-Mes Blatt.
gg3»Äxe«eÄt»» Preis -
Jährlich 9 .M.
.WMHrl. 4^50* vierteljährlich 3 ^ 25 <>.
Mr auswärtig^ M««mtea mit dem betreff ettben Mstautschtag.
Sie einzelne KilMmer koAÄ
Zugleich
Amtliches Grgsu für 6faöt- unö LsnSKreis Haunu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
eiwrä<fung*> gebühr
ffr Stadt» und Saut» freie Hanau 10 4 I* »gespaltene Garmtmd» geile oder deren Kaum, für Auiwärt» 15 4
Zm Reklainentheil die Zeile 20 ^, fit «uiwärt, 30 ^.
Nr 144 Sümstaff den 23. Juni 1900
■UffBB^— iHMWMtW ■lllll^■l)l■^MIIlml■™■ll^W^JT7■ffWffl^-mHrW^|B^|rF^BmW^||^mwWB|yP!WWW^XCT^^
Amtliches.
^and^reigs jbanait.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Nach dem Bundesrathsbeschlusse vom 17. März d. Js. sollen in der Zeit vom 25. bis 30. Juni d. Js. Ermittelungen über die landwirthschaftliche Bodenbenutzung, verbunden mit einer Erhebung über den Bestand und Ertrag der nach Besitzarten unterschiedenen Forsten und Holzungen vorgenommen werden.
Die erforderlichen Erhebungs- und Anleitungs-Papiere werden den Herrn Bürgermeistern und Gutsvorstehern in den nächsten Tagen von hier ans zugehe,l.
Ich mache die Kreis-Einwohner darauf aufmerksam, daß, um die in Rede stehende Bodenbenutzungs-Statistik zu erlangen, eine freiwillige Mitwirkung sachümdigcr Männer, insbesondere der Mitglieder der landwirthschaftlichen Vereine, angesehener Landwirthe und ansässiger Ortscinwohner in den Schätzungskommifsionen in Aussicht genommen ist.
Es wird vorausgesetzt, daß die gedachten Personen angesichts der Wichtigkeit dieser Erhebung bereit und in der Lage sind, durch ihre Erfahrung und Ortskenntniß die angeordneten Ermittelungen thatkräftig zu fördern und auf einen so hohen Grad der Zuverlässigkeit zu erheben, daß sie sich von der Wirklichkeit nicht, oder doch nur^venig fern halten. Nur, wenn dies der Fall ist, kann die Statistik dem Klein- und Großverkehr den erwarteten Nutzen gewähren.
Daß die Landwirthe sich bei der Lösung dieser Aufgabe in hervorragender Weise betheiligen werden, ist ebenso lebhaft zu wünschen, wie zuversichtlich zu erwarten.
Hanau den 11. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 5463 I. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.
Der seitherige Regierungs-Sekretär Reinhardt in Cassel ist vom 1. Juli d. Js. ab unter Uebertragung der Verwaltung des Domänen-Rentamts Hanau zum Domänen- rentmeister ernannt worden.
Hanau den 18. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 4313 v. Schenck.
Ortspolizeidiener Karl Fritz in Dörnigheim ist zum Schlachtviehbeschauer für den Schaubezirk Dörnigheim an Stelle des verstorbenen Ortspolizeidieners Georg Rauch daselbst bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 16. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 5314 v. Schenck.
Tagelöhner Karl Heck von Bruchköbel ist zum Wasenmeister der Gemeinde Bruchköbel bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 16. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 5632 v. Schenck.
^tadUtrcis «&cmaxu Hekamttmachrmgen des Oberbürgermeisteramtes.
Sitzung der Stadtverordneten- BersammLung
am Mittwoch den 27. 3««i 1900, nachmittags 5 Uhr im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
Einführung und Vereidigung des neu gewählten Stadtbauraths durch den Herrn Oberbürgermeister.
1. Erlaß eines Gcmeindcbeschlusses, betr. die Einführung und Untersuchung von nicht im städt. Schlachthofe ausgeschlachtetem frischen Fleisch.
2. Neue Schlackthofordnung für den städtischen Schlachthof.
3. Gewährung einer Entschädigung in Höhe der Gemeindesteuer vom Diensteinkommen für diejenigen Volksschullehrer, welche an der höheren Mädchenschule und den beiden Mittelschulen angestellt und nicht bereits persönlich von Gemeindesteuern befreit sind.
4. Mehrbewilligung von je M. 1236 auf Abth. VII E und F, Titel 11,1 für 1900 für die Lehrer-Ruhegehalts- kasse.
5. Formelle Nachbewilligung von M. 500 auf Abth. VII C, Tit. 1,12 zum Gehalt des Lehrers Schützler.
6. Abrechnung über die Kosten der Volksunterhaltungsabende des Ausschusses für Volksvorlesungen.
7. Abänderung der Bestimmungen für die Spitz'sche Stiftung.
8. Errichtung eines Gebäudes für die Kleinkinderschule und Kinderkrippe.
9. Friedhofsordnung.
10. Verwaltungsordnung für die städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke.
11. Vorschriften für die Entnahme von elektrischem Strom von dem städt. Elektrizitätswerk zum Privatgebrauch.
12. Bewilligung von M. 2548 für Verbesserung der Heizung im Stadttheater, für Herstellungen in demselben und für Beschaffung zweier Zimmerdekorationen.
13. Nachbewilligung von M. 9500 für Fertigstellung der Pumpstation am Kanalthor.
14. Besetzung einer Bureanasststentenstelle heim Gas- und Wasserwerk in IV. Gch.-Klassc (1800—3000 M.)
Moutag den 25. d. M., nachmittags 5 Uhr, Sitzung des Finanz- und Bauausschusscs, Tagesordnung wie vor.
Hanau den 22. Juni.1900.
Der Stadtverordnetcuvorstehcr-Stellvcrtreter.
Küstnër. 10060
Vereinsregister.
Eingetragen ist heute der Spessart-Touristen- Verein, eingetragener Verein zu Hanau. Die Satzung ist am 12. April 1900 errichtet. Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich; die gerichtliche Vertretung des Vereins kann er einem Mitglieds des Vorstandes übertragen, dessen Legitimation durch eine vom Vorstände vollzogene Ausfertigung des SihtlugsprotokoUcs geführt wird. Der Vorstand hält zur Erledigung seiner Geschäfte besondere Sitzungen und ist bei Anwesenheit dreier seiner Mitglieder beschlußfähig; er kann in unvorhergesehenen Fällen über eine Ausgabe bis zu 20 M. selbständig verfügen, im klebrigen werden die Angelegenheiten des Vereins durch Beschlußfassung in den Versammlungen der Mitglieder geordnet. Die Zeichnung des Vereins geschieht durch einen der Vorsitzenden und einen der Schriftführer gemeinschaftlich. Den Vorstand des Vereins bilden der Kunstgärtner Carl Schmellenberg, 1. Vorsitzender, Fabrikant Heinrich Gertenbach, 2; Vorsitzender und Bibliothekar, Gürtler Louis G ü n z, Kassirer, Hauptagcnt Wilhelm de Groote, 1. Schriftführer, Bureauvorsteher H er m ann K i e ß l i n g, 2. Schriftführer und Bibliothekarvertreter, fämmtlich in Hanau.
Hanau den 18. Juni 1900.
Königliches Amtsgericht 5. 10019
Die Ortskran kenkasse befindet sich von heute ab Französische Allee Nr. 181.
Hanau, 21. Juni 1900.
Der Vorstand der .Hanauer Ortskrankenkasse.
Müller, Vorsitzender. 9908 Gefundene und verlorene Gegenstönde etc.
Gefunden: 1 kleiner, schwarzer Kinderschuh. 1 biblische Geschichte. 1 Notizbuch. 1 weißer Kinderstrohhut. 1 gelb- und blaugestreiftes, gestricktes Portemonnaie mit weißem Bügel und mit 45 Pfg. Inhalt. 2 Stückchen Goldchanier. 1 goldener Manschettenknopf. Zn geflogen: 1 Kanarienvogel. ;
Vom Wasenmeister am 22. d. Mts. eingefangen 1 Dalmatinerhund m. Geschl.
Hanau den 23. Juni 1900.
Kleines Feuilleton
Zur 500jährigen Gutenbergfeier.
Das goldne Mainz am grünen Rhein Begeht ein hohes Fest, Zu dem die ganze weite Welt Sich froh entbieten läßt.
Aus ihren stolzen Bücherei'n
Hat Schätze sie entsandt Zum Preis der „schwarzen Kunst" — und dem
Zum Lob, der sie erfand!
Heil Gutenberg! Was Du ersannst,
Ein kühner Denkerheld, Das ward zu einer Herrschermacht, Zu einem Licht der Welt!
Die Saat, die hoffend Du gestreut,
Die reichsten Früchte trug, Und Dein beweglich Letternheer Der Wahrheit Feinde schlug.
So dringe vor in Kampf und Sieg Und mach' des Friedens mehr. Allzeit mit Dir verbündet sei
Der Geist von oben her!
Und weil Du Waffen hast des Lichts,
Führ sie mit kühnem Streich Im Kriege mit der bösen Macht, Daß komme Gottes Reich.
Aus Kunst und Leben
Krischan und der Grotzherzog von Oldenburg:
In der „Vossischen Ztg." lesen wir folgende hübsche Geschichte vom verstorbenen Großherzog: Eines Tages verbreitete sich in meinem heimathlichem Heidedorfe die Nachricht, der junge Großherzog werde am anderen Morgen durch Ahlhorn kommen. Zur bestimmten Stunde war an dem einsamen Posthause eine ansehnliche Volksmenge versammelt. Es waren Bauern der Umgegend, sämmtlich wohlhabende Landwirthe, die nichts von dem Fürsten wollten, sondern die es drängte, ihn zu begrüßen. Abseits von dem Haufen stand einsam ein alter Mann. Er trug mächtige Holzschuhe an den Füßen und trotz der brennen
den Sonne eine Fuchspelzmütze auf dem spärlichen weißen
den Sonne eine Fuchspelzmutze auf dem spärlichen weißen sein Bauer nach dem Wollvcrkaufe vorsichtig die Pistolen der Haar. Er mußte weit hergekommen sein, denn nur der Post-1 Händler wägt. Wenige Wochen später keucht der Postbote in meister Oltmanns kannte ihn. Oltmanns freilich kannte jeden' glühendem Sonnenbrände durchs Dorf. Er kam nur zweimal Menschen, alt und jung, in meilenferner 9tunbe. 'Und Olt- wöchentlich, am Mittwoch und Samstag, um seine Briefe im manns trat jetzt zu dem Einsamen und Verlassenen. „Krischan, j Wirthshause neben der Kirche abzugeben; dort mochten sie was willst Du hier?" „Jrh will ihm was sagen." „So,: lagern, bis sie abgeholt wurden, nachdem es sich hernmge-
was willst Du denn sagen?" „Sie wollen mir die Pension nicht geben." „Ja, hast Du denn das auch aufgeschrieben?" „Ausgeschrieben? Nein, so viel kann ich nicht schreiben." ^^.. ru.. „v“vv^ , i^a.cli »«weycn umy meaaueru, „Thut auch nichts, Krischan; sag's ihm nur und ich will Dir „was ist denn los?" Aergerlich trocknete sich der Postmann helfen." _ Wenige Minuten später hielt der Hofwagen vor dem das triefende Gesicht. „Ich muß nach Scharrel, dort ist so Posthause. In dem Fonds des Wagens lehnt ein junger ein dummer Schäfer, der hat seine Pension nicht gekriegt und Herr, frisch und gesund wie Ros'- und Apfelblüthe. Alle die muß ich ihm bringen." „Aber hätte das nicht Zeit bis Mützen flogen von den Köpfen und lächelnd erwiderte der'morgen gehabt?" „Nein, cs muß expreß bestellt werden." Großerzog den Gruß. Dann trat der Postmeister an den Und seufzend geht der Mann der Heide zu. Am anderen Wagenschlag und meldete, daß wische Pferde bereit ständen, j Tage stand Krischan in einem Vorzimmer des großherzog- Und nun fügte er hinzu: „Ein armer Schäfer bittet um lichcn Residenzschlosses zu Oldenburg. Ein schwerer Nacht- Gehör", und mit einem kräftigen Ruck bringt er Krischan marsch lag hinter ihm, und dennoch reckten sich kräftig die alten an die Wagenseite. Krischan zieht seine Pelzkappe vom Kopfe. Sehnen in den Schuhen. Er muß den Großherzog sprechen, Der Schweiß rinnt ihm über das verwitterte Gesicht und nur und er wurde vorgelassen. „Herr Landesvater", sagte er glücklich, mühsam bringt er seine Worte hervor. „Herr Landesvater, sie „ich habe die Pension, ganze 12 Thaler, und nun will ich wollen mir die Pension nicht geben." „Welche Pension?" zurückzahlen. Und vorsichtig wickelte er die zwei Goldstücke
I „Die von Waterloo." „Und warum nicht?" „Die Schreiber in Vechta sagen, ich hätte genug bekommen und die Sache müsse endlich ein Ende haben." „Wie lange hat man Ihnen die Pension entzogen?" „Ich habe seit vier Monaten nichts mehr bekommen." „Und wieviel beträgt die Pension?" „Drei Thaler monatlich." „Krischan, ist das alles so, wie Sie gesagt haben?" „Herr Landesvater, ganz wahrhaftig so." Der Großherzog langt in die Tasche. „Krischan, hier ist vorläufig etwas. Und nun gehen Sie ruhig zu Ihren Schafen; die Pension kommt." Der Wagen rollt davon; Krischan aber steht und besteht sich seinen Schatz. Zwei blanke Doppellouisdor! Und Gold steht er doch nur, wenn
sprochen hatte, für wen ein Schreiben angelangt sei. Nun aber war cs Freitag, cs mußte also etwas Außerordentliches geschehen sein. „Poppken", fragten deswegen auch die Bauern,
Jch muß nach Scharrel, dort ist so
Am anderen
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 16 Seiten