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Amtliches Organ für Htsöt^ unö LanöKreis Hanau
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Auswärts 30 4
M. 304
Freitag den 30. Dezember
1898
Amtliches
Bekanntmachung.
Auf Grund deS § 2 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1876 und des § 107 des, Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird hierdurch! festgesetzt, daß der Schluß der Jagd auf Hasen, Auer-, Birk- i und Fasanenhennen, Haselwild und Wachteln mit dem Ablauf des 17. Januar 1899 eintritt.
Caffel den 17. Dezember 1898.
Der Bezirksausschuß zu Caffel.
Meinecke. Brunner. Lotz. Pfannstiel.
Frhr. v. Schenck.
welche sich in den goldhaltigen Witwatersraud-Schichten der Transvaal-Republik wiederfinden.
Zola, der kein Wort englisch verstand, hatte einen von Clemenceau zeschriebenen Zettel mit dem Namen des Ankunfts- Die Urproduktion auf den Marsch allin sein beruht bahnhofs in London „Charing Croß" mitgenommen. Ferner auf der Kokospalme; ihr Ertrag hat den deS Vorjahres noch war darauf auch die Station vermerkt, von welcher er nach überschritten. Große Ren-Pflanzungen sind auf Nauru ge- ■ seinem Reiseziel, einem Dorfe an der Eisenbahn nach Birming- macht, die Zahl der ausgesetzten Palmen beträgt dort 80 000 ham, gelangen sollte. So traf Zola schließlich glücklich in bis 100 000. Andere Kulturen wie die Kokospalme kommen
Licllysm-richtt» aus dem Kreise.
Gesunden: Ein Paar neue Schlittschuhe. Ein Meffer.
Verloren: Ein gelbledernes Cigarrenetuis mit Namenszug.
Hanau am 30. Dezember 1898.
für den Handel nicht in Frage.
Zolas Flucht nach England.
London, 27. Dezbr.
Interessante und amüsante Einzelheiten über Emile Zolas Flucht nach England im vergangenen Sommer und seinen Aufenthalt dort werden der Times aus Paris mitgetheilt. Danach war der Hergang folgender:
Als am 17. Juli die Bertandlung in Versailles, welche
dem Dorfe ein, wo er nach einem Gasthof fuhr, an dessen Besitzer Clemenceau ihm eine Empfehlung gegeben, ohne seinen Namen zu nennen. Jedoch die zwölfjährige WirthS- tochter, welche ein wenig französisch sprach, kam am folgenden Tage, nachdem sie Zolas Bild in einer illust. irten Zeitung gesehen, ganz erschrocken zu ihrem Vater und erklärte ihm, ihr Gast sei „Zola". Den Tag darauf lud ihn der Dorf- geistliche ein und empfing ihn mit großer Liebenswürdigkeit und feinster Diskretion, ohne sich im Geringsten den Anschein zu geben, ihn zu kennen. Am Ende der Woche wußte das
ganze Dorf, wer er war; aber so groß ist die Diskretion
Unsere Schutzgebiete.
Der Reichskanzler hat dem Reichstage eine ausführliche
bekanntlich mit der Verurtheilung Zolas endigte, eben vorüber ganze Dorf, wer er war; aber so groß ist die Diskretion j war und Zola mit ein paar Freunden einige Worte wechselte, der Engländer, daß niemals ein Wort davon in die Oeffent- kam sein Anwalt Maitre Labori, zu ihm und sagte; „Steigen lichkeit drang und Zolas Wohnort thatsächlich bis jetzt voll- igte, ohne eive Minute zu verlieren in Ihr Coupce, welch-s kommen unbeka-nt geblieben ist. Er hat übrigens nachher 1 auf Sie wartet. Ich werde mit Ihnen einsteigen. Geben noch in vier oder fünf anderen Orten ein Asyl gefunden und
befindet sich zur Zeit immer noch auf dem Lande in Eng-
Sie Ihrem Kutscher mit lauter Stimme Befehl noch Weben
See Ihrem Kutscher mit lauter Stimme Beseht noch Mssau y^“™“ n « 3
zu fahren. Wir werden die Richtung unterwegs ändern, land.Der große srarttosilche Lchriftsteller ist voll des ^obes
: 103 11.0 wwiw. mit mcutpynp ^.»» »»«. nuut aber lassen Sie uns machen, daß wir fortkommen, denn ich über, die ihm erzeigte Gastsreundschaft und zartfühlende ^er-
Stoff und läßt erkennen, daß es in unsern Kalo- fürchte, daß Monsieur Perier Sie siden Augenblick zu sich ichwikgenheit , er ^ l^i fM^
nirn weder an ernster Arbeit noch an ersrenlichen Fort- rufen lassen und Sie lange genug aufhalten könnte, um Ich effng mit bcm Studium eE-icher-.rhalm^
Ihnen in Person das Urtheil zuzustellen. Dann fügt- er zu nach seiner^Rückkehr nach Frankreich die m England ge-
- - - • -• — • r wonnenen Eindrücke schriftlich veiarbetten.
Denkschrift über die Entwicklung unsrer Schutzgebiete im Jahre 1897/98 vorgelegt. Die Denkschrift bietet eine Fülle
von
schritten fehlt. -
Sie beginnt mit einem Jahresberichte über die Entwick- den beiden Freundrn gewandt, hinzu: „Wenn wir fort sind, lung von T o g o. Der Plantagenbau in Togo weist 7 gehen Sie, ohne sich den Anschein her Eile zu geben, nach Pflanzungen mit rund 100 000 Kaffeebäumen und 9 Kokor- Paris zurück und schlagen Sie einen Umweg nach ihrem Heim nuß- und Gummipflanzungen aus. Beide Kulturen sind in ein.* Zola verließ sofort das Zimmer, erklärte einem Freund, der Zunahn e begriffen. Von ganz besonderer Bedeutung für der bat, mit nach Paris fahren zu dürfen, er kehre nicht die Kolonie war das Grenzabkommen mit Frankreich, durch dahin zurück, sondern gehe nach MSdon, um sich auszmuhen, welches das langerstrebte Ziel einer natürlichen Grenze nach stieg dann in einen Wagen und sagte mit lauter Stimme Möglichkeit erreicht wurde. Der Bericht hrbt hervor, daß zum Kutscher, er solle nach Weben fahren, was von den die Entwicklung der Kolonie einen durchaus normalen, dabeistehenden Reportern sraNtösischer Zntnngcn schleunigst auestcktsvollen Fortaava nimmt und daß namentlich dem notirt wurde. Unterwegs wies Labori den Kutscher an, die Mantaaenbau in Zukunft große Flächen werden dienstbar; Straße nach Paris einzuschlagen und beim Droschkenhalteylatz gemacht werden. " ! von der Porte Dauphine anzuhalten. Dies war ganz in
Auch in Kamerun tritt auf fast allen Gebieten ein bedeutender Fortschritt hervor. Für die Zukunft oer Kolonie ist es von größter Bedeutung, daß endlich das deutsche Kapital seine bisher geübte Zurückhaltung aufgegeben und sich mit Energie auf die Hebung der in dem jungsraultchen Boden Kameruns ruhenden Schätze geworfen hat. Dem Handel sind durch die Unterwerfung der Banes und Butts neue Absatzgebiete geschaffen, aber auch die längst von europäischen Handelshäusern in Bearbeitung genommenen Flußgeuretc des Mungo, Wuri, Abo und Sannaga haben im vergangenen Berichtsjahre gezeigt, wie sehr auch in ihnen der Handel noch weiterer Ausdehnung fähig ist, so daß, wenn Fnede und Ordnung aufrecht erhalten bleiben, das Schutzgebiet in jeder SinMt eine ^‘ W ^ eeilW'i* W»fr -««- $*»"9
-me ,-hr rege, wennjlei^ |, Maniiwas-V-,- Schad»! bereiten Knute. Solo striabt! sich heftig gegen das
»ergebensten Park!-» werben' B*"?WJ,SL B„rorouf,„, »ab aber toliefilitb m», als au» Mad-m- Me „macht U°-.m.in »°. sich.^ ®X nä au ^ Seite bn aibL ichlag unb ihren Ein-
Usambara entwickelt. Zur Anfledtung in nutend mackte
bara laden gesundes, Klima, und denen rer H'«na ' ^Madame Zola gina sitzt nach Hause, um ihrem Gatten
Lebensbedingungen err Die Untersuchung der,8° $ bie ^gthigsten Reiseutensilien zu holen. Die arme Frau war
Wich« BnMaÄ M d-«"s,si mit der Mulchil- md^ nichts r-i"tI«g°Ar°d- falben S-H S-M d« C?«°k«r cis R-ch°»»--;ach,
^■WÄ« SäSTÄ»"S bekanntlich zwei Faktoren die Entwicklung lahmend b f^ nach einer hastig eingenommenen Mahlzeit um neun Uhr die Rinderpest und die Fiebe'-Eprdemre. Gestört n ch und Gattin per Droschke vach dem Nord-
friebtiebe E,..Wicklung beS S»n69.bieteS f««.:«*» Ä Tber “ar des H-nsis, bei been M --rar,an» durch den »ulftand her Zwa,td°«I.Hott-M°II,n «« Bangefunben, bereit« mit einem SW nach Sonbon wartete, selbe. Es gelang jedoch, densilben aiSbald garrzl ch z I 6(ie6 ^mißen im geschlossenen Wagen bis zur Mahrt-
schlagen, ohne daß es nöthig wurde, die Reserven einz z h Z ^^ ^ „ allein eiligst auf den Perron, wo fein , der Schutzmann HowainS
und aus ihrem bürgerliche» Beruf herauSzur^ | / b vor einem leeren Coup« mit dem Billet wartete, stieg direktios zu Cassel auf Antrag,
einige eingeborene Häuptlinge zur Huffe^ '^"8 j ^° » b ^ lB hinein, und fort ging der Zug, ohne daß jemand
wurden. Dieselbm folgten willig dem Ru e des Kaff Gouvernements. Was das Bergwesen anbeir fst, unteidessen fuhr Madame Zola wieder nach Hause, that
besonderes Interesse die Schürfarbeiten ia1J**^ nächsten Tage möglichst geheimnißvoll, schloß sich minister , Graff v Zedlitz und J
von Berseba. Dort hat der »dlus xrounä , d«8 ^jche ein^ reiste mehrere Male nach Mödon und nach verM^ ?orau ^SOesten ^ zu^ der Prov nz
lüstern bet Diamanten in Südafrika, eine at ^ ... anbeten Plätzen und bewirkte so die oolllommenste My- t,
".....D-»Ischrist beftättzt, »atz die Funde d.°^ 3,Uttngen, denen infolge der B-r-
s ÄaWS'tSÄ! 5"- i. -- - -
der Nähe der Wohnung von Zolas Freunden.
Mit einer Droschke begaben sich der Schriftsteller und sein Anwalt dorthin, wo sie die Tochter des erst später zurückkehrenden befreundeten Ehepaares empfing. Nach einer Weile trafen auch Zolas Gattin, Monsieur Georges Clc- mevceau und sein Bruder, die man benachrichtigt hatte, ein, und nun wurde eine ziemlich stürmische Berathung abgehalten. Labori, unterstützt von Clemenceau, besten* darauf, daß Zola nicht nur fortg hen, sondern seinen Aufenthalt absolut geheim haben solle. Das Gcfttz erfordert bekann'tich, daß das Urtheil persönlich dem Verurtheilten zugestkllt wird. Ist es geschehen, so wird es fünf Tage danach rechtskräftig, f-lls nicht vorher Berufung eingelegt worden ist. Nach Labsris und den beiden Elkunnceaus Meinung durfte Zola aber weder
Verbreitung; die
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe »Hau. ?m." gestattet.
Ernannt: der außerordentliche Pfarrer Herbold zum Pfarrer in Schwarzenborn in der Klaffe Reukircheu,
der Dr. med. Heinemann zu Eschwege zum Dirigenten deS Landkrankenhauses daselbst,
der Forsts ssiffor Teske zum Oberförster zu Wanfried,
die GeriL ts - Referendare v o n G r o n e uno Jancker von Ober-Conreut zu Referendaren bet der Regierung zu Caffel,
der Aktuar Baxmann zum Amtsgerichts - Sekretär bei dem Amtsgericht zu Obernkirchen,
der Rechtskandidot Mengel zu Caffel zum Referendar,
der GerichMiever Hensel zu Netto zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht zu Nentershausen,
der Forftaussther Hause zu Frieda zum Förster zu Sandberg (Ost).
Beauftragt: der Regierungs-Affeffor Tnercke wst der kommiffarischen Verwaltung des Landrathsamtes im Kreise Rotenburg.
Versetzt: der Amtsgerichtsrath Dr. Schotten zu Roten - bürg a/F. an das Amtsgericht zu Frankfurt a. M.,
der Oberförster Tiebel von Wanfried nach MiSdroy,
der Lehrer Stein von der Erziehungsanstalt zu Wabern an die Strafanstalt zu Moabit vom 1. Februar 1899 ab,
der Gerichtsvollzieher Ger lach zu Fritzlar an das AmtS-
gericht zu Grebenstein,
der Kastellan Heyer beim Landgericht zu Hanau alS Gerichtsdiener an bas Amtsgericht zu Winfried.
Verliehen: dem Kreiisekretär Hartdegeu zu Eschwege der Cha,alter alS Kauzleirath,
dem Ober - Steuer - Inspektor S ch u l tz zu Marburg der Charakter als Stcnerrath uud dem Provinziatt Steuer-Sekretär
dem Hepcsörster Lampmann in der Karlsaue bei Caffel der Kronen-Orden vierter Klaffe mit der Zahl 50.
Entlasten: die Referendare Dr. Küster und von ,HW ...... Christen auf ih-en Antrag aus dem Jastizdieust behufs
dem die Berathung1 UebertritiS zur Allgemtisen Staatsverwaltung,
Q^s™ ™rMP der Aufseher Giesler bei der Korrektious- rc. Anstalt zu Breitenau infolge Strafurtheils,
der Schutzmann Howainsky bei der Königl. Polizei-
* Oberprästdent. Amtlich wird die Ernennung des Grafen Zedlttz jetzt, wie folgt, veröffentlicht: Der Staats- minister Graf v. Zedlitz und Trützschler zu Nieder-Großen
Hessen Nassau ernannt worden.
* Preisräthsel. In der nächsten Nummer deS Unter-
Uhr, von Abonnenten oder deren Angehörigen in oer*