Einzelbild herunterladen
 

MonnementS- Preis:

Jährlich 9 -^. Hskbjährl. 4 ^ 59 ^.

Bierteljährlich 2 ^ 25 ^.

Für auswärtige Adsnuente« mit d»«n betressenden Pastauljchlaz.

Die einzelne Nummer kästet i6 -4.

Nr. 3

Donnerstag den 4, Januar

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die ä gespaltene Garmond­zeile »der beten Raum, für Auswärts 15 ^.

Zugleich

Amtliches Organ für Ktsöt^ unö LanöKreis Hanau

Erscheint täglich mit Llusnastme der Sonn- und Feiertage, mit belletristisä er Beilage

Im Reklamentheil die Zeile 20 für Auswärts 30 ^.

1900

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 1.

mggrn^iâmmmg^^

Amtliches.

^miö&rew ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In Praunheim (Kreis Frankfurt) und in Roth (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche aus­gebrochen.

Hanau den 2. Januar 1900.

Der Königliche Landrath.

V 13400 518 v. Schenck.

Der landwirthschaftliche Kreisverein hält am Sonntag den 14, Januar 1900, nachmittags 3 Uhr, im Saale des Herrn Gastwirth» GeorgRauch inHochstadt eine Wanderversammlung ab. Hierbei wird der Obergärtner im Pomologischen Garten zu Cassel, Herr A. H u b e r, einen Vortrag über:Pflanzung und Pflege der Obstbâume" halten, zu welchem die Vereinsmitglieder, sowie die Landwirthe von Hochstadt und den umliegenden Ortschaften ringelnden werden.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister in Hochstadt, Dörnigheim, Bischofsheim, Ober- und Niederdorfelden, Gronau, Fechenheim, Bergen, Wachenbuchen, Mittelbuchen, Kilianstädten, Roßdorf und Bruchköbel wollen obige Bekanntmachung des landw. Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise mit dem Hinzufügen bekannt machen, daß alle Land- wirthe in der Versammlung als Gäste willkommen sind.

Hanau, am 30. Dezember 1899.

Der Königliche Landrath.

L. 117. v. Schenck.

SlâdE^eis ^anaxu Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Jeder Militärpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15, Januar bis zum 1, Februar d. J. bei dem hiesigen städtischen Meldeamte (Langstr. 41 part. rechts) zur Rekrutirungs- stammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militärpflichtige, welche ohne au einem anderen Orte im deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben bereit Eltern, Vormünder, Lehr-, -

Brod-, oder Fabrikherrn die Anmeldung zu besorgen, eben­falls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Diejenigen Militärpflichtigen des Jahrgangs 1880, welche außerhalb Hanau's geboren, haben bei Anmeldung zur Stammrolle ihren Geburtsschein, welcher von dem Standes­amt des Geburtsortes für diesen Zweck gebührenfrei aus­gestellt wird, vorzulegen.

Hanau, am 2. Januar 1900.

Der Magistrat.

___ Bode. _________________203

Handelsschule.

Der Unterricht in der Handelsschule wie im Fort­bildungskursus für Mädchen beginnt Montag den 8, Januar 1900,

Hanan den 2. Januar 1900.

Der Dirigent der Handelsschule.

___ Dr. A n k e l.___________________227

Handelskammer zu Hanau.

Die seit dem Jahre 1880 erschienenen Patentschriften 1 über die von dem Kaiserlichen Patentamte zu Berlin in den sämmtlichen 89 Patentklassen ertheilten Patente können in dem Sekretariate der Handelskammer (Stadtschloß hierselbst) an Werktagen von 901129s Uhr vormittags und von 35 Uhr nachmittags von Jedermann unentgeltlich eingesehen werden.

Um auswärts wohnenden Interessenten Ge­legenheit zu geben, sich über ertheilte Patente zu unterrichten, gibt das Sekretariat einzelne Nummern der Patentschriften aus kürzere Zeit auch leihweise ab.

Hanau den 4. Januar 1900.

Die Handelskammer.

Canth al.

214 Der Sekretär: Steller.

Zur Erhebung der Brandsteuern ist für die Stadt Hanau Termin vom 8.13, d. Mts», morgens VsD-12 Uhr anberaumt. Am 8., 9. und 10. findet die Hebung in der Braueri Orschler, Langstr. 27, am 11., 12. und 13. in meinem Bureau, Uferstraße 7, statt.

Hauau den 2. Januar 1900.

Die Landes - Renterei.

___Heidelbach. 159

Gefundene nud verlorene Gesienstlinde etc.

Gefunden: 2 rothgestrciftc Schürzen,' 1 kleines, weißes Tüchelchen und 1 Paar gelbe Damenhandschuhe, 1 seidenes, grün, schwarz und blaugestrciftes Halstüchelchen. I

Verlore» : 1 silberne Damcnuhr, das Zifferblatt mit einem gelben Rand und auf der Rückseite ein Kränzchen.

Zugeflogen: 1 grüner Wellenpapagei.

Hanau den 4. Januar 1900.

Die Kundgebungen des Kaisers.

An dem denkwürdigen ersten Tage des neuen Jahr­hunderts hat der Kaiser an die im Zeughause versammelten Offiziere der Berliner Garnison eine Ansprache gehalten und an demselben Tage imArmee-Verordnungs­blatt" einen AufrufA n m e i n H e e r" erlassen. Hier wie dort schildert der Kaiser in markigen, von vaterländischer Begeisterung getragenen Worten und durchdrungen von der hohen Mission, die er an der Spitze seines deutschen Volkes zu erfüllen hat, die Entwicklung des deutschen Volkes in dem abgelaufenen Säkulum. Da diese Entwicklung sich eng an diejenige des preußischen Heeres anknüpft, lag es in der Natur der Sache begründet, daß sich der Kaiser in erster Linie an sein Heer wandte. Er richtete seine Worte aber an seinVolk in Waffen" und sprach sie zu der gejammten waffenfähigen Nation.

Ernst wies der Kaiser auf jene traurigen Tage hin, da die glorreiche Armee Friedrich des Großen in der Fricdenszeit, die der Regierung des großen Preußenkönigs folgte, auf ihren Lorbeeren cingcschlafen war, da die Mannschaften im Ga­maschendienst verknöcherten, das Offizicrcorps in Wohlleben und Selbstüberhebung verkam. Auf jene Zeit der Erschlaffung folgten dann die furchtbaren Schicksalsschläge des unglücklichen Krieges und die sieben langen Jahre der schweren napoleo­nischen Knechtschaft. Weiter schildere der Kaiser die Wieder­geburt Preußens, die Bildung des Volksheeres durch die all­gemeine Dienstpflicht, die Befreiung aus der Knechtschaft der Fremdherrschaft und den weitern Ausbau des Heeres unter Wilhelm L, jene lange, schwere, hingehende Arbeit, die, leider von einem großen Theile des Volkes unverstanden, die ge­waltigen Erfolge des Jahres 1870/71 erst ermöglichte und dem deutschen Volke die langersehnte Einigung brachte.

Dann aber wandte der Kaiser, wie es sich an der Jahr- hnuderiwendc gebührt, den Blick in die Zukunft und auf die Aufgaben, die sic dem deutschen Volke stellen wird, auf jene Aufgaben, die unweigerlich erfüllt werden müssen, wenn das deutsche Reich auch in Zukunft achtunggebietend und den Weltfrieden wahrend an der Spitze der 9tatienen marschiren will.

Wie sein Großvater für das Laudheer gesorgt, so versicherte der Kaiser, für seine Marine sorgen und un­beirrt in gleicher Weise ihre Reorganisation forr- und durch­führen zu wollen.Mit beiden vereint," so schloß der Kaiser seine Ansprache im Zeughause,hoffe Ich in der Lage

Feuilleton.

Aus Transvaals Vcrgangenhcit.

i.

Die Südafrikanische Republik ist tixt Gründung von ziem­lich jungem Alter. Wenn man ihre Anerkennung seitens der Engländer als Beginn ihres Entstehens ansieht, ist das Jahr 1852 ihr Geburtstag. Sie ist also noch nicht ein halbes Jahrhundert alt. Ihre Bewohner, die Buren, sind Abkömm­linge der holländischen Ansiedler, die im 17. Jahrhundert sich Niederlassungen in der heutigen Kapkolonie gründeten. Die ostindische Handels-Kompagnie hatte sehr richtig die Bedeutung des Kaps für den schwunghaften holländischen Handel erkannt. Hier war der natürliche Ruhepunkt für die Ostindien-Fahrer. Die kleine Kolonie blühte daher schnell auf. Die Engländer hatten von Anfang an die Entwicklung der Kolonie mit miß ­trauischen Augen verfolgt und lange "nach einer Gelegenheit gesucht, die Kolonie zu besetzen. 1795 führten sie endlich gelegentlich eines Aufstandes 'der Kolonisten gegen die hol­ländische Herrschaft den lange gehegten Wunsch aus. 1806, als Holland französisch geworden war, besetzten sie zum zweiten­mal die Kolonie, deren endgültige Abtretung an England im Frieden von Paris (1815) auch vom König der Nieder­lande anerkannt wurde.

Die Buren, ein derbes, kräftiges Geschlecht, trugen die englische Regierung und Verwaltung nur mit Unmuth. Als me englische Regierung sich in den ewigcn Kämpfen der Buren mit den Eingeborenen, den Koffern, gar entschieden auf die Seite der Koffern stellte, wanderten die Buren in Masse mit aller ihrer Habe,in der einen Hand den Hirtenstab, in der andern dos Gewehr" aus, um sich eine neue Heimath zu suchen. Auf ihrem Marsche traf. sic eine Einladung nach

Porr Natal im östlichen Theile des Kaplondes. Diesen herr­lichen Hafenplatz hatten 1834 englische Ansiedler in Besitz genommen und dort eine Republik gegründet. Die Buren folgten dieser Einladung gern und gründeten 1837 das nach ihren beiden Anführern benannte Pieter-Moritzburg. Nun aber erklärte die englische Regierung die Unabhängigkeit dieses Freistaates nicht anerkennen zu können, da britische Unter­thanen kein Recht besäßen, einen unabhängigen Staat zu bik den, und ließ 1842 Truppen landen. Nach vielen Kämpfen zogen die Buren aus Port Natal nach Westen in dos Gebiet der nördlichen Zuflüsse des Oranje-Flusses und gründeten dorr den Oranje-Staat

Aber auch über dicse Striche nahm der engliche Kap- Gouverneur englische Oberhoheit in Anspruch. Nach tapferer Gegenwehr unterlagen die Buren 1848, ließen zum dritten­mal die neu gebauten Häuser und neu angelegten Felder im Stich und zogen sich unter ihrem Führer Pretorius über den Vaal nach 9t»rb»ften zurück. Hier zwischen Vaalfluß und Limpopo, in dem von zahlreichen Flüssen und gut bewaldeten Gebirgszügen durchschnittenen fruchtbaren Hochlande fanden sie ihre neue Heimath, der sic den NamenTransvaal-Laud" gaben. Es gelang den energisch und geschickt geführten Ver­handlungen ihres Führers Pretorius endlich, im Jahre 1852 einen Vertrag mit den Engländern zu Stande zu bringen, der nach dem Ort, wo er geschlossen mürbe, Sandriver-Ver­trag genannt wird und den Buren die vollste Unabhängigkeit gewährleistete.

Die junge Republik bestand zunächst eigentlich aus vier kleinen Republiken, die keineswegs untereinander einig waren, nicht einmal über ihre Grenzen. Erst 1856 gelang es, eine Versammlung von Vertretern aller vier Distrikte zusammen - zubringen, die sich einigte, die gesetzgebende Gewalt in einen Volksraad" zu verlegen, der sich aus Vertretern aller Ge­biete zusammensctzte, während die ausführende Gewalt bei

einem vom Volke gewählten Präsidenten ruhen sollre. Zum ersten Präsidenten wurde Marthinus Wessels Pretorius, der Sohn des tapfern Führers, erwählt. Die schlimmen Erfah­rungen, die die Buren mit den Engländern gemalt hauen, lassen es verständlich erscheinen, daß den Weißen fremder Staaten, die sich Niederlassungen gründen wollten, seitens des jungen Staates wenig Entgegenkommen gezeigt wurde. Die Buren versuchten in der Thar, ein vollständiges Abschließungs­system durchzuführen, indem sie Engländern und Deutschen weder den Land-Erwerb noch die Ausbeutung der Mineral- schätze des Landes gestatteten. Erst der durch die Diamanten­funde in Kimberley (1867) und die Gold fünde in Tati und Lndcnburg verursachte Ansturm großer Massen von europäischen Einwanderern legte in dieses Abichließungisystem nach chine­sischer Art eine gesunde Bresche.

Die zahlreichen und blutigen Kämpfe mit den angrenzen­den Eingcborencn-Stâmmen, besonders mit den kriegerischen Bagodi und Sulu, sowie die gänzlich zerrüttete Geldwirth­schaft deS Staates beeinträchtigten sehr die weitere Entwick­lung der Republik. Die Auffindung der Gold- und Diamanten­felder und der sich daraus ergebende Zufluß an Menschen und Kapital beseitigte zwar vorübergehend die Gcldnoth des Staates. Der Mangel an geeigneten militärischen Einrich­tungen vergrößerte aber die Gefahr eines allgemeinen Auf standes und Angriffes der umwohnenden Eingeborenen so, daß England 1877, scheinbar mit gutem Recht, seine Ver­mittlung den Buren anbictcn konnte. Die Engländer Ratten ihre alten Wünsche hinsichtlich der Aneignung der Republik keineswegs aufgegeben und waren durch Auffindung der Gold- und Diamantenfelder erheblich in ihne« bestärkt wor­den. Sic begrüßten daher diese Gelegenheit zum Einschreiten mit Freuden. Nach einigen fruchtlosen Verbannungen wurde Transvaal von England am 12. April 1877 seinem Gebiete kinvcrleibt mit der Begründung, daß ein verarmter, aller