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Nr. 47.
Samstag dm 24. Feöruar
1900
Amtliches. ^anö&retfS ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen LandrathsamteH.
Der herrschenden Maul- und Klauenseuche wegen farm der Rindviehmarkt zu Büdingen am 27. d. Mts. nicht abgehalten werden.
Der Schweinemarkt findet jedoch daselbst statt, die Schweine dürfen aber nur mit Pferdefuhrwerk zum Markt gebracht werden.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestand des Oekonomen Peter Kämpf zu Frankfurt cuM., Lööes- gasse 26, ist erloschen.
Hanau den 24. Februar 1900.
Der Königliche Landrath.
V 1794/5 Z. V.: Schneider, Kreissekretär.
'baten ksinerlei Vorschriften darüber zu machen sei und keinerlei Untersuchung darüber stattzufinden habe, in welcher Sprache sie beichten. — Abg. G rö ber (Ctr.) bemerkt, der Anlaß zu dieser Resolution sei ein Erlaß des Kriegsministers vom 22. April 1889, der formell zwar nicht zu beanstanden, aber von den unteren Behörden mehrfach dahin ausgelegt worden sei, daß der Divisionspfarrer nur solche Leute polnisch beichten lassen dürfe, welche nur polnisch sprechen. Solche Vorschriften dürften um keinen Preis gemacht werden. An der Stelle des Sakraments müsse der militärische Vorgesetzte Halt machen. — 'Generalleutnant von Vicbahn entgegnet, daß ein
Politische und unpolitische Nachrichten
Depeschen-Bureau Herold.
Berlin, 23. Februar. Die „Norddeutsche Allgemeine" erklärt, daß die mehrfach kundgegebene Stellung der Staats- regierung zur Kanal-Vorlage sich in keiner Weise geändert hat. Die Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Einbringung der Vorlage könne selbstverständlich erst nach vollständiger Fertigstellung aller angekündigten Einzel-Vorlagen getroffen werden. Schon aus diesem Grunde dürfte die Nachricht nicht zutreffend sein, daß die ganze Vorlage sich bereits im Kabinet des Kaisers befinde. Damit würden auch
Eingreifen in die Sakramente der Beichte der Militärverwaltung r ^s^^? â,ers oepnoe. ^annr wuroen r durchaus fern gelegen habe. Den katholischen Soldaten sei; Nachricht geknüpften Vermuthungen von selbst
die ungehinderte Ausübung aller religiösen Pflichten voll und »nJa;.. . _ .... , .
ganz gesichert. — Kriegsminister v. Goßler erklärt, er m Februar. Hn der ^ udgct-Kommlinon des
müsse anerkennen. daN er mit dem aanren Nerbalten der Reichstages ersuchte heute vor Eintritt in bte Tagesordnung
In Hellstein (Kreis Gelnhausen) ist der MäSchen- ausschlag ausgebrochen.
In der Irren-Anstalt zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Hanau den 23. Februar 1900.
Der Königliche Landrach.
V 1733/42 I. V.: Schneider, Kreissekretär.
müsse anerkennen, daß er mit dem ganzen Verhalten der1 katholischen Militär-Geistlichkeit in jeder Beziehung zufrieden sei. Der Minister plaidirt sodann für eine einheitliche Mili- tär-Kirchen-Ordnung für das Reich. — Abg. Lingens
In dem EKHöft des Michael Blum in Niederissigheim ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Sperre über das Gehöft wurde aufgehoben.
Hanau den 24. Februar 1900.
Der Königliche Landrath.
V 1789 J. V.: Schneider, Kreissekretär.
Die Beschäle des Königlich Hessen-Nassauischen Land- gestüts werden am 28. Februar er. auf Station Wilhelmsbad eintreffen, wovon ich die Pferdezüchter des Kretzes in Kenntniß setze.
Die Herren Bürgermeister des Kreises mache ich nach- drücklichst darauf Lufnicrksam, daß die Abfohlungsergebnisse in die Ihnen s. Zt. zugehenden Deckregister einzutragen und Letztere bis spätestens 20. Juni b. I. an die betr. Stations- wärter zurückzusenden sind. Die Züchter sind snzuweisen, die fälligen Füllengelder ungesäumt an die Stationswärter zu zahlen. Da nach Mittheilung des Königl. LanNzestüts zu Dillenburg hierin m letzter Zeit vielfach gefehlt worden ist, sehe ich mich genöthigt, um dem Gestüt viele zeitraubende Schreibereien ic. zu vermeiden, auf die sorgfältigste Beobachtung dieser Vorschriften hinzuwciscn.
Hanau den 24. Februar 1900.
Der Königliche Landrath.
V 1539 I. Ar Schneider, Kreissekretär.
^faöt&reto ^anau.
BekanntMachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekarwttttachung.
Zürn Ausbau der Maulbeerallee soll die Liefening von 700,00 ebm Packlagesteine, 275,00 „ Decksteine aus Hartbasalt, 80,00 „ Pflastersteine öffentlich verdungen werden.
Verdingungsunterlagen sind auf dem Stadtbauamt II in den Vormittagsstunden von 10—121/* Uhr werktäglich einzusehen. Ebendort sind auch Angebotsscheine erhältlich.
Angebote mit der Aufschrift: „Steinlieferung Maulbeer- allce" sind verschlossen bis zum 2. n. Mts., morgens 11 Uhr, auf dem Stadtbauamt II einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener
(Ctr.) beschwert sich darüber, daß bei Mischehen von Militärs Machenschaften von evangelischen Stellen stattgefunden, um den katholischen Theil von der Befolgung seiner kirchlichen Vorschriften abzuhalten. — Kriegsminister v. Goßler betont nochmals, daß er stets bemüht sei, den katholischen Soldaten die Theilnahme an gottesdienstlichen Verrichtungen an Sonntagen zu ermöglichen. — Abg. Müller- Sagau (frf. Volksp.) tritt warm für die Resolution ein. — Abg. Gröber (Ctr.) wünscht noch, daß an Sonntagen keinerlei Dienst, auch nicht Strafdienst, die Theilnahme am Gottesdienst unmöglich mache. — Abg. von Ianta Polczpnski (Pole) dankt dein Abgeordneten Gröber für dessen Eintreten zu Gunsten der polnischen Soldaten. Damit schließt die Debatte. Beim Kapitel „Militär - Justiz - Verwaltung" wird auch der Etat für das Reichs-Militär-Gericht mit zur Berathung gestellt.
Zu Titel 7 befürwortet der Abg. Bassermann (nat.-lib.) die Resolution der Kommission, die Stabshoboisten in die Serviceklasse der Feldwebel zu versetzen und ferner die Militärkapellmeister bezüglich der Wohnung, (soweit sie ka- sernirt sind) und sonstigen Behandlung (Eisenbahnfahrt 3. Klasse bei Dienstreisen) besser zu stellen.
Bei Titel 1 beklagt Baron de Schmidt eine Benach- theiligung der elsaß-lothringischen Besitzer, denen militärische Hilfe bei Erntearbriten verweigert worden sei.
Generalmajor v. d. B ö ck: Die zuständige Stelle für derartige Gesuche ist das Generalkommando. In wichtigen Fällen werden gewiß Mannschaften gestellt werden.
Bei Kapitel „Ngturalverpflegung" erklärt auf eine Anfrage des Abg. Müller-Sagan Major Wandell, die Seneralfommanboâ seien darauf hingewiescu worden, daß Bc- nachthelligungen der Mannschaften dtirch die Kantinenwirth- schaften thunlichst vermieden würden. Die Aussicht in den Kantinen hätten die Regimentskonmiandeure.
Bei Titel „Garnisonsverwaltung" tritt Abg. Werner (Rfp.) für eine Besserstellung der Kasernen-Jnspekroren ein.
Bei Titel „Manöverkosten" besprichtAbg. Hoch die Entschädigung der Flurschäden. Der Landrath des Kreises Hanau habe die emsprechende Verfügung des preußischen Ministers des Innern in seinem Kreisblatt damit beantwortet, daß er die vorjährigen Angaben des Kriegsministers für unrichtig erklärte und die Schuld der Militärverwaltung zuschob, während der Kriegsminister die Eivilbehörden verantworlich gemacht hatte. — Kriegminister v. Goßler: Meine vorjährige Auskunft gründete sich darauf, daß die Anmeldung der Schäden außerordentlich verzögert war, was ich den Orts-
der Vorsitzende von Kardorff die Kommission, ihm zu gestatten, dem auf dem Wege der Besserung befindlichen Wge- ordneten Dr. Lieber die Glückwünsche der Kommission zur Genesung zu übermitteln. Die Kommission ertheilte einstimmig die Ermächtigung dazu. Hierauf wurde die Berathung des Marine-Etats fortgesetzt. Der Rest des Ordi- nariums wurde durchweg unverändert nach den Ansätzen der Regierung genehmigt. Es folgte die Berathung der einmaligen Ausgaben. Die ersten 17 Titel wurden bewilligt und die Weiterberathung auf Dienstag vertagt.
Berlin, 23. Februar. Die „Post" erflärt die Nachricht über angebliche Mcktrittsabsichtcn des Reichskanzlers und seines vermuthlichen Nachfolgers seien mit äußerster Vorsicht aufzunehmen, insbesondere trage die Angabe, bet Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg sei für das Amt des Reichskanzlers ausersehen, den Steinpel reiner Kombination deutlich an der Stirn. Die neuerlichen Gerüchte über einen Wechsel auf dem Posten des Reichkanzlers und Minister- Präsidenten seien weiter nichts als eine andere Form der schon früher aufgetretenen Behauptung von Meinungs-Verschiedenheiten im Schooße der Regierung. Man wünsche in manchen Kreisen eine größere Einheit und Geschlosscn- heit in der Leitung der Reichspolitik wie der preußischen
Berlin, 23. Februar. Der Kronprinz ist von Plön in Kiel eingetroffen, um sich vor seiner Abreise nach Pots- daul vom Prinzen Heinrich und dessen Familie zu verabschieden.
Halle, 23. Februar. Auf mehreren Gruben sind gestern die Arbeiter in den Ausstand eingetreten (in Meuselwitz). Heute wird auch der Ausstand auf den übrigen @mben erwartet, sodaß der Ausstand ein allgemeiner werden dürfte.
Wien, 23. Februar. Der Direktor des Karl-Thearers, Jauner, hat sich erschossen.
Budapest, 23. Februar. Die Gerüchte, die Regiening beabsichtige die Verstaatlichung der Privatbahnen, werden offiziös bementirt,
Budapest, 23. Februar. Infolge eines von unbekannten Thätern nachts in der Nähe von Steinkirchen auf die Schienen geivälzten Felsblockes entgleiste ein Lastzug. Die Maschine wurde stark beschädigt.
Aus Stadt und Landkreis Hanau.
Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe „Han. Anz".
Bieter erfolgt.
Hanau den 22. Februar 1900. Stadtbanamt II. Leers.
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Deutscher Reichstag.
(Sitzung v o m 23. F e b r u a r.)
Präsident Graf Ballest r e in madjt Mittheilung von dem Ableben des natiouallibcralen Abgeordneten Dr. Kruse. Das Haus ehrt das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung des Militär-Etats, Kapitel Mili-
tür-Geistlichkeit. Die Kommission beantragt hierzu eine Resolution, derzufolge dafür Sorge zu tragen sei, daß den Sol-
Vorständen zum Theil zurechnen mußte. Der größte Theil derselbe,! hat aber thatsächlich gut gearbeitet. Die Verhältnisse! waren ganz außerordentlich schwierig, denn allein im Kreise Hanan waren über 40 000 Parzellen abzuschätzen. Sieben Abschützungskommissionen sind thätig gewesen, und eine halbe Million Entschädigung ist gezahlt worden. Dadurch wurden eine große Menge Rückfragen und Weitläufigkeiten nothwendig. Die letzte Nachweisung lief erst Ende Dezember ein, die letzten Gelder sind von der Intendantur am 6. Januar angewiesen worden. Es ist also unsererseits sehr rasch gearbeitet worden und es -trifft uns kein Vsrwurf. Wir sind also bestrebt gewesen, die Verhältnisse wenigstens für die Zukunft thunlichst zu ordnen. Im Kreise Hanau ist der Grundbesitz so vertheilt bei der Fruchtbarkeit des Bodens, daß die Nachweisungen nur sehr schwierig aufgestellt werben konnten. Es liegen dort außerordentliche Verhältnisse vor, wie sie nicht allgemein vorkommen. Werden die Nachweisungen nicht ordentlich aufgestellt, so wird viel zu viel an Entschädigung gezahlt.
Die heutige Nummer umfatzt außer dem Unterhaltungsblatt 14 Seite«
geftattet
VIII. Provinziaüandtag für die Provinz Hessen Nassau
(Eigener Bericht des „Hanauer Anzeiger.")
X. Lasse l, 23. Februar.
In der heutigen Schluß-Sitzung der diesmaligen Tagung des Provinziallandtagcs wurde zunächst vom Eingang eines Telegrammes Kenntniß gegeben, in welchem Dr. Lieber für die ihm übermittelten Genesungs-Wünsche dem Hause herzlichen Dank sagt. Prof. Dr. Enneccerus ließ erklären, daß er eine Wiederwahl als Mitglied des Provinzial-Äus- schusses anzunehmen nicht in der Lage sei. Es wurde an seiner Statt der derzeitige Vorsitzende des Prsvinziallaudtags, Herr v. P a p p e n hei m - Liebenau, gewählt. ' Die ferner ansscheidenden Mitglieder des Pravinzial-Auoschusses: Dr. Geiger- Frankfurt unb Bürgermeister Schmitt über: tiefenbach werden durch Zuruf wiedergewählt, dcsglc-Lcn deren Stellvertreter Dr. Flesch-Frankfurt und Bürgcrmciuer Krücke. Der nächste Punkt der Tagesordnung betrat Feü- ctzung des Höchstgehalt s der L a n dcsrätbe, worüber Herr Landrath v. Schenck- Hanau berichtet. Derselbe stellt den Antrag, in Anbetracht des Umstandes, daß das Höchstgehalt der Bezirks- Landesräthe 8100 Mk. betrag«, dieses auch