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Jährlich 9 *. WMhrl. 4^50^ vierteljährlich 2 ^ 25 <J.

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Nr. 299

Mieiaer

Zugleich G

Amtliches Argan für Staöt- unS Lanökreis Hanau.

MM

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Freitag den 23. Dezember

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 bit 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Jm Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1898

Amtliches

^taötareie ^anau.

NeZLAItAschMMK SiS OservürgLrmeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Satzungen für die städtische Sparkasse in Hanau liegen vom 24. Dezember 1898 ab zwei Wochen lang im Zimmer Nr. 21 des Rathhauzes zu Jedermanns Einsicht offen und können Einwendungen hiergegen bei dem Magistrat

innerhalo dieser ^rift erhoben werden. Hanau den 29. November 1898.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

18942

Dienstuiichrichtc» aus dem Kreise.

Verloren; Eine goldene Damenuhr mit Kette. Zwei Spitzentadlettdeckchen.

Hanau am 23. Dezember 1898.

weile hat der Präsident in seiner Bo schast erklärt, daß der! aber voraussichtlich nicht auf diese beiden Armee-Korps be- Kanal uuverweilt^gebaut werden müsse, und zwar in Regie ^ r " 1 *

der Vereinigten »tasten. Auch hat soeben im Senat eine

Verhand'nng stattgefunden, in der nicht nur der Standpunkt . _______ ____o_.

des Präsenten gutgeheißen, sondern auch ohne Widerspruch Berlin,' 22.' Dezbr. Der°Reichs-Anzeiaer" publizirt geäußert worden ist, an der neu zu konstltmrenden Nicaragua- die bereits bekannte Ernennung des bisherigen Oberpräsidenten ka al-Baugesellschast durst«» außer ber Union nur die der Hrovivz HesstwNaffau Magdeburg zum Chef-Präst- a jactrenoen Staaten, Costa Rica und Nicaragua, betheiligt d^men der Oberrechnungskammer.

sein, und die Union müsse die Mehrheit der Stimmen haben. Berl'

± «JE?«.*. ÄS X* <Ä? d°t, L'"" Aw-°Md. Äommanbiur bei 3. @arteW« j° F°ß, &*.» Ä £1 Ä3I8r ffW^ S" 6« st» °-s B-schl des K-i>--S naef, Evgland begeben, um betrachten und zu einer Entschädigung Englands wenig ge- ^Äser bei der Beisetzuua des Lord N-vier oi Ettrick neigt zu sein, am wenigsten zur Einräumung einer Betheiligung Beisetzung Des loro -capter of Cttrtcr

Englands am Kanalunternehmen.

Der befestigte Hafen in Chirichi ist für die Union ein! -.,^5^' ®^r,M ^er ^"^^ empfing heute Nach-

Bedürfniß, aber er bereitet den mittelamerikanischen Staaten l mitt®9 d n rnssischen Botschafter, Baron von der Osten-Lacken, große Beklemmungen. Diese waren es, die den scherzhaften tv'-lcher ein Handschreiben des Zaren »berbrachte.

schränk: bleiben, sonoern es füllen zu den Manövern auch noch Theile anderer Armee-Korps herangezogen werden. Die Vorarbeiten sind schon im Gange.

Berlin, 22. Dezbr. Oberst und Flügel-Adjutant von ' > Kommandeur des 3. Garde-Regiments zu Fuß,

Berlin, 22. Dezbr. In her Aula der hiesigen Uni-

Der Clayton Bulwer-Bertrag.

Als 1850 das Projekt eines interoceanischen Kanals durch den See von Nicara.ua erörtert wurde und eine Fehde zwischen der englischen und amerikanischen Presse sich ent­sponnen hatte, weil England seit langer Zeit als Schutzmacht der Mosquito-Küste (Ostküste von Nicaragua) sich gerirt und die Festsetzung Spaniens dort verhindert hatte, ist zwischen den Vertretern dir Vereinigten Staaten und Englands, Clayton

Vorgang der Vereinigung und Scheidung der drei mittel- amerikanischtn Republiken binnen wenigen Wochen veranlaßt versität sann heute Nachmittag die von der Universität ver­hüben. Es mag unter Assistenz Englands geschehen sein, anstaltete Gedächtnißfeier für den Fürsten Bismarck statt, daß der mehrfach unternommene und' mißglückte Zahlreiche Lehrkräfte wohnten der Feier bei. Die V-rtreter Versuch der Zusammenfassung wiederholt wurde.!der Reichs- und Staatsbehörden sowie der Wissenschaften Sicher ist amerikanische Hand in der Gegen-! hatten sich eingefunden. Historischer Professor Lenz hielt die act-on thätig gewesen, die darin bestand, daß in einem der Gedächtnißrede. Er schilserte, anknüpfend an Bismarck's verbündeten «taalsBesen ein Revolutionchen den Präsidenten; Geoanken und Erinnerungen bte politischen Ideen und dea stürzte und durch einen anderen, den Vereinigten Staaten be- Ausbau durch den Verstorbenen.

freundeten ersetzte.

Berlin, 22. Dezbr. DerReichsanzeiger" veröffentlicht

Die amerikanische griffe stellt sich nicht auf den gründ- das Ergebniß der amtlichen Untersuchung der Ecplosion anf sätzlichen Standpunkt der Vertragstreue, sondern erkennt, den! ^er Arche Borussia im Oberbergamtsbezirk Dortmund am 4. herrschenden Anschauungen entsprechend an, daß die Frage November d. I., durch welches sechs Bergleute getörtet und lediglich den Ausgleich zwischen beiden Theilen betrifft. Amerika ein Steiger bei den Rettungsarbeiten verunglückte. Darnach soll für die Aufhebung des Vertrags von 1850 eine Gegen- hat es sich nicht um ein Schlagwetter, sondern wahrscheinlich leistung bitten, wenn nicht die so oft in der jüngsten Zeit Knt eine Kohlenstoff-Explosion gehandelt, als d ren Ursache von England versicherten freundschaftlichen Empfindungen für s ein Sprengschuß ermittÄt worden, in welchem der Schußmeister Nordamerika gestört werden sollen. Dieser Standpunkt hat - verbotswidrig in der Mhle mit Dynamit geladen und w:g- eine bedeutende Un'erstützung erhalten dadu.ch, daß die gethan hat. Dir Mehrzahl der Getödteten ist nicht mittelbar Washingtoner Regierung in Bezug auf die neu^ erworbenen' durch die Sprengung, sondern erst nachträglich infolge der Länder erklärt hat, daß sie zwar dieoffene Thür" zulassen Einathmung von Nachgasen gestorben. Als man in der werde; aber die Höhe der Eingangszölle zu bestimmen sichi Nacht vom 9. auf den 10. November zur Explosiv«sstelle Vorbehalte, und in der gleichen Behandlung aller, die durch gelangte, zeigte eS sich, daß die auf der Sohle liegende Kohle die eröffnete Thür eintreten werden, ihre Loyalität beweisen ;^ pellen Flammen stand. Nur mit Mühe gelang es, werde. England hat für seine Liebeserklärungen mehr er terem Unheil vorzubeugen.

wartet. - Berlin, 22. Dezbr. DerLokal-Anzeiger" meldet aus

Paris: Der Kassationshof verlangt volle Freiheit zur Kon-

Politische und unpolitische Nachrichten. : trole der geheimen Akten. Daher entstanden die neuerlichen (Depeschen-BureauHerold".) ! Schwierigkeiten, von denen Dupuy heute im Kabinets-

Berlitt, 22. Dezbr. DiePost" bestätigt, daß die rath Kenntniß gab. D-r KassattonShof kennt alle Akten,

und Bulwer, ein Vertrag abgeschlossen wordm über die Neu­tralität des zu erbauenden Kanals und der umliegenden Länder, die näher bezeichnet worden sind. Mit^Rücksicht aus dieses Abkommen hat England sich bereit ecklärt,, auf die Geltendmachung seiner nur faktisch bestandenen und von keiner Seite anerkannten Schutzheirschast über die Mosquito-Küste zu verzichten. In dem Vertrag ist namentlich bestimmt worden, ' daß keine der beiden Mächte an dem Isthmus von der mexikanischen Grenze bis zur kolumbischen einen Hafen erwerben oder eine Befestigung anlegen soll.

Nun wurde kürzlich gemeldet, daß in denselben Tagen, in welchen die Republiken Honduras, Nicaragua und San Salvador ihre Vereinigung und (gleich darauf) ihre neue Trennung in Washington angemeldet haben, die Vereinigten Staaten den Hafen Chirichi an der Nordküste von Costa, Rica, nahe der Gr-nze von Panama, gekauft haben. Ueber diese Angelegenheit werden lebhafte Verhandlungen zwischen £itoSon,e®T^i^^ d^ badischen und würlt-m- aber deren unb-Hränkt-n Gebrauch gestattete Dupuy bis

^siaen ^Stond nichts bekannt geworden ist. Aber mittler- bergischen Armee-Korps stattfindet. Das Mauöoer werde her nicht. _____________

wei-

FenMstsn.

Adam Mickiewicz.

Eine Skizze zu seinem 100. Geburtslage, 24. Dezember.

Von August Hagemann.

(Nachdruck verboten.)

Am Himmel der polnischen Litteratur stra.lt der Name Adam Mickiewicz' so hell, wie der Luis Camoens am Firma­mente der portugiesischen ober der Alcxander Petöfi s in der Poesie seines Volkes aus nationaler Begrenztheit Herauszu- heben und in den Saal der W-ltlitteratur - nzufuhren wenn wir an polnische Dichtung denken, so erinnern wir v^ zu

@mmtu lelnm Schipsung-n jum tlnebra» gdongt ist Einen «itanlen C»°r-ti»"«il'JiÄ

^ i c i t. ^.«r, s»g polnischen Volkes und in fern Ä ar.nL Mnein " da/ von büfterer M-I°v«°«- |n S netarfe »OB' f«WW i° ;«

tollem uebermmye, i ^} ., vor uns die

stümer Thatenlust so jäh «»IW-* b ÜBer

UlM« ®^« b-- ÄR'Äw wüthigen Wotwoden, ben i n » bie8 Volksleben Polenmä)chen. Der g von Mickiewicz besmigenen Start, an; ihm erging es, wie IM von ° ö Hllb »ur die Frevels wegen- w d« ^ ^ Dasein.

©Mi auch ^/ polnisch- Volk durch eigene Schuld v-r-

funke», uns von keinem Leücn r.ud lebt er Größe tönten unS nur noch des Dichters Lieder. Was im Liede wieder aufle. den soll, muß in der Wirklichkeit zuvor m.tergeteo, hat ja schon Schiller gemeint.

Für Mickiewicz' Entw'ckeluug ist die Natur und der Charakter seiner engeren Heimath von der größten Bedeutung gewesen. Er war ein Litthauer, und Litthauen darf als einer der ekenarttgsten, als der romantischste Theil des alten Polens bezeichnet werden; es ist gewissermaßen die heroische Provinz des Poleureiches. In geheimnißoolles Dunkel hüllt lS sein undurchdringlicher Urwald, in dem der Auerochse und der Bär noch hausen;

Der Fischer naht ihm kaum am Meeresstrande, Der Jäger kreist nur weit um seinen Kern.

Auf spiegelglatten, düsteren Waldfeen schwimmt die Wasser« rose, Nebel umbrauen sie, finstere Gagen gehen über sie um, kein Fischer wagt, in ihre Gewässer seine Netze zu senken aus Furcht vor denen da unten. Das litthauische Volk hielt, wie die benachbarten Preußen, lange an seiner heidnischen Naturreligion fest und hat sich, wie jene, auch in die christ liche Zeit ein Zug starker Originalität hinübergerettet. An Sagen, Märchen, Volksliedern ist es reich, reich an geschicht- lichen Erinnerungen an glorreiche Helden und Königskäuser, an wilde Kämpfe mit den Russen und den deutschen Ordens­rittern. So wirken Natur, Volkscharalter und Geschichte zu­sammen, um Litthauerlaud zu einem Reiche der Fee Romartta zu machen.

Mickiewicz bat sein Heimathland verhältnißmäßig früh für immer verlassen müssen, aber stets hat sein Sinn dar­nach gestanden. In sehnsuchtsvollen Tönen verlangt er oft

Seme beiseit großen epischen Wr-keKonrad Wallenroo^ undHerr ThaddäuS^ behandeln Szenen uns Litthsuens Ge­schichte, seine schönsten Balladen litthauische Überlieferungen und Sage», kurz: dem Heimathsboden verdankt er seine beste Kraft, und er ist eigentlich in noch höherem Grade ein litthauischer, als ein polnischer Dichter zu nennen. Darauf beruht feine Stellung in der polnischen Litteratur nicht am wenigsten.

Im Herzen LitthauenS, unweit der alten Hauptstadt Nswogro ek (zu deutsch Neuenburg) stand seine Wiege. Ja Nowogrodek selbst und taun zu Wilna auf der Universität verlebte er seine Knaben- und Jünglingsjahre. Tief ver- serkte sich der schwärmerische und leidenschaftliche Jüngling in die Natur, die Sagenwelt und die Geschichte der Heimath, und kaum dem Knabenalter entwachsen, war er nur mit Mühe davon zmückzuhalten, sich der napoleonischen Armee zum FreiheilSkampse anzuschließen. Eine unglückliche Liebe zu Maria Weresfczaka, die er als Marylka oft verherrlicht hat, küßte zeitig feinen poetischen GeniuS wach. Schon in Wilna und dann in Kowno, wo er nach Beendigung seiner akademischen Studienzeit seit 1819 als Lehrer am Gymnasium wirkte, war er eifrig dichterisch thätig. Da­mals war er eine Art Sonderling. Seine B^rufSpflichten

nach ihm:

Mein Heimathstuß, o Stiemen, wo find die Wasser alle, Die meine Hand einst schöpfte in trauter Jugendzeit, Die Wellen, die mich trugen in wilde Einsamkeit 4

erfüllte er gewissenhaft, aber ohne Liebe; in seiner Kleidung vernachlässigte er sich und schwärmte gern einsam in den bieten Wäldern oder in den einsamen Thälern deS Riemens. ES war für ihn eine Zeit starker Gährung, und seine Lek­türe trug dazu bei, den Sturm und Drang in feiner Seele < zu vermehren. Zuerst war e» die deutsche Litteratur, die ihn in ihren Bannkreis zag; er lernte Gmth-s Werke kennen, er las Bürgers und Schillers Balladen mit Begeisterung. Auf diese®ermanemanie* folgte, wie er sich selbst aus- drückte,, dieSrittomanie*; Chakespeare und dann Byron, i der damals die jungen Geister Europas fast unumschränkt