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Amtliches Avgan fir $fa5f~ unö LauSkrers Hanau

Erscheint täglich mit AvSaahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 153.

Mittwoch den 4. Juli

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Im ReNamentheU die Zeile 20 ^, fit »urwärt, 30 *

1900

Amtliches.

^tadt&rew ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Ferien des Stadt-Ausschusses für den Stadtkreis Hanau beginnen am 21. Juli d. Js. und endigen am 31. August d. Js.

Während der Ferien dürfen Termine zur mündlichen Ver­handlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen ab­gehalten werden. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau den 2. Juli 1900.

Der Vorsitzende des Stadtausschusses.

J. V.: B o d e. 10577

Bekanntmachung.

Dir diesjährigen Durchschnitlsmarktprcise d. Js. waren folgende:

1. Weizen â 100 Kilogramm.... 16

â 1 Hektoliter .... 13

2. Roggen â 100 Kilogramm .... 15

â 1 Hektoliter .... 11

3. Gerste â 100 Kilogramm.... 16

â 1 Hektoliter .... 10

4. Hafer L 100 Kilogramm.... 15

L 1 Hektoliter .... 6

5. Kartoffeln ordinäre 5 100 Kilogramm 4

englische 5100 9

6. Welschkorn 5 100 Kilogramm . . 16

7. Roggenstroh â 50 . . 1

8. Haferstroh â. 50 . . 1

9. Gerstenstroh â 50 . . 1

10. Heu L 50 . . 3

11. Buchenscheitholz â 1 Raummeter . . 11

12. Eichenscheitholz â 1 . . 8

13. Tannenscheitholz â 1 . . 9

Hanau den 3. Juli 1900.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Bode.

zu Johanni

M. 40 Pfg.

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12 97 82

58 94 31 72

50 00 00

92 66 55 55 00 00

50

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10576

Handelskammer zu Hana«.

Die seit dem Jahre 1880 erschienenen Patentschriften über die von dem Kaiserlichen Patentamte zu Berlin in den sämmtlichen 89 Patentklaffen ertheilten Patente können

in dem Sekretariate der Handelskammer (Stadtschloß hierselbst) an Werktagen von 9*,'»12'/s Uhr vormittags und von 35 Uhr nachmittags von Jedermann ««entgeltlich eingesehen werden.

Um auswärts wohnenden Interessenten Ge­legenheit zu geben, sich über ertheilte Patente zu unterrichten, gibt das Sekretariat einzelne Nummern der Patentschriften ans kürzere Zeit auch leihweise ab.

Hanau den 4. Juli 1900.

Die Handelskammer. Canthal.

214 Der Sekretär: Steller.

Tagesschau.

Kirchliche Kundgebung.

Die außerordentliche Generalsynode stimmte vor Eintritt in die Tagesordnung einstimmig auf Antrag des General- superintendenten D. Holzheuer-Magdeburg folgender Kund­gebung bei:Tieferschüttert durch die neuesten Schreckens­nachrichten aus Peking und New-Dork, erhebt die General­synode ihre Stimme und ruft die deutsche Christenheit an, sich ob dieser Heimsuchungen von Neuem um den lebendigen Gott zu fchaaren in dem Gebet um den wahrhaftigen Trost und um seinen starken Beistand in allen Nöthen."

(Wirklicher Geheimer Rath Braunbehrens,

der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, ist jetzt in den Ruhestand getreten. Braunbehrens steht im 68. Lebensjahre. Nachdem er eine Reihe von Jahren im Justiz­dienste als Kreisrichter thätig gewesen war, trat er 1873 als Regierungsrath in die allgemeine Verwaltung. Im Jahre 1896 wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädikate Exzellenz verliehen. Im Jahre 1890 zum Präsidenten der Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte ernannt, hat Exzellenz Braunbehrens durch zehn Jahre hindurch den Vorsitz dieser Kommission ge­führt. Er wird feine umfassenden Kenntnisse auf den ver­schiedenen Rechtsgebieten auch weiterhin in den Dienst dieses Amtes stellen. Er soll, wie verlautet, durch Verleihung des erblichen Adels ausgezeichnet werden.

Die Trauung des Erzherzogs Franz Ferdinand.

In der einfachsten und bescheidensten Weise hat am Sonntag in der Kapelle des Schlosses Reichstadt die Trau­ung des österreichischen Thronfolgers mit der Gräfin Sophie Chotek stattgefunden. Ueber die kirchliche Feier wird aus Wien, 1. Juli, gemeldet: Heute Vormittag 11 Uhr fand in der Kapelle des Schlosses Reichstadt die Vermählung des

Erzherzogs Franz mit der Gräfin Chotek statt. Nur die nächsten Familienmitglieder wohnten der Zeremonie bei, und zwar die (Stiefmutter des Erzherzogs mit ihren zwei Töchtern, ferner Mitglieder der Familie Chotek. Die Trauung voll­zog Dechant Hickisch von Reichstädt unter Assistenz des Guardians des dortigen Kapuzinerklosters und des Beicht­vaters der Erzherzogin Maria Therese. Die Braut wurde von ihrem Bruder und dem Erbprinzen Loewenstein, der der Neffe der Erzherzogin Maria Therese ist, zum Altar geführt. Sie trug ein weißes Ntlaskleid mit Spitzeuübcrkleid mit Myrthen und Orangenblüthcn eingesäumt. Im Haar trug sie ein herrliches Brillant-Diadem, ein Geschenk' des Erz­herzogs, an dem der Schleier befestigt war. Ihre Wangen waren blaß. Auch Erzherzog Franz, der die Stiefmutter Maria Therese führte, war sichtlich erregt. Er trug die Feld­zeugmeister-Uniform, den Orden vom goldenen Vlies und das grün-rothe Band des Stefans-Ordens. Der Erzherzog sprach das Jawort mit lauter und fester Stimme, indem er dabei seinen Blick auf die Braut wendete und auf sie gerichtet hielt, bis auch sie das Jawort gesprochen. Nach dem Ringwechsel schloß der Dechant seine Ansprache mit folgenden Worten: Mögen diese Trauringe allezeit Zeugen Ihres ungetrübten ehelichen Glückes sein, das ist der heiße Wunsch vieler Mil­lionen Herzen, insbesondere auch der, die jetzt in Ihrer Nähe weilen. Nach.Schluß wurde auf der Orgel die österreichische Volkshymne gespielt, das einzige Zeichen, daß ein Mitglied des kaiserlichen Hauses getraut worden war. Zu bemerken ist noch, daß der Dechant die Braut noch als Gräfin Sophie Chotek ansprach; offenbar wurde ihr erst nach der Trauung das kaiserliche Handschreiben überreicht, wodurch ihr als Ge­mahlin des Erzherzogs der Rang und Titel einer Fürstin Hohenberg verliehen wurde. Um 2 Uhr verließ das neuver­mählte Paar Reichstadt und fuhr nach Schloß Konopitscht.

Das Attentat auf den Prinzen von Wales vor Gericht.

Am Montag Vormittag begann vor dem Brüsseler Schwurgerichte die Verhandlung gegen Sipido und Gen. wegen des Attentats auf den Prinzen von Wales. Sipido erklärt in seinem Verhör, das Attentat sei nur die Folge einer Prahlerei, aber kein von langer Hand vorbereiteter Mordversuch gewesen und bestätigte die in der Voruntersuchung festgestellten Einzelheiten. Nach Vernehmung des Mitange­klagten Meets wird die Verhandlung auf Nachmittag vertagt. In der Nachmittagssitzung wird die Vernehmnng der Ange­klagten beendet, welche nichts Neues aussagen.

Feuilleton.

Tkl AuMcg des ZcMclinschlii Lustschisfcs.

< Friedrichshafen, 3. Juli.

Gestern Nachmittag 5 Uhr kam der DampferKönig Karl" mit den Gästen und der kleine DampferBuchhorn" mit 100 Mann von der Feuerwehr, Turnerschaft und von dem Weingartner Regiment vor der Ballonhalle an. Wie Tags vorher, herrschte morgens leichter Ostwind, mittags Westwind. Gegen 7'/, Uhr traten in den unteren Theilen der oberen Luftschichten günstige Windverhältnisse ein. Die Mannschaften zogen den Ballon theilweise aus der Halle. Alsdann spannte sich der DampferBuchhorn" vor und schleppte das Luftschiff aus dem Bereich der Halle. Es war 73/a Uhr, als das Kommando ertönte:Los! vier Meter Stricke Nachlassen !" Hierauf hob sich der Koloß in langsamem Aufstieg 510 Meter. Nochmals ertönte das Kommando: Höher!" und cs fielen die Stricke von dem Ballon. Es war ein erhabener Moment. Frei schwebte der bisher in Ketten gehaltene Ballon unter den tausendstimmigen Hurrahs der Zuschauer. In der vorderen Gondel saßen Gras Zeppelin, ihm zur Seite Professor Basler-München mit den meteoro­logischen Instrumenten und ein Monteur; in der hinteren Gondel saßen der bekannte Afrikareisende Eugen Wolf und ein Monteur. Bei südlichen bis südwestlichen Winden triefe der Ballon erst gegen ©üben bis auf 400 Meter. Dann bog er ab und wandte sich gegen Norden. Einmal senkte sich die Spitze gegen unten, hob sich aber wieder nach oben und der Ballon drehte sich um seine Achse, indem er durch solche Manöver seine Lenkbarkeit darthat. Auf einmal fällt der Ballon sichtlich, hebt sich wieder, bis das rasche Sinken auffallend wird und plötzlich die Gondeln, den Ballon über

sich, auf dem See bei der Landungsbrücke Jmmenstadt schwimmen. Nach 18 Minuten auf 3 Kilometer Entfernung wurde das Luftschiff genöthigt, zu landen, wobei die äußere Ballonhütte beim Hängenbleiben an einer Nichtungsnadel be­schädigt wurde. Von der Besatzung wurde Niemand verletzt. Das Urtheil geht übereinstimmend dahin, daß das Balanciren vortrefflich ging, daß aber die Lenkschrauben noch mangelhaft funktioniren und daß die Tragkraft für diesen Riesenkörper zu gering sei. Um 9 Uhr abends wurde der Ballon von den DampfernKönig Karl" undBuchhorn" auf die Floßbrücke aufgeladen und nach Manzell zurückgebracht. Das Problem der Lenkbarkeit des Luftschiffes ist seiner Lösung offenbar ganz nahe, wenn auch beim ersten Male der Ballon mehr mit als gegen den Wind getrieben wurde. In den Auffahrlsversuchen wird zunächst eine Pause eintretcu. Unter den Zuschauern befand sich auch gestern wiederum die Prinzessin Therese aus Villa am See. Eine andere Meldung besagt: Bei dem gest­rigen ersten Aufstiege des Luftschiffes des Grafen Zeppelin, der vollständig gelang, ging der Auf- und Abstieg glatt vor sich. Die Fahrt wurde bei einer Windgeschwindigkeit von 8 Meter in der Sekunde ausgcführt. Zurückgelegt wurde in einer Höhe von etwa 400 m die Strecke von 6 Kilometern in 171/» Minuten. Die Höhen- und Seitensteuerung bewährte sich vollständig. In Folge einer Verschlingung der Zugseile, des Laufgewichts und der Seitenstcuerung versagte nach längerer erfolgreicher Manöverirung später die Seitensteuerung. Da es dunkel wurde, wurde die Fahrt eingestellt und das Schiff auf einen Panton verankert und in die Halle geschleppt. DieStraßburger Post" berichtet: Tas Luftschiff hat tadel­los funktionirt. Die Schraubenwirkung war sehr groß, die Stabilität vorzüglich, ebenso die Steuerfähigkeit. Während des ersten Theils der Fahrt gehorchte das Schiff völlig dem Steuer und den Schrauben, sodaß es gegen und mit dem Wind bequem gefahren werden konnte. Das Luftschiff be­

schrieb zunächst eine große geschlossene Kurve. Ebenso glückten die Versuche, die Stellung der Längsachse zur horizontalen zu ändern und hierdurch die veritikale Bewegung des Ballons zu erzielen. Beim zweiten Theil der Fahrt gcricth die eine Steuervorrichtung in Unordnung, sodaß nur einseitige Steuerung möglich war. Graf Zeppelin müße in Folge dessen, um bei einem ziemlich heftigen Winde über der Secfläche zu bleiben, eine Vor- und Rückwärtsbewegung des Schiffes einleiten, welches das Fahren einer regelmäßigen Kurve verhinderte. Dieser Grund war es auch, der den Entschluß zur Landung herbeiführte, die unter allen Umständen auf dem See er­folgen mußte. Der Asronaut Führer Baron v. Bassus beschloß in Folge dessen die Landung, die in kurzer Zeit glatt und geschickt vollzogen wurde. Die Gondeln des Ballons setzten auf der Secoberflâche völlig horizontal auf, ohne irgendwie Wasser zu schöpfen, sodaß der Ballon als riesiges Luftschraubenboot auf der Secoberfläche in völligem Gleichgewicht schwamm. Die Fahrer blieben in den Gondeln, bis das Abfahrtsfloß hcrbcigefchleppt war, hierauf wurde der Ballon entlastet und allmählig auf das Floß gebracht, das ihn in seine Halle zurückbrachte.

Am Hofe des Schahs.

Eine Skizze zum Europa-Besuche des Schah'è.

12 Von Heinrich E. Weidner.

(Nachdruck »ertöte».)

Nur noch wenige Tage und der Schah beginnt seine Be­suche an den europäischen Höfen. Wenn man aus höfischen Titeln einen Schluß ziehen dürfte, so müßte der persische Schah einer der mächtigsten Monarchen der Welt sein. Denn Massuffer-ed-Din, der Schahynschah oder König der Könige, führt amtlich u. e. die Bezeichnungen als: Zuflucht der Welt, Mittelpunkt der Welt, Schatten Gottes, Herr der glücklichen