lahmann ; leicht verwundet (meist geheilt und in Tientsin) Oberleutnant v. Zerssen, die Matrosen Hoerer, Biermann, Kaiser, Giese, Madleuer, Scheibe, Kluge, Waesack, Daniels und Broening, Oberheizer Andersen, Torpedo- Heizer Guertler, Heizer Dambacher. Besatzung der „Kaiserin Augusta" : Schwer verwundet und an Bord des Dampfers „Köln" die Matrosen Froehlich und Roehl; schwer verwundet und an Bord der „Gefion" Bootsmannsmaat Eckardt ; leicht verwundet und an Bord der „Gefion" Obermatrose Breiser; leicht verwundet und an Bord der „Kaiserin Augusta" Torpedomatrose Bachen, Matrose Pfeifer; leicht verwundet (meist geheilt und in Tientsin) die Obermatrosen Gelinski, Kleemann, Weise, Hofleit, Torpcdomatrose Doge, die Matrosen Herrmann, ; Durst, Aluskewitz, Duhnke. Besatzung der „Gefion" : Schwer verwundet und in Dokohama Oberleutnant v. Krohn, Obermatrose Zimmermann, Matrose Jansen; schwer verwundet und an Bord der „Gefion" Oberleutnant Lustig, Heizer Otto; schwer verwundet und in Tientsin Matrose Hamm ; leicht verwundet (meist geheilt und in Tientsin) Bootsmanns- maat Raap, Obermatrose Koburg, die Matrosen Minnow, Wachsmund und Bunk. Besatzung des „Iltis": Schwer verwundet und in Dokohama Korvetten-Kapitän Lans; schwer verwundet und in Tsingtau Obermatrose Splinter, Matrose Schoppengcrd, Letzterer vielleicht schon auf dem hcimgehenden Postdampfer „Stuttgart", Berichterstatter Harrings ; leicht verwundet und auf dem „Iltis" Obermatrose Homann, Matrose Reuts; leicht verwundet auf der „Hertha" Matrose Schweizer. Vom 3. Seebataillon, Alle in Tsingtau : L-chwcr verwundet Gefreiter Schmedehausen, die Seesoldatcu Kupfer, Jost, Richter II; leicht verwundet und meist geheilt Feldwebel Klein, Unteroffizier Schulze, die Gefreiten Zander, Scherer, Meinecke, die Seesoldaten Beitz, Stephan, Holz, Oerler, Trapproth, Gehricke, Müller VII, Cordt, Kappler, Rott II, Strasser, Müller II, Wacker, Pfisterer, Dellstedt, Heißmann, Dietrich, Mattlin, Schreiber, Brand. Die an Bord des Dampfers „Köln" und in Tientsin befindlichen Verwundeten sollen mit diesem Dampfer nach Dokohama fahren. — Der gefallene Matrose von der „Kaiserin Augusta" heißt Offcrma/ nicht Oppermann.
Der telegraphische Verkehr mit dem deutschen ostasiatischen Expeditionskorps.
Berlin, 25. Juli. Der „Berl. Korrcsp." zufolge traf das Reichspostamt im Einvernehmen mit dem Kriegsministerium und dem Reichsmarineamt eine Einrichtung, die den telegraphischen Verkehr vom ostasiatischen Expeditionskorps nach der Heimath zu mäßigen Sätzen, in gewissen Fällen sogar unentgeltlich, ermöglicht. Ein Verzeichnis von etwa ,100 Nachrichten, für die während des Kriegszustandes erfahrungsgemäß ein allgemeines Bedürfniß vorliegt, wurde aufgestellt. Jede dieser Nachrichten hat fortlaufende Nummern, außerdem erhielt jeder Soldat des Expeditionskorps eine Nummer, worunter sein Name und eine von ihm bestimmte Adresse in der Heimath eingetragen ist. Das Feldtelegramm des Soldaten