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Vanauer Anzeiger
2 Juni ,
erkennt das Vorhandensein wirtschaftlicher Bedenken an und spricht sich gegen die Vorlage aus. Ein Antrag des Land- tagsabgeordneten Macco zu Siegen betrifft bessere Instandhaltung und Reinigung der D-Züge, insbesondere der Aborte, sowie Sorze für stetes Vorhandensein frischen Wassers. Die Berechtigung der Beschwerden wird von der Eisenbahnverwaltung im Allgemeinen zugestandcn; es sind s. Zt. verschiedene Verbesserungen in Vorbereitung. Es sollen nach und nach die halben Speisewagen durch große Speisewagen ersetzt werden; Letztere verursachen einen Kostenaufwand von je 50 000 Mk. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Ein Antrag des Direktors der Zuckerfabrik Maingau zu Hattersheim, Hrn. Güttler, betreffend den telephonischen Anschluß der Gütcrabfertigungssteilen an die Zentraltelephonstelle der betreffenden Stationen wurde einstimmig angenommen. Uebrigens hat inzwischen der Eisenbahnminister bereits durch einen Erlaß im gleichen Sinne den Eiscnbahndirektioncn Anweisung gegeben. Der Handelskammervorsitzcnde Kommer- zienrath Koch zu Gießen hatte einen Antrag gestellt betreffs Einrichtung einer Schnclzugsvcrbindung mit 3. Wagenklasse in der Richtung Frankfurt a. M.-Hannover mit Anschluß an Schnellzug 8 oder Schnellzug . 10 der Main-Ncckarbahn. Dieser Antrag wurde zwar angenommen, indeß unter dem Widerspruche der Eisenbahnverwaltung, welche darlegte, der jetzige Fahrplan enthalte schon viele Verbesserungen, neue könnten nur nach und nach eingeführt werden. Ein erneuter Antrag desselben Herrn auf Herstellung einer durchgehenden Schnellzugsverbindung Gießen-Köln mit Gegenzug wurde angenommen.
Frankfurt a. M., 1. Juni. (Neues aus dem Zoologischen Garten). Ein werthvolles Geschenk hat der Garten von einem Freunde des Instituts, Herrn Carl Maschmeyer aus Köln erhalten. Derselbe brachte, von seiner Farm auf Sumatra zurückkehrend 3 Orang-Utans mit, von denen er ein junges Weibchen dem hiesigen Garten überließ. Der Orang, der den Namen „Seemann" führt, ist abweichend von der früher hier gezeigten Rasse, die von Bornes stammte; er wurde aus den Alas-Lândcrn gebracht und manche Naturforscher bezeichnen diese Locabrasse als eigene Art. Seemann ist weit zutraulicher und teilnehmender an seiner Umgebung, als diejenigen, welche früher in Frankfurt gezeigt wurden. Er mustert, meist auf seinem Stuhl sitzend, die Beschauer mit sichtlichem Interesse und ist für kleine L-cherze und Schmeicheleien fast so zugänglich, wie für seine Milchflasche. Rührend ist seine Zärtlichkeit gegen den Wärter, dem er, wie ein kleines Kind fast beständig am Halse hängt. Bei gutem Wetter wird er im Garten spazieren getragen, sitzt wie ein Baby auf dem Arme und läßt sich mit sichtlichem Behagen die Sonne auf den langen rothen Pelz brennen. — Der aufmerksamen Pflege während der Seereise ist es zu danken, daß das Thier abgesehen von einem Schnupfen bei guter Gesundheit ist, und die Aussichten, es einige Zeit am Leben erhalten zu können größer sind, als bei den seither importieren. — Jm Zoologischen Garten findet an den beiden Pfingstfeiertagen nachmittags und abends Doppel-Konzert unter Mitwirkung des 81. Infanterie-Regiments statt. Das Früh- Konzert am Pfingstmontag teiln nicht, wie seit vielen Jahren bis 9 Uhr ausgedehnt werden, sondern wird infolge polizeilicher Beschränkung nur bis '/-9 Uhr dauern. — Der sonst auf den ersten Sonntag jeden Monats fallende 20 Pfennig-Vormittag ist der Pfingstfeiertage wegen diesmal auf den 10. Juni verschoben.
Darmstadt, 1. Juni. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer interpcllirte der Abg. Schmeel die Regierung wegen des Standes der Verhandlungen über den Ankauf der fürstlich I senburg - Birsteins Waldungen. Der Vertreter gab hierauf eine eingehende Darlegung, durch welche die in der jüngsten Zeit in der Presse gebrachten Mittheilungen als durchaus falsch gekennzeichnet wurden. Der Abg. Schmitt brachte einen von sämmtlichen Abgeordneten der Kammer unterzeichneten Antrag ein, die Regierung zu ersuchen, den Wald käuflich zu erwerben, eventl. bei einer Versteigerung entsprechende Gebote zu machen.
Marktbericht.
Hanau, 2. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 30 Pfg., Erbsen 35 Pfg., Linsen 45 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben das Pärchen 80 Pfg.; ein alter Hahn 1,20 Mk.; ein Huhn 1—1,20 Mk.; eine Ente 1,60—1,80 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 70 Pfg., Aal 1,20 Mk., Hecht 1,20 Mk., Barben 70 Pfg. Bresem 70 Pfg. = Oi kg; Gemüse: Merrettig die Stange 15—20 Pf., Spargel das Pfund 50—70 Pfg., Blumenkohl das Stück 50—80 Pfg., Kopfsalat das Stück 5—10 Pfg., Rettig das Stück 10 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 12—15 Pfg., Gurken das Stück 20—50 Pfg., gelbe Rüben das Bund 15—18 Pfg., Neue Erbsen die Portion 30 Pfg., Neue Bohnen das Pfund 65 Pfg., Schnittkohl die Portion 20—30 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 30 Pfg., Spinat die Portion 10 bis 20 Pfg., Lattig die Portion 10 (Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Kirschen, das 0» kg 50 Pfg., Acpfel das Stück 6 Pfg., Citronen das Stück 7—8 Pfg., Apfelsinen das Stück 5—15 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pftmd 1,10 bis 1,25 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 4-6 Pfg., Zwiebel das Doppelliter 25 Pfg., Radieschen das Bündel 3 Pfg., Kastanien das Os kg 15 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. — Vs kg. Buchenholz der Meter 10 bis 12 Mk.
Verloofungeu.
Kölu-Mindener Eisenbahn 100 Thlr.-Loofe vom Jahre 1870. Ziehung am 1. Juni. Gezogene Serien: Nr. 518 1289 1855 2824. Die Prämienziehung findet am 1. August statt.
Badische 100 Thlr. - Loose vom Jahre 1867. Ziehung am 1. Juni 1900. Am 2. April gezogene Serien: Nr. 13 306 321 375 378 387 406 431 482 541577 601 614 656 662 665 666 718 749 809 812 859 873 962 968 987 998 1043 1053 1079 1140 1234 1320 1328 1353 1432 1468 1550 1645 1698 1725 1774 1776 1784 1795 1833 1862 1866 1870 1902 1905 1940
1977 2022 2053 2091 2143 2149 2274 2361 2364
2374. Hauptpreise: Nr. 53930 120 000 Mk. Nr. 89749
36 000 Mk. Nr. 16001 12 000 Mk. Nr. 118038 4800 Mk. Nr. 93054 104508 je 2400 Mk.
Vermischte Nachrichten.
Wohl noch nie dagewesen ist ein Vorfall, der sich am 30. b. M. abends im Kgl. Hoftheater zu Stuttgart ereignete. Es sollte das Sudermann'sche Stück „Das Glück im Winkel" gegeben werden. Die Theaterbesucher hatten schon alle ihre Plätze eingenommen. Die Zeit des Beginns war bereits verstrichen und das Theaterpubliku« wartete und wartete. Aber trotz der größten Anstrengung des Maschinenpersonals gelang es nicht, den eisernen Vorhang in die Höhe zu bringen. Infolgedessen mußte die Vorstellung unterbleiben und die Theaterbesucher unverrichteter Sache nach Hause gehen. Selbstverständlich wurden die bezahlten Eintrittsgelder alsbald zurückerstattet.
Ungeheure Heiterkeit erregte in Hamburg die Eröffnung der Offerten auf den ausgeschriebenen Abbruch der beiden Wracktheile des „Armin". Während Einer der Offerenten sich mit der bescheidenen Summe von 180,000 Mk. begnügen will, um die Wrackthcile von der Wasser- und Bildfläche verschwinden zu lassen, bietet ein Anderer der Behörde sogar die Summe von 10,778 Mark für den Fall, daß ihm diese Arbeit übertragen wird. Wer von den beiden Konkurrenten unter diesen Umständen schließlich als Siege- aus dem eigenthümlichen Wettkampf hervorgehen wird, dürfte kaum noch zweifelhaft sein.
Pfingstfreude. 3000 Mk. und die Prämie von 500,000 Mk. der thüringischen Landeslotterie fielen in die Gegend von Kahla. Unter den Glücklichen befinden sich einige sehr arme Leute, denen der Gewinn von Herzen zu gönnen ist. Jeder Spieler erhält etwa 42,700 Mark.
DrshwachritzteA des Hamster AnzeM.
Berlin, 2. Juni. Vor der Galatafel am Donnerstag im königlichen Schloß nahm der Kaiser durch den hiesigen persischen Gesandten als Geschenk des Schah zwei prächtige persische Hengste entgegen.
Berlin, 1. Juni. Die große Frühjahrsparade der Truppen der Berliner Garnison, die bereits am Donnerstag ausfallen mußte, ist auch heute wegen des anhaltenden Regenwetters abgesagt worden.
Berlin, 2. Juni. Wie dem „Lokal-Anzeiger" von gut unterrichteter Seite versichert wird, sind sowohl von Zeiten der hiesigen amerikanischen wie der englischen Botschaft an zuständiger deutscher Stelle Vorstellungen erhoben worden wegen des vom Reichstage beschlossenen Fleischbeschaugesetzes. Seitens der englischen Regierung wird die Erschwerung der australischen Fleischeinfuhr beklagt. Es ist ausgeschlossen, so fügt das genannte Blatt hinzu, daß infolge dieser Vorstellungen das Flcischbcschaugesetz im Bundesrath noch scheitern könnte, jedoch wäre es wohl möglich, daß beim Erlassen der Ausführungsbestimmungen auf gewisse den deutschen Interessen nicht entgegenstchende Wünsche des Auslandes Rücksicht ge- nommen würde.
Berlin, 2. Juni. In der gestrigen Besprechung im Handelsministerium wegen der Errichtung einer Handelskammer für Berlin wurde den „Berliner Neuesten Nachrichten" zufolge beschlossen, nach der jetzt, nothwendig eintretenden längeren Geschäftspause die Berathungen fortzusetzen. Nachdem die maßgebenden Orts obwaltenden Absichten als unverrückbar feststehend bekannt gegeben worden sind, hofft man, nach der Pause ein Einoerständniß auf der Grundlage der Errichtung einer Handelskammer für Berlin bezw. der Umwandlung der Körperschaft der Aeltesten der Kaufmannschaft in eine Handelskammer zu erzielen.
Berlin, 2. Juni. Die in Koblenz gestern begonnene Hauptversammlung der Deu ts ch en Ko lonialg es elisch a f t nahm zunächst den Bericht des Präsidenten, Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, über die Entwicklung der Gesellschaft und ihre Thätigkeit im letzten Jahre entgegen. An die Stelle des von seinem Amte zurücktretenden geschäfts- führenden Vize-Präsidenten Sachse, der zum Ehrcnmitzliede der Gesellschaft ernannt wurde, tritt Vice-Admiral Valois-Kiel. Sodann beschloß der Vorstand die Annahme einer Entschließung, in der cs heißt: Der Deutsche Landwirthschaftsrath ist dafür eingetreten, daß im Reichsamt des Innern eine Zentralstelle für Landwirthschaft geschaffen werde, welche einmal die Berichte der den Kaiserlichen Vertretungen im Auslande beigegebenen land- und forstwirtschaftlichen Sachverständigen, sowie auch die landwirtschaftlichen Fragen betreffenden Berichte der deutschen Konsuln zu sammeln, zu verarbeiten und nach Möglichkeit zu verbreiten hätte. Die Deutsche Kolonialgesellschaft erblickt in der Schaffung einer Reichsstelle für Landwirthschaft einen weiteren Schritt in dem Bestreben, im deutschen Volk das Verständniß für überseeische landwirthschaftliche Fragen und deren Einfluß auf das heimische Wirthschaftsleben zu erweitern. Sie ist der
Ansicht, daß der internationale Charakter der heutigen Landwirthschaft und der immer mehr sich steigernde Austausch landwirtschaftlicher Güter zwischen Ländern verschiedener Zonen eine zusammenfassende Bearbeitung an einer Stelle erheischt, sowie daß es wünschenswerth ist, dort den Produktionsverhältnissen und Absatzmöglichkeiten nicht nurber heimischen, sondern auch der Landwirthschaft in unseren tropischen und subtropischen Kolonien besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Vorstand der deutschen Kolonialgesellschaft erklärt daher seine volle Uebereinstimmung mit den Wünschen des Deutschen Zandwirthschaftsraths hinsichtlich der Errichtung einer landwirthschaftlichen Centralstelle für das Reich.
Berlin, 2. Juni. Zu der Ansicht der „Vossischen Zeitung" über die angebliche Nichtbestätigung des Dr. Brinkmann zum Bürgermeister von Berlin schreiben die „Neuesten Nachrichten: Wir glauben aus einer zuverlässigeren Quelle zu schöpfen, wenn wir der Annahme zuneigen, daß eher das. Gegentheil der Fall sein wird.
Berlin, 2. Juni. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Zürich: Der Alt-Bundespräsident Lachenal, etwa 30 National- und Ständeräthe aller politischen Parteien, zahlreiche hervorragende schweizerische Universitäts-Professoren und Juristen, sowie Vertreter der schweizerischen Groß-Industrie erlassen einen offenen Brief an das englische Parlaments-Mitglied Courtney, Präsident des südafrikanischen Versöhnungs-Komitees, mit der Bitte, Alles aufzubieten, um durch baldigen Abschluß eines ehrenvollen Friedens beiden Republiken ein selbstständiges staatliches Leben weiterhin zu ermöglichen.
Berlin, 2. Juni. Nach einer Depesche der „Vossischen Zeitung" aus Budapest sind in den Werkstätten der staatlichen Maschinenfabrik und der Firma Ganz & Co. etwa 2000 Arbeiter ausständig. Man hofft, daß ein Ausgleich zu Stande kommt.
Berlin, 2. Juni. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Konitz: Die Stadt war bis gestern Abend spät unter dem Eindruck der. gestrigen Bekanntmachung vollständig ruhig. In den Straßen fanden vereinzelte Ansammlungen statt, jedoch unterblieb das Gejohle und Steinwerfen der letzten Tage. Der Landrath Baron von Zedlitz ritt auf den Markt, wo er längere Zeit mit den Offizieren des eingelegten Bataillons sich unterhielt. Plötzlich richtete er sich der Menge gegenüber im Sattel auf und wandte sich mit den Worten an das Publikum: Meine Herrschaften, ich schlage vor, nach Hause zu gehen. Unter lebhaftem Bravo zerstreute sich die Menge.
Köln, 2. Juni. In einer heute Nacht abgehaltenen Versammlung, welche von etwa 700 Angestellten der Kölner Straßenbahn besucht war, wurde einstimmig beschlossen, an den diesseits gestellten Forderungen unbedingt festzuhalten, und da die Stadt die Forderungen nicht bewilligt, heute früh sofort in den Ausstand einzutreten.
Bitdapest, 2. Juni. In der vergangenen Nacht ging hier ein furchtbarer Wolkeitbruch nieder. Durch das Eindringen der Wassermassen in die Kellerwohnungen ertranken mehrere Personen. Ein Mann wurde vom Blitz erschlagen.
Brüffel, 2. Juni. Das „Amtsblatt" veröffentlicht heute die Verlobung des Prinzen Albert mit der Herzogin Elisabeth von Bayern.
London, 2. Juni. Das Kolonialamt veröffentlicht ein Telegramm, nach welchem die englischen Truppen am 26. Mai in Kumassi, der Hauptstadt der Aschanti, eingedrungen sind.
Sofia, 2. Juni. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist zum Kurgebrauch nach Bad Nauheim äbgereist.
New-Uork, 2. Juni. Die Meldung von dem Tode Aguinaldos ist bis jetzt amtlich nicht bestätigt.
Vom Kriegsschauplatz.
London, 2. Juni. Eine Meldung aus Pretoria vom Dienstag Abend berichtet, daß ein grauer Theil der Burghers von Panik ergriffen ist. Die Generale thun ihr Aeußerstes, um die kämpfenden Kommandos zu vereinigen. In der letzten Exekutiv-Versammlung, welche unter Helds Vorsitz stattfand, wurde dem Staatssekretär Reitz die Erlaubniß ertheilt, sich am Morgen nach Lydenburg zu begeben. Von englischer Seite wird berichtet, daß Stunderton beschlossen hat, ein Vigilanz-Komitee zu bilden zur Bewachung Pretorias, ferner, daß tausend Burghers von Johannesburg am Nachmittag zurückgekehrt sind.
London, 2. Juni. Die letzten Telegramme aus Lorenzo Marquez melden, daß zahlreiche flüchtige Buren- Familien aus Pretoria und dem Norden Transvaals ein» getroffen sind, um geregeltere Zustande in ihrer Heimath abzuwarten. Die Flüchtigen sind sehr niedergeschlagen, halten aber den Krieg für noch nicht beendet. Das Gros der Buren-Armee ist auf dem Wege nach Lydenburg. Präsident Stein begleitet diese Armee, welche sich anscheinend in die Berge zurückzieht und an eine Uebergabe nicht denkt.
London, 2. Juni. Wie aus Pretoria gemeldet wird, sind Präsident Krüger und Staatssekretär Reitz, sowie andere Mitglieder der Regierung von Lydenburg abgereist. Die Negierung läßt keine Informationen für das Ausland mehr veröffentlichen. Die Lage wird stündlich kritischer.
London, 2. Juni. Die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich mit der Frage der Entsendung von Alfred Milner als Ober-Kommissar nach Pretoria. „Morning Leader" widerspricht diesem Vorschläge mit der Bemerkung, Milner habe sich während seiner Anwesenheit in Südafrika nur den Haß und das Mißtrauen bei englischen Bevölkerung zugezogen. „Morning Post" glaubt, daß die Buren, welche sich nicht unterwerfen wollen, sich nach Lydenburg begeben werben und daß man nicht eher den Krieg als beendet betrachten könne, bis sämmtliche Buren, welche augenblicklich gegen Methuen, Ruitdle und Brabant kämpfen, zerstreut sein werden.