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Amtliches Organ für Hlaöt» und Landkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Samstag den 5. Mai

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für" Stadt- und Land­kreis Hanau 10 -4 di« 4gespaltme Garmond­zeile oder deren Raum,

Im RtNamkntheil dir Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1900

Amtliches.

^taötâreiö ^anau.

Die zwischen den Häusern Nr. 23 und 25 der Markt­gasse liegende, in der Richtung auf die Bangertstraße hin­ziehende und durch eine Mauer nach der Marttgasse abge­schlossene Grundstücksparzelle, Karte H Nr. 15, soll als öffentlicher Weg eingezogen werden. Gemäß § 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 fordere ich hier­durch auf, etwaige Einsprüche gegen die beabsichtigte Ein­ziehung zur Vermeidung des Ausschlusses binnen vier Wochen, vom Tage dieser Bekanntmachung an gerechnet, bei mir geltend ru macben.

Hanau den 3. Mai 1900.

Königliche Polizei-Direktion.

P 3807 I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

^anöüreis ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In Frankfurt a. M., Eschersheimerlandstraße 237, ist die Schweineseuche ausgebrochen.

Hanau den 4. Mai 1900.

Der Königliche Landrath.

V 4121 v. Schenck.

Plenarsitzung

der Handelskammer am Montag, den 7. Mai 1900, nachmittags 41/* Uhr im Bureau der Handelskammer.

Tages - D r b n n n g:

1. Mittheilungen.

2. Plenarversammlung des deutschen Handelstages.

3. Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf.

4. Berathungen in dem Reichsamte des Innern über den Entwurf einer neuen Anordnung des deutschen Zolltarifes.

a) Edelmetallwaaren-Jndustrie.

b) Papier-Industrie.

c) Holzwaaren-Jndustrie.

5. Verzollung harten Kammgarns.

6. Verzollung unbedruckter baumwollener Gewebe.

7. Internationale gesetzliche Regelung der einheitlichen, metrisch-decimalen Garnnumerirung.

8. Die Kohlenuoth in der Industrie.

9. Der Entwurf neuer Vorschriften für die von den.gesetz­lichen Handelsvertretungen beeidigten Handelschemiker.

10. Verkehr mit Geheimmittelu.

11. Entwurf eines Gesetzes über die Bekämpfung gemeinge­fährlicher Krankheiten.

12. Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz.

13. Ausschußsitzung des Verbandes für das kaufmännische Unterrichtswesen.

14. Anträge betreffs der Berufs- und Arbcitslosenstatiftik.

15. Gutscheinhandel mit Uhren. 7551

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 rother Kindersonnenschirm.

Verloren: 1 goldener Kneifer, 1 Korsett. Entflogen: 1 rother stanz. Kropftäubcr. Zugelaufen: 1 junger gelber Spitzhund m. Gesch. Hanau den 5. Mai 1900.

Der 6. Mai

wird sich für unser Kaiser- und Königshaus und damit für die deutsche Nation und Preußen zu einer bedeutungsvollen Feier gestalten. Es ist der Tag, an dem der künftige Träger der deutschen Kaiser- und preußischen Königskrone das 18. Lebensjahr vollendet und damit nach deutschem Fürstenrecht großjährig wird. Das Fest wird weit über den Rahmen eines Familienfestes hinausgehen, obgleich unser Kaiser keinerlei Einladung dazu hat ergehen lassen. Es war, abgesehen von deutschen Fürstlichkeiten, der Kaiser und König Franz Joseph, der treue Verbündete unsers Kaisers und Pathe des Kron­prinzen, der zuerst den Wunsch kundgab, an der Feier in Berlin theilzunehmen. Was hat dieser Besuch alles für Kommentare in der für Deutschland mißgünstigen Presse des Auslandes heroorgerufen! Man frohlockte darüber, daß der andere Verbündete, König Humbert von Italien, unvertreten bleiben werde, von dem befreundeten russischen Kaiserhause garnicht zu reden.

Nun ist in den letzten Tagen von einem hohen Gast nach dem andern zum 6. Mai berichtet worden. Italien wird durch seinen Thronfolger, den Prinzen von Neapel, vertreten

Die heutige Nrn

sein; Zar Nikolaus II. entsendet den Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch, der dem deutschen Kronprinzen den Andreas- Orden überbringen soll, für das verwandte englische Königs­haus bringt der Herzog von Pork, ältester Sohn des Prinzen von Wales, die Glückwünsche dar. Aber auch die regierenden Häuser der Mächte zweiten Ranges werden vertreten sein, Spanien entsendet einen hohen Würdenträger, Belgien einen Prinzen, Holland eine Deputation. Von deutschen Fürstlich­keiten wird der König von Sachsen erwartet, der Prinz-Regent von Bayern entsendet den Prinzen Leopold mit dem Hubertus- Orden, der König von Württemberg den Herzog Albrecht, der Großherzog von Baden wird wahrscheinlich, ebenso wie der Großherzog von Weimar, in Person mit seiner Gemahlin, der Tochter Kaiser Wilhelms des Großen und Großtante des Geburtstagskindes, erscheinen.

Die Feier des 6. Mai wird also trotz ihres in erster Linie familiären Charakters eine internationale Bedeutung annchmen, und es wird sich in ihr neben dem höfischen Glanz zugleich der Zusammenhang der Monarchie, die Macht des monarchischen Gedankens offenbaren. Welchen Neid werden darüber unsere französischen Nachbarn empfinden, und zwar nicht sowohl infolge der alten politischen Gegnerschaft gegen das deutsche Reich, als vielmehr in dem Bewußtsein, daß eine Republik, ihre Republik, das nicht leisten kann, weder was den äußern Glanz, noch auch was die poli­tischen Wirkungen solcher Feste auf monarchischer Basts be­trifft. Die Eröffnung der Pariser Weltausstellung war trotz aller Anstrengungen nüchtern und geschäftsmäßig, und es ist bisher von der französischen Regierung vergeblich ver­sucht worden, wenigstens von denAlliirten" Frankreichs, dem Zaren, die Zusage eines Besuches der Weltausstellung zu . erlangen. Mit der französischen Republik kann eben kein Herrscher eines Großstaates eine innere Gemeinsamkeit fühlen; es fehlt das Vertrauen in die Dauer der bestehenden Staats-Einrichtungen, wie es sich in dem allgemeinen monarchischen Interesse an der Feier der Großjährigkeit des deutschen Kronprinzen ausdrückt. Während die Ereignisse in der Familie eines republikanischen Staatsoberhaupts mehr oder weniger gleichgültig sind, wird das deutsche Kaiserhaus, zumal bei der machtvollen Persönlichkeit unsers Kaisers, am 6. Mai im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen, zur Freude der Deutschen in allen Landen.

Unser Kronprinz.

Der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen vollendet an diesem Sonntage sein 18. Lebensjahr. Behütet von der Liebe und Sorge seiner hohen Eltern ist der junge Prinz herangewachsen, auf den sich die Hoffnungen seines preußischen und des deutschen Volkes für die Zukunft richten. Wenn jetzt der Kronprinz volljährig wird und damit das Alter erreicht, mit welchem auch für ihn des Lebens Ernst beginnt, so werden die herzlichsten und aufrichtigsten Glück­wünsche Aller ihn an der Schwelle des neuen Lebens-Abschnittes begrüßen und in das Gebet ausklingen, daß er seinem Lande und dem deutschen Reiche ein echter und rechter Hohenzollern- fürst werden möge, für welches hohe Ziel er im Vater das Beispiel vor Augen hat und im Groß- und Urgroßvater selbst noch schauen durfte.

Es ist klar, daß jetzt, wo der Konprinz hinaustreten wird in die Oeffentlichkeit, der Wunsch nahe liegt, zu er­gründen, wie sich der Charakter des Prinzen entwickelt hat. In einer strengen Schule der Arbeit erzogen und von Jugend an daran gewöhnt, die übernommene Pflicht aufs Sorgfältigste zu erfüllen, kann der Prinz als das Muster eines deutschen Jünglings gelten. Er ist strenger erzogen als manches Kind im Bürgerhause, frühzeitig hat er gelernt, den eigenen Willen unterzuordnen und die Kunst des Gehorsams zu üben. Dabei ist er gutherzig und bescheiden und ohne eine Spur von Ueberhebung. An den Gestaden des Plöner Sees, in der dortigen Kadetten-Anstalt, hat er sein Wissen durch ausge­zeichnete Kenntnisse erweitert und den jugendfrischen Körper durch eine planmäßige Ausbildung in allen sportlichen Künsten gestählt.

Selbstverständlich sind die preußische und deutsche Ge­sinnung im Kronprinzen stark lebendig. Es sind schon ein paar Jahr, als er mit den ältern seiner Brüder und der gesammten Kadettenschaar einen Ausflug nach der Höhe von unter umfaßt außer dem Unterhaltungsbl

Düppel machte, wo die Felder von Knicken umsäumt sind. Plötzlich rief der Kronprinz:Wer ein Preuße ist, folgt mir nach!", und die ganze Schaar stürmte mit ihm über den dichtbewachsenen Knick. Als er zum ersten Male dem Jaren vorgestellt wurde, redete er diesen deutsch an und erklärte später, daß er dies in voller Absicht gethan habe.

Für die Bescheidenheit und die Zuvorkommenheit des Kronprinzen sind folgende Vorkommnisse bezeichnend, die sich in Plön zugetragen haben. Obwohl Prinz Wilhelm jetzt seinen eigenen Hofstaat erhält, erschien er kürzlich im Hause des Kommandeurs mit einem Packet unter dem Arm und überreichte es der Frau vom Hause mit den Worten:Meine Mutter läßt bestens grüßen und schickt die Altardccke!" - eine von der hohen Frau für die Plöner Schloßkapelle selbst gestickte Decke. Ein andermal musizirte er mit einer im Hause des Kommandeurs zu Besuch anwesenden Dame, als die Rede auf ein Musikstück kam, das die Gesellschaft noch gern gehört hätte. Sofort stand der Kronprinz auf und er­klärte, die Noten holen zu wollen. Man fragte, ob sie nicht ein Diener holen könnte; aber der Kronprinz lehnte dies mit den Worten ab, daß er sich nicht gern in seinen Sachen kramen ließe, und machte sich selber nach dem Prinzenhause auf den Weg.

Solche kleinen Charakterzüge sind Bürgschaften für die Zukunft. Die Aufgaben des Kronprinzen sind schwer, un­gleich verantwortungsvoller, als sie jeden: andern Gliede der deutschen Nation gestellt sind. Möge Gott über unserm Kronprinzen walten mit seiner Gnade. Möge Prinz Wilhelm erstarken in allen fürstlichen Tugenden zur Ehre des Hohen- zollcrnhauses und seiner Kaiserlichen Eltern, sowie zum Ruhme des Vaterlandes!

*

Noch niemals hat ein Prinz des Hauses Hohenzollern den Tag seiner Großjährigkeit in einem so glänzenden Rahmen feiern können, wie der gegenwärtige Kronprinz. Als Kaiser Friederich sein 18. Lebensjahr vollendete, war sein Vater, der nachmalige große Kaiser Wilhelm, noch Prinz von Preußen. Als unser gegenwärtig regierender kaiserlicher Herr groß­jährig wurde, hieß er nur Prinz Wilhelm von Preußen. Der älteste Sohn unseres Kaisers ist der erste Hohenzoller, der am Tage seiner Großjährigkeit Kronprinz des deutschen Reiches ist.

Entsprechend "dem hohen Ansehen, welches das deutsche Kaiserhaus in der ganzen Welt genießt, haben sich neben den deutschen Bundesfürsten und ihren Abgesandten viele Vertreter ausländischer Dynastien zu dem Ehrentage unseres jungen Kronprinzen in Berlin vereinigt. Wir gedenken vor Allen unseres ritterlichen Bundesgenossen, des ehrwürdigen Kaisers Franz Josef, der als erster in herzlichster Weise seinen Be­such für diesen Tag angekündigt hatte. Neben ihm begrüßen wir den Thronerben des verbündeten Königreichs Italien, der Prinz von Neapel, den einst Kaiser Friedrich auf dem Balkon des Quirinal-Palastes in Nom auf seinen Arm ge­hoben und dem jubelnden italienischen Volke gezeigt hat. Auch einem dereinstigcn Träger der britischen Königskrone und einen Großfürsten des befreundeten russischen Kaiserhauses begegnen wir unter den Gästen unseres Kaiserpaares. Noch aus anderen Ländern, wie Spanien, den Niederlanden, Belgien sind besondere Abordnungen erschienen, um dem erstgeborenen Sohne unseres Kaisers ihren Glückwunsch darzubringen.

So bedeutet der 18. Geburtstag des Kronprinzen zugleich einen Ehrentag unseres ganzen Vaterlandes und eine glanz­volle Kundgebung für Deutschlands Weltstellung.

Die Kaisertage in Berlin.

(Siehe auchZweites Blatt.")

Pretzstlmmeu.

Budapest, 4. Mai.Magyar Hirlap" schreibt: Wie zu Kaiser Sigismunds Zeiten haben die alten guten Be­ziehungen der Deutschen und Ungarn sich erneut, und wenn morgen der deutsche Kaiser den König von Ungarn umarmt, att 16 Seiten.