LSonuementS.
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Amtliches Argun für $faöf~ unö MnöKrois Hunan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
M. 46. Freitag den 23. Fcbrnar 1900
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Amtliches.
^taM&rei# ^artaxt»
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Zum Ausbau der Maulbeerallee soll die Lieferung von 700,00 ebm Packlagesteine, 275,00 „ Decksteiue aus Hartbasalt, 80,00 „ Pflastersteine
öffentlich verdungen werden.
Verdingungsunterlagen sind auf dem Stadtbauamt II in den Vormittagsstunden von 10—12l/s Uhr werktäglich einzusehen. Ebendort sind auch Angebotsschciue erhältlich.
Angebote mit der Aufschrift: „Steinlieferung Maulbeer- allee" sind verschlossen bis zum 2. n. Mts., morgens 11 Uhr, auf dem Stadtbauamt II einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.
Hanau den 22. Februar 1900.
Stadtbauamt II.
Leers. 3128
Gefundene und verlorene GegensLünde etc.
Verloren: Auf der Straße Hanau— Roßdorf— Ostheim" eine messingene Wagenkapsel, dem Wiederbringer Mk. 1 Belohnung.
Hanau den 23. Februar 1900.
es den Operationen des Generals Roberts gelingen wird, das Heer Cronjes zum Stehen zu bringen und aufzureiben, wird sich alsbald zeigen. Jedenfalls hat die harte Bedrängniß der Buren auf dem westlichen Kriegsschauplätze sofort auf die Lage im Süden gewirkt, wo die Buren ihre voriheilhaften Stellungen bei Colesberg und Rensburg zu räumen scheinen, und es heißt sogar, daß General Joubert nunmehr von Ladysmith abrücken und seinem Gegner den Weg nach der so lange belagerten Stadt freilassen werde.
Wenn sich nun auch die englische Hoffnung, Cronje zu umzingeln und zur Uebergabe zu zwingen oder zu schlagen, nicht erfüllen sollte, so hat sich doch deutlich gezeigt, wie nachtheilig es für die Buren illar, daß sie nach erfolgreichen Kämpfen in der Defensive verharrten, statt in der Offensive den Erfolg auszunutzen. Nach den blutigen Schlachten bei Colenso und am Modderriver, wo sich ihre Beweglichkeit, ihre Kaltblütigkeit und ihre Treffsicherheit so ausgezeichnet be- währte, blieben sie in ihren alten Stellungen und ließen dem Feinde Zeit, sich zu sammeln und Verstärkungen heranzuziehen. Die übertriebene Vorsicht der Buren hat ja ihren guten Grund darin, daß das Menschen- und Kriegsmaterial für sie viel theurer ist als für den mit den Schätzen eines Weltreichs ausgestatteten Gegner; gleichwohl wäre es dem General Roberts nicht möglich gewesen, gleich bei seinem ersten Eingreifen in die Kriegsereignisse diesen eine für die" Buren ungünstigen Wendung |U geben, wenn die Buren ihre außerordentliche Beweglichkeit nicht nur in der Abwehr, sondern auch nach glücklichen Treffen in der Verfolgung bewiesen hätten.
Das nächste Ziel der Robertsschen Operationen ist Bloemfontein, die Hauptstadt des Oranje-Freistaats. Erreicht er es, — was noch durchaus nicht sicher ist, — so würde sich auch Joubert nicht mehr lange in Natal halten, sondern in das für die Vertheidigung so günstige Grenzland von Transvaal zurückgehen. Dann begänne erst der Krieg so, wie man ihn sich bei seinem Ausbruch allgemein vorgestellt hatte, als einen hartnäckigen Vertheidigungskampf gegen eine englische Invasion.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 22. F e b r u a r.)
Das Haus ist sehr schwach besetzt. Auf der Tagesordnung steht der Militär-Etat. — Abg. Bebel erkennt an, daß die Militärverwaltung bestrebt sei, Uebelsiände in der ' Armee zu beseitigen, aber noch nicht immer mit dem gewünschten Erfolge. Heute müsse er auf den Fall des Reservisten Briese zurückkommen, der schwer bestraft worden sei, weil er sich vor Gericht als Sozialdemokrat bekannt habe.
Vom südafrikanischen Kriege.
Sind auch die Nachrichten über die letzten Kämpfe in Südafrika viel zu summarisch und lückenhaft, um ein genaues Bild zu liefern, so ist doch so viel gewiß, daß sich seit dem Eingreifen des Generals Roberts die Lage bedeutend zu Un- gunsten der Buren verschoben hat. Während im Osten am Tugela General Buller den Versuch, nach Ladysmith vorzu- dringcn, zum zweiten und dritten Male wiederholte, und so das Heer des Buren-Generals Joubert fortgesetzt beschäftigte, stieß General Roberts mit neuen Truppen zu dem am Modderriver geschlagenen Korps des Lord Methuen, zog vom südlichen Kriegsschauplätze den General French heran und dirigirte ihn in Eilmärschen auf Kimberley vor.
Dadurch war die Position des Burcn-Kommandanlen Cronje vor Kimberley unhaltbar geworden; er sah sich mit seinem auf nur 10000 Mann geschätzten Heere einer be-' deutenden und geschickt operirenden Uebermacht gegenüber, so daß er sich, hart bedrängt von der englischen Kavallerie, auf das Gebiet des Oranje-Freistaates zurückziehen mußte. Ob
Er müsse den Kriegsminister fragen, ob es sich inzwischen als richtig herausgestellt habe, daß Briese direkt vom Gerichte daraufhin befragt sei, und zwar nachdem Briese bereits als Zeuge vereidet worden sei. Sei dem Minister ferner bekannt, daß ein Oberleutnant der Reserve und Gutsbesitzer Hochheim einen andern Gutsbesitzer mit seinen Knechten überfallen und tödtlich mißhandelt habe? Solche Rohheit und Brutalität müsse doch unbedingt mit Entfernung aus dem Heere bestraft werden. Weiter theilt Redner verschiedene Fälle von Mißhandlung von Rekruten durch ältere Mannschaften mit. Auch über Mißhandlungen durch einen Vorgesetzten macht Redner Mittheilungen: einen Wachtmeister in Spandau, über eine Ucberanstrengung mit tödtlichem Ausgange beim 98. Infanterie- Regiment, über -Mißhandlung durch Stockprügel wegen schlechten Schießens auf dem Schießplätze in Bernburg u. s. w. Ganz besonders schwere Mißhandlungen seien im Januar dieses Jahres bei einem Ulanenregiment in Oschatz während der Nachtzeit vorgekommen. Daß die zweijährige Dienstzeit noch viel zu lang sei, erhelle aus der Verwendung von Soldaten als Wärter auf der Hundeausstellung in Rostock, ferner als Kellner auf einer Ausstellung in Göttingen, als Ersatz für streikende Berufskellner. Weiter geht Redner auf das Duellunwesen ein. In Koblenz habe ein Leutnant Döring einen Studenten unter erschwerenden Umständen im Duell erschossen und sei dann schon nach sechs Monaten begnadigt worden ! Wie diese Anschauungen über Ehrgefühl grassiren, erhelle ja auch aus einem Vorgänge unter zwei Kollegen hier im Hause. Es soll in diesem Falle Mühe gekostet haben, den einen der schneidigen Herren von der Forderung abzubringen. — Minister v. Goßler: Bei einer so großen Organisation würden immer Mißgriffe und Mißstände vorkommen, doch würden sie entsprechend dem Wunsche des Obersten Kriegs- ijerrn immer mehr eingedammt. Was den Fall Briese be- I treffe, so liege derselbe allerdings so, wie Bebel ihn geschildert. ’ Aber der juristische Beistand des kommaudirenden Generals Hn Danzig habe gemeint, Briese habe sich doch strafbar ge- i macht. (Rufe links: unerhörck!) Briese habe ja sein Zeng- müß verweigern dürfen. Er selbst könne daher auch dem I kommandirenden General nur Recht geben, wenn derselbe auf ! strengste Innehaltung der Ordre des obersten Kriegsherrn bedacht sei, wonach keinerlei sozialdemokratische Bethätigung in der Armee geduldet werde. Gegen den Reservclcutnant Hochheimer werde zweifellos ein ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet werden, sobald das zivilgerichtliche zum Abschluß gelangt sei. Ueber einzelne der Mißhandlmtgsfälle, die Bebel angeführt, liege ihm das Material nicht vor. Wolle Bebel ihm die nöthigen Anzeigen machen, werde er sich die Sache näher ansehen. In einzelnen von Bebel erwähnten Fällen
Feuilleton.
Neujahrsfest in China.
s Bon Rudolf Langenbach.
. (Nachdruck verbaten).
Jetzt erst, wo wir schon ein gut Stück des Jahres hinter uns haben, feiert das himmlische Reich sein Neujahrsfest. Der Neujahrstag selbst fällt gewöhnlich in die letzte Januar- woche, aber noch wochenlang dehnen sich die Feierlichkeiten und Unterhaltungen ans und erst in diesen Tagen soll der unglückliche Schattenkaiser die fremden Gesandten in der üblichen Neujahrsaudienz empfangen. Mit Recht ist San-Lin, das chinesische Neujahrsfest, als Chiua's Bacchanalien bezeichnet worden; ein Taumel bemächtigt sich der ganzen, sonst so nii^ternen und fleißigen Bevölkerung, wachenlang ruht alle Arbeit, Fest folgt auf Fest, es stockt der Verkehr auf der Landstraße und auf den Kanälen, der Dienst in der Amtsstube und das Geschäft des Kaufmanns. Diese große Rolle des Neujahrsfestes begreift sich, wenn man erwägt, daß der erste Tag des Jahres als der allgemeine Geburtstag der gejammten Bevölkerung gilt; die Chinesen pflegen nämlich ihr Alter von dem Beginne des Jahres zu rechnen, so daß ein Kind, das auch nur eine Woche vor Jahresschluß geboren ist, am ersten Tage des ersten Monats des neuen Jahres sein zweites Lebensjahr beginnt.
Schon wochenlang vorher macht sich das Nahen des Festes bemerkbar. Zunächst im Geschäftsleben. Mit dem Jahre schließt auch der Kaufmann seine GeschäflSrcchmmg ab und er setzt Alles dran, am ersten Tage des neuen Jahres mit seiner Bilanz fertig zu sein. Die Bücher werden abgeschlossen, rückständige Forderungen eingetrieben und saumseligen Schuldnern werden die Thore ihres Ladens auSgehoben, wodurch
Sattel und Wagen wird durch ausgesiebte rothe Papiere Schutz und Segen erfleht, was bei dem Zustande der Wege in China auch recht nöthig ist. Wo aber im verflossenen Jahre ein Mitglied der Familie starb, da erinnert ein blauer statt des rothen Zettels die Vorüberwandclnden an die Vergänglichkeit alles Irdischen. In der Halle werden kostbar ausgcsührte Rollen mit längeren Inschriften aufgehängl; so bittet z. B. ein Litterat in einem Distichon auf rothem Papiere: „Möge ich so gelehrt werden, um 3 Millionen Bände in meinem.Geiste zu bergen; möge ich die Dinge der Welt für 6000 Jahre kennen!*
Das gibt denn im Hause schon genug zu thun. Mehr aber bleibt übrig! Kleine Wasserbächlein rieseln über die Straßen: es wird große Wäsche gehalten: Thüren, Stühle, Kleider — htrg: Alles wird einer Generalreinigung unterzogen, unb diese Sitte allein schon stempelt das Neujahrsfest zu einem Segen für China. Die Reichen errichten auf den Höfen ihrer Häuser Festpavillons, die mit bunten Stoffen kunstvoll drapirt und mit zahllosen Papierlaternen geschmückt sind: das Hauptstück darin aber bildet ein ungeheuerer enthäuteter Widder, dem man Kopf und Hörner gelassen har und der nun auf seinen gespreizten vier Beinen höchst ungelenk dasteht. Ein Retz aus rothem Pavicr bedeckt das Monstrum und allerlei kleinere Gaben, mit denen es behängt ist, winken überdies dem glotzenden Götzen. Bei den Aernieren vertritt Opferaltar und Pavillon ein einfacher Tisch; aber Früchte und Kuchen unb Opfcrthiere fehlen auch hier nicht. Zum Jahresende ist cs gut, auch mit den Göttern reinlich abzuschließen, und darum siud in den letzten Tagen vor dem Feste die Tempel ungewöhnlich dickt gefüllt von Andächtigen, die sich vor den Götterbildern niederwerten oder die Priester für ein Gebet bezahlen.
So ist der letzte Tag des Jahres herangekommen. Ein utigeheures Getümmel herrscht in den Straßen. Von ihren
er deu Einfällen der stets patroullirenden bösen Dämonen preiëgcgeben wird. Zugleich aber sind die Kaufleute nach Möglichkeit bestrebt, noch schnell in den letzten Wochen ihr Lager zu „räumen*; sie setzen die Preise herab, die Läden füllen sich mit Kunden, ein ungeheurer Geldumsatz findet in wenigen Wochen statt; und obendrein sieht man an vielen Orten auf den Hauptstraßen noch Tisch an Tisch ausgestellt, auf denen in der verführerischsten Art allerlei schöne Sachen zum Verkäufe gestellt sind: Raritäten, Bijoux, alte Familienstücke. Denn zu Neujahr braucht Jedermann Geld und so bietet mancher schöne Bcsitzthümcr feil. Vor den Tischen drängt sich eine dichte Menge und die Straßen sind in dieser Zeit stets geprepft voll. Hier finden Schuhe einen lebhaften Absatz, denn sie bilden ein sehr beliebtes Neujahrsgeschenk unter den niederen Klassen; dort werden Laternen zum Fcstschmuck- Dersauft, da Raketen, deren Bestimmung wir noch kennen lernen werden, an andern Orten wieder goldene Blumen oder lustig bemalte rothe Kerzen, die an Häusern angebracht werden. Am meisten umlagert aber sind die Tische der Amuletten- schrcibcr.
Denn überall werden zu Neujahr rothe Papiere angebracht, auf denen Sentenzen, wie sie zu dieser Gelegenheit passen, geschrieben stehen. Sie künden die Wünsche ihres Besitzers. Die meisten drücken den Wunsch nach den fünf Hauptsegnungen des Menschen — langes Leben, Reichthum, Gesundheit, Liebe zur Tugend und natürlicher Tod — aus; auf andereit steht: Möge der Himmel Glück schenken!* Oder: „Mögen immer reiche Kunden über diese Schwelle treten !" Ein wahres Meer von diesen rothen Papieren ergießt sich zur Ncujahrszeit über China. Alle Thüren, Pfosten, Hallen zeigen sic; die Boote ' sind damit wie zur Flaggcngala geputzt; die Laudleute bringen sie auf Bäumen, Sträuchern, Wiesen, Scheunen an; Pferde, Esel und Maulthierc werden in Schweif und Mähnen ihrer theilhaftig und selbst für