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lür Sindt- iinb, Land­kreis Hanan 1U ^ die 4qeipaitme Garmond- ;este aber deren Raum, für Auswärts 15 ^.

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die Zeile 20 Jj, für Auswärts 30 ^.

Amtliches Grgün für $taöf~ imö Lunölireis Hünsu.

Erscheint täglich mit Äiisiiahwe der Sonn- und Feiertage, mu belletristischer Beilage

Nr. 30.

Montag den 5. Februar

1900

Amtliches, ^artöürew ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Trichincnbeschauer Kittel in O st h e i m hat sein Amt freiwillig niedergclcgt.

An seiner Stelle ist Kaspar Förtcr in Ost heim zum Trichinenbeschauer für den Schaubezirk Ostheim auf Widerruf bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 29. Januar 1900.

Der Königliche Landrach.

V 876 v. S ch enck.

Kaspar Philipp Goebel von Oberissigheim ist zum Feldhüter der Gemeinde Oberissigheim bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 25. Januar 1900.

Der Königliche Landrath.

V 755 v. Schenck. __

Sta^türâu ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

BetÄKMMâchNng.

Zur Einführung einer geregelten Müllabfuhr bedarf die Stadt Hanau

5000 größere und 3000 kleinere verzinkte Mülleimer,

deren Lieferung im Wegè der öffentlichen Ausschreibung ver­geben werden soll.

Besondere Lieferungsbedingungen liegen auf dem Stadt­bauamt II werktäglich in den Vormittagsstunden von 1012l/s Uhr zur Einsicht auf.

Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: Lieferung von Mülleimern" bis zum 24. d. Mts., morgens 11 Uhr, an das Stadtbauamt II cinzureichcn, zu welchem Termin im Beisein etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Angebote erfolgt.

Hanau den 2. Februar 1900.

Stadtbauamt II.

Leers. 2092

BekÄNKtmackung.

Die Anlieferung von rd. 2400 cbm Boden zum Ausbau der Maulbeerallee zwischen Sandcldamm und Gartenstraßc soll öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt II werktäglich in den Vormittagsstunden von 1012*/» Uhr zur Einsicht auf.

Kleines Feuilleton.

Aus Kunst und Leben

Stadttheater in Hannu. Franz von Schönthans und Franz Koppel-Ellfelds gefälliges Vers- und Kostüm-LustspielRenaissance" zierte auch den Spielplan dieser Saison. Das heiter und fröhlich aufgebante Versgebäude, dem die Farbenpracht des mittelalterlichen Italiens den äußeren Glanz verleiht, hatte bei seiner gestrigen Anfsühruug wieder den gewohnten Erfolg. Unter der umsichtigen Regie des Herrn Direktor I a r i tz war Ausstattung wie Darstellung eine tadellose, besonders die Behandlung der Reime zeigte bei den Mitwirkenden eine wohlthucnde Sicherheit und völlige Vertrautheit mit dem Texte. Die vornehme Ge­staltung der Marchesa Genugra durch Frl. Brandow, die treuherzige, mit feinem Humor durch würzte Darstellung des Paters Bentivoglio durch Herrn Gehrmann und die mit prächtiger Komik ausgefnhrlc Dar­stellung des trockenen Magisters Severino durch Herrn Heinich sind von früheren Ausführungen her bekannte treffliche Leistungen und als solche gewürdigt. Von den weiteren neuen Besetzungen erregte die des Vittorino durch Frl. M u ck besonderes Interesse. Die junge Dame sah in der kleidsamen Tracht des kecken Jungen ganz vorzüglich aus und auch ihre Darstellung ward der dankbaren Aufgabe gerecht. Besonders gut gelang es Frl. Muck, der kindlichen schwärmerischen Liebe zur Mutter und auch dem kindlichen Trotze guten Ausdruck zu geben. Auch Herr S ch io n r z fand sich mit seiner Aufgabe den Maler Silvio da Feltre darzüstellen in guter Weise ab; er repräsentirte in seiner äußeren Er­scheinung den kecken Künstler vorzüglich und die Sprache ließ Wärme und Ausdruck nicht vermissen. Eine prächtige Verkörperung ward der Mirra durch Frl. Schumann zu theil ; die leidenschaftliche Italienerin hat nur eine kurze Episode in dem farbenreichen Stück, diese zu ihrer vollen Wirkung gebracht zu haben ist das Verdienst der Dame. Eine recht aumnihige Eolcttn von liebenswürdiger Schalkhaftigkeit stellte Frl. Pappe ritz auf die Bretter und Fran Hantke fügte sich als Be­schließerin Isotta auf das Beste in das gute Ensemble. '

Liszt-Erinnerungen Gerhard Rohlfs'. Aus dein Nachlaß des besonnten Aftikareisenden Gerhard Rohlfs werden im Februar-Heft von Westermanns Monatsheften Liszt-Erinuernugeu veröffentlicht, die manches Interessante und Charakteristische enthalten. Liszt traf bekanntlich unter seinen

Angebote sind mit der Aufschrift:Angebot auf Boden- lieferung für die Maulbeerallee" versiegelt bis zum Montag den 12. d. Mts., morgens 11 Uhr, auf dem Stadtbauamt II abzugeben, zu welchem Termin die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Dieter erfolgt.

Hanau den 3. Februar 1900.

Stadtbauamt II.

Leers. 2175

Holzvcrftrigerung

Montag den 12. Februar 1900, morgens 97s Uhr, im Balser'schen Gasthause zu Erbstadt aus dem Distrikt 44 Köhlplatte der Oberförsterci Hanau.

Erlen: 91 Stämme = 45,31 sm von 6 bis 16 w Länge und 17 bis 36 cm Mittenstärke und zwar 2,27 fm III. Kl., 24,89 fm IV. Kl., 18,15 fm V. Kl. Ferner: 16,5 rm Scheit und Knüppel, 15,5 rm Stöcke, 540 Wellen Reisig.

Fichten: 178 Stämme von 8 bis 20 m Länge und 13 bis 30 cm Mittenstärke und zwar 7,10 fm III. Kl., 45,72 fm IV Kl. und 32,44 fm V. Kl. Ferner: 10 rm Knüppel, 28 rm Stöcke, 1700 Wellen Reisig.

Königliche Oberförsterei Hanau zu Forsthaus Neuhof. 2160

Gchmdcne und mlorcnc Gegenstände eie.

Gefunden: 1 silberne Brosche im Theater, gez. 8 8, 1 Kinderbrille, 1 Bleifcder und 1 brauner Damenhandschuh (linker), 1 blauer Kinderhandschuh (rechier).

Verloren: 1 großer Hundcmaulkorb mit Messing­beschlag, 1 längliches, grünes Portemonnaie mit 10 Mk. und einigen Pfennigen.

E n t f l o g c n: 2 blaue Brieftauben. Entlaufen: 1 russischer Windhund weibl. Geschl.

Hanau den 5. Februar 1900.

Eine Ansprache des Staatssekretärs v Podbelski

Die Besserungen in den Beziehungen zwischen der Post- verwaltung und dem großen Heere ihrer Beamten ist auch anläßlich der Neuordnung der Personalverhältnisse für die Beanitenlaufbahn deutlich zu Tage getreten. Der Vorstand des Verbandes der Post- und Telegraphen-Assistenten wollte bem Staatssekretär v. Podbielski für diesen Erlaß durch Ueberreichung einer Adresse den Dank des Verbandes aus­sprechen. Der Minister lehnte jedoch die Entgegennahme einer Adresse aus prinzipiellen Gründen ab und erklärte sich

Schülern nickt gerade strenge Auswahl, viele lebten noch da­zu aus seiner Tasche. Als einmal besonders viel Untaugliche sich an den Meister gedrängt hatten, wollte Bülow, oer da­mals häufiger Gast in Weimar war, reine Luft haben; Liszt aber meinte, dabei könne er nichts thun.Dann überlaß cs mir!" sagte Bülow und vertrat den Meister in der Stunde, dabei soll es aber soschneidig" hergegangen sein, daß Liszt bei der nächsten Stunde verschiedene Schüler vermißte. Erst nad) Bülows Abreise von Weimar tauchten sic wieder auf. Rohlfs erlebt auch Eugen d'Alberts erstes Auftreten, der da­mals ein etwa 15jähriges Bürschchen war. Liszt war sofort so eingenommen von ihm, daß er sagte:Ich gebe nicht viel auf Wunderkinder, das aber ist ein solches." Eine Dame dagegen, der er ihn dringend empfahl, musterte den kleinen KeN mit der Lorgnette und meinte:Comment, ce petit gar^bn ? Im Reiche der Musik fühlte Liszt sich als König, da- konnte er selbst von dem Groß­herzog, der häufig "bei seinen Matinèen zugegen war, keinen Widerspruch vertragen. Eines Tages waren der Großherzog und Liszt bei Rohlfs zu Gast. Im Laufe der Unterhaltung sprach der Großherzog von Sarafate, der zum ersten Male nach Weimar gekommen war und Tags vorher bei Hofe ge­spielt hatte:Sarasate ist gar kein großer Künstler, nur auf­gepufft, aufgepufft," sagte Liszt.Aber lieber Meister, er­lauben Sie mir, er hat ganz ausgezeichnet gespielt und mir ausnehmend gefallen."Königliche Hoheit," sagte Liszt laut über den ganzen Tisch hin,verstehen gewiß sehr gut zu regieren, aber in musikalischen Dingen glaube ich mehr zu verstehen, und meiner Meinung nach ist er kein großer Künstler."Sie mögen ja im Allgemeinen Recht haben, lieber Meister," erwiderte der Großherzog,aber ich bleibe doch bei meiner Meinung." Dieser Vorfall hatte jedoch auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Großherzog und Liszt nicht den geringsten Einfluß.

nur bereit, eine Abordnung des Verbandes zu empfangen. In der Audienz, die Herr v. Podbielski hierauf den Ober- Postassistentcn Kahsnitz, Fischbach und Schubert ertheilte, nahm der Staatssekretär Veranlassung, sich über die an seiner Verwaltung geübte Kritik, sowie über den Rest von Unzu­friedenheit, der immer noch in seiner Beamtenschaft zurück­geblieben, in der freimüthigsten Weise zu äußern. Er führte u. a. Folgendes aus:

Ich verstehe es, wenn unter Ihnen trotz materiell guter Lage noch ein Rest von Unzufriedenheit verbleibt. Der­gleichen ist überall auf der Welt,. und Sie selbst werben innerhalb Ihres Verbandes aus eigener Erfahrung diese Beobachtung machen. Trotzdem Sie für Ihre Vereinigung Ihr Bestes thun, wird es immer eine Anzahl Unzufriedener geben, bei Ihnen, wie in der Verwaltung und wie in an­deren Verhältnissen. Ich nehme es auch keineswegs tragisch, wenn ein Bruchtheil mit meinen Maßnahmen nicht zufrieden ist, Allen kann man es nie recht machen, und ich bin weit entfernt, von Ihnen zu verlangen, daß Sie Alles als gut und einwandfrei anerkennen sollen, was vonoben" kommt' aus meiner Laufbahn als junger Offizier ist mir recht wohl erinnerlich, wie ich selber oft die Maßnahmen meiner Vorge­setzten kritisirt habe. Worauf es aber ankommr, meine Herren, das ist die Art und Absicht der Kritik. Sie muß vor allen Dingen die Absicht haben, bessern zu helfen am Ganzen, niemals darf sie darauf ausgehen, Unzuftiedenheit zu erregen oder zu erhalten, was ja auf die Dauer, wie Beispiele des öffentlichen Lebens zeigen, ohnehin nicht gelingen würde. Auch eine sonst in diesem Sinne gut gemeinte Kritik sann, wenn nicht mit genügender Vor­sicht imb unter Berücksichtigung aller Umstände geäußert, den unerwünschten negativen Erfolg haben, Unzu­ftiedenheit zu erregen, wo man es gar nicht beabsichrigt hat. Branche Kritik z. B., die i ch richtig verstehen würde, und die bei Ihnen und Allen, die weiter blicken können, keinerlei Schaden anrichtet, kann unter Umständen dazu führen, bei einem Beamten im kleinen Orte, dem die Möglichkeit fehlt, seinen Gesichtskreis dauernd erweitert zu halten, die Anschauungen zu erwecken, daß Alles schlecht sei.

Sie, meine Herren, sind es, die dafür sorgen müssen, daß Fehler in diesem Sinne vermieden werden, die es verhindern müssen, daß die unzufriedene Richtung, die es überall gibt und immer geben wird, die Führung übernimmt. Wir wollen, Jeder in seiner Art, Alle dasselbe: unsere Verwaltung groß, nützlich und geachtet machen; das kommt Jedem zu Gute, der ihr angehört. In einem gut eingerichteten Hause wohnt es sich besser, wie in einem schlecht eingerichteten, des­halb wollen wir alle unsere Kräfte vereinigen zu dem Zwecke, unser Haus so wohnlich zu machen, wie möglich." Ihre

Humoristisches.

Sein Standpunkt. Protz (der sich in einer Buck- handlung mehrere Klassiker gekauft har):Werden die Bände auch nicht zu schwer sein für ein Postpacker?" Verkäufer: Im Gegentheil, es könnten sogar noch zwei Kilo hinzu­gepackt werden!" Protz:Ra, dann packen Sie also noch ein Kilo Goethe und ein Kilo Schiller mehr ein!"

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 3./2.

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen

Sturm

Wetterbericht.

Voraussichtliche Witterung: Bei wenig veränderter Temperatur vorwiegend trübes Wetter mit einzelnen Rieder schlägen.