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Amtliches Organ Mr Htaöt- unö Lauökreis Hanau
Srschemt täglich mit AMuahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 88.
Samstag den 14 April
1900
Amtliches.
^anö&rew ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der landwirthschaftliche Kreisverein hält am Sonntag den 22. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Saale des Herrn Gastwirths Jacob Schütz in Ostheim eine Wanderversammlung ab.
Hierbei wird der Obergärtner im Pomolog. Garten zu Cassel, Herr A. H u b e r, einen Vortrag über: „Obstbau" halten, zu welchem die Vereinsmitglieder sowie die Landwirthe von Ostheim und den umliegenden Ortschaften eingeladen werden.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister in Ostheim, Windecken, Eichen, Erbstadt,' Roßdorf, Ober- und Niederissigheim, Bruchköbel, Kilianstädten, Marköbel und Oberdorfelden wollen obige Bekanntmachung des landwirthschaftl. Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise mit dem Hinzufügeu bekannt machen, daß alle Landwirthe in der Versammlung als Gäste willkommen sind.
Hanau, am 14. April 1900.
Der Dingliche Landrath.
L 33 m Schenck.
Georg Schlegel von Ravolzhausen ist zum Feldhüter der Gemeinde Ravolzhausen bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 4. April 1900.
Der Königliche Landrath.
V 3158 v. Schenck.
Die Landwirthe Johannes Keller IV. uud Peter Heß II. zu Bischofsheim sind zu Feldhütern der genannten Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 11. April 1900.
Der Königliche Landrath.
V 3277 v. Schenck.
S^äHM^eis ^anaxu
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekamrtmachuug.
Nachdem der Baufluchtlinienplan für den Wallweg auf Grund des Gesetzes vom 2. Juli 1875 förmlich festgestellt ist, liegt derselbe von jetzt an auf dem Stadtbauamt kl (Langstraße 41) zu Jedermanns Einsicht offen.
Hanau, 10. April 1900. 6286
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
Bekanntmachung.
Nach der Bekanntmachung der Königlichen Regierung zu Cassel vom 3. Februar d. Js., im Amtsblatt Nr. 7, Seite 51, ist
der Königliche Landgerichtsrath Dr. Kleinmann Vorsitzender und
der Spezialkommissar Regierungs-Assessor Dr. Wenke stellvertretender Vorsitzender des Schiedsgerichts der Hessen-Nassauischen landwirthschaft- lichen Berufsgenossenschaft für den Stadtkreis Hanau.
Nachdem für die am 1. April d. Js. ausscheidenden Beisitzer und deren Stellvertreter zu dem gedachten Schiedsgericht Ergänzungswahlen stattgefunden haben, werden nachstehend die Namen der noch in ihrem Amte Befindlichen und der Neugcwähltcn veröffentlicht:
A. Arbeitgeber:
1. Oekonom Philipp Emmerich, erster Beisitzer.
2. „ Georg Jung, zweiter Beisitzer.
I. Stellvertreter:
1. Kunst- und Handelsgärtner Karl Rohde.
2. Oekonom Daniel Seitz.
II. Stellvertreter:
1. Kunst- und Handelsgärtner Aug. Fer d. Jäger.
2. Oekonom Christian Neuling I.
B. Arbeitnehmer:
1. Knecht Paul Minnert, erster Beisitzer.
2. Ockonomiegehülfe Friedrich Hermann, zweiter Beisitzer.
I. Stellvertreter:
1. Arbeiter Johann Hieser.
2. Knecht D aniel Zirkel.
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltuugsblatt 18 Seiten.
II. Stellvertreter:
1. Knecht Andreas Schlingloff.
2. Knecht Johann Friedrich.
Hanan den 30. März 1900.
Der Sektions-Vorstand
derHcssen-NassauischenlandwirthschaftlichcnBerufsgenossenschaft, Stadtkreis Hanau.
__ Dr. Gebcschu s.___6246
MW WeMt WWmMille zu Hanau.
^um Besuche der
Ausstellung von Schülerarbeiten
aus den Jahren 1898/99 und 1899/1900, die im Schulhause, Erbsengaste Nr. 1, am 15., 16. und 17. d. M. täglich von 11—4 Uhr geöffnet sein wird, beehrt sich er- gebenst cinzuladen.
Hanau, April 1900.
Das K u r a t o r i u m. ______ 6178
Rechnungsabschluß der OrtskrMmlrrsse für den Landkreis
Hanau pro 1899.
I. KasseUrechnung. a Einnahmen.
1. Baarer Kassenbestand am 1. Januar 1899 2985 M. 57 Pf.
2. Zinsen von Kapitalien ..... 1593 „ 35 „
3. Eintrittsgelder ........ 2606 „ 00 „
4. Beiträge.......... 77393 „ 62 „
5. Ersatzleistungen für gewährte Kranken-
unterstützungcn ..... 761 „ 87 „
6. Ersatzleistungen von Berufsgenossen- schaften, Unternehmern und Versicherungsanstalten . . . 142 „ 43 „
7. Zurückgezogene Kapitalien .... 11900 „ 00 „
8. Sonstige Einnahmen . . . . . 451 „ 05 „
Summa der Einnahmen 97833M.89Pf.
b. Ausgaben.
1. Für ärztliche Behandlung .... 15522M. 79Pf.
2. Für Arznei und sonstige Heilmittel . 10205 „ 37 „
3. Krankengelder: a. an Mitglieder . . 35232 „ 47 „ b. an Angehörige der
selben..... 1174 „ 90 „
4. Unterstützungen an Wöchnerinnen . . 1617 „ 16 „
5. Sterbegelder ........ 1870 „ 50 „
6. Kur- und Vcrpflegungskostcn an Kranken
anstalten ....... 11752 „ 81 „
7. Ersatzleistungen für gewährte Kranken-
nuterstützungen ..... 4024 „ 42 „
8. Zurückgczahlte Beträge und Eintritts
gelder ........ 155 „ 10 „
9. Kapitalanlage ........ 4700 „ 00 „
10. Verwaltungskosten: a. persönliche . . 8706 „ 38 „
b. sächliche . . 1987 „ 40 „
11. Sonstige Ausgaben . . . . . . 714 „ 69 „
Summa der Ausgaben 97663M.99 Pf.
c. Abschluß.
Summa der Einnahmen ...... 97833M.89Pf.
„ „ Ausgaben ...... 97663 „ 99 „
Ergibt einen baarcn Kassenbcstand am
31./12. 1899 von ... . 169M. 90 Pf.
Vermögens« usweis.
Das Gesammtvermögen der Kasse setzt sich wie folgt zusammen:
I. Activa.
a. der Baarbestand am Schlüsse des
Rechnungsjahres 1899 . . 169 M. 90 Pf.
b. in Werthpapieren, Sparkassenbüchern 29642 „ 84 „ Summa 29812 M. 74 Pf.
II. Passiva nicht vorhanden.
Hiernach beträgt der Ueberschuß der Aktiva 29812M.74Pf.! Nach dem vorjährigen Abschluß betrug der
Ueberschuß der Activa . . . 39828 „ 41 „ Mithin Vermögensabnahme 10015 M. 67 Pf.
In Gemäßheit des § 64 letzter Absatz der Statuten wird vorstehender Rechnungsabschluß hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Hanau den 12. April 1900.
Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.
P f o s ch, Vorsitzender. 6279
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 alter Regenschirm. I Leiter, ungefähr 3 Meter lang. 1 kleines schwarzes Portemonnaie mit 3 Pfennigen.
Zugelaufen: 1 junger weißer Foxterrier, männl. Geschl.
Hanau den 14. April 1900.
Ostern
Osterstimmung und Frühlingsahnung gehören zusammen. Der Winter war diesmal ganz besonders rauh, und der sonnenlosen Wochen gab es mehr als sonst, daher ist die Sehnsucht nach warmem Hauch und milder Luft, nach Sonnen- glanz und Blüthenduft besonders rege. O wäre doch die Sehnsucht nach den himmlischen Gütern ebenso verbreitet und ebenso mächtig in den Gemüthern wie die Frühlingshoffnung und die Frühlingsluft!
Jetzt leben wir seit 50 Jahren im verfassungsmäßig geordneten Staat und seit 30 Jahren im geeinigten deutschen Reiche, an äußerer Blüthe und Macht ist uns zutheil geworden, was über alle Erwartung früherer Geschlechter hinausgeht. Wir sehen unser Volk rüstig bei der Arbeit und seine Arbeit mit einem Erfolg gekrönt, der den Neid der Fremden hervorruft. Aber der freie Aufschwung der Geister hat gelitten, eine reine Begeisterung wird selten gefunden. Die Kunst selber, die eigentliche Heimath der Ideale, wirft sich in kümmerlichen Naturalismus fort an den Zufall der sinnlichen Erscheinung und an das Häßliche und Gemeine in der Stimmung des natürlichen Menschen. Die Wissenschaft, statt die Geister in den lichten Aether einer übersinnlichen Welt zu erheben, zieht sie hinab in den Staub der Alltäglichkeit und leugnet in dreister Zuversicht das Jenseitige oder verzichtet in dürftiger Entsagung auf jeden Versuch, uns erkennend ihm zu nahen. Das Staatsleben aber wird der Tummelplatz des Kampfes der Interessen, und Klasse ringt um Klasse nicht um die großen Zwecke von Recht und Freiheit, sondern um Arbeitslohn und Einkommen.
Mitten in der Fülle der technischen Fortschritte hat sich des Geschlechtes eine Stimmung der Selbstverspottung bemächtigt, die Niemanden des Gewonnenen froh werden läßt. Kein früheres Zeitalter hat über Raum und Zeit solche Siege davon getragen, wie das gegenwärtige, und keines ist doch mit seinem Sinnen und Trachten so eng in die Schranken dieses in Raum und Zeit verlaufenen Daseins verbannt gewesen. Man ist zum Guten dieser Welt gelangt, und nun dünkt den Leuten das Bessere Trug und Wahn. Aber sie haben kein gutes Gewissen dabei : darum spotten sie ihrer selbst und verachten morgen die Götzen, die sic sich heute errichtet haben. In dieser stachelnden Unruhe der Bewegung ist kaum mehr^ ein Plätzchen aufgcspart für die ruhige Heiterkeit des Gemüthes. Der Friede scheint aus der Welt verschwunden, und die Jagd nach Allem, was nicht frommt, läßt den Ernst der Einkehr in das eigene Innere, den Aufschwung zu den idealen Gütern einer höheren Welt nicht aufkommen.
Wird es nun dabei bleiben? O nein! Auch dieser Winter wird vergehen und der Frühling kommen; wie bald oder wie spät, das steht in Gottes Rath. Unser Gott, der seinen eingeborenen Sohn von den Todten erweckt hat, weiß auch in die erstorbenen Todtengebeine neues Leben zu bringen. Er wird uns wieder die rechten Führer und Verkündiger erwecken, die die schlummernden Kräfte zu neuer Bethätigung wachrufen. An die Auferstehung unseres Heilandes von den Todten muß jede tiefere Auffassung des Lebens anknüpfen. Diese Welt ist die Vorbereitung für ein ewiges Leben. Das Grab, das den Heiligen Gottes nicht zu halten vermochte, ist auch nicht unsere endgültige Bestimmung.
Wie es eine irdische Gemeinde gibt,. so gibt es auch eine obere Gemeinde, und unser Beruf ist, ihr entgegenzureifen. All unser irdisches Dasein hat diesen einen Beruf: das ewige Reich vorzudeuten. Vaterland und Nationalität und Kultur- Bewegung sind heilige Mittel in Gottes Hand, um sich ein Volk des Eigenthums heranzuziehen. Treue im irdischen Beruf, die im Glauben wurzelt, ist die Leiter, auf der wir zum himmlischen Berufe emporklimmen. So mag endlich Frühling, ein wahrer Völkerfiühling, so mag es Ostern werden in deutschen Landen.
Tagesschau.
Zum Besuch des Kaisers Franz Josef.
Aus Berlin wird berichtet: Wie verlautet, hatte
Kaiser Wilhelm die städtischen Behörden wissen lassen, daß ihm und seinem Gast ein offizieller Empfang in großem Stil «keineswegs erwünscht wäre, da der Besuch des befreundeten