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Amtliches Argan für Staöt- unö Lanösireis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 56

Mittwoch den 7. März

Einrückung».

gebühr

für Sladr- und Land­kreis Hanau 10 -4 die »gespaltene Garmond- zeile oder bereit Raum,

Im Reklamentheil die Stile 20 ^, fix AuSwärtS 30 ^.

1900

Amtliches.

^anâ&rctö ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In L a n g c n d i e b a ch ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Die Sperre über die verseuchten Gehöfte wurde aufgehoben.

Hanau den 3. März 1900.

recht, wie die Dcschanelsche Rede von Neuem zeigt, Ueberfall zu Lande aussetzen würde.

einem |

V 2062

Der Königliche Landrath, v. Schenck.

LMMWWer KreisverÄ HM«.

Nächste Versammlung Samstag den 10. März er., nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zumg o l d n e n Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mittheilungen.

2.

3.

4.

Wahl zweier Delegirten zur 6. Generalversammlung des Vereinsausschusses der Landwirthschaftskammer am 17. März er.

Rechnungsablage.

Vortrag des Herr»» Dr. Kirstein aus Berlin über:

Race und Aufzucht der Schweine".

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirthschaftl. Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise wiederholt bekannt machen.

Hanau, am 5. März 1900.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Tagesschau.

Holland und die Buren.

Aus Amsterdam wird geschrieben: Wie solidarisch sich die Holländer mit den Buren fühlen, das hat sich mehr als je beim Eintreffen der Nachricht von der Kapitulation Cronjes gezeigt, die geradezu erschütternde Szenen hervorrief. Kaum war das Telegramm durch die Zeitungen bekannt gemacht worden, als das Aussehen der sonst so ruhigen Stadt sich mit einem Schlage änderte. Eine gewaltige Bewegung ging durch die Bevölkerung. Ueberall sah man erregte Gruppen; vor den ausgehängten Depeschen staute sich eine ungeheure Menschenmenge, die von Minute zu Minute an Umfang zu­nahm. An der Börse hörte das Geschäft sofort auf, und man sprach von nichts Anderem, als »on der Unglücksnach­richt. Schon die Tage vorher hatte man in ängstlicher Er­wartung gelebt. In allen Kirchen waren Bittgottesdienste für die Befreiung des tapferen Burengenerals abgehalten worden. Und jetzt, als die gefürchtete Katastrophe wirklich eingetreten war, wollte man nicht daran glauben. Unter die Depeschen schrieben viele:Das sind alles Lügen!" In Rotterdam gingen zwei junge Leute geradewegs zu dem Redakteur eines Blattes, das die Hiobsbotschaft in seinem Depeschensaal ausgehängt hatte, und verlangten von ihm, er solle schwören, daß das wahr sei, sonst würden sie alles kurz und klein schlagen. Schließlich mußten sie an die Nach-1 richt glauben und brachen darüber in Thränen aus. Auf der Straße erblickte man überhaupt fast nur weinende Ge­sichter, als ob die Nation ein schwerer Schlag getroffen hätte.

Politische und unpolitische Nachrichten

Depeschen-Burea» Herold.

Aus Stadt- und Landkreis Hanan.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe ,Han. ins. gestattet.

* Pasfions gottesdienst. Heute Abend 8 Uhr findet in der Marienkirche Passionsgottesdienst statt, gehalten durch Herrn Pfarrer Goebels.

* Reifeprüfung. Im Kinigl. Gymnasium dahier findet morgen die Reifeprüfung der der Anstalt zugewiesenen Nichtschüler der Provinz unter Vorsitz des Herrn Prooinzial- Schulraths Dr. Paehlcr statt.

* Jung'sches Legat. Die Stadt Hanau erhielt von Se. Maj. dem König die Genehmigung zur Annahme des P. I u n g' s chcn Legats.

* Stadtbaurathsstelle. Um die zum 1. April d. J. zur Neubesetzung kommende Stadtbaurathsstelle haben sich 34 Herren gemeldet, von denen nunmehr 3 in die engste Wahl gekommen sind. Die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus und Stadtverordueten-Vorsteher Canthal werden im Laufe der nächsten Woche an Ort und Stelle sich die be­treffenden Herren vorstellen lassen.

* Marienkirchenchor. Auf die heute Abend 8 Uhr stattfindcnde Probe sei auch an dieser Stelle aufmerksam ge­macht.

* Vortrag. Im Saale des cvangel. Vereinshauses hält morgen Abend Herr Pfarrer Stoppel einen Vortrag überDer Kampf des Christenthums um die deutsche Volks- scele/ Der Eintritt ist frei.

* Stadttheater. (Benefiz Maric Brandow.) Wie alljährlich, so wird sich auch diesmal wieder der Ehren­abend der hervorragenden Künstlerin zum Höhepunkt der Saison gestalten. Massenhafte Vorausbestellungen von Billets bekunden das außergewöhnliche Interesse, welches das Publi­kum der hochoerdienten Darstellerin stets aufs Neue entgegen­bringt. Die Wahl des modernen spannenden Schauspiels Die Hochzeit von Valen i" von Ganghofer und Bro- ciner ist die denkbar günstigste, da die mächtige Rolle der

Dasuuverrückbare" Ziel der Fran­zosen.

Dem oberflächlichen Beobachter fallen augenblicklich zwei Strömungen in der französischen Presse auf. Während auf der einen Seite Blätter wie derTemps" immer wieder dazu rathen, die auch in Frankreich herrschenden Sympathien für die Buren nicht in eine gefährliche Feindschaft gegen England ausarten zu lassen, treten andere Zeitungen, na­mentlich konservative und nationalistische, lebhaft dafür ein, daß der Zeitpunkt gekommen sei, den Buren mit einer diplo­matischen Aktion Europas zu Hülfe zu kommen und der eng­lischen Uebermacht in Südafrika Halt zu gebieten. Dabei liest man in den Blättern der zweiten Art viel freundliche Worte über den deutschen Kaiser, der schon um seines in der ganzen Welt verbreiteten Rufes der Ritterlichkeit Willen berufen sei, die Führung gegen England zu über­nehmen und ihm die Beobachtung der Pflichten der Groß- muth beizubringen.

Wer aber noch nicht bemerkt haben sollte, daß beide Rich- tungen auf ein und dasselbe Ziel hinayslaufen, das näm­lich, Deutschland die Kastanien aus dem Feuer holen zu sehen, ohne sich selber die Finger zu verbrennen, dem wird eine zweite Rede, die der Kammerpräsident Deschanel jüngst gehalten hat, die Augen vollends öffnen. Dieser Mann hat die Verbindung der beiden scheinbar auseinander laufenden Richtungen deutlich hcrgestellt. Er sagt auf der einen Seite: Wenn man dem Schwachen, wie bewunderungswürdig und heldenmüthig er auch sein mag, nicht zur Hülfe kommt, so ist es kindisch und unvorsichtig, den Starken gleichzeitig zu reizen und besonders ihn zu beleidigen." Auf der andern Seite macht er wieder folgende Anspielung auf den Rachekrieg : Lassen wir uns nicht von den großen Pflichten ablenken, welche die festländischen Kriege der zweiten Jahrhunderthälfte uns auferlegt haben, und fahren wir fort, geradewegs unserm unverrückbaren Ziele zuznschreitcn." Also: keine Verwicklung mit England, wohl aber stete Bereitschaft, mit Deutschland anzubinden, zumal wenn dieses mit dritten Staaten in Streit gerathen sollte.

Für uns folgt daraus die einfache Lehre: die deutsche Politik hat noch immer wie zu Bismarcks Zeiten in erster Linie mit der Gefahr eines französischen Rachckricges zu rechnen, da noch heute in Frankreich der Frankfurter Friede als eine Machtfrage und nicht als eine Rechts-Ordnung be­trachtet wird. Von einem Erdbeben an der westlichen Grenze bedroht, kann sich das deutsche Reich nicht der Gefahr eines Seesturmes auSsetzen, da cs nicht nur eine sichere Bürgschaft für seinen territorialen Besitzstand hat, sondern sich dann erst

SBctlttt, 6. März. Die 15. Kommission des Reichs-!

tages hat heute Vormittag den Bericht über das Schlacht-! Sanda (eine Salondame großen Styls, ähnlich wie die Magda vieh- und Fleischbeschau-Gesetz festgestellt. Die Re-! in der Heimath) der Benefizianttn volle Gelegenheit zur Ent- gierungsvertreter erklärten nach demselben, daß die Forderung | faltung ihres künstlerischen Könnens und ihres trefflichen einer formell gleichen Untersuchung des ausländischen und in- 1 Toilettengeschmackes gibt. Das Stück selbst mit seiner packen- ländischen Fleisches mit dem Verlangen sämmtlichen Ausschlusses I den, zu gewaltiger Katastrophe gesteigerten Handlung hat

fremden Fleisches gleichbedeutend sei. In zweiter Lesung überall den stärksten Erfolg gehabt. Den'g er ad en Nbonnen- führte ein Kommissar des Bundesrathes aus, daß bei den i cen stehen ihre Billets morgen Donnerstag von 47 Uhr

übrigen Paragraphen eine Einigung zwischen den verbündeten: zur Verfügung.

Regierungen wohl möglich erscheine. Gegen den § 14 in der i * Feldberg-Turntag. Am Sonntag sand in Höchst neu vorzuschlagenden Fassung (Gesammt - Einruhr - Ve- bot) j a. M. der 61. Feldberg-Turntag statt. Erschienen waren lägen aber die allerschwersten Bedenken vor und es sei frag- die Vertreter von 61 Vereinen. Namens des Festausschusses lich, ob auf dieser Grundlage ein Gesetz zu Stande kommen! erstattete der Vorsitzende, Herr Thierolf-Darmstadt, Bericht

würde. Man möge den Bogen nicht zu straff spannen, sonst laufe man Gefahr, das Gesetz zu Fall zu bringen und über­haupt nichts zu erreichen. Nicht aus Rücksicht auf das Ausland, sondern auf unsere eigene Wirthschafts-Jnteressen seien mildere Bestimmungen angezeigt. Den größten Bedenken unterliege es, daß nach Ablauf des Jahres 1903 jede Fleischeinfuhr unbedingt verboten sein solle. Die Gefahr einer Fleisch­theuerung werde durch ein s» weit gehendes Einfuhrverbot erheblich verschärft. Es müsse dringend gewarnt werden, dem vom 1. Januar 1904 ab in Aussicht genommenen Einfuhr- Verbot zuzustimmen. Trotzdem wurden die bekämpften Anträge mit 12 Stimmen angenommen.

Berlin, 6. März. In der Budgetkommission des Reichs­tages stand heute die PH st- Check-Bor läge zur Dis­kussion. Der Sonderausschuß der Kommission hat den Ent­wurf vorberathen und verlangt die Bewilligung der int Etat

über das abgelaufene Feldbergfcst. Die Einnahmen berrugen

715 Mk. 90 Pf., die Ausgaben 377 Mk. 49 Pf. ; das Ge- sawmtvcrmögen der Feldbergkasse beträgt zur Zeit 1624 Mk. 10 Pf. Ueber den turnerischen Theil berichtet Festturnwar: Münch-Hachenburg. Es betheiligten sich am Wettturnen 503 Turner; hiervon erhielten 214 Turner Kranz und Diplom. Die höchst zu erreichende Punktzahl, 40, wurde dreimal er- turnt. Für das nächste Feldbergfest, das am 17. Juni er. sratlfindct, wurden folgende Uebungen, bestimmt: Weithoch­sprung, Stcinstvßen, Kugelschocken, Stabhochspringer. Außer diesen Wettübungen ist noch Schleuderball - Weitwerfen als Sonderübung vorgesehen. Der letzte Preis wird mit 24

Punkten verabfolgt.

* Immobilien Umsatz. Das Haus Paradeplatz 9 (zum weißen Löwen) ging durch Kauf an Herrn Jacob Koch über. Vermittler war Hugo Elsaß.

_______a ............. , * Diamantschleifer. Auf der Tagesordnung der Gewährung vo:i Zinsen für Einlagen und ohne Gebühren nächsten Siadtverordnctensitzung steht u. a. ein Antrag auf - - " - Bewilligung von 2000 Mk. für Beschäftigung arbeitslos ge-

verlangten Summen.

Doch soll der Postcheck-Verkehr ohne

für Ein- und Auszahlung eingerichtet werden. Die vorge- schriebcne Zahlkarte sowie die Einführung verschiedener Check- sorten soll fortfallcn. Die Anlegung und Verwaltung der Gelder soll bei der Reichsbank erfolge» mit der Maßgabe,

daß die Bank an das Reich 3 pCt. unter dem Bankdiskont, mindestens aber 1'/, und höchstens 3 pCt. Zinsen zu zahlen hat. Staatssekretär Podbielski erklärte, die Vorlage sei ein Versuch, den Geldverkehr zu verbessern und den riesigen über

wordener Diamantschleifer.

Ps. Arbeitcr-Wohnungswese». Gelegentlich des Provinziallandrazes für die Provinz Hessen-Nassau, vcr- anilaltcre der Vorstand des Vereins für Förderung des Ar- beiter-Wohnungswesens und verwandte Befriedungen in Ge meinschaft mit mehreren Casseler Herren in Cassel eine Be­sprechung über die Bestrebungen deS Vereins für Förderung des Arbeiter-Wohnungswesens in der Provinz Hessen-Nassau

7 Milliarden jährlich betragenden Baarverkehr zu vereinfachen. Die Erfahrungen mit dem Postcheck-Verkehr in Oesterreich seien günstige gewesen. Der Vorschlag der Sub-Kommission gelangt schließlich' in etwas veränderter Form zur Annahme. Der Etat für die Einführung des Postcheck-Verkehrs im Reichs Trützschler, der Regierungspräsident Trott zu eol^ postgebiete wurde darauf unverändert genehmigt, mit der der Landesdirektor und Vorsitzende der LandeSversichcrungs- Maßgabe, daß die Einführung erst am 1. September 1900 anstatt Hessen-Nassau Freiherr Riedesel zu Oil e n erfolgen soll nicht wie geplant war, bereits am 1. April, bach, zahlreiche Mitglieder des Provinziallandtages, die vor - ' ~ ' - - - - " . Unter dem Varntz der

und 2. über Bestrebungen zur Bekänipfung der Schwindsuchts­gefahr. An der Besprechung, die im Sitzungssaal des Stände - Hauses stattfand, nahmen Theil der Oberpräsident Graf Zedlip- der Regierungspräsident Trott zu Solz,

Morgen steht in der Kommission der Etat des PensionS- und 'tünde der Casseler Bauvereine u. a.

Jnvalidcn-Fonds zur Berathung. Herren Charles Hallgarten von Frankfurt a.

M. und